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Am 06.06.2020 Auktion 279 Berliner Privatsammlung

© Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

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Am Badestrand / Otto Pippel

Am Badestrand / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

Kentaur, 1891/93 / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer
© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Das Dorotheum bleibt bei der Moderne seinem Schwerpunkt auf die Künstler Österreichs und des benachbarten Italiens treu. Diesen Herbst stechen einige qualitätvolle Papierarbeiten und Plastiken hervor

Ein glückliches Jahr


Egon Schiele, Frau mit erhobenen Armen, 1914

Das Jahr 1914 brachte Egon Schiele einige Annehmlichkeiten. Auf der finanziellen Seite erleichterte ihm sein neuer Gönner Heinrich Böhler das Leben, der ihn als privaten Kunstlehrer engagierte und fortan die Materialien und Modelle bezahlte. Über Heinrich Böhler kam Schiele dann an dessen Cousin Hans Böhler, der den Künstler mit einem Ganzkörperporträt seiner Freundin Friederike Maria Beer beauftrage. Dass der Maler noch im selben Jahr in Guido Arnot einen Wiener Händler fand, der bereit war, ihm eine Einzelausstellung zu widmen, führte zu einer gewissen Erleichterung, die sich aus einem Brief an seine Mutter herauslesen lässt: „Ich habe die Empfindung, dass ich endlich aus der unsicheren Existenz heraus bin.“ Selbst der ausbrechende Erste Weltkrieg tangierte Schiele noch nicht. Durch einen angeborenen Herzfehler war er zunächst vom Militärdienst befreit. Die neuen Freiheiten sowie seine wachsende finanzielle und künstlerische Unabhängigkeit scheinen sich direkt in seiner Gouache „Frau mit erhobenen Armen“ niederzuschlagen. Mit lichten Linien und bunten Akzenten setzte er sein identitätsloses Modell stilisiert in Szene. Heute hofft das Dorotheum für das ausdrucksstarke Blatt auf 900.000 bis 1,6 Millionen Euro. ...mehr

Grisebach offeriert in seiner Orangerie-Auktion ein kaleidoskopisches Spektrum von „großen Tieren“ im tatsächlichen und metaphorischen Sinn. Epochenübergreifend haben sich Malereien, Plastiken, kunsthandwerkliche Arbeiten, Fotografien, Künstlerautografe und aufwändige Präparate aus fast allen Teilen der Welt in Berlin versammelt

Menagerie in der Orangerie


Jean Jacques François le Barbier, Portrait Voltaires, nach 1778

„Von allen Tieren ist er der Treueste: Er ist der beste Freund, den der Mensch haben kann.“ Aus der Feder Voltaires stammt dieser mittlerweile geflügelte Ausspruch über das Wesen des Hundes. Jean Jacques François le Barbier l’Aine porträtierte den gealterten Denker und Schriftsteller in Anlehnung an die 1778 von Jean-Antoine Houdon gefertigte Büste ohne Perücke in der Manier eines antiken Philosophen mit einem leicht angedeuteten Lächeln. Als weiser und abgeklärter Mann tritt Voltaire dem Betrachter entgegen, der früher mit den Mächtigen seiner Zeit verkehrte und mit seiner Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie am weltanschaulichen Monopol der katholischen Kirche ein Vordenker der Aufklärung und ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution war. Mit Recht haben Stefan Körner und Isabel von Verschuer daher die Zeichnung Barbiers in ihre kuratierte Auktion „Große Tiere. Von animalisch bis politisch“ aufgenommen. In der kommenden Woche geht das Blatt für 8.000 bis 10.000 Euro bei Grisebach an den Start. ...mehr

Mit einer Rarität von einem Jahrhundertkünstler wartet die Moderne Kunst bei Van Ham auf

Picassos traurige Frau aus Glas


Jean-Joseph Crotti erfand in den späten 1930er Jahren die neue Kunstform „Gemmail“. Für die Technik nutzte er farbige Glassteine, die er auf einer klaren Glasscheibe mit einem Kleber aufbrachte und durch Erhitzung miteinander verschmolz. Daraus resultierten transluzide Kompositionen, die noch von hinten beleuchtet wurden und dadurch eine besondere Strahlkraft entfalteten. Das Patent für das Verfahren erwarb 1955 der Physiker und Geschäftsmann Roger Malherbe-Navarre von Crotti und gründete das Pariser Studio „Les Gemmeaux de France“. Jean Cocteau machte seinen Freund Pablo Picasso auf die neue Kunstform aufmerksam. Das erste Glasmosaik nach Picasso, das das Studio mit Erlaubnis des Spaniers um 1954 herstellte, war „Le Coq“ von 1938. Picasso gefiel das Resultat. Daraufhin entstanden einige weitere Gemmeaux nach seinen Gemälden, so auch die „Femme au Collier“ um 1955. Sie bezieht sich auf das gleichnamige Bild von 1943 mit einer melancholischen Frauengestalt in blauem Gewand und weißem Collier. Picassos Gemmail besticht mit der schimmernden transluziden Wirkung des bunten Glases. Mit einer Schätzung von 500.000 bis 700.000 Euro führt es nun die Auktion „Modern“ bei Van Ham in Köln an. ...mehr

Gemälde und Zeichnungen Neuerer Meister bei Ketterer in München

Heidis heile Bilderwelt


Carl Spitzweg, Blick ins Tal (Zwei Mädchen auf einer Alpe), um 1860

Mit dem Roman „Heidi“ gelang es Johanna Spyri, die Schweizer Alpenwelt mit einer charmanten Persönlichkeit zu bereichern. Ihr Kinderbuch fesselt bis heute mit seinen charaktervollen wie charismatischen Persönlichkeiten, darunter dem strengen Großvater Alpöhi, dem lustigen Geissenpeter sowie der einsamen und kranken Klara Sesemann. Ein Bild zum Imaginieren der Heidischen Fantasiewelt ist etwa Carl Spitzwegs „Blick ins Tal“ mit zwei Mädchen in Dirndln auf der Alpe. Um 1860 entstanden, konnte sich der Münchner Maler nicht von Spyris 1880/81 erschienenem Kinderroman, jedoch von der Alpenwelt und ihren Bewohnern inspirieren lassen. Dennoch kann man durchaus in den zwei Mädchen Heidi und die genesene Klara auf der grünen Wiese sehen, wie sie begleitet von einer Katze in das weite atmosphärische Tal blicken, das hier eigentlich Landsberg am Lech ist. Seit mehr als 120 Jahren ist diese schöne panoramaartige Arbeit nun wieder zu haben. Bei der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ ruft Ketterer in München den romantischen Fernblick für 50.000 bis 70.000 Euro auf. ...mehr

Die Auktion Kunstgewerbe wartet beim Kölner Versteigerer Lempertz mit seltenen Stücken auf

Viergeteilte Krippe


Ferdinando Enrico Hugford Werkstatt, Satz von neun Scagliola-Tafeln, um 1785/90

Als „hochbedeutend“ bezeichnet das Auktionshaus Lempertz neun Scagliola-Tafeln, und auch der Kunsthistoriker Hans Ottomeyer, der ehemalige Direktor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, spart nicht mit Lob für die Wandpaneele. Sie seien nicht nur ein Zeugnis des hohen Niveaus der Scagliola-Technik, sondern auch ein kühnes Statement in der Entwicklung der Kunstgeschichte. In der Tat tritt solch ein Schatz nicht allzu häufig in Erscheinung. Ein später Kristallisationspunkt dieser ab dem 16. Jahrhundert entwickelten Fertigkeit, aus Gips, Pigmenten und Knochenleim einen gestalteten Edelputz herzustellen, war Ferdinando Enrico Hugford. Der 1695 in Livorno geborene Sohn eines englischen Uhrmachers trat 1711 in die Benediktinerabtei Vallombrosa bei Florenz ein. Umgeben von kenntnisreichen Werkstätten, spezialisierte er sich auf die Steinmalerei. Er perfektionierte diese Art der „Gemälde“ und bevorzugte eine Motivwelt aus Bauwerken, Staffagefiguren und Landschaftsausblicken. Sie waren speziell auf das architekturinteressierte, englische Käuferpublikum zugeschnitten, das im Zuge der Grand Tour Florenz und die Abtei Vallombrosa besuchte. Auch die neun Scagliola-Tafeln leben von prachtvollen Architekturfantasien mit Hafenszenen, die Ottomeyer in die Jahre um 1785/90, damit in die Zeit nach Hugfords Tod datiert und sie folglich den Mitarbeitern seiner Werkstatt in Vallombrosa zuschreibt. Mit einer Schätzung von 600.000 bis 700.000 Euro führen sie die Auktionswoche mit Alter Kunst und Kunstgewerbe bei Lempertz an. ...mehr

Bei den Alten Meistern hat das Kölner Auktionshaus Lempertz einige seltene Sujets, geschätzte Klassiker und eine breit gefächerten Auswahl zusammengetragen. Ein eigener Katalog ist diesmal der Skulptur und Kleinplastik gewidmet

Bruchstücke eines Altars


Maestro di Campo di Giove, Vier Tafeln mit Szenen aus der Legende des heiligen Eustachius, 14. Jahrhundert

Bis heute ist ungewiss, wie es zur Zerlegung des Eustachius-Altars in der ihm gewidmeten Kirche in Campo di Giove, einem abgelegenen Bergdorf in den Abruzzen, kam. Im Oktober 1902 geschah der nie ganz aufgeklärte Raub oder Verkauf durch den Dorfpfarrer und Sakristan, der den groß angelegten, wohl auf die späten 1380er Jahre zu datierenden Zyklus des Flügelaltars in alle Welt zerstreute. Der aus fünf Tafeln bestehende Hauptteil etwa gelangte in die Sammlung Alberto Saibene in Mailand, weitere sind oder waren in Privatsammlungen in Bergamo, Frankreich, Deutschland sowie den USA beheimatet und andere fanden den Weg zurück ins Museo Nazionale d’Abruzzo in L’Aquila. Immer wieder tauchen dadurch Teile aus dem Gesamtwerks des Maestro di Campo di Giove, der sich eventuell mit Nicolo Olivieri della Pietranziera verbinden lässt, auf dem Kunstmarkt auf. Lempertz offeriert nun in Köln gleich vier Stücke des schicksalhaften Altars, der mit seiner spätmittelalterlichen Bildsprache besticht und zum Orientierungspunkt für die Erforschung der italienischen Eustachius-Ikonografie avancierte. Für 140.000 bis 160.000 Euro sind Szenen „Eustachius, auf der Flucht vor der Pest in Ägypten angekommen, wird von seiner Frau getrennt“, „Der Kaiser Trajan übergibt Eustachius das Kommando seiner Truppen“, „Eustachius führt seine Truppen in den Krieg“ und „Eustachius findet in seinem Heerlager seine Frau wieder“ zu haben. ...mehr

Van Ham hat seine „Alte Kunst“ neu strukturiert und will damit Lust auf Entdeckungen wecken. Das Kunstgewerbe geht in Köln seinen gewohnten Gang und fokussiert auf das moderne Frauenbild

Goldscheiders Golden Girls


Sebastiano Mainardi zugeschrieben, Anbetung des Kindes

Van Ham hat seinen Katalog „Alte Kunst“ neu aufgemacht. Statt wie bisher nach Alten und Neueren Meistern in chronologischer Reihenfolge und nach Gattungen getrennt, geht es nun quer durch die Epochen und Stile, aber nach Themen und Motiven geordnet. Diesmal sind es vierzehn Abschnitte, die jeweils mit einem Highlight und einem essayistischen Text über den Künstler und das Werk beginnen. So will der Katalog einen spannenden Dialog innerhalb eines Themenkreises eröffnen, visuelle Inspirationsquelle sein und mit diesem marketinggerechten Auftritt neue Sammlerschichten ansprechen, die sparten- und zeitenübergreifend einkaufen. Los geht es unter der Überschrift „Family“ mit einer Anbetung des neugeborenen Christus durch die fromme Maria und den sinnenden Josef auf einem Renaissance-Tondo, der dem Florentiner Meister Sebastiano Mainardi zugeschrieben wird. Die feine Arbeit des Ghirlandaio-Schülers, der zahlreiche Gemälde und Fresken in Florenz und in seinem Geburtsort San Gimignano ausführte, vergleichen die Experten mit ähnlichen Anbetungsdarstellungen im Rundformat und bewerten sie mit marktgerechten 30.000 bis 40.000 Euro, ausgehend von den 35.000 Dollar, die Christie’s im Mai in New York für eine gleich große Version des Sujets erzielte. ...mehr

Im Dorotheum wirbelten die Alten Meister so einiges durcheinander. Häufig nachgefragt waren Werke christlicher Thematik, wobei das Publikum andere Sujets jedoch nicht missachtete

Raffaels freundliche Ruhe überflügelt Artemisias brutale Düsternis


Raffaello Sanzio, genannt Raffael, Umkreis, Madonna mit Kind

Im Dorotheum standen sich an der preislichen Spitze zwei gestalterisch unterschiedliche Werke gegenüber: Zum einen eine ausgewogene und durchdachte Madonnenkomposition, die durch ihre Strukturiertheit, geplante Linienführung und Positionierung in einer mediterranen Ideallandschaft an den großen Raffael erinnert. Ob der Meister an der Tafel selbst mitarbeitete, ist in der Forschung umstritten, eine Verortung in seinen nahen Umkreis lässt sich aber nicht leugnen. Im Kontrast zu dieser friedlichen Stimmung stand Artemisia Gentileschis martialische Darstellung von „David mit dem Haupt Goliaths“. Der junge Kämpfer schaut dem Betrachter in der für Gentileschi typisch brutalen und barock theatralischen Szene selbstbewusst entgegen, während er den überdimensionierten Kopf stützt. Wohl schon der berühmte Kunsthistoriker Joachim von Sandrart erwähnte das Werk nach einem Atelierbesuch 1631 lobend. Das Publikum wandte sich zunächst der auf dem Markt seltenen Florentiner Madonna zu und bestätigte mit seinen Geboten die vom Dorotheum konstatierte Qualität des Gemäldes. Die geforderten 300.000 bis 400.000 Euro waren schnell überschritten und erst bei 1,27 Millionen Euro sicherte sich ein Telefonbieter die Madonna. Für die sonst am Kunstmarkt recht erfolgreiche Gentileschi waren 400.000 bis 600.000 Euro an diesem Tag zu hoch angesetzt. Es fand sich kein Abnehmer. ...mehr

Ein vielfältiges Programm hat das Dorotheum in Wien für seine Auktion mit Arbeiten auf Papier vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert aufgelegt

Die Gesichter des Meisters


Rembrandt, Selbstbildnis mit Barrett, um 1634

Am 4. Oktober 1669 starb Rembrandt im Amsterdam. Zu seinem 350. Todestag entsendet auch das Dorotheum in Wien einen Erinnerungsgruß an den großen Barockmaler. Für seine kommende Auktion „Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen“ hat es einige schöne Radierungen des Niederländers zusammengestellt. Herausragend ist dabei eine Suite von sechs Selbstportraits, in denen sich Rembrandt in verschiedenen Altern, Lebenslagen und Gemütszuständen in den Blick nahm. Es geht los im Jahr 1630: Mit Mitte 20 gibt er sich mit offenem Mund, zusammengekniffenen Augenbrauen und wilden Haaren noch ungestüm und energiegeladen, ganz im Gegensatz zum drei Jahre jüngeren „Selbstporträt mit Kappe und Schal“, in dem er mit fast vollständig verschattetem Gesicht und langer Mähne ein wenig müde wirkt. Um 1634 schaut Rembrandt dann frontal und freundlich aus dem „Selbstbildnis mit Barrett“. In dem „Selbstportrait mit Saskia“ von 1636 und dem „Selbstbildnis mit Pelzmütze“ von 1638 tritt er uns selbstbewusst als arrivierter, gut gekleideter und wohlbestallter Künstler gegenüber. Dann klafft eine Lücke von zehn Jahren. Auf seinem „Selbstportrait, zeichnend am Fenster“ von 1648 deutet er erstmals einen Raum an, ist schon etwas gealtert und blickt mit milden Augen zum Betrachter. ...mehr

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