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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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AktuellAktuell:Auktionen

Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst mit Albert Anker als Höhepunkt bei Koller in Zürich

Stuhl im Bild


Albert Anker, Das Winzerfest, 1865

Lustig geht es zu auf dem Winzerfest, das Jung und Alt in Form eines kleinen Umzugs nach getaner Arbeit feiern. Vorweg marschieren ausgelassen tanzend die Jüngsten, dahinter torkelt ein nicht mehr ganz junger Mann mit der Logel auf dem Rücken; vielleicht hat er sich schon ein paar Gläschen vom letztjährigen Wein gegönnt. Hinter dem von Ochsen gezogenen Wagen folgen schöne junge Fräulein, aber auch ein altes, etwas ernstes Ehepaar mit melancholischen Blicken auf die vorausschreitende Jugend. Das fein ausgearbeitete, in seiner präzisen Schilderung schweizerischen Volkslebens charakteristische Gemälde stammt von Albert Anker und wird ob seiner beachtlichen Größe von fast zwei Metern Breite als eines seiner frühen Hauptwerke angesprochen. 1865 ist es entstanden, schon ein Jahr später war es auf Ausstellungen in Marseille und Stuttgart zu sehen. In der kommenden Versteigerung Schweizer Kunst bei Koller in Zürich stellt es nun das Hauptlos dar, ausgestattet mit einer Schätzung von 3,5 bis 5 Millionen Franken. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst mit großem Angebot bei Ketterer in München

Sand unterm Getriebe


Es dürfte unmöglich sein, dieses Kunstwerk genauso wiederherzustellen, wie es zuvor einmal gewesen ist. Andererseits kann man es mit verhältnismäßig einfachen Mitteln auch selber herstellen. Die Rede ist von Günther Ueckers „Sandspirale“ aus dem Jahr 1970. Als Durchmesser gibt der Versteigerungskatalog des Münchner Auktionshauses Ketterer 400 Zentimeter an. Das entspricht der Länge des dünnen Holzstabs, der mittels eines Motors in gleichmäßigem Tempo über eine kreisförmige Sandfläche gleitet. Dabei erzeugen von dem Stab herabhängende Bindfäden immer wieder neue rillenförmige Spuren in dem Sand – stundenlang könnte man dieser meditativen Bewegung zuschauen. In den letzten zwanzig Jahren befand sich die „Sandspirale“, ein signifikantes Werk aus Ueckers „Land Art“-Phase, als Dauerleihgabe im Schoss Güstrow. Jetzt aber möchte sich der deutsche Privatsammler von dem Kunstwerk dauerhaft trennen. Der Sand muss also eingesammelt, die Rotationsvorrichtung auseinandermontiert und das Kabel aus der Steckdose gezogen werden. 250.000 bis 350.000 Euro sollten Interessanten dafür auf der hohen Kante haben. ...mehr

Bassenge versteigert in Berlin historische Dokumentar-Fotografie. Daneben wartet Experimentelles und zeitgenössische Lichtbildkunst auf Kundschaft

Mehr als schwarzer Tee


William Louis Henry Skeen, Charles T. Scowen und andere Fotografen, Bilder aus Ceylon, 1870/80er Jahre

Buddhistische Mönche, exotische Früchte, Tempel- und Landschaftsaufnahmen oder auch ein Portrait der letzten Königin von Burma, Queen Supayalat – das 51teilige Fotoalbum, das beim Berliner Versteigerer Bassenge zum Verkauf steht, hält facettenreiche Einblicke in das kulturelle, gesellschaftliche und politische Geschehen der einst besetzten Insel Ceylon bereit. Die seit 1803 von England vereinnahmte Kolonie, das heutige Sri Lanka, blieb trotz Verfassungsreformen und Unabhängigkeitsbestrebungen bis 1948 unter britischer Führung. Königin Supayalat wurde nach der Niederlage des oberen Burma ins Exil geschickt und lebte als buddhistische Priesterin auf Ceylon bis zu ihrem Tod 1925. Die in den 1870/80er Jahren entstandenen Aufnahmen von William Louis Henry Skeen, Charles T. Scowen und weiterer unbekannter Fotografien sind in einer zeitgenössischen Ledermappe gebunden, viele Abzüge mit originalen Notizen über Aufnahmedatum und einstiger Besitzerschaft ausgestattet. Als authentisches Zeugnis britischer Kolonialpolitik im indischen Subkontinent übersteigt die Sammlung die bloße Assoziation Ceylons mit dem regen Anbau von schwarzem Tee. Dafür hat Bassenge 3.000 Euro veranschlagt. ...mehr

Firmengründer Rudolf Neumeister feierte am 14. Oktober dieses Jahres seinen 90. Geburtstag. Für das Münchner Auktionshaus Anlass genug, 90 Kunstobjekte aus Mittelalter bis Neuzeit, von Altmeistergemälden bis Porzellanpapageien in einer Jubiläumsauktion zusammenzutragen

Happy Birthday, Mr. Neumeister


„90 Jahre Rudolf Neumeister – 600 Jahre Kunstgeschichte – 90 Ausgewählte Werke“ lautet das Motto der abendlichen Jubiläumsauktion bei Neumeister am 1. Dezember. Das Münchner Kunstauktionshaus ehrt seinen Patriarchen nachträglich zum 90. Geburtstag mit der Versteigerung von Kunst aus mehr als sechs Jahrhunderten und präsentiert gleichzeitig die Vielfalt an Werken, die das Familienunternehmen so erfolgreich gemacht hat. Der Bogen spannt sich von einer florentinischen Madonna mit Engeln und Heiligen aus dem 14. Jahrhundert für 40.000 bis 50.000 Euro, die dem Stil Bernardo Daddis und seiner Werkstatt entspricht und wahrscheinlich die Mitteltafel eines Klappaltars war, bis zu der zeitgenössischen Stahlskulptur „Ligne Indéterminée“ des französischen Bildhauers Bernar Venet, eine monumentale Außenplastik aus dreidimensional gebogenen Vierkantstahl-Linien für 80.000 bis 100.000 Euro. Dazwischen tummeln sich Werke wie das humorige Ölbild eines „Angelnden Mönches“ inmitten dichtem Gebirgsgestrüpp des „Hausheiligen“ Carl Spitzweg für 60.000 bis 80.000 Euro und ein wunderbar bunter Strauß aquarellierter „Tulpen (Rot, Gelb, Blau)“ aus dem Spätwerk Emil Noldes für 100.000 bis 150.000 Euro. Wenn dies mal kein würdiger Beschluss von neun Dekaden ist! ...mehr

Kunst bei Hassfurther in Wien

Wer will die schöne Wienerin?


Ein kerniger Männerkopf, der unter tief heruntergezogenem grauem Hut vor schneebedeckten Bergen in die Ferne schaut – das kann nur ein Bild von Alfons Walde sein. Immer wieder bannte der 1891 geborene Maler und Grafiker seinen „Tiroler Holzknecht“ auf die Bildfläche, so auch 1933 in Öl auf 28 mal 24 Zentimeter großem Karton. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der Wiener Kunsthändler Wolfdietrich Hassfurther eine ähnliche, nur etwas größere Version dieses Motivs in seinem Auktionsprogramm und konnte dafür 165.000 Euro erlösen. Für das in der kommenden Kunstversteigerung angebotene Bild hat er 50.000 bis 100.000 Euro veranschlagt. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Der Narr, der Lego-Mann und Erics Verrenkung


Roland Paris, Tanzender Narr

Im Lied der Beatles „Fool on the hill“ heißt es „He [der Narr] never listens to them/He knows that they’re the fools“. Eben dies scheint in Roland Paris’ Bronze „Tanzender Narr“ mitzuschwingen. Ausgelassen balanciert der Spaßmacher auf einer Halbkugel und streckt alle Extremitäten von sich. Mit Narrenkappe und einer Art Schelle in der rechten Hand betont die übergroße Nase noch mehr das Lächerliche der Gestalt, die durch den bräunlich-dunkelgoldenen Schimmer des Materials dennoch etwas Nobles besitzt. Die Lebensfreude des Narren, die die Beatles weiter mit „A head in a cloud/The man of a thousand voices“ besingen, mag mindestens einen gemütshebenden Einfluss ausüben. Obwohl die Bronze nicht recht häufig vorkommt, listet der Katalog des Berliner Auktionshauses Bassenge das Stück mit nur 800 Euro. ...mehr

Die Zeitgenossen geben sich die Ehre bei Lempertz in Köln und besonders die Künstlergruppe ZERO ist prominent vertreten. An der Spitze stehen ein Lichtrelief von Heinz Mack, eine Feuerleinwand von Otto Piene und ein zweidimensionaler Wald Günther Ueckers

Die fabelhaften ZERO-Boys


Wie so oft in den letzten Jahren schwingt in Lempertz’ Gegenwartskunstauktion auch diesmal wieder die Künstlergruppe ZERO das Zepter und offeriert die höchsten Taxierungen des Tages. Spitzenreiter ist Günther Ueckers aus Ästen, Nägeln, Asche, Leim und Kohle gefertigter „Wald“ von 1992. Für 450.000 bis 500.000 Euro ist der Name Programm: Um die Beziehung zwischen Natur und Mensch darzustellen, hämmerte Uecker einen dichten Astwald entgegen der natürlichen Wuchsrichtung auf eine Holzplatte und spielt mit der Gegensätzlichkeit der Materialität. Für den kleineren Geldbeutel gibt ist auch eine unbetitelte Nagelung auf einer 60 Zentimeter langen Holzleiste; die 40.000 bis 50.000 Euro teure Arbeit ist eines von 30 Teilen eines über drei Meter langen Nagelobjekts, das Uecker während einer selbstironischen Aktion 1981 mit einer Axt eigenhändig zerstückelte. ...mehr

Neumeisters Sonderauktion: Expressionistische Druckgrafik aus dem Nachlass Lothar-Günther Buchheims im Bernrieder Buchheim Museum

Von Tod und Auferstehung


Der kämpferische Lothar-Günther Buchheim aus Weimar war nicht nur Kriegsveteran, Maler, Fotograf, Romanautor und Verleger. Sein kaum zu bändigendes Interesse am Kunstgeschehen seiner Zeit bewog ihn, sich neben seiner aktiven Tätigkeit als Künstler eine eigene Sammlung zuzulegen. In den 1950er Jahren begann er in einer Stuttgarter Galerie, grafische Blätter von Brücke-Künstlern sowie Mitgliedern des Blauen Reiters zu erwerben. Von deren radikalem Formenrepertoire beeindruckt, entfaltete sich sein anfängliches Interesse zu einer großen Leidenschaft. So etablierte Buchheim eine stattliche Sammlung und avancierte zum Spezialisten für das avantgardistische Medium des Holzschnittes und dessen zeitgemäße Aneignung. Nun soll ein umfangreicher Teil aus dem privaten Nachlass des 2007 verstorbenen Künstlers über den Münchner Versteigerer Neumeister unter den Hammer kommen. Als Auktionsort dienen nicht die Münchner Räumlichkeiten, sondern das 2001 mittels einer Stiftung von Buchheim ins Leben gerufene „Museum der Phantasie“ in Bernried am Starnberger See. ...mehr

Gemälde und Zeichnungen Alter und Neuerer Meister bei Bassenge in Berlin

Schlafender Retter der Welt


Eduard Jakob von Steinle, Die Hochzeit zu Kanaa, 1857

Nicht auf den ersten Blick entlarvt die „Hochzeit zu Kanaa“ ihre Bedeutung: Das mit 125 auf 220 Zentimeter ungewöhnlich große Aquarell ist eine Studie Eduard Jakob von Steinles für einen Freskenzyklus in der Villa Merck in Baden-Baden. Für Konsul Ernst von Merck schuf der gebürtige Wiener eine vollendete Komposition, die er selbst komplett durchgearbeitet hat. Der kompositorische Aufbau, das harmonische Kolorit und die Schönheit der Figuren sind unverkennbare Merkmale der katholischen Nazarener um Friedrich Overbeck, deren Kreis sich Steinle 1828 in Rom eng anschloss, und lassen genauso die Spur seines Lehrers Leopold Kupelwieser erkennen. Neben dieser Inspiration durch das italienische Quattrocento gibt es auch Bezüge zur Entstehungszeit des Aquarells im Jahr 1857: So tragen einige der Figuren portraithafte Züge, etwa die Braut in der Bildmitte die von Mercks Schwägerin Marie Borgis. Die Experten des Berliner Auktionshauses Bassenge kommen daher zu dem Schluss, dass in der mit 24.000 Euro bewerteten „Hochzeit zu Kanaa“ eines der Hauptwerke Steinles zu erkennen ist. ...mehr

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News vom 15.12.2017

Pieter Hugo in Dortmund und das Leben in Südafrika

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Heute vor 140 Jahren: Friedrichsbad in Baden-Baden eröffnet

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