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Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Das Dorotheum in Wien streift durch die Nachkriegskunst und Zeitgenossen mit schlagkräftigen, zuweilen inhaltlich düsteren italienischen und deutschen Positionen

Poesie der Destruktion


Günther Uecker, Poesie der Destruktion, 1984

Aufgerissen liegt die Leinwand auf einer Holzplatte, über der sich ihre orangefarben und schwarz getupften Fetzen erheben. In diese Fläche, die aufgrund ihrer Farbigkeit wie aufgebrochene Erde oder ein Trümmerfeld wirkt, sind zahlreiche Nägel geschlagen. Keiner dieser mit dem Hammer eingeschlagenen Pfähle steht gerade, vielmehr steigern sie in ihrer krummen, spitzen und wirren Anordnung noch den gefährlich zerstörerischen Eindruck. Die Nägel sind damit ihrem Sinn als handwerkliches Mittel des Zusammenhalts und der Verbindung enthoben und dringen bedrohlich in das Kunstwerk ein. Im Ganzen betrachtet wohnt Günther Ueckers „Poesie der Destruktion“ jedoch bei allem Durcheinander eine homogene Regelmäßigkeit inne. Die sich so entwickelnde Struktur gibt der Arbeit bei aller Spannung und Kraft einen geordneten Rahmen und innere titelgebend poetische Ruhe. Die Tafel von 1984, die seit ihrer Entstehung in amerikanischen Besitz war und marktfrisch auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt ist, steht nun beim Dorotheum für 160.000 bis 240.000 Euro im Angebot. ...mehr

22.11.2018

Neben der dicht besetzen Auswahl an deutschen Künstler hat Van Ham für seine kommende Auktionsrunde mit Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts interessante Positionen aus den USA zusammengetragen

Fliegender Teppich im Haus


Victor Vasarely, 1466 MÉH, 1981

Der Zeitpunkt für den Verkauf eines kapitalen Werkes von Victor Vasarely scheint günstig gewählt: Der ungarisch-französische Maler und Grafiker erlebt derzeit so etwas wie eine Renaissance, nachdem es seit seinem Tod 1997 einige Jahre lang ein bisschen ruhiger um ihn geworden war. Frucht dieser Renaissance auch in der seriösen Kunstgeschichte ist gerade eine große Vasarely-Ausstellung im Frankfurter Städel mit mehr als hundert Exponaten. Die derzeit noch in hessischem Privatbesitz befindliche, fast zweieinhalb Meter hohe Leinwand „1466 MÉH“ von 1981 hätte sich dort gut gemacht. Bunte Quadrate hat Vasarely hier zu einer dreidimensionalen Würfelstruktur zusammengesetzt, die sich sowohl vorwärts als auch rückwärts, fallend oder steigend lesen lässt und den Betrachter damit in steter Verwirrung hält. Bei Van Ham in Köln bildet das unverwechselbare Op-Art-Bild eines der Hauptlose der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst, versehen mit einer Schätzung von 150.000 bis 200.000 Euro. ...mehr

20.11.2018

Österreicher und Italiener bestimmen die Moderne Kunst im Dorotheum. Doch auch andere Länder machen sich in der Wiener Auktion stark

Torerofrau


Arturo Martini, Pietà, 1941

Als Italiener hatte der 1889 geborene Bildhauer Arturo Martini die großen Vorbilder seines Faches gleich vor der Haustür. Michelangelo dürfte sicherlich dazugehört haben, und wenn man die 1941 aus Carrara-Marmor gehauene Pietà Martinis betrachtet, so drängt sich die Assoziation mit dem berühmten Renaissancekünstler geradezu auf: Nicht nur das Material, sondern auch die Form erinnert an die Pietà im Petersdom zu Rom, und das Nonfinito, das Martinis Schöpfung ausmacht, war ja geradezu ein Markenzeichen Michelangelos. Martini hat es nicht ganz zu dessen Bekanntheit gebracht, gilt aber zumindest als einer der wichtigsten Bildhauer Italiens im 20. Jahrhundert. Die 65 Zentimeter hohe Pietà gelangt nun im Wiener Dorotheum als eines der Hauptlose der Versteigerung moderner Kunst unter den Hammer, versehen mit einer Schätzung von 250.000 bis 350.000 Euro. ...mehr

19.11.2018

Mit der Kunst des 19. Jahrhunderts reist das Münchner Auktionshaus Ketterer in ferne Länder, streift aber auch heimatliche Gefilde

Der Zauber des Meeres


Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Ruhige See, 1887

Das Meer besitzt eine Magie, der sich selbst Landratten nur schlecht entziehen können, wenn sie die vielfältige Farbenpracht und die Wildheit des Wassers vor Ort oder in Bildern bewundern: Seeschlachten, ruhige Boote im Hafen, apokalyptische Stürme mit entfesselten Wellen, die mit den Schiffen spielen, als seien sie Nussschalen – das sind nur einige der Themen in Marinebildern. Die sanfte und friedliche Seite der See wusste Ivan Konstantinovich Ajvazovskij in einem Gemälde des Jahres 1887 einzufangen. Ein zartes, fein nuanciertes Kolorit in Pastelltönen von Blau über Gelb bis Rosa beherrscht das Werk. Meer und der Himmel nehmen beinahe die ganze Leinwand ein, der kleine braune Küstenstreifen dient zu deren Erdung. Der erfolgreiche armenisch-russische Künstler bereiste mehrfach Europa, 1842 traf er in Rom sein großes Vorbild William Turner. Eint beide die Liebe zur Landschaft, zur Farbe und zum Meer, so könnte ihre Malweise nicht unterschiedlicher sein. Der Brite nutzt energische Pinselzüge oder schabt Bögen mit dem Nagel in die pastose Farbschicht hinein; der zwei Generationen jüngere Ajvazovskij ist auf feine lasierende Farbschichten und eine detailreiche Sprache aus. Die lyrische Harmonie, die Ivan Konstantinovich Ajvazovskij in seiner „Ruhigen See“ erzeugt, soll nun bei den Kunden von Ketterer die Begeisterung wecken. Mit 120.000 bis 150.000 Euro geht das Gemälde als Favorit in die Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“. ...mehr

18.11.2018

Nicht gerade aufregend: bei Christie’s in New York ging die Kunst des Impressionismus und der Moderne recht routiniert über die Bühne

Der Abend der Tamara


Tamara de Lempicka, La Musicienne, 1929

Christie’s war diesmal an der Reihe, die New Yorker Auktionswoche mit Kunst vom Impressionismus bis in die Gegenwart zu eröffnen. Doch die wenig spannende Auswahl und die teils hohen Preiserwartungen trieben die Sammler am vergangenen Sonntag nur selten zu Höhenflügen an. Das meiste wanderte geschäftsmäßig über das Auktionspult. Wie beim Konkurrenten Sotheby’s einen Tag später musste auch bei Christie’s der Favorit des Abends passen: Zwar hatte Vincent van Goghs ausschnitthaftes Gartenstück „Coin de jardin avec papillons“ bis zum Sommer noch eine illustre Ausstellungstournee durch Japan und Holland hinter sich und war zuletzt im Van Gogh Museum in Amsterdam zu sehen, doch wollte den heiteren Sommertag mit Gräsern, Blüten und Schmetterlingen „in the region of 40 Millionen Dollar“ niemand mitnehmen. ...mehr

Das Auktionshaus Lempertz in Köln kann bei den Alten Meistern und der Kunst des 19. Jahrhunderts mit marktfrischer Ware aufwarten

Im römischem Untergrund


Leo von Klenze, Römische Bauten mit der Ansicht der Cloaca Maxima, um 1824/25

Auf den ersten Blick ist Leo von Klenzes Vedute aus der Stadt Rom vielleicht etwas unspektakulär. Da tun sich vor dem Betrachter vor allem mit Pflanzen überwucherte Steinmassen auf. Aber keines der berühmten Bauwerke der Ewigen Stadt weckte Klenzes Interesse. Seine Aufmerksamkeit galt der „Cloaca Maxima“, der im sechsten Jahrhundert vor Christus gebauten Hauptader des antiken Abwassersystems, die zwischen dem Palatin und der Kapitol bis zum Tiber führte. Und doch hat Klenze hier ein Kunstwerk geschaffen, das den Betrachter durch die Jahrhunderte bis in seine Gegenwart mitnimmt. Denn architektonisch sind hier verschiedene Baustile vereint, angefangen beim Rundbogen des antiken Kanalsystems, über einen Brunnen, der an die berühmte „Bocca della Verità“ erinnert, frühchristliche Kapellenbauten zu Versatzstücken aus Romanik und Renaissance oder der Konstruktion eines offenen Dachstuhls. Doch wo bleibt die Gegenwart in diesem wohl kalkulierten Architekturbild? Die taucht in den Staffagefiguren auf. Denn neben römischer Bevölkerung hat Klenze einen vornehm gekleideten Herrn ins Bild gesetzt, der auffällig den antiken Ort studiert. Es ist wohl sein langjähriger Freund Martin von Wagner, der ebenfalls als Maler, Bildhauer und Kunstsammler, vor allem aber als Kunstagent für König Ludwig I. tätig war und Klenze als Cicerone durch Rom begleitete. ...mehr

Zum Ende des Ersten Weltkriegs: Sotheby’s wartet bei den Modernen in New York mit albtraumhaften Kriegsvisionen auf. Highlights sind zudem restituierte Kunstwerke und eine britische Privatsammlung

Es rumort in Europa


Marsden Hartley, Pre-War Pageant, 1913

Als Marsden Hartley im April 1912 den Atlantik nach Europa überquerte, war er in seinem Heimatland Amerika bereits ein angesehener Künstler. Schon drei Jahre zuvor hatte er eine Einzelausstellung in Alfred Stieglitz’ berühmter Galerie 291. Zunächst zog es Hartley nach Paris, wo er den deutschen Bildhauer Arnold Rönnebeck und dessen Cousin, den Offizier Karl von Freyburg kennenlernte. Auch aus seiner Liebe zu letzterem heraus besuchte er im Januar 1913 Berlin und zog mit Freyburg im Mai in die Metropole, in der er schnell Kontakte zu den deutschen Avantgardisten knüpfte. Seine Zeit dort war von großen Erwartungen und Liebesglück genauso geprägt wie von Trauer und Desillusionierung. In diesem Klima entstand im Jahr seines Umzugs das Gemälde „Pre-War Pageant“ in spielerischer Abstraktion. Knallige Farben, hauptsächlich Rot, Gelb, Blau und Weiß, dominieren kontraststark das Gemälde aus Zeichen und geometrischen Formen. Deren Unregelmäßigkeiten und ungeraden Kanten geben ihm eine ausschweifende Dynamik, sodass der Festzug vor dem Krieg noch unbedacht heiter erscheint. Das Werk bildet damit ein Gegenstück zum ebenfalls ungegenständlichen „Portrait of a German Officer“ von 1914 im New Yorker Metropolitan Museum of Art. Im Jahr des frühen kriegsbedingten Todes seines Liebhabers Freyburg herrschen bei Hartley dann dunklere Farben und eine ernstere Symbolik vor. ...mehr

Seine kommenden Auktionen mit europäischem Kunstgewerbe und Malerei vom Mittelalter bis ins späte 19. Jahrhundert hat Van Ham in Köln umfangreich bestückt und offeriert einige museale Schätze

Gold für die Heiligen


Scolaio di Giovanni, Madonna mit Kind, zwei Engeln und den Heiligen Franziskus von Assisi und Julianus

Gold zählt zu den glanzvollsten und begehrtesten Materialien, die die Erde zu bieten hat. So verwundert es nicht, dass man ihm seit dem Altertum besondere, gar magische Fähigkeiten zugesprochen hat. Das wertvollste aller Metalle steht für die Sonne, für die Herrlichkeit des Himmels oder für Gott selbst. Große Herrscher der Antike wurden mit Grabbeigaben aus Gold beigesetzt, um ihre ehemalige Bedeutung und Größe zu untermauern. Auch goldene Totenmasken waren keine Seltenheit, wie die sogenannte „Maske des Agamemnon“ aus dem 16. Jahrhundert vor Christus belegt. Jeder Schatzsucher ist erpicht, einen sagenumwobenen Goldfund zu tätigen, was etwa dem berühmten Archäologen Heinrich Schliemann mit dem Schatz von Troja gelang. Auch in der christlichen Kunst findet Gold Verwendung. Schon im byzantinischen Reich wurde es in Form von Blattmetall auf die Altargemälde aufgebracht. Der einheitlich vergoldete Hintergrund symbolisiert die göttliche Ebene, aber auch die Gegenwärtigkeit Gottes und ist nur den Heiligen vorbehalten. Bis in das späte Mittelalter und in die Renaissance hinein haben Maler den Goldgrund auf Altargemälden angelegt, ob glatt oder aufwendig ornamental verziert. ...mehr

Andreas Sturies offeriert in Düsseldorf einen ausgesuchten und schlüssigen Querschnitt durch die moderne und zeitgenössische Kunst vornehmlich aus Deutschland, aber auch mit einigen internationalen Blickfängen

Die große Marilyn ganz klein


Richard Pettibone, Blue Marilyn, 1973

Marilyn Monroe wurde nicht nur zu einer Ikone der Schauspielerei, des glamourösen gesellschaftlichen Lebens oder der Mode, sondern auch der Kunst, maßgeblich geprägt durch die berühmten Arbeiten Andy Warhols. In den knalligen Farben der Pop Art machte er ihr Gesicht zur Serie: Eine Monroe mit allem, für das sie steht, für jedermann. Richard Pettibone eignete sich dieses Warhol-Motiv an, führte es aber als eigenständige Miniaturversionen aus. Die große Schauspielerin in ihrer weltberühmten Inszenierung schrumpfte er 1973 auf eine nur 5,5 Zentimeter hohe und 4,5 Zentimeter breite Leinwand. Durch die Übernahme des Bildinhalts, Stils und sogar der Technik als Siebdruck mit Acryl wirft der Hauptvertreter und Wegbereiter der sogenannten Appropriation Art Fragen nach den Besitzansprüchen an Ideen und Vorstellungen sowie der Urheberschaft eines so ikonischen Werkes auf. Neben Warhol, von dem die Inspiration für Pettibones „Blue Marilyn“ stammt, die nun für 10.000 Euro in Auktionshaus Sturies zum Verkauf steht, sind vor dem 80jährigen Künstler andere Größen wie Jasper Johns, Roy Lichtenstein, Ed Ruscha, Marcel Duchamp oder Piet Mondrian ebenso wenig sicher. Auch ihre Werke verarbeitete Pettibone in seinem Œuvre der kleinen Formate. ...mehr

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