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Am 08.12.2018 Nachverkauf zu den Dezember-Auktionen 2018

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Möbel und Einrichtungsgegenstände, Schmuck und Bronzen bei Koller in Zürich

Millionensteinchen


Dieudonné Kinable zugeschrieben, Lyrapendule mit Skelettwerk, Paris um 1795/97

Ein rosafarbener Zeitmesser stellt, wenn er sich nicht gerade um das Handgelenk einer jungen Dame schmiegt, schon eine Besonderheit dar, und zumal an einer rund sechzig Zentimeter hohen Pendule. Vergoldete Bronzen, emaillierte weiße Ziffernblätter, auch offenes Uhrwerk – all dies findet sich auch an der Skelettpendule, die das Zürcher Auktionshaus Koller in seiner kommenden Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen anbieten wird, doch der eigentliche Hingucker ist das rosafarbene Porzellangehäuse, das sich wie ein Rahmen um Uhrwerk und Anzeiger legt. In den Registern der Porzellanmanufaktur Sèvres, in der dieses Stück Mitte der 1790er Jahre vom Band lief, sind solche lyraförmigen Uhren in verschiedenen Farben dokumentiert. Vorliegende in Rosa ist wohl die prächtigste Ausführung des Modells, zumal auch die Bronzen, insbesondere das abschließende Apollomaskaron mit Strahlenkranz, und das von Jean Coteau bemalte Emailziffernblatt hier eine besonders erlesene Qualität besitzen. Dementsprechend ambitioniert ist der Preis: Mit 280.000 bis 480.000 Franken hat Koller diese Offerte bewertet. ...mehr

Eine Zeichnung Raffaels aus der Sammlung des Duke of Devonshire führt die Alten Meister bei Sotheby’s in London an

Highlights aus Chatsworth


Raffael, Kopf eines jungen Apostels, um 1516

In diesem Herbst hatte Sotheby’s gegenüber der Konkurrenz von Christie’s nicht selten das Nachsehen: Auch die tollsten Ergebnisse, selbst die 375 Millionen Dollar für die Zeitgenossen in New York, wurden vom Erzrivalen noch in den Schatten gestellt. Nun aber soll in London die große Stunde für Sotheby’s schlagen: Mit einer Riege erstklassiger Alter Meister will das Traditionsunternehmen die Nase meilenweit vorne haben: Bestenfalls um die fünfzig Millionen Pfund erwartet man in der New Bond Street für die etwas über fünfzig Losnummern der Abendauktion. Dagegen sind die 17 Millionen Pfund einen Tag zuvor bei Christie’s ein Klacks. Mindestens acht Millionenpreise sollen am Ende auf der Ergebnisliste stehen – wenn Alles glatt geht. Diese Voraussetzung ist aber nichts Selbstverständliches auf diesem Marktsegment im Gegensatz zu den New Yorker Zeitgenossen: Oft genug in den vergangenen Jahren haben die Alten Meister bewiesen, dass hier die Käuferschar wesentlich überschaubarer ist und weit öfter Kennerblick sowie wählerischem Geschmack die selten vorschnellen Entscheidungen überlässt. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Uferlos


Leo Putz, Frieda am Langbürgner See, um 1909

In der oberbayerischen Seenlandschaft fühlte er sich wohl. Schon seit er 1889 sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München begann, zog es den Maler Leo Putz immer wieder aufs Land und in die Natur hinaus. Hier in der Sommerfrische, an den Ufern der Seen, schuf er seine zahlreichen Akte, hier konnte er seine künstlerischen Ideale, die auch diejenigen der 1899 gegründeten Künstlergruppe „Die Scholle“ waren, am ehesten verwirklichen. Mensch und Natur im Einklang ist auch das Thema seines Bildnisses „Frieda am Langbürgner See“, das die junge Frau, lässig an ein Geländer gelehnt und durch einen großen Hut vor der Sonne geschützt, vor der großen Seefläche zeigt. Um 1909 entstand dieses Gemälde, vier Jahre später war Putz finanziell in der Lage, das Modell Frieda Bell vor den Traualtar zu führen. Das einen halben Meter hohe Gemälde ist jetzt das Eröffnungslos der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Nagel in Stuttgart. Für 28.000 Euro wird es angeboten. ...mehr

Kunst und Antiquitäten im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Goldfisch auf der Wandung


Egon Schiele, Mädchenportrait (Hilde Ziegler), 1918

Mit Egon Schiele kann man nichts verkehrt machen: Auf der alles in allem zufriedenstellend verlaufenen Herbstversteigerung des Wiener Auktionshauses im Kinsky vom 13. bis 15. November erzielte der österreichische Expressionist wieder einmal den mit Abstand höchsten Wert. Um 220.000 Euro, ziemlich genau also in der Mitte der Schätzung von 150.000 bis 300.000 Euro, konnte das Kinsky eine Kohle- und schwarze Temperazeichnung des Meisters weitervermitteln, das „Mädchenporträt (Hilde Ziegler)“, entstanden nur drei Wochen vor dem frühen Grippetod des Künstlers Ende Oktober 1918. Das rund 45 Zentimeter hohe Blatt, das die Dargestellte 1921 von dem Wiener Arzt Heinrich Rieger zurückerwerben konnte, befand sich seither im Besitz ihrer Nachfahren. Zweifellos machen auch solche Hintergründe eine ohnehin bereits beeindruckende künstlerische Leistung noch attraktiver. ...mehr

Alte Meister bei Christie’s in London

Pferd schaut mit


Jan Breughel d.J., Lilien, Rosen, Tulpen, Iris, Pfingstrosen, Flieder und andere Blumen in einer reliefierten Vase mit einigen Insekten

Ihre letzten großen Kunstauktionen in diesem Jahr führen die großen Unternehmen Christie’s und Sotheby’s wie üblich in London zu der alten Kunst. Den Beginn macht am späten Nachmittag des 4. Dezember Christie’s mit gut fünfzig Losnummern im – verglichen mit den Modernen und Zeitgenossen in New York – recht bescheidenen Gesamtwert von bis zu 17 Millionen Pfund. Die ganz großen Fische sind dem Auktionshaus nicht ins Netz gegangen, und die Anzahl der Millionenwerte wird wohl bescheiden ausfallen. Gleich zwei Dreiviertelprofilbildnisse junger feiner Damen von Anthonis van Dyck, ein überüppig blühender Blumenstrauß Jan Breughels d.J. in einer reliefgeschmückten Vase – sie alle liegen bei nicht mehr als 1 oder 1,5 Millionen Pfund. Paolo di Giovanni Feis Maria lactans vor spätgotischem Goldgrund, mit ihrer Entstehung in der Toskana irgendwann um 1400 eine der ältesten Tafeln der Auktion, ist um die 700.000 bis 1 Million Pfund veranschlagt. ...mehr

Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich

Bübli mit Rübli


Félix Vallotton, Lisière de fôret, 1920

Sehr geheimnisvoll schimmert es durch Félix Vallottons Landschaft „Lisière de fôret“ aus dem Jahr 1920. In zahlreichen verschiedenen Grüntönen spiegelt sich das Licht einer nicht genau zu verortenden Sonne auf den Büschen und Bäumen des Waldrandes, mitunter fast edelsteingleich funkelnd. Dazwischen aber gähnen tiefe schwarze Löcher, die den Betrachter ins wesenlose Nichts regelrecht einsaugen und eine etwas unheimliche Atmosphäre hervorrufen. Eine romantische Landschaft ist dies eigentlich, die belegt, dass die sogenannte Neue Sachlichkeit, der Vallotton aufgrund seiner stilistischen Mittel mit einigem Recht zugeordnet wird, keineswegs ganz ausschließlich nüchtern-sachlich war. Auf der kommenden Versteigerung Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich ist dieser Waldrand mit 500.000 bis 800.000 Franken das Hauptlos. 200.000 bis 250.000 Franken soll Vallottons „Souvenir de Romanel“ von 1900 kosten. Der Garten mit einem Ausblick auf ein herrschaftliches Haus erinnert in seinen starken Kontrasten monochromer Farbflächen an die Holzschnitte des Künstlers. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Wolf mit Treibholz


Für Ernst Wilhelm Nay werden die zeitlichen Grenzen manchmal ein wenig gedehnt, um ihn noch als Künstler der Gegenwart bezeichnen zu können, so auch auf der kommenden Versteigerung zeitgenössischer Kunst bei Lempertz in Köln. Zum Aufruf gelangt hier nicht nur eines seiner zahlreichen Bilder mit umeinander kreisenden Farbflächen, in auffallend hellen Tönen mit viel Weiß und Hellgrau und dazwischen nur ein wenig Schwarz, weswegen die 1956 datierte Leinwand auch den Titel „Mit heiterem Blau“ trägt. Kaum weniger bemerkenswert ist das Gemälde „Kirche“, gehört es doch zu den ganz seltenen Beispielen für die frühe Kunst des 1902 geborenen Malers, der erst nach einigen Umwegen 1925 an der Hochschule für bildende Künste in Berlin seine Ausbildung begann. Aus diesem Jahr stammt die „Kirche“ mit vier Personen im Vordergrund sowie perspektivisch stark verkürztem Blick zwischen bauschigen Baumkronen hindurch auf ein neugotisches Gotteshaus. 1928 beendete Nay seine Ausbildung in Berlin als Meisterschüler Karl Hofers, im selben Jahr wurde die „Kirche“ in der Kunsthalle Düsseldorf ausgestellt. Nun steht sie für 30.000 bis 40.000 Euro zur Disposition. „Mit heiterem Blau“ ist bei 120.000 bis 140.000 Euro aber doch erheblich teurer als das expressionistische Frühwerk. ...mehr

Moderne Kunst in der Berliner Galerie Bassenge

Die Industrie in der Kunst


Im Jahr 1961 verließ der gebürtige Dresdner Maler Gerhard Richter die DDR, um nach Düsseldorf überzusiedeln. Die frühen 1960er Jahre stellten für ihn eine Zeit voller Umbrüche und Neuanfänge dar, in der er erstmals Fotografien als Vorlagen für seine Gemälde nutzte. Es handelte sich dabei zu Anfang um beiläufige Motive aus Zeitungen oder Illustrierten, später, als er dieses Verfahren regelmäßiger aufgriff, verwendete er auch eigene Aufnahmen. In eben dieser Manier schuf er auch das 1962 entstandene Ölgemälde „Rheinhausen“, welches bei der Auktion der Berliner Galerie Bassenge einen Liebhaber sucht. Das Stahlwerk Rheinhausen der Firma Krupp war zu dieser Zeit einer der wichtigsten Industriestandorte der Bundesrepublik. Richter hat es hier bei Nacht in dunklen, fast schmutzigen Tönen gemalt. Vor allem der Rhein im Vordergrund, in einem schlammigen Grün gehalten, lässt die Verdreckung der Umwelt förmlich riechen. Die Lichter des Werks spiegeln sich auf der Wasseroberfläche und bilden einen Kontrast zu dem ansonsten düsteren Charakter des Gemäldes. Die Konturen kratzte Richter dabei in die noch feuchte Farbe, was das auf 150.000 Euro geschätzte Bild stellenweise nahezu plastisch erscheinen lässt. ...mehr

Fotografie bei Lempertz in Köln

Stoisch


Adolphe Bilordeaux, Ohne Titel (Stillleben), um 1855

Ein ganz hübsches Gerümpel hat der französische Fotograf Adolphe Bilordeaux in seiner gut vierzig Zentimeter hohen Fotografie um 1855 zu einem fast schon skurrilen Stillleben arrangiert. Skulpturen finden sich da, mehrere exotisch wirkende Gefäße, Waffen, Rüstungen, Stoffe und als Bekrönung der Totenschädel eines Tieres, der über dieses memento-mori-Allerlei wacht. So stellt man sich heute auch das Atelier etwa eines Hans Makart vor, und mit solchen Aufnahmen ist Bilordeaux als einer der frühen Meister in die Fotografiegeschichte eingegangen. Auf der kommenden Fotografieauktion von Lempertz in Köln ist dieser Albuminabzug die Losnummer eins und zugleich eine der herausragenden Offerten im Bereich der älteren Abteilung. Taxiert ist er mit 3.000 bis 4.000 Euro. ...mehr

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