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Am 27.10.2018 Auktion 49

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Bei Bassenges Fotografieauktion in Berlin triumphierten Werke der Neuen Sachlichkeit. Doch auch der Fotografie des 19. Jahrhunderts waren die Bieter zugetan

Neues Sehen durch ungeschulte Augen


Aenne Biermann, Porträt Gertrud Engels, 1929

Die 1898 in Goch geborene deutsch-jüdische Fotografin Aenne Biermann folgte Anfang der 1920er Jahre einem neuen technologischen Trend und legte sich einen Fotoapparat zu. Seit der Erfindung der Kodak Nr. 1 konnte sich so ziemlich jeder dieses Gadget leisten, und dank entsprechender Labordienste, die einem das lästige und aufwendige Entwickeln und Abziehen der Bilder abnahmen, bedurfte es bald kaum mehr spezieller Kenntnisse zur Nutzung solcher Apparate. Die Autodidaktin Biermann begann ihre Karriere mit privaten Aufnahmen im familiären Kreis. Von Anfang an experimentierte sie mit Licht, Schärfe und Bildausschnitten. Bereits 1929 wurden ihre Werke auf der Ausstellung „Film und Foto“ des Deutschen Werkbunds in Stuttgart gezeigt. Durch ihren frühen Tod im Jahr 1933 erlebte sie selbst die Verfolgung im Nationalsozialismus nicht mehr, aber der größte Teil ihres Œuvres gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Ihre Fotografien waren dem Stil des Neuen Sehens verpflichtet. Ungewöhnliche Bildausschnitte, das Spiel mit Kontrasten und das Experimentieren mit verschiedenen Kamerawinkeln charakterisieren ihre Art der fotografischen Wahrnehmung. All diese Eigenschaften finden sich auch in Aenne Biermanns „Porträt von Gertrud Engels“, aufgenommen 1929. Bassenge hatte das Werk 2012 schon einmal für 2.000 Euro angeboten, konnte aber damals keinen Käufer finden. Nun wurde es mit 1.000 Euro erneut aufgerufen und avancierte mit einem Zuschlag von 10.000 Euro zu einem der erfolgreichsten Lose der Auktion. ...mehr

Bei der Designauktion von Quittenbaum in München gaben die Kunden sich wählerisch: Vieles ließen sie links liegen, doch manchmal stritten sie sich um die Stücke

Funktional ist genial


Erich Dieckmann, Armlehnsessel „8239“, um 1931

Kommendes Jahr feiert das Bauhaus sein 100. Gründungsjubiläum. Dies mag einer der Gründe gewesen sein, weshalb das Interesse an Werken der Bauhaus-Epoche bei der vergangenen Designauktion von Quittenbaum in München so groß war. Den Auktionshöhepunkt in finanzieller Sicht markiert Erich Dieckmann mit seinem Armlehnsessel „8239“, den die Firma Cebaso in Ohrdruf bei Gotha etwa 1931 fertigte. Das zwar schon etwas lädierte, dafür aber originale Stahlrohrmöbel mit weit ausschwingenden Kufen und rostroter Eisengarnbespannung lenkte die Aufmerksamkeit eines deutschen Museums auf sich. Trotz regen Wettstreits konnte sich die öffentliche Einrichtung gegen weitere Bieter durchsetzen, musste aber mit einem Endpreis von 22.000 Euro mehr als das Dreifache der unteren Schätzung für den Sessel des Bauhaus-Schülers hinblättern. ...mehr

Während sich die Klassische Moderne bei Neumeister gut verkaufte, zeigten sich die Kunden bei den Zeitgenossen wählerisch. Trotzdem boten sie beherzt auf ihre persönlichen Lieblingsstücke

Ein Auge für das Unscheinbare


Die gebürtige Berlinerin Gabriele Münter hatte in ihrem Leben viel erlebt. Es verschlug sie unter anderem in die Niederlande, nach Tunesien, Stockholm, Kopenhagen, Sachsen und Belgien. „Aber nirgendwo hatte ich eine solche Fülle von Ansichten vereint gesehen, wie hier in Murnau, zwischen See und Hochgebirge, zwischen Hügelland und Moos“, schrieb sie in ihr Manuskript „Murnau und ich“. Die unscheinbare oberbayerische Gemeinde am Staffelsee inspirierte Münter ab 1908 zu einer hochproduktiven Schaffensphase. Noch im Jahr ihrer Ankunft bildete sie die „Dorfstraße“ ab. Malerisch trug Münter mit breitem Pinselduktus die leuchtenden Farben auf. Flächen dominieren und abstrahieren die Häuserreihe um den schlichten Weg, auf dem einige Menschen einhergehen. Durch die Ölfarbe scheint teils noch die braune Malpappe durch, was die Strahlkraft und Leichtigkeit zusätzlich steigert. Damit sticht die frühe Arbeit aus der Gruppe der Murnauer Gemälde hervor. Das sah auch das Publikum bei Neumeister so und honorierte das Gemälde mit 180.000 Euro. Veranschlagt waren dafür 150.000 bis 200.000 Euro. ...mehr

Rückblick: Das 19. Jahrhundert bei Grisebach in Berlin mit vielen starken Zuschlägen

Siegfried, der Mächtige!


Thomas Theodor Heine, Siegfried, 1921

Ein bekannter Held mit mythischer Bindung an den Rhein ist Siegfried. Furchtlos kann er die Tarnkappe an sich bringen, badet in Drachenblut, wird unverwundbar und dann doch von Hagen ermordet. Der heldenhafte, tapfere und starke Siegfried des Nibelungenliedes scheint ein guter Name für mächtige und große Tiere zu sein, etwa ein Pferd oder einen ausgewachsenen Hund. Einen amüsanten Kontrapunkt zu dieser Vorstellung setzte Thomas Theodor Heine 1921 in seinem Portrait des Mopswelpen „Siegfried“. Der kleine Hund mit dicken Pfoten und Natur gegebener gerunzelter Stirn ist auf einem überdimensionierten roten Sessel so platziert, als handele es sich hier um den Thron des ernst dreinblickenden Tieres. Heines Komposition überzeugte die Anwesenden der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ bei Grisebach, da ein rasantes Bietergefecht – ganz nach Loriots Motto „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“ – ausbrach und den Preis mit 230.000 Euro mehr als verelffachte. Das war schon eine Ansage mit Rekordstatus! ...mehr

Besonders die Klassische Moderne hat es den Kunden bei Van Ham angetan. Doch auch unter der Nachkriegskunst und den Zeitgenossen wählten sie sich ihre Lieblingsstücke aus und sorgten teils für Überraschungen

Schöne Bilder schwerer Zeiten


Paul Gauguin, Les falaises de la Bouille, 1884

Für Paul Gauguin war der Pariser Börsenkrach 1882 ein einschneidendes Erlebnis: Er verlor seine gut bezahlte Anstellung bei einer Bank. Aufgrund seiner vorherigen Erfolge, unter anderem mit der Teilnahme am Pariser Salon 1876 oder der „Ausstellung der Expressionisten“ im Jahr 1879, fasste er selbstbewusst den Entschluss, seinen Lebensunterhalt fortan nur mit der Malerei zu bestreiten. Der durch ausbleibende Anerkennung sinkende Wohlstand seiner Familie zwang sie, 1884 die teure Hauptstadt Frankreichs zu verlassen. Die Entscheidung für den neuen Lebensmittelpunkt fiel auf das preiswertere Rouen. Gauguins Frau Mette ging zwischenzeitlich mit zweien ihrer Kinder in ihre Heimat nach Kopenhagen und plädierte dafür, dass ihr Mann die Kunst wieder zum Nebenberuf machen sollte. Die Familie siedelte dazu später im Jahr nach Dänemark über, und Gauguin wollte dort Vertreter einer Segeltuchfirma werden, was aber scheiterte. Er trennte sich von Mette, kehrte nach Paris zurück und wandte sich ganz der Malerei zu. Obwohl Gauguin in Rouen nicht gerade auf der Sonnenseite stand, war er sehr produktiv. Immerhin 47 Gemälde dieses Intermezzos sind bekannt. Eines davon ist die charmante Flusslandschaft „Les falaises de la Bouille“, laut Widmung ein Geschenk an das befreundete Ehepaar Manthey. ...mehr

Verhalten war die Kauflaune bei der Impressionisten- und Moderne-Auktion von Sotheby’s in London. Vor allem auf die deutsche Kunst hatten die Sammler nur selten Lust

Murnauer Farbspiele


Wassily Kandinsky, Gabriele Münter im Freien vor der Staffelei, 1910

Wassily Kandinsky wollte einen neuen Weg in der Malerei beschreiten, eine ganz neue Art und Weise, Pigmente und Leinwand in Kunst zu verwandeln. Er transformierte seine Gemälde in ein abstraktes Fest der Farben und Formen. Wichtig waren dafür auch seine Aufenthalte in Murnau. In den Voralpen am Staffelsee verbrachten er, Gabriele Münter und weitere Künstler wie Alexej von Jawlensky oder Marianne von Werefkin mehrere Sommer. Gemeinsam experimentierten und diskutierten sie ihre Gemälde, oft an der selben Stelle und mit der selben Szene gemalt. So war es auch 1910, als er seine damalige Geliebte inmitten der bayrischen Berge in der Farbsymphonie „Gabriele Münter im Freien vor der Staffelei“ verewigte. Das Gemälde, auf dem Münter mehr zu erahnen, als tatsächlich zu sehen ist, steht exemplarisch auf dem entscheidenden Weg des russischen Künstlers hin zur Ungegenständlichkeit. Sotheby’s hatte das prominente Werk, das aus dem Nachlass des Malers und Freundes Jawlensky stammt, auf 3 bis 5 Millionen Pfund taxiert. Motivierte Bieter brachten den Preis letztlich auf 4,5 Millionen Pfund. ...mehr

Zahlkräftige Käufer erfreuten sich an der zeitgenössischen Kunst bei Lempertz und nahmen die Offerten in Köln rege mit. Nur bei der Fotografie hielten sie sich auffallend zurück

Der Reiz des Hier und Jetzt


Was ist Kunst? Was ist ein Bild? Was macht Farbe und Leinwand zum Kunstwerk? Diese Fragen beschäftigen die Künstler der Moderne bis heute, so auch den Italiener Piero Manzoni. Um 1958 fertigte er ein „Achrome“, eine mit weißem Kaolin bestrichene, mehrfach gefaltete Leinwand. Das mittelformatige Werk, das in einer ansehnlichen Reihe solcher „unfarbigen“ Bilder entstand, untersucht die Wirkung der Farbe über ihr eigentliches Merkmal der Farbigkeit hinaus und wendet sich stattdessen der Materialität und Oberflächenwirkung zu. Ein regelrechter Wettstreit internationaler Bieter an den Telefonen setzte bei Lempertz für Manzonis charakteristisches „Achrome“ ein und trieb den Preis von 400.000 Euro zum Höhepunkt des Auktionstages auf 690.000 Euro. ...mehr

Trotz einiger teurer Ausfälle verabschiedete sich die impressionistische und moderne Kunst bei Christie’s in New York zu heißen Preisen

Viereckige Farbrhythmik


Kasimir Malewitsch, Suprematistische Komposition, 1916

Unter den Kunstwerken der Moderne gehört das „Weiße Quadrat auf weißem Grund“ von 1919 zu den berühmtesten Arbeiten des Suprematisten Kasimir Malewitsch. Als er 1915 im damaligen Petrograd bei der Suprematismus-Ausstellung seine abstrakten Formfindungen präsentierte, zwang er das Publikum, die übliche Sehgewohnheit aufzugeben. Malewitsch war einer der ersten Künstler, der nur geometrische Körper in seiner Malerei nutzte. Diesem Ansinnen folgte er auch 1916 in der „Suprematistischen Komposition“ auf weißem Grund mit unterschiedlich dimensionierten Vierecken in Blau, Grün, Gelb, Orange, Schwarz und Rosa. Hierbei zieht die Rhythmik in der Verteilung der Rechtecke das Auge ebenso auf sich, wie das leuchtende Kolorit. Dieses Gemälde stand bei Christie’s in New York in der Auktion „Impressionist and Modern Art“ zum Verkauf. Mit 76 Millionen Dollar erzielte es einen neuen Auktionsrekord für den Russen und übertraf deutlich die 53,5 Millionen Dollar, die 2008 – nach der Restitution aus dem Amsterdamer Stedelijk Museum an die Familie des Künstler – bei Sotheby’s in New York dafür aufgebracht wurden. ...mehr

Sotheby’s kann in London auf einen gelungenen Tag für die Alten Meister zurückblicken: Besonders die niederländische Kunst des Goldenen Zeitalters und die nordalpine Renaissance fanden regen Zuspruch. Doch auch die weiteren Offerten sorgten für erfreuliche Ergebnisse

Fruchtbare Kooperationen


Jan Brueghel d.Ä. und Hendrik van Balen d.Ä., Diana und ihre Nymphen nach der Jagd

Die Jagdgöttin Diana mit ihrem Gefolge aus Nymphen zu malen, hatte für viele Künstler einen besonderen Reiz. Hier konnten sie nicht nur virtuose Waldlandschaften vorstellen, sondern genauso allerlei Tiere und die Jagd selbst. Aus herumliegenden Gegenständen formten sie detailreiche Stillleben und bewiesen letztlich ihr Können in der Figurenbehandlung des weiblichen Aktes. Die mythologische Szene ist damit facettenreich, aber ebenso handwerklich anspruchsvoll. Schon im frühen 17. Jahrhundert bildeten sich in den Niederlanden ein hochspezialisierter Kunstmarkt und Produktionskooperationen unter den Kreativen. So konnte ein Werk aus den Händen gleich mehrerer Meister stammen, wie bei Jan Brueghel d.Ä. und Hendrik van Balen d.Ä., die ab 1604 Nachbarn in Antwerpen waren. Zusammen schufen sie die Rast der Diana nach der Jagd. Brueghel konzentrierte sich auf die Landschaft, Tiere und Stillleben, eben jene Sujets, die er hervorragend beherrschte und ihn berühmt machten. In diese Szenerie setzte van Balen die Figuren. Dieses Gemälde, das sich zuletzt im Besitz des 2015 verstorbenen Sammlers Willem van Dedem befand, bot Sotheby’s nun für 600.000 bis 800.000 Pfund feil. Die Kunden schätzten die liebliche Malerei mit ihrer technischen Finesse und trieben den Preis auf 1,7 Millionen Pfund nach oben. ...mehr

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Cologne Fine Art-Preis für Horst Antes

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George Grosz in Berlin

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Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn - -	Lot 1267: Bedeutendes Objekt „Oscillating Echo Cipher“, Michael Glancy, 2002, Erlös: 33.000 Euro

Nachbericht Auktion 266 'Bedeutende Privatsammlung' und 'Europäisches Glas und Studioglas'
Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn - Lot 122: Teller aus dem Militärservice, St. Petersburg, Kaiserliche Porzellanmanufaktur, Periode Nikolaus I (1825-1855), D. 24 cm

Vorbericht Auktion 267 'Russian Art & Icons'
Auktionshaus Dr. Fischer - Heilbronn

Galerie Frank Fluegel - Mel Ramos - Martini Miss.

Mel Ramos verstorben
Galerie Frank Fluegel





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