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Am 29.03.2019 Auktion 125: Aus Adelsnachlässen und bürgerlichem Besitz - Wertvolle Bücher, Alte und Moderne Kunst, Antiquitäten

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Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff

Stillleben mit Blaudistel und Fruchtschale, 1958 / Karl Schmidt-Rottluff
© Galerie Neher - Essen


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Mädchen mit Katze / Otto Scholderer

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Ohne Titel, 1965 / Ernst Wilhelm Nay

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AktuellAktuell:Auktionen

In Fischers Glasauktion in Heilbronn zeigte sich das Publikum wählerisch: Bei Interesse schlug es beherzt zu, ließ dafür aber einige teure Stücke liegen

Mehr als Nutzglas


Michael Glancy, Oscillating Echo Cipher, 2002

Glas begleitet Michael Glancy seit langem. Als Zwanzigjähriger begann er, mit dem Material zu arbeiten, und erhielt 1973 seinen ersten Bachelor of Fine Arts an der Universität Denver, dem 1977 ein zweiter im Fach Skulptur an der Rhode Island School of Design folgte. Dort beendete Glancy dann auch 1980 sein Studium mit dem Master of Fine Arts im Bereich Glasgestaltung bei Dale Chihuly. Aus dieser Ausbildung heraus lässt sich sein Werk erfassen: Glas ist für Glancy nicht nur Material für Alltagsgegenstände wie Pokale oder Vasen, sondern Stoff für skulpturales Schaffen, etwa bei dem „Oscillating Echo Cipher“ von 2002. Ein rundes Netz aus Kupfer, in eine quadratische farblose Glasplatte eingelassen, bildet das Fundament für ein Vasenobjekt. Dieses besteht aus einer Kugel mit einer violetten Kassettierung, die sich aus der sie radial betonenden Raumstruktur erhebt. Die prunkvolle und trotzdem elegante Erscheinung dieses Gefüges verlockte die Kunden des Auktionshauses Fischer, die obere Taxe von 16.000 Euro um 10.000 Euro zu überbieten. Bei seinem vergleichbaren, aber schon knapp 20 Jahre älteren Objekt „Fractured Triskelion“ kamen die anvisierten 5.500 Euro zusammen. ...mehr

06.03.2019

Bei der Silberauktion zum Jahresabschluss des Dorotheums in Wien wählten die Sammler genau aus. Nicht nur die russischen Offerten punkteten häufig und sorgten für Überraschungen

Sinnlich dekadent


Junges Paar, Frankreich, um 1910

Wie im Schweben ist das „Junge Paar“ in einer mit „Moreau“ beschrifteten vollplastischen Silberskulptur begriffen. Die Körper der beiden Figuren biegen sich durch ihren bewegten Schwung nach vorn, während das Kleid der Schönheit in weitem Bogen nach hinten fliegt und die Köpfe der Liebenden rahmt. Nackt hält der junge Mann seine davonstrebende Angebetete im Arm und blickt zaghaft zu ihr hoch, während sie sich ihm selbstbewusst zuwendet. Immerhin 20,5 Kilogramm Silber bringt die sinnliche Skulptur auf die Waage und besticht nicht nur durch ihre Dynamik, sondern ebenso durch ihren Glanz. Für diese Arbeit des französischen Art Nouveau auf einem Marmorsockel sollten laut den Experten des Dorotheums 18.000 bis 24.000 Euro fällig werden. Das Publikum erlag jedoch schnell den Reizen der Liebenden und schoss im Bietergefecht 12.000 Euro über diese Schätzung hinaus. Letztlich konnte der Wiener Versteigerer nicht nur durch dieses Werk das vergangene Jahr mit seiner Silberauktion zufrieden ausklingen lassen. Insgesamt fast 1,2 Millionen Euro Bruttoumsatz spülten die zu 55,5 Prozent abgegebenen Offerten in die Kassen des Dorotheums. Anteil daran hatte die breit gefächerte Auswahl an qualitätvollen Objekten verschiedener Länder, Stile sowie Epochen, die wenige Sammlerwünsche offen ließ, wodurch kaum höherpreisige Hauptstücke liegenblieben. ...mehr

01.03.2019

Contemporary Curated bei Sotheby’s in New York

Ein Loblied auf die Farbe Schwarz


Hans Hofmann, Resurrection VII, 1946/48

Neben den prestigeträchtigen Abendversteigerungen mit zeitgenössischer Kunst hat Sotheby’s seit einigen Jahren das Format „Contemporary Curated“ aufgelegt. Hier verhandelt der Auktionsriese nicht die schwergewichtige Millionen-Kunst seit 1950. Die Wertvorstellungen dringen bis in den sechsstelligen, selten in den untern siebenstelligen Bereich vor. So versammeln sich hier neben den kleineren Werken großer Namen auch weniger bekannte oder junge, noch nicht so abgesicherte Positionen. Am 1. März ist es in New York wieder soweit. Mit knapp 300 Losnummern hält Sotheby’s dort die erste Gegenwartskunstauktion im neuen Jahr ab und lädt Sammler zu Entdeckungen ein. Los geht es in den unmittelbaren Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Hans Hofmann schuf 1946/48 das Hochformat „Resurrection VII“, das energiegeladen Farbballungen in einem ausgefeilten Kolorit in einer Aufwärtsbewegung gegeneinandersetzt. Hierfür hat Sotheby’s 400.000 bis 600.000 Dollar vorgesehen. ...mehr

26.02.2019

Mit einer schmalen Ausbeute an impressionistischer und moderner Kunst tritt Sotheby’s in London an, hat aber einige Leckerbissen zu bieten

Monets Begabung


Oskar Schlemmer, Tischgesellschaft, 1923

Auch die großen Auktionshäuser kommen in diesem Jahr nicht am 100. Geburtstag des Bauhauses vorbei. So hat Sotheby’s in seine Auktion „Impressionist & Modern Art“ ein kleine Suite mit Kunstwerken von Bauhaus-Meistern integriert und mit einigen Aufsätzen zu der Designschule garniert. Den Auftakt macht hier Oskar Schlemmers charakteristische „Tischgesellschaft“ von 1923. In einem nicht weiter definierten Raum gruppieren sich drei seiner stereometrisch reduzierten Figuren still um einen Tisch, während etwas abseits eine weitere ebenso statisch steht. 1952 kaufte Karl Ströher, Inhaber des Wella-Konzerns, das Öl- und Lackbild und vermachte es dann seiner Tochter Erika Pohl-Ströher, deren Erben es nun bei Sotheby’s einlieferten. Schon im vergangenen Dezember konnte der Versteigerer erfolgreich Caspar David Friedrichs romantische „Landschaft mit Gebirgssee am Morgen“ aus der Sammlung der 2016 verstorbenen Geologin absetzten. Angesichts der renommierten Provenienz, der Marktfrische und des Bauhaus-Jubiläums sind die 1 bis 1,5 Millionen Pfund für Oskar Schlemmers nicht zu hoch gegriffen. Der aktuelle Schlemmer-Rekord von 1,8 Millionen Pfund aus dem Jahr 1998 könnte also in den Schatten gestellt werden. ...mehr

25.02.2019

Resultate: Hohe Zuschlagsquoten, aber auch eine verhaltene Kauflust bei den teuren Arbeiten bestimmten die Moderne-Auktion bei Bassenge in Berlin

Vom Tod gezeichnet


Lovis Corinth, Selbstbildnis, 1925

Lovis Corinth war der Star der letzten Auktion „Moderne Kunst“ bei Bassenge. Dafür hatte der Berliner Versteigerer ein besonderes Konvolut aufgetan und ihm einen eigenen dünnen Katalog gewidmet. Die gut 30 Zeichnungen und Druckgrafiken stammten aus dem Nachlass des 2002 verstorbenen New Yorker Kunsthändlers Allan Frumkin, der das amerikanische Publikum in den 1950er und 1960er Jahren mit Corinth vertraut gemacht und mit dem Sohn des Künstlers posthum acht Radierungen publiziert hatte. Bis auf zwei Positionen nahm die Kundschaft nun alle günstig bewerteten Blätter gerne mit. Gefragt waren vor allem Corinths realistische und metaphorische Selbstportraits. Höhepunkt war hier eine späte Kreidezeichnung aus dem Jahr 1924 mit leicht vorgebeugtem Kopf und wachem, fast visionärem Blick, die von expressiven Strichen und einem Wechselspiel aus Licht- und Schattenpartien lebt. Sie kletterte von 7.500 Euro auf 24.000 Euro. Auch die ein Jahr jüngere, unnachgiebige Selbstanalyse, in der Corinth mit stark hervortretenden Wagenknochen, großen Augen und verschobenen Gesichtszügen bereits seinen Tod vorwegnimmt, legte von 4.500 Euro auf 12.000 Euro zu. ...mehr

20.02.2019

Die Alten Meisterinnen hatten diesmal bei Sotheby’s in New York das Sagen und sorgten für eine rege Beteiligung auf Käuferseite sowie neue Rekorde

Die siegestrunkenen Frauen


Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun, Portrait von Mohammed Derwisch Khan, 1788

Im Sommer 1788 trafen am Vorabend der Französischen Revolution in Paris zwei besondere Menschen aufeinander: Mohammed Derwisch Khan, ein Botschafter aus dem südindischen Staat Mysore, und die Malerin Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun. Der Muslim aus einer traditionellen patriarchalischen Gesellschaft, der für seinen Sultan bei König Ludwig XVI. militärische Unterstützung gegen die britische Kolonialmacht einwerben sollte, saß einer der berühmtesten Künstlerinnen Europas, die im ausgehenden 18. Jahrhundert an die Spitze einer Männerdomäne vorgedrungen war, Modell und ließ sich von ihr in einem lebensgroßen Portrait verewigen. Der stolze Mohammed Derwisch Khan in seinen wallenden Gewändern und die hochfeine Marie Louise Elisabeth Vigée-Lebrun müssen sich wohl gleich exotisch und faszinierend vorgekommen sein. Vigée-Lebrun war dabei die treibende Kraft; sie machte ihren Einfluss auf den französischen König geltend, der das außergewöhnliche Zusammentreffen vermittelte. ...mehr

Mit einer vielfältigen Auswahl bediente Neumeister in seiner Septemberauktion „Alte Kunst“ ein breites Publikum. Dass viele Käufer fündig wurden, zeigt die Zuschlagsquote von knapp 64 Prozent, und so manches Los entpuppte sich als heißbegehrtes Juwel

Die spielsüchtige Venus


Josef Karl Stieler, Gräfin Sophie Kisseleff, 1834

Wie bereits ihre Mutter war die Gräfin Sophie Kisseleff ihrer außerordentlichen Schönheit wegen in ganz Europa bekannt. Die 1801 in der heutigen Ukraine geborene Politikertochter festigte ihren ohnehin hohen gesellschaftlichen Stand zusätzlich durch eine gute Partie: Im Jahr 1821 ehelichte Sophie den russischen General Pavel Kisseleff, der zu einem der mächtigsten Männer in den Donaufürstentümern aufstieg. Die Gräfin Kisseleff war jedoch noch aus einem weiteren Grund in allen gesellschaftlichen Kreisen berühmt – oder vielmehr berüchtigt. 1841 ließ sie sich, ohne ihren Gatten, in Bad Homburg nieder und wurde nicht nur zu einem regelmäßigen Gast, sondern auch zur Teilhaberin der dort neu eröffneten Spielbank. Ihre ausgeprägte Leidenschaft für dieses kostspielige Vergnügen inspirierte gleich mehrere Literaten, darunter Dostojewski und Stevenson, die sie in der Figur einer alternden spielsüchtigen Gräfin in ihren Werken verewigten. ...mehr

Sotheby’s versuchte sich in London an einem anderen Blick auf die Malerei im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Das Publikum reagierte darauf jedoch eher zurückhaltend. Die bekannten Namen trieben manchen Preis in die Höhe, es blieb aber auch Vieles liegen

Malerei in Zeiten des Umbruchs


Wilhelm von Kobell, Reiter am Tegernsee, 1832

Wilhelm von Kobell erlebte als Sohn eines kurpfälzischen Beamten die drastischen Veränderungen in der Kunst, aber auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene am Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert. Er gehörte zu einer der ersten Generationen von Malern, die nun an den vielerorts in Deutschland neu gegründeten Kunstakademien ausgebildet worden waren, und sollte in seinem späteren Leben als Professor für Landschaftsmalerei an der Münchner Akademie auch zum Mitglied der frühen Lehrergeneration an diesen Institutionen werden. Neben seinem Hauptmotiv, der Landschaft mit Tieren, betätigte sich Kobell häufig auch als Schlachtenmaler, die Kriege der napoleonischen Zeit boten ihm dafür zahllose Vorlagen. ...mehr

Rückblick: Hohe Zuschlagsquoten und unerwartete Millionenwerte bei den Alten Meister im Dorotheum

Starke Frauenriege


Artemisia Gentileschi, Lucretia

Wahrscheinlich war es Artemisia Gentileschi manchmal wie der antiken Gestalt der Lucretia zumute. In der männlich dominierten Kunstwelt musste sich die 1593 in Rom geborene Barockmalerin behaupten, genauso wie ihre berühmte mythologische Vorfahrin. Obwohl die Gattin des Konsuls Lucius Tarquinius Collatinus von aller Schuld frei gesprochen wurde, wollte sie aufgrund einer Vergewaltigung nicht mit der Schande leben und Selbstmord begehen. Daher galt Lucretia als Bild der Tugendhaftigkeit. Auch Artemisia Gentileschi sah sich männlichen Nachstellungen ausgesetzt, die 1612 in einen Prozess mündeten, in dem ihr Malerkollege Agostino Tassi verurteilt wurde. Kein Wunder, dass sich Gentileschi häufig mit stärken Frauen der Mythologie und Bibel auseinandersetzte: Judith, Esther, Susana und die Ältesten, Delilah, Corsica und immer wieder Lucretia. Im Dorotheum stand nun eine Version mit der schönen Lucretia zum Verkauf, die in markantem Schlaglicht bereits ihren Oberkörper für den finalen Dolchstoß entblößt hat. Die spannungsvolle Komposition behauptete ihre Favoritenrolle eindrucksvoll: Die Römerinnen erspielten in einem atemberaubenden Wechsel der Gebote stattliche 1,6 Millionen Euro und konnten den Schätzpreis von mindestens 500.000 Euro damit mehr als verdreifachen. Das begehrte Bild geht nun in eine australische Sammlung. ...mehr

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