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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Design im Wiener Dorotheum

Shakespeares Buchregal


Ron Arad, Bücherregal „This Mortal Coil“, 1993

Einer der berühmtesten Monologe der Weltliteratur, „Sein oder nicht sein“, stammt aus William Shakespeares „Hamlet“. Der dänische Prinz erwähnt im Original „shuffle this mortal coil“, was eine poetische Bezeichnung für den Tod ist. Im englischen Sprachgebrauch bezieht sich der Ausdruck „mortal coil“ auf die Last des Alltags, die getragen oder abgegeben wird. Hierauf spielt der israelische Designer Ron Arad mit seinem Buchregal „This mortal coil“ von 1993 an. Hinzu kommt, dass „coil“ für sich genommen „Spirale“ bedeutet. Arad ließ 20 Exemplare dieser Bücherspirale anfertigen, wobei die dunkle Patina des Stahls mit eingeschobenen Querstreben die Funktion eines Regals für Publikationen auch in den Rundungen gewährleistet. Der Prototyp des berühmten Büchergestells steht nun im Wiener Dorotheum bei der Design-Auktion zum Verkauf und verlangt hohe 100.000 bis 150.000 Euro. ...mehr

Die Anschubfinanzierung für das neue Exilmuseum in Berlin ist gesichert, die Sammlung Schultz bei Grisebach erfolgreich verkauft

Ein Fest der Zeichnung


Johann Conrad Zeller, Junge mit Kappe, um 1820

Kaum eine deutsche Versteigerung hat in den vergangenen Jahren so ein mediales Echo im In- und Ausland ausgelöst. Die Fachpublikationen haben selbstredend über die eindrucksvolle Sammlung von Bernd Schultz geschrieben, aber auch die überregionale Presse und sogar die Regionalzeitungen haben das Thema aufgegriffen. Denn der Gründer und langjährige Chef des Berliner Auktionshauses Grisebach hat seine Schätze für eine Herzensangelegenheit versteigern lassen: Für den Aufbau eines Exilmuseums und sich dafür zahlreicher illustrer Mitstreiter versichert. Schirmherrin des Projekts ist etwa die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die wegen der Verfolgung durch das Ceausescu-Regime selbst ihre Heimat in Rumänien verloren hat. Mit dem Museum will Schultz die Geschichte der rund 500.000 Menschen – darunter Künstler, Politiker, Unternehmer oder Wissenschaftler, aber auch der vielen Namenlosen – in Erinnerung rufen, die die NS-Diktatur aus dem deutschsprachigen Kulturkreis vertrieben hat. Das Exilmuseum in Berlin soll ein Ort des Nachdenkens und der Empathie werden, ein Ort, der den Inhalt des Wortes Exil begreifbar macht, so Müller, und gerade heute ein Zeichen gegen Totalitarismus und Inhumanität setzt. ...mehr

Neben dem niederländischen Goldenen Zeitalter punktete die alte Kunst Italiens bei Koller in Zürich. Doch auch die Russen des 19. Jahrhunderts fanden ihre Liebhaber und waren für Preissprünge gut

Die Wiederentdeckten


Kopfstudie eines Mönchs nach oben blickend, Antwerpen, um 1610/15

Aus einer europäischen Privatsammlung ging bei Koller in Zürich die Kopfstudie eines Mönchs ein, deren prominente Autorschaft erst kürzlich erkannt wurde. Niemand geringeres als Peter Paul Rubens soll die Ölmalerei auf Holz als Vorarbeit gefertigt haben. In kaum veränderter Weise basiert auf dieser der Kopf des Dominikus im Altargemälde „Die Heiligen Dominikus und Franziskus von Assisi als Beschützer der Welt vor dem Zorn Christi“, das um 1618 entstand und sich heute im Musée des Beaux-Arts in Lyon befindet, sowie der des heiligen Augustinus auf Rubens’ gleichnamigem Altargemälde aus der Zeit um 1615 in Madrid. Das Haupt mit Tonsur und Bart ist auf Untersicht angelegt und blickt nach oben. Die Schattenwürfe der Gesichtspartien lassen schon auf die angestrebte Lichtführung schließen. Zur Absicherung der Echtheit und Datierung auf die Zeit um 1610 bis 1615 bemühte Koller eine dendrochronologische Analyse der Holztafel, hielt sich bei den Preisvorstellung aber bedeckt: Eine Auskunft erfolgte nur auf Anfrage, womit zusätzlich die Besonderheit des Loses betont wurde. Die akribische Vorarbeit zahlte sich aus, denn erst bei 280.000 Franken fiel der Hammer im Rahmen der bis 300.000 Franken gesteckten Erwartung. ...mehr

Irene Lehr offeriert in Berlin einen Querschnitt durch die Kunst des 20. Jahrhunderts und geht auch Seitenwegen der Avantgarde nach

Bemalter Kühlschrank


Alexander Kanoldt, Il Paese di Bellegra II, 1925

„Kehrt man sich um und schaut zwischen den Stämmen und Wipfeln der Eichen hin nach Norden, da steigt der ganz kahle und schroffe Felsrücken empor, auf dessen höchster Spitze das armselige Civitella liegt. Es machte mir diese bleiche Steinmasse immer einen geheimnisvollen, fast unheimlichen Eindruck, wie eine versteinerte Sphinx.“ Dies schrieb Adrian Ludwig Richter in seinen „Lebenserinnerungen“, und man meint, Alexander Kanoldt habe die Beschreibung des Bergdorfes gekannt, als er 1925 seine „Paese di Bellegra“ malte. Ein imposanter grauer Fels schiebt sich markant in den Himmel empor und trifft auf grüne, braune und ockerfarbene Felder. In der Ferne thront einsam und trutzig das kleine Civitella, das ab 1880 Bellegra hieß. Auf schmückendes Beiwerk und erzählerische Noten hat Kanoldt verzichtet, nichts lenkt von dem fast mystischen Zauber der kargen Landschaft ab. Mit einer Schätzung von 50.000 Euro tritt nun Kanoldts „Il Paese di Bellegra II“ bei Irene Lehr auf das Auktionspult. ...mehr

Ein Abend für die themenreiche moderne und zeitgenössische Fotografie bei Grisebach in Berlin

Mit Schwung in den Winter


Martin Munkácsi, Um-Sprung. Arlberger Skischule, 1930

Trotz des noch herbstlichen Wetters weist der neue Fotografiekatalog von Grisebach schon unmissverständlich auf den Winter hin: Ihn ziert Martin Munkácsis „Um-Sprung. Arlberger Skischule“ von 1930. Auf dem Bild ist Hannes Schneider in Untersicht beim Richtungswechsel über dem schneebedeckten Berghang zu sehen. Mit den Stöcken hält er sich im Gleichgewicht, während seine Skier in der Luft gekreuzt stehen. Zur Zeit, als Munkácsi die dynamische Aufnahme schoss, war der alpine Wintersport gerade im Aufschwung zur internationalen Wettkampfdisziplin und seine Fotoreportage für die Berliner Modezeitschrift „Die Dame“ innerhalb der aktuellen Entwicklungen entsprechend erfolgreich. Einen Vintageabzug des Fotos, das nicht nur für die aufstrebende Sportart steht, sondern auch deren frühe Ästhetisierung vorführt, offeriert das Berliner Auktionshaus nun für 20.000 bis 30.000 Euro. Dass Munkácsi in jenen Jahren mit seiner Begeisterung für die optischen Qualitäten des Winters nicht alleine dastand, macht zudem Iwao Yamawakis Foto „Schuhe im Schnee“ um 1930/32 für 3.000 bis 5.000 Euro deutlich. ...mehr

Barockes Porzellan aus Meißen kommt bei der Antiquitätenauktion im Wiener Dorotheum unter den Hammer. Aber auch dessen Nachschöpfungen stehen hoch im Kurs

Heinrich Graf von Brühl bittet in einer Neuauflage zu Tisch


Speiseservice mit dem „Schwanen-Relief“ für Graf Brühl, Meißen, um 1976

Schwäne waren im Zeitalter des Barocks nicht nur Zierde der Schlossgärten, sondern kamen auch gern mal auf den Tisch. Dabei wurden die Tiere als Pastete verarbeitet oder als Schauessen auf den fürstlichen Tafeln präsentiert. Als dann im frühen 18. Jahrhundert in Dresden das Weiße Gold entdeckt und die Porzellanmanufaktur kurz darauf in Meißen gegründet wurde, avancierte der Schwan bald zur beliebten Dekorationsform. Schließlich ließ der berühmte sächsische Premierminister Heinrich Graf von Brühl das legendäre, circa 2.200 Teile umfassende Schwanenservice für sich anfertigen. Die Herstellung dieser ungeheuren Menge an Tafelgeschirr dauerte gut fünf Jahre von 1737 bis 1742. Noch heute können einige Originalteile des Services im Dresdner Zwinger besichtigt werden. ...mehr

Ein Sammlerleben für ein neues Museum: Bernd Schultz, der ehemalige Chef von Grisebach in Berlin, veräußert seine umfangreiche Grafiksammlung zugunsten eines Exilmuseums

Abschied und Neuanfang


Martin Drolling, Der Sohn des Künstlers, lesend, um 1800

Als Bernd Schultz im November 2016 ankündigte, sich aus dem aktiven Arbeitsleben beim Berliner Auktionshaus Grisebach zurückzuziehen, hatte er schon gut 50 Jahre den deutschen Kunsthandel entscheidend geprägt. Nach einer Banklehre und dem Studium der Betriebswirtschaft, Kunstgeschichte und Germanistik trat er 1965 in die renommierte Berliner Galerie Pels-Leusden ein, gründete 1986 von hier aus die Villa Grisebach und führte sie an die Spitze der Auktionslandschaft in Deutschland. Dass die Arbeit mit der Kunst auch in eine Liebe zur Kunst mündet, ja sogar die Voraussetzung ist, zeigt heute die umfangreiche Kunstsammlung des 76jährigen. 1958 erwarb Bernd Schultz sein erstes Blatt, ein Portrait von Thomas Mann aus der Hand Marino Marinis, das er sich von seinem Taschengeld abstotterte. Nun hat der rastlose Auktionator ein neues Herzensanliegen. Er will in Berlin ein Exilmuseum gründen, um an die Geschichte der 500.000 Menschen zu erinnern, die die Nazi-Herrschaft aus dem deutschsprachigen Kulturkreis vertrieben hat. ...mehr

Mit einer Auswahl von Kunst der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert startet das Wiener Kinsky in die Herbstsaison. Die den Antiquitäten geht es sogar bis in die Antike zurück

Anzügliche Gegensätze


Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Das ungleiche Paar, 1530er Jahre

Als „hässlich, schrumpelig, armselig, kahl und zahnlos“ beschrieb Erasmus von Rotterdam in seiner berühmten Satire „Lob der Torheit“ von 1509 einige alte Männer. Das von ihm aufgegriffene Zitat des antiken Dichters Aristophanes charakterisiert diese weiter mit „so viel Freude am Leben, dass sie ihre grauen Haare färbten und mitgiftlosen jungen Frauen Heiratsanträge machten“. Lucas Cranach d.Ä. und seine Werkstatt griffen diese Zügellosigkeit der sich ihrer Vergänglichkeit bewussten Männer in den 1530er Jahren in dem Tafelbildchen „Das ungleiche Paar“ auf. Lüstern blickt der Herr drein und schaut auf seine Errungenschaft hinab, die neben ihm steht und den rechten Arm über seine Schulter hält. An die linke Hand steckt er ihr einen Ring. Im Geiste der Moralisierung der Menschen und um ihnen einen Spiegel vorzuhalten, wurden die Laster der Lust und Gier abgebildet, die dem Sujet im 16. Jahrhundert einen beträchtlichen Erfolg vor allem in der Druckgrafik bescherten. Auch in der Cranach-Werkstatt avancierte das Thema des ungleichen Paares zu einem gerne wiederholten Motiv. ...mehr

Die Neueren Meister warten im Wiener Dorotheum mit internationalen Namen und viel Italianità auf

Im schweren Duft der Salons


John William Godward, Süße Träume, 1904

Vor einem Jahr zelebrierte die Münchner Hypo-Kunsthalle in der Schau „Gut. Wahr. Schön.“ die französische Salonmalerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zu sehen waren damals Gemälde zwischen Drama und Verzückung, zwischen Schwulst und Klassik, zwischen Traum und Hyperrealismus, alles gefertigt in malerischer Perfektion, aber mit einem Übermaß an Gefühl, Pathos und nackter Haut. Auch der Brite John William Godward gehört mit seinen antikischen Motiven hierher. Auf seinem Gemälde „Süße Träume“ lässt er eine dunkelhaarige römische Schönheit, die auf einer Marmorbank neben einem rosafarbenen Oleanderbusch ruht, mit ihren Augen direkt den Betrachter fesseln. Man kann sich kaum der süßlichen Emphase entziehen, und doch bleibt ein schaler Nachgeschmack, dass alles nur aufgesetzt und hohl ist. Nun hat das Dorotheum Godwards Werk aus dem Jahr 1904 prominent auf den Katalogtitel seiner Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ gehoben und verlangt dafür 160.000 bis 180.000 Euro. ...mehr

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Andreas Beitin neuer Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg

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