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Am 07.12.2017 Auktionswoche A183: Schmuck, Uhren, Art Déco & Art Nouveau, Design, Schweizer Kunst, Impressionismus & Klassische Moderne, Grafik & Multiples, PostWar & Contemporary, Photographie

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in etwas gedämpfter Hochform

Gedankenvoll und doch bezwingend


Edouard Manet, Portrait de Manet par lui-même, en buste (Manet à la palette), um 1878/79

Das Erwartete ist eingetreten: Nachdem bereits der Februar die auch in und durch Krisen ungebrochene Leidenschaft der internationalen Sammler und Händler für erstklassige und unwiederholbare Werke der klassischen Kunstgeschichte offenbart hatte, bewiesen auch jetzt wieder die großen Londoner Auktionen von Impressionisten und Modernen ihre Zugkraft. Mit einem nicht reißerischen, sondern eher nachdenklichen Programm traf Sotheby’s am Dienstag den Geschmack des Publikums. Das schlug sich in einem guten Gesamtergebnis von über 112 Millionen Pfund nieder, obwohl von den 51 angebotenen Losen immerhin 16, überwiegend im niedrigeren Preissektor unveräußert blieben. Besonders stolz ist man im Auktionshaus auf die drei Zuschläge jenseits der 10-Millionen-Pfund-Grenze: Das war vorher nur auf der Sensationsauktion im Frühjahr vorgekommen, die mit dem „L’Homme qui marche“ von Alberto Giacometti ohnehin alle Rekorde gebrochen hatte. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London

Verkehrtes Amerika


Wie einen Tag zuvor schon Sotheby’s, so hat auch Christie’s seine Londoner Gegenwartsauktion eher vorsichtig eingeschätzt. Rund 54 bis 77 Millionen Pfund erwartet man für die 63 Losnummern am 30. Juni und damit deutlich weniger als für die Impressionisten und Modernen, die in dieser Woche schon über 150 Millionen Pfund eingespielt haben. Auch das Hauptlos, Andy Warhols „Silver Liz“ von 1963 mit Ikonenstatus der Pop Art, liegt nur bei 6 bis 8 Millionen Pfund. Die ganz großen Filetstücke sucht man auch hier vergebens: Weder ein großer Rothko noch ein Bacon haben sich zur Auktion eingefunden, und von Lucian Freud gibt es nur das etwas ungefällige Damenbildnis „Ada“ aus dem frühen Jahr 1946 als Zeichnung für 60.000 bis 80.000 Pfund. Am ehesten wird man noch beim Deutschen Gerhard Richter fündig. Neben seinem fotorealistischen Triptychon „Porträt Schniewind“ aus dem Jahr 1964 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund gibt es wie bei Sotheby’s zwei abstrakte Bilder, hier die Nummern 831-1 in fahlen Farben und unter dem Titel „Heu“ von 1995 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund und die fast gleichgroße, aber etwas farbintensivere und ungestümere Nummer 611-3 von 1986 für 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund. ...mehr

Mit seiner Designauktion hatte Quittenbaum in München Pech

Heiße Schreibtische, kühle Käufer


Ico Parisi, Sideboard, um 1958

Kein Glück hatte das Münchner Auktionshaus Quittenbaum mit seiner letzten Designauktion. Inmitten eines neuerlich angeheizten Kunstmarktes hat es das Kunsthandwerk offenbar wieder schwerer, sich durchzusetzen. Da nutzte auch das neue Katalogdesign mit größerem Format nicht viel. Nur rund 27 Prozent der fast vierhundert Losnummern fanden sich nach Veranstaltungsschluss in neuen Händen wieder. Mit dem Nachverkauf stieg dieser Wert wenigstens auf knapp über 30 Prozent. Von den hochgehandelten Stücken wurden nur wenige übernommen: Bei 12.500 Euro bereits markierte ein formschönes Sideboard Ico Parisis um 1958 den höchsten Tageswert und ging in den amerikanischen Handel, gefolgt bei 10.000 Euro von einem „Tapipardo“-verzierten Teppich von Roberto Gabetti, Aimaro Isola, Luciano Re und Guido Drocco aus dem Jahr 1970, den sich ein deutscher Designhändler zulegte. Doch auch diese beiden Stücke blieben etwas unterhalb der Erwartungen. ...mehr

Rückblick: Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Möbelrücken


Tisch, Donaumonarchie, um 1800/10

Bis in die Extreme hinein zeigten sich die Möbel am wankelmütigsten auf des Dorotheums großer Antiquitätenauktion. Da war das eine, weniger erfreuliche Extrem in Form eines prächtigen, figurengeschmückten Spätrenaissanceschrankes aus Italien, der bei 100.000 bis 120.000 Euro unveräußert blieb. Und da war das andere, überaus erfreuliche Extrem in Form eines großen Empiretisches der Zeit um 1800/10, der – auf 18.000 bis 22.000 Euro angesetzt – auf sensationelle 170.000 Euro hochgepuscht wurde und erst bei diesem Stand zugeschlagen wurde. Ob es die feinen Tuschemalereien auf der Plattenbordüre, die martialischen Sphinxen am dreipassigen Sockelbrett oder die zu vermutende Herkunft aus der bedeutenden Wiener Möbelfabrik Josef Danhausers waren, die die hartnäckigen Interessenten zu ihrem Wahnsinnswettrennen bewogen haben – jedenfalls ist damit einer der höchsten Preise erzielt worden, zu dem je ein Möbelstück die Dorotheergasse verlassen hat. ...mehr

Gegenwartskunst bei Sotheby’s in London

Sparflamme, etwas höher gedreht


Ikonen präsentiert Sotheby’s in London in seiner großen Auktion „Contemporary Art“ am 28. Juni, Ikonen der Künstler und ihrer Modelle wie Andy Warhols „Camouflage Self-Portrait“ von 1986 unter Verwendung seines späten, von wildem Haarschopf markierten Selbstbildnisses für 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund oder Richard Prince’ Kitschromanverschnitt „Millionaire Nurse“ von 2002, nach der Abendauktion im Mai 2008 mit einem Ergebnis von 4,2 Millionen Dollar schon wieder eingeliefert und mit 2 bis 3 Millionen Pfund ausgezeichnet, aber auch Ikonen der Kunstgeschichte. Allen voran steht hier das Werk eines deutschen Künstlers: Mit „Neger (Nuba)“ schuf Gerhard Richter 1964 einen Meilenstein in seinem eigenen Werk wie auch in der Kunst der 1960er Jahre. Unter Verwendung einer Fotoaufnahme aus Leni Riefenstahls Afrika-Dokubänden, die 1962 erstmals eine Totenfeier für eine verstorbene Nuba mit ihrer Kamera festhielt, betrieb er die Dekonstruktion der fotorealistischen Malerei bereits in dem Augenblick, in dem er sie neu erfand. Als eines der wenigen farbigen Bilder dieser Zeit ist es mit 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund veranschlagt – was durchaus ausbaufähig erscheint. Schon zweimal war das zwei Meter breite Gemälde bei Sotheby’s und wurde 1993 für nur 290.000 Pfund und 1995 für 270.000 Pfund versteigert. ...mehr

Auch in Bern ist von Krise keine Spur mehr: Kornfeld setzt Kunst des 19ten und 20ten Jahrhunderts hervorragend ab

Weltklasse


Paul Gauguin, Scène tahitienne – Te Arii vahine – Tahitienne royale, 1896

Auch Kornfeld in Bern schließt sich dem Trend an: Heftige Bietschlachten, die Versteigerung von 120 der 150 angebotenen Auswahlstücke, eine Quote von 140 Prozent des Gesamtschätzpreises, ein Ergebnis von 37 Millionen Franken, ließen das schlappe Jahr 2009 schnell vergessen – das Dreifache des damaligen Umsatzes stand diesmal unterm Strich. Größer war die Nachfrage bei Kornfelds einziger Auktion im Jahr selten, angesichts der hohen Qualität des Angebots aber auch kaum verwunderlich. Höhepunkte waren die 5,5 Millionen Franken für eine 1896 entstandene, lyrische „Scène tahitienne“ Paul Gauguins, die vorsichtig mit 2 Millionen Franken ausgezeichnet war, Alberto Giacomettis existenzialistisches „Portrait de jeune femme“ aus dem Jahr 1947 für 2,15 Millionen Franken statt 1,5 Millionen Franken oder die 1,9 Millionen Franken, auf die Auguste Rodins berühmter „Denker“ in seiner dritten, der kleinsten Fassung von 1903/17 schoss – von 250.000 Franken aus! Diese Auktion bewies es erneut: Kornfeld ist, zumal im Umfeld der Art Basel, Weltklasse und profitiert von einer internationalen Trophäenjagd, die die Aufwärtsspirale auf dem Kunstmarkt wieder schneller nach oben zu drehen scheint. ...mehr

Die Moderne Kunst fand bei Ketterer in München großen Anklang, bei den Zeitgenossen zeigten sich die Käufer etwas zurückhaltender

Heimatverbunden


Die Spitzenstücke gingen weg wie warme Semmeln. Kein Problem war es für das Münchner Auktionshaus Ketterer, Alexej von Jawlenskys kleine „Variation“ von 1915 für 125.000 Euro, Wladimir Bechtejeffs kecke nixenhafte „Reptilien“ um 1911 für 310.000 Euro oder Gabriele Münters ruhige „Landschaft mit Sonnenblumen“ aus dem Jahr 1910 für 320.000 Euro unter die Leute zu bringen und damit die zum Teil durchaus anspruchsvollen Schätzungen zu erfüllen. Mit seiner Hauptdomäne des deutschen Expressionismus hat das Team um Robert Ketterer einfach die größten Erfolge. Allein mit der Münter setzte es insgesamt mehr als 1 Million Euro brutto um: 300.000 Euro im Rahmen der Schätzung zahlte ein süddeutscher Händler für ihr Bildnis „Beim Malen“, das um 1911 wohl die Kollegin und Freundin Marianne von Werefkin zeigt, und von 140.000 bis 180.000 Euro auf 210.000 Euro kletterte ihre 1934 datierte Landschaft am „Staffelsee“. Nur 25 der 93 angebotenen Werke moderner Kunst fanden keinen Abnehmer. 12 Millionen Euro brutto spielten die die Frühjahrsauktionen insgesamt ein. Insbesondere deutsche Kunden fühlten sich bei Ketterers Angebot gut aufgehoben. ...mehr

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Luxus angeschlagen


Jean Desforges, Kommode, Paris um 1750

„Luxus pur“ lautet wieder das Motto von Kollers großer Einrichtungsauktion am kommenden Mittwoch. Doch ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht: Der Markt hat sich zuletzt als ziemlich eng erwiesen, die vergangenen Versteigerungen schwächelten mehr und mehr, auch als andere Branchen des Kunstmarktes schon wieder von Erholung und neuem Aufschwung sprachen. Koller hat sich der Lage angepasst und die Preise deutlich herabgesetzt. Prunkstücke wie eine ornamental geschmückte Kommode in Boulle-Marketerie und feinen Bronzen wohl von Nicolas Sageot um 1710 lagen im vergangenen Dezember noch bei 150.000 bis 250.000 Franken und nun bei 100.000 bis 150.000 Franken. Gute Kommoden des preislichen Mittelfeldes wie Roger Vandercruses Exemplar des Transition um 1775 für aktuell 35.000 bis 55.000 Franken hätte man zu besseren Zeiten wohl höher bezahlen müssen. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s – nicht ganz so stark wie bei der Konkurrenz

Künstlerische Selbstbefragung


Edouard Manet, Portrait de Manet par lui-même, en buste (Manet à la palette), um 1878/79

Einen Tag bevor Christie’s die vielleicht größte Londoner Kunstauktion seit Jahrzehnten abhält, fährt schon Sotheby’s eine Batterie von gut fünfzig Meisterwerken aus Impressionismus und Moderne im Gesamtwert von rund 100 bis 150 Millionen Pfund auf. Auch hier setzt man auf die Zugkraft einmaliger Trophäen und Ikonen der Kunstgeschichte des späten 19ten und 20ten Jahrhunderts. Weltberühmt, zahlreich ausgestellt und in jedem Standardwerk über Edouard Manet behandelt ist sein Selbstportrait „en buste“, auch als „Manet à la palette“ bezeichnet aus den späten 1870er Jahren. Der Künstler stand damals auf dem Höhepunkt seiner Jahre, freilich auch ein knappes halbes Jahrzehnt vor seinem etwas zu frühen Syphilistod, seine großen Gesellschaftsportraits lagen hinter ihm. In der Reihe der illustren Provenienz stehen unter anderem der deutsch-jüdische Bankier Jakob Goldschmidt, dessen bedeutende Sammlung 1958 unter den Hammer kam, der Casinobesitzer Stephan A. Wynn und nun, als Einlieferer, der Hedge-Fonds-Manager Steven Cohen. 20 bis 30 Millionen Pfund möchte er für das Gemälde sehen, das vor dreizehn Jahren noch 17 Millionen Dollar gekostet hatte. ...mehr

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