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Am 27.10.2018 Auktion 49

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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Zahlkräftige Käufer erfreuten sich an der zeitgenössischen Kunst bei Lempertz und nahmen die Offerten in Köln rege mit. Nur bei der Fotografie hielten sie sich auffallend zurück

Der Reiz des Hier und Jetzt


Was ist Kunst? Was ist ein Bild? Was macht Farbe und Leinwand zum Kunstwerk? Diese Fragen beschäftigen die Künstler der Moderne bis heute, so auch den Italiener Piero Manzoni. Um 1958 fertigte er ein „Achrome“, eine mit weißem Kaolin bestrichene, mehrfach gefaltete Leinwand. Das mittelformatige Werk, das in einer ansehnlichen Reihe solcher „unfarbigen“ Bilder entstand, untersucht die Wirkung der Farbe über ihr eigentliches Merkmal der Farbigkeit hinaus und wendet sich stattdessen der Materialität und Oberflächenwirkung zu. Ein regelrechter Wettstreit internationaler Bieter an den Telefonen setzte bei Lempertz für Manzonis charakteristisches „Achrome“ ein und trieb den Preis von 400.000 Euro zum Höhepunkt des Auktionstages auf 690.000 Euro. ...mehr

Trotz einiger teurer Ausfälle verabschiedete sich die impressionistische und moderne Kunst bei Christie’s in New York zu heißen Preisen

Viereckige Farbrhythmik


Kasimir Malewitsch, Suprematistische Komposition, 1916

Unter den Kunstwerken der Moderne gehört das „Weiße Quadrat auf weißem Grund“ von 1919 zu den berühmtesten Arbeiten des Suprematisten Kasimir Malewitsch. Als er 1915 im damaligen Petrograd bei der Suprematismus-Ausstellung seine abstrakten Formfindungen präsentierte, zwang er das Publikum, die übliche Sehgewohnheit aufzugeben. Malewitsch war einer der ersten Künstler, der nur geometrische Körper in seiner Malerei nutzte. Diesem Ansinnen folgte er auch 1916 in der „Suprematistischen Komposition“ auf weißem Grund mit unterschiedlich dimensionierten Vierecken in Blau, Grün, Gelb, Orange, Schwarz und Rosa. Hierbei zieht die Rhythmik in der Verteilung der Rechtecke das Auge ebenso auf sich, wie das leuchtende Kolorit. Dieses Gemälde stand bei Christie’s in New York in der Auktion „Impressionist and Modern Art“ zum Verkauf. Mit 76 Millionen Dollar erzielte es einen neuen Auktionsrekord für den Russen und übertraf deutlich die 53,5 Millionen Dollar, die 2008 – nach der Restitution aus dem Amsterdamer Stedelijk Museum an die Familie des Künstler – bei Sotheby’s in New York dafür aufgebracht wurden. ...mehr

Sotheby’s kann in London auf einen gelungenen Tag für die Alten Meister zurückblicken: Besonders die niederländische Kunst des Goldenen Zeitalters und die nordalpine Renaissance fanden regen Zuspruch. Doch auch die weiteren Offerten sorgten für erfreuliche Ergebnisse

Fruchtbare Kooperationen


Jan Brueghel d.Ä. und Hendrik van Balen d.Ä., Diana und ihre Nymphen nach der Jagd

Die Jagdgöttin Diana mit ihrem Gefolge aus Nymphen zu malen, hatte für viele Künstler einen besonderen Reiz. Hier konnten sie nicht nur virtuose Waldlandschaften vorstellen, sondern genauso allerlei Tiere und die Jagd selbst. Aus herumliegenden Gegenständen formten sie detailreiche Stillleben und bewiesen letztlich ihr Können in der Figurenbehandlung des weiblichen Aktes. Die mythologische Szene ist damit facettenreich, aber ebenso handwerklich anspruchsvoll. Schon im frühen 17. Jahrhundert bildeten sich in den Niederlanden ein hochspezialisierter Kunstmarkt und Produktionskooperationen unter den Kreativen. So konnte ein Werk aus den Händen gleich mehrerer Meister stammen, wie bei Jan Brueghel d.Ä. und Hendrik van Balen d.Ä., die ab 1604 Nachbarn in Antwerpen waren. Zusammen schufen sie die Rast der Diana nach der Jagd. Brueghel konzentrierte sich auf die Landschaft, Tiere und Stillleben, eben jene Sujets, die er hervorragend beherrschte und ihn berühmt machten. In diese Szenerie setzte van Balen die Figuren. Dieses Gemälde, das sich zuletzt im Besitz des 2015 verstorbenen Sammlers Willem van Dedem befand, bot Sotheby’s nun für 600.000 bis 800.000 Pfund feil. Die Kunden schätzten die liebliche Malerei mit ihrer technischen Finesse und trieben den Preis auf 1,7 Millionen Pfund nach oben. ...mehr

Die internationale Auswahl an modernen und zeitgenössischen Künstlern sorgte bei Koller in Zürich für reges Interesse und starke Preissprünge. Verhaltener war die Kauflaune bei teurer Schweizer Kunst

Beliebte Ägypterinnen


Erst Ende Mai kam bei Grisebach Max Beckmanns „Weiblicher Kopf in Blau und Grau“ von 1942, auch genannt „Die Ägypterin“, zum Spitzenpreis von 4,7 Millionen Euro an eine Schweizer Sammlung. Damit wurde es das teuerste je in einer deutschen Auktion gehandelte Gemälde. Nun bescherte Kees van Dongens Darstellung einer Orientalin dem Züricher Versteigerer Koller einen Spitzenpreis. Ein Galerievertrag ermöglichte dem Künstler ab 1910 Reisen unter anderem in den Orient, deren Eindrücke er in dem Gemälde aus dieser Zeit verarbeitete. In „Rouge et Jaune (L’Egyptienne)“ blickt die Frau mit tiefroten Lippen und mandelförmigen Augen direkt zum Betrachter. Ihre Haut ist grünlich gefärbt, und ein gelber Schleier ummantelt sie. Van Dongen baute durch den intensiven Blick und die sinnlichen Lippen in Distanz zur geschlossenen Kleidung ein spannungsgeladenes Bild der Ägypterin auf. Formal verstärkte er diesen Effekt durch die gekonnt gewählten Farbkontraste vor dem roten Hintergrund. Die reizvolle Exotin ließ Koller auf 1 bis 2 Millionen Franken hoffen. Für einen Rekord, wie Beckmann, sorgte van Dongens Ägypterin letztlich nicht. Trotzdem wurde sie mit einem Zuschlag von 1,5 Millionen Franken das begehrteste Stück der Auktion „Impressionismus & Klassische Moderne“. ...mehr

Wien kann mit dem Glanz seiner Vergangenheit heute noch punkten, doch auch Deutschland und Frankreich haben in Bezug auf das Kunsthandwerk des Jugendstil einiges zu bieten. Aber nicht alles ist zwangsläufig verkäuflich. Das macht die Auktion im Dorotheum deutlich

Es ist nicht alles Gold, was glänzt


Emile Gallé, Intercalaire-Vase „Meeresgrund“, Nancy um 1899

Wenn ein Lichtstrahl auf die Oberfläche des Meeres oder eines Sees trifft, nimmt seine Reise durch den Raum eine neue Wendung. Das Wasser bricht den Lichtstrahl und lässt ihn in einem faszinierenden Zusammenspiel mit den Fischen, Muscheln, Steinen und Pflanzen der Unterwasserwelt in abertausenden Farben und Nuancen schimmern. Sanfte Bewegungen, vom Wind verursachte Wellen oder die Strömung eines Zuflusses sorgen für eine beständige Wiederholung dieses Spektakels. Dieses Phänomen scheint die Vase „Meeresgrund“ zu imitieren, die um 1899 von Emile Gallé in Nancy geschaffen wurde. In das Glas sind Schnecken, Muscheln, Seegras und Teichrosen reliefartig eingeschnitten und geätzt. Das Besondere ist die anspruchsvolle Intercalaire-Technik. Dabei wurde der noch nicht vollendete Korpus mit bunten Emailfarben bemalt, mit einer weiteren Glasschicht überzogen und nochmals erhitzt. So entstanden die fließenden und verschwommenen Farbstrukturen, für die die Manufaktur Gallé berühmt ist. Den Bietern in der Auktion „Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“ des Wiener Dorotheums war das seltene Stück nicht nur die vorgesehenen 10.000 bis 15.000 Euro, sondern deutlich höhere 22.000 Euro wert. ...mehr

Die Auswahl der Zeitgenossen mit einem Schwerpunkt auf italienischer Kunst gefiel den Kunden des Dorotheums und sie griffen beherzt zu

Das Spiel mit dem Blickwinkel


Jesús Rafael Soto kam 1950 nach Paris, wo er seine Wahlheimat fand. Der schon früh von der Op-Art und kinetischen Kunst beeinflusste Kreative stieß mit seinem Schaffen in Europa schnell auf Gegenliebe, denn diese Strömungen befanden sich dort mit ihrer neuen Bildsprache im Aufwind. Die Optik selbst und das Spiel mit ihren Gesetzmäßigkeiten rückten in den Mittelpunkt: von räumlichen Illusionen bis hin zur tatsächlichen Dynamik der Werke. Aus diesem Nährboden heraus schuf der gebürtige Venezolaner 1974 seine Arbeit „Ohne Titel (Escritura)“. Den Hintergrund füllt ein breiter dunkler Querbalken, der von feinen hellen vertikalen Linien durchzogen ist. Darüber und darunter ist die Fläche weiß. Mit Nylonfäden sind vor diesem strukturierten Grund gebogene Drähte gespannt, die damit zu schweben scheinen. Je nach Blickwinkel ergibt ihr Zusammenspiel einen unterschiedlich raumgreifenden Eindruck. Steht der Betrachter frontal, lassen sich am ehesten noch Schriftzeichen vermuten, die im Titel verankert sind. Das Interesse an dem mit 240.000 bis 320.000 Euro ausgewiesenen Stück war im Dorotheum groß, und die Kunden würdigten den Spannungsreichtum und die Multiperspektivität in ihren Geboten: Erst bei 400.000 Euro fiel der Hammer. ...mehr

Van Ham konnte in seinen Auktionen „Europäisches Kunstgewerbe“ und „Alte Kunst“ mit Privatsammlungen punkten. Das Publikum begeisterte sich vor allem für den Nachlass von Friedrich Wilhelm Waffenschmidt

Mit Saturn in die Sterne


Philipp Küsel, Elfenbeinhumpen mit Puttenreigen, Augsburg 1689/92

Bei der Versteigerung „Europäisches Kunstgewerbe“ von Van Ham in Köln stand diesmal die Sammlung Friedrich Wilhelm Waffenschmidt im Mittelpunkt, und die Objekte des im vergangenen Jahr verstorbenen Gründers der Elektronikmarktkette „Saturn“ hielten, was sie versprachen. Auserlesen waren etwa die 27 Deckelhumpen und Pokale aus den wichtigen deutschen Silberschmiedezentren wie Augsburg, Nürnberg oder Danzig, die ein kleines Museum der Renaissance und des Frühbarock bildeten. Sie trafen den Nerv der Sammler. Nur drei Stücke gingen zurück, der Rest brachte es auf ein stolzes Bruttoergebnis von rund 840.000 Euro, und dass ein Silberobjekt die Marke von 100.000 Euro überschreitet, ist in Deutschland schon recht selten. Das ausgiebige Bietgefecht galt Philipp Küsel und seinem Elfenbeinhumpen. Der Augsburger Meister, dessen Arbeiten heute in der Eremitage in St. Petersburg, im Kremlmuseum in Moskau, im Kunsthistorischen Museum in Wien oder im Grünen Gewölbe in Dresden stehen, hatte um 1689/92 den vergoldeten Korpus für den elfenbeinernen Puttenreigen geschaffen, der die fünf Sinne symbolisiert. Ein deutscher Sammler konnte die Konkurrenz erst bei 105.000 Euro abschütteln; vorgesehen waren 15.000 bis 20.000 Euro. ...mehr

Christie’s begeisterte in London bei der Moderne mit museumsreifen Stücken und erzielte Rekorde sowie einige Preissprünge. Doch manchmal verhielt sich die Kundschaft auch wählerisch

Tierisch bunt


Franz Marc, Drei Pferde, 1912

„Die Kunst geht heute Wege, von denen unsere Väter sich nichts träumen ließen“, schrieb Franz Marc selbstbewusst im Almanach „Der Blaue Reiter“ von 1912. Die Geschichte sollte ihm Recht geben, denn heute gelten er und seine Malerkollegen als eine der wichtigsten avantgardistischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts. Diese künstlerisch neuen Wege belegen seine „Drei Pferde“, eine Gouache aus demselben Jahr wie das Schriftstück. In einer flächig abstrakten Landschaft stehen die bunten Tiere. Zwei sind im Profil zu sehen und grasen, während sich eines rücklings zum Betrachter wendet. Der Naturalismus ist für Marc überwunden. Er reduziert die Formen auf das Nötige und nutzt die Farbe als Ausdrucksmittel statt als Abbild der vorhandenen Gegebenheiten. Harte Kanten und Kontraste entstehen. Sein Stil changiert zwischen expressionistischer Formgebung, spätimpressionistischer Leuchtkraft und kubistischer Geometrisierung. Christie’s hatte Marcs Werk aus der Zeit seiner künstlerischen Reife auf 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund geschätzt. Die seltene Malerei war allerdings härter umkämpft, als erwartet. Letztlich waren 13,5 Millionen Pfund für Jeffrey Loria nötig, um das Bild sein Eigen nennen zu können. Ein Rekord für Marc auf Auktionen, den der amerikanische Kunsthändler und -sammler bei 15,4 Millionen Pfund mit Aufgeld zahlte. ...mehr

Mit Kunst des 19. Jahrhunderts zum Erfolg: Ketterer in München überzeugte die Kunden mit seinem Angebot vom Biedermeier bis zum Jugendstil

Die neue Welt der Eisenbahn


Hermann Pleuer, Stuttgarter Westbahnhof in der Abenddämmerung, 1899

Stuttgart im Jahr 1899. Der neu errichtete Westbahnhof an der Gäubahn liegt in der Abenddämmerung. Einige Passanten befinden sich auf Bahnsteig, darunter ein Liebespaar und ein Buchhändler. Hinter ihnen fährt der Zug ein. Die Lokomotive mit ihren hell leuchtenden Laternen stößt einige Rauchschwaden aus. Ein seltsam kaltes Licht liegt über allem. Wieder einmal beschäftigte sich der 1863 in Schwäbisch Gmünd geborene Hermann Pleuer mit seinem bevorzugten Motivrepertoire: Der Eisenbahn, ihrem technischen Fortschritt, der Entdeckung der Geschwindigkeit und der dynamischen Entwicklung in den Städten. Dabei konnte der Stuttgarter Impressionist auf ein großes Vorbild blicken. Denn schon gut zwanzig Jahre zuvor hatte Claude Monet seine bekannten Ansichten vom „Gare Saint-Lazare“ gemalt. Auch Pleuer bot das neuartige Sujet der Bahnhofswelt die Möglichkeit zu wechselnden Farb- und Lichteffekten, hervorgerufen durch die fahrenden Züge, die ungestümen Dampf- und Rauchwolken und die Menschen. Seine bisher unbekannte Variante des mehrmals wiederholten Stuttgarter Westbahnhofs stand nun bei Ketterer zum Verkauf und war begehrt. Ein hartnäckiger norddeutscher Sammler behielt bei 45.000 Euro zum Neunfachen der Schätzung die Oberhand und verhalf dem Gemälde seit seinem letzten Auftritt 1997 bei Nagel für 48.000 Mark zum neuen Auktionsrekord. ...mehr

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News vom 15.10.2018

Stuttgart will Europäisches Kulturerbe-Siegel

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Hiscox Kunstpreis geht an Stella Sieber

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Das Künstlerkleid in Krefeld

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Eduardo Arroyo ist tot

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