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Am 24.09.2020 Auktion: Alte Kunst - Graphik und Gemälde

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Irene Lehr verkaufte zum Jahresende beinahe alles: Ihr Schwerpunkt der Ost-Künstler trug dazu genauso bei wie die beliebte Plastik, Klassiker und kleinere Namen aus dem 20. Jahrhundert

Metro-Kunst


Günther Förg beschäftigte sich lange mit den Wechselwirkungen zwischen Architektur und Malerei, mit der er Räume akzentuierte und ihnen neue Wirkungen verlieh. Über seine zahlreichen Tätigkeiten innerhalb der Kunst am Bau kam er schließlich an die Metro AG nach Düsseldorf, für die er 2001 zwei vierteilige Wandinstallationen schuf: Jeweils vier Quadrate von monumentalen 2,5 Metern Seitenlänge bemalte er monochrom mit vier Farben und komponierte sie zu einem Streifen übereinander. Wie die beiliegenden Entwürfe zeigen, war eine Anbringung in einem schmalen, hohen und ansonsten eher tristen Treppenhaus geplant, wo die bunten Flächenarbeiten die schlichte nutzengebundene Neutralität kontrastreich aufsprengen sollten. Genauso überraschend wie die Farbeffekte den Besucher eines solchen Raumes treffen würden, erfreuten sich die immerhin je zehn Meter hohen Tafeln größter Beliebtheit bei Irene Lehrs Auktion in Berlin. Günstig auf je 40.000 Euro taxiert, schossen „Metro 1“ und „Metro 2“ in ungeahnte Höhen und dürften damit den unbekannten Preis, den die beiliegenden Rechnungen Förgs an die Metro AG Düsseldorf ausweisen, überstiegen haben. Für die erste Version war bei 350.000 Euro Schluss, während die zweite sogar bis 390.000 Euro kletterte. ...mehr

August Sanders Konvolut „Menschen des 20. Jahrhunderts“ bescherte dem Auktionshaus Grisebach den ersten Rekord der Herbstrunde. Insgesamt zeigte die Fotoauktion außergewöhnliche Ausreißer nach oben und unten

Viel Geld für den Blick auf den Menschen


Beinahe ein halbes Jahrhundert dauerte die Beschäftigung August Sanders mit dem Menschen und seiner individuellen Vielfältigkeit. Von 1911 bis 1964 entstand ein Monumentalwerk, das nach Alfred Döblin einer „Soziologie ohne Text“ gleicht. Das fotografische Sozialporträt zähle zu einem der großen Vermächtnisse der Weimarer Epoche. In der Tat besticht Sanders Auge durch die Fähigkeit, das jeweilige Individuum in seiner beruflichen, familiären oder sozialen Ganzheit zu sehen und entsprechend auf Fotopapier zu bannen. Die „Menschen des 20. Jahrhunderts“ beginnen nach Sanders eigenen Worten beim Bauern und enden bei den Vertretern der Geistesaristokratie. 70 Arbeiten dieses exzeptionellen Lebenswerkes fanden Eingang in die Versteigerung mit Fotografie bei Grisebach und bildeten mit einer Schätzung von 300.000 bis 500.000 Euro schon den Spitzenreiter. Es handelte sich dabei um Porträts aus den Jahren 1912 bis 1932, wobei die zu Sanders Lebzeiten angefertigten Originalkartons mit großformatigen Ausstellungsabzügen wohl ausschlaggebend für einen Rekordzuschlag waren. Die Authentizität der Werke und deren Einzigartigkeit sorgten dafür, dass das Konvolut für 770.000 Euro den Besitzer wechselte und zum zweitteuersten Kunstwerk aller Herbstauktionen bei Grisebach mutierte. ...mehr

Gute Ergebnisse für die Kunst der Neueren Meister bei Ketterer in München

Polnische Raserei


Józef Brandt, Dahinjagende Fuhrwerke bei der Heimkehr vom Markt, 1905

Eine der Freuden, die die Filmwelt bereithält, sind wilde Verfolgungsfahrten, sei es 1963 beim „Rosaroten Panther“, 1972 bei „Is’ was, Doc?“ oder 2017 in „Killer’s Bodyguard“. Schwieriger wird es, das rasante Tempo in einem unbewegten Bild so einzufangen, dass der Betrachter der waghalsigen Geschwindigkeit eindrücklich gewahr wird. Dies gelang 1905 dem polnischen Maler Józef Brandt in seinen „Dahinjagenden Fuhrwerken“. Der gestreckte Galopp der Pferde bei der Heimkehr vom Markt war so ansteckend, dass sie die Auktion von Ketterer zur Kunst des 19. Jahrhunderts prompt mit sich rissen. Das Wettrennen endete für Brandt anstatt der erwarteten 30.000 bis 40.000 Euro erst bei 80.000 Euro zugunsten eines polnischen Bieters. Trunken von der rasanten Fahrt schlug der Pole kurze Zeit später seine Landsleute aus dem Feld, als es um Alfred von Wierusz-Kowalskis mit 15.000 bis 20.000 Euro bewerteten „Angriff der Wölfe“ ging. Für die verschneite Steppenszene um 1900 mit galoppierendem Einspänner samt Schlitten musste er nach langem Ringen 52.000 Euro hinblättern. ...mehr

Der letzte Teil der ehemaligen Sammlung von Will Grohmann war innerhalb der zeitgenössischen Kunst wiederum begehrt. Aber auch darüber hinaus konnte Lempertz auf ein interessiertes Publikum bauen

Kunst aus dem Papierkorb


Es ging gut los. Mit den Werken aus der Sammlung Will Grohmann hatte Lempertz einen Trumpf in der Tasche, den die Käufer schon bei der modernen Kunst gespannt erwartet hatten. Auch die sechs Werke aus dem Nachlass des einflussreichen Kunstkritikers und Kurators, mit denen das Kölner Auktionshaus die anschließende Versteigerung „Zeitgenössische Kunst“ aufgemacht hatte, ließen nichts zu wünschen übrig. Vor allem Hans Hartung verabschiedete sich vergnügt. Schon sein Pastell- und Kohleblatt mit vertikalen Strichbündeln von 1967 schoss als erste Position von 7.000 Euro auf 65.000 Euro. Dann folgten sein eruptiver, energiegeladener schwarzer Stern auf dem Ölgemälde „T 1955-23a“ von 1955 mit einer Steigerung von 100.000 Euro auf 190.000 Euro und die schwarz grundierte Leinwand „T 1962-L47“ mit fünf zarten Lichtspalten wiederum bei 65.000 Euro. Auch für die letzte Arbeit Hartungs, den Karton „T 1950-60“ mit schwarzen Strichen, geschwungenen Kurven und zwei Kreuzen sowie Akzenten in Blau und Orange von 1950, waren 40.000 bis 60.000 Euro angedacht, die ein englischer Bieter in 90.000 Euro verwandelte. ...mehr

Die moderne Kunst bei Van Ham punktete mit einer hohen Verkaufsrate. Doch bei den teuren Arbeiten zeigten sich die Kunden wählerisch

Griff nach den bunten Sternen


Wilhelm Morgner, Astrale Komposition VI, 1912

„Man hört so oft, dass die Menschen vom Realismus und Idealismus sprechen. Im tiefsten Grunde ist ja das ein ebenso großer Unsinn wie das andere. Ich habe weder ein Ideal, noch halte ich den Realismus für richtig, sondern an die Stelle dieser beiden Dinge setze ich das Wort ‚Leben‘. Jedes Bild soll eine Lebenssymphonie sein. Ich meine aber nicht etwa allegorisch Symphonie an das Leben oder so ähnlich, sondern das Wollen des Lebens soll überklingen in Farbe und Linie.“ Das schrieb Wilhelm Morgner in einem Brief an seinen Künstlerfreund Georg Tappert. Wie dieses künstlerische Credo für den 1891 in Soest geborenen Maler aussah, demonstrierte er 1912 in seiner „Astralen Komposition VI“. Mit kurzen, bewegten, von Weiß durchmischten Pinselstrichen gelang Morgner eine jubelnde Farbsymphonie, die ihn als frühen Anhänger der Ungegenständlichkeit ausweist. Wie seine Kollegen der abstrakten Kunst suchte er in der Loslösung von der Dingwelt nach transzendenten Sphären. So will Morgner in „Astralen Komposition VI“ eine spirituelle und religiöse Dimension greifbar machen. Dieses Farbwunder der Schöpfung war nun das Highlight in der Auktion „Moderne Kunst“ bei Van Ham. Mit 185.000 Euro entriss ein Berliner Sammler das Werk anderen Mitbietern, übertraf damit die Schätzung von 140.000 bis 180.000 Euro und hievte die „Astrale Komposition“ auf Platz 2 im Auktionsranking Morgners. ...mehr

Rückblick: Alte Kunst und Antiquitäten im Wiener Kinsky mit hoher Nachfrage nach Uhren

Der Wettstreit der Blumen


Abraham Brueghel und Guillaume Courtois, Flora mit Putten und Blumen in italienischer Landschaft, 1670er Jahre

Schweift der Blick über Blumengärten, wirkt es, als ob so manche Pflanze ihre Kollegeninnen mit Blütenfarbe und -pracht ausstechen will. Suchen sie in der Natur die Gunst der Bienen, so rangen die Blumen im Auktionshaus Kinsky in Wien um pekuniäre Interessenten. Wie es sich gehört, übertraf hier die „Flora mit Putten und Blumen in italienischer Landschaft“ ihre jüngere Gegenspielerin. Das barocke Gemälde von Abraham Brueghel und Guillaume Courtois aus den 1670er Jahren forderte taxkonforme 75.000 Euro ein. In gebührendem Respekt vor der Göttin der Blumen folgten Olga Wisinger-Florians schmucke „Herbstfeldblumen“ samt einigen Schmetterlingen von 1855 mit anspruchsvollen 65.000 Euro und damit 5.000 Euro mehr, als der obere Grenzwert vorgab. Von der Welt der Blumen zu den ebenso unschuldigen, mit Bauklötzchen „Spielenden Kindern“ geleitete Franz von Defreggers erfolgreiche Genreszene von 1906 aus dem bäuerlichen Milieu für 50.000 Euro, die den gleichen Anstieg hinlegte. ...mehr

Der Kunst des 20. Jahrhunderts bei Bassenge in Berlin mangelte es etwas an Zugpferden. Dennoch lag die Zuschlagsquote recht hoch

Schwüle Todeserotik


Franz von Bayros, Schwestern der Salome, wohl vor 1920

Franz von Bayros ist ein Kind des Fin de siècle. Der 1866 in Zagreb geborene österreichische Grafiker, Illustrator und Maler trat vor allem mit erotischer Kunst in Erscheinung. Seine Illustrationen zu den Klassikern der galanten und frivolen Literatur brachten ihm den Ruf eines berüchtigten Erotomanen ein. So musste er 1911 wegen Einschreitens der Zensur seinen Studien- und Lebensort München verlassen. In seiner Kunst verknüpfte Bayros das Raffinement des Rokoko und seine überbordende Fantasie mit der Schwere des Symbolismus und den tiefenpsychologischen Erkenntnissen Sigmund Freuds, so auch in dem Blatt „Schwestern der Salome“. Schon die Wahl des biblisch-erotischen Stoffes rückt ihn in die Nähe von Oscar Wilde, Aubrey Beardsley oder Franz von Stuck. Vier halbgereifte nackte Mädchen halten eine große Platte mit dem Haupt Johannes des Täufers in die Höhe und tragen sie in einem ekstatischen Schwebetanz über einem Rosenteppich zu der in sich zusammengesunkenen, schwermütig thronenden Prinzessin im Hintergrund. Die mit Kreide, Kohle und Aquarell ausgeführte Zeichnung diente als Vorlage zu Blatt 41 der 1920 erschienen „Bayros-Mappe“. Sein Freund, der österreichische Schriftsteller Rudolf Hans Bartsch, bezeichnete dieses Motiv als „vielleicht das Heißeste, was Bayros je ersann“. Kühl blieb es mit den „Schwestern der Salome“ auch im Berliner Auktionshaus Bassenge nicht. Denn dort erhitzten sich die Gemüter der Käufer, bis anstelle der taxierten 12.000 Euro immerhin der Rekordwert von 22.000 Euro erreicht war. ...mehr

Grisebach bunte Orangerie-Auktion mit einem Sammelsurium von „großen Tieren“ im tatsächlichen und übertragenen Sinn stieß zum überwiegenden Teil auf das Interesse der Käufer

Satter Zuschlag für Magermodel


Ungewohnt still, mit geschlossenen Augen in sich ruhend, portraitierte der kanadische Fotograf Chris Levine 2014 das gefeierte britische Model Kate Moss. Lediglich der leicht verwischt wirkende Lidstrich erinnert an ihre exzessive Partyvergangenheit. Diese ungewöhnliche Aufnahme der vielfotografierten Modeikone in hoher Belichtung und der daraus resultierenden Blässe mit dem treffenden Titel „She’s Light (Pure)“ begeisterte die Käuferschaft im Auktionshaus Grisebach und erreichte mit 34.000 Euro das Vierfache des Schätzpreises von mindestens 8.000 Euro. Im Fall der Fotografien von Levine galt das Prinzip „Alter vor Schönheit“ scheinbar nicht. Denn seine intime Momentaufnahme von Queen Elizabeth II. mit ebenfalls geschlossenen Augen, die er 2018 mit Swarovski-Kristallen zusätzlich aufblitzen ließ, blieb hinter den Erwartungen von 12.000 bis 15.000 Euro zurück. Der Hammer fiel bereits bei 9.000 Euro. ...mehr

Moderne Kunst und Handschriften samt Kriegserklärung bei Hassfurther in Wien

Tierisch viel


Sie ist eine der vielen unerhörten Geschichten der antiken Mythologie mit weitreichenden Folgen: Leda und der Schwan. Der nimmersatte Gottvater Zeus wirft ein Auge auf die schöne Leda, die Gemahlin des spartanischen Königs Tyndareos. Um sie zu verführen, verwandelt sich Zeus in einen Schwan, nähert sich ihr und schwängert sie. Doch auch ihr Mann Tyndareos schläft in der selben Nacht mit ihr. Leda gebiert daraufhin vier Kinder aus zwei Eiern: von Zeus die unsterblichen Helena und Polydeukes, von Tyndareos die sterblichen Klytaimnestra und Kastor. So legt die Sage die Grundlangen für den Trojanischen Krieg und für den Fluch der Atriden. In der bildenden Kunst war Leda mit dem Schwan in der Antike und dann wieder seit der Renaissance ein beliebtes erotisches Motiv; konnte man doch daran Nacktheit und einen Geschlechtsakt zeigen. Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti, Peter Paul Rubens, Antonio Allegri oder Paul Cézanne beschäftigten sich etwa mit diesem Thema – und 1934 auch Herbert Boeckl. In seiner lustvollen Szene, in der sich Leda auf einem weißen Federbett Zeus hingibt, schwebt schon das zukünftige Unheil mit. Denn der Schwan ist nicht wie in den meisten Darstellungen weiß, sondern schwarz. Mit diesem Gemälde hat Wolfdietrich Hassfurther seine kommende Auktion aufgemacht und will dafür 150.000 bis 220.000 Euro sehen. ...mehr

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