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Am 23.10.2017 Auktion 66: Autographen, Manuskripte, Musikalia

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Originelle Arbeiten wenig bekannter Meister bereichern die Alte Kunst im Wiener Dorotheum

Ausgefallen und hochkarätig


Alessandro Magnasco, Josef als Traumdeuter

Als Bühnenbildner brächte Alessandro Magnasco noch heute hervorragende Qualitäten mit. Mit großem Gespür für szenische Wirkung richtete der norditalienische Maler im frühen 18ten Jahrhundert die alttestamentliche Szene „Josef als Traumdeuter“ ein, in welcher der israelitische Patriarchensohn, eingekerkert im ägyptischen Gefängnis, nachdem er die Ehefrau Potiphars bedrängt haben soll, seinen Mitgefangenen deren Träume deutet. Eine hohe steinerne Halle mit gotischen Spitzbögen hat Magnasco dazu aufeinandergetürmt, hölzerne Emporen an den Wänden entlang gespannt, überall sitzen und lagern die armseligen, meist nur dürftig bekleideten Gefangenen, gefesselt an ihre klirrenden Ketten. Mit lockerem, fast nervösem Pinselstrich sind insbesondere die Details gezeichnet, Merkmal des späten Schaffens Magnascos. 1667 in Genua geboren und ebenda 1749 gestorben, aber überwiegend in Mailand tätig, gehörte er damit zu den Wegbereitern der norditalienischen Rokokomalerei. Seine Version von „Josef als Traumdeuter“ ist eines der Hauptlose auf der Versteigerung Alter Meister im Dorotheum. 200.000 bis 300.000 Euro möchte das Wiener Auktionshaus für die großformatige Leinwand sehen – das wäre zumindest auf dem Auktionsmarkt ein neuer Preisrekord für den Künstler. ...mehr

Alte Kunst und Antiquitäten stießen bei Neumeister in München auf reges Interesse

Frühling mit Frühling


Johann Franz Albert Frühling, Tafelaufsatz mit vier Gewürzgefäßern, Augsburg 1765/67

Ein Gemälde und ein Objekt aus Silber standen an der Spitze der Zuschlagsliste der Versteigerung Alter Kunst bei Neumeister in München. Beides waren große Überraschungen für Einlieferer und Veranstalter. Eduard Gaertners lediglich 25 mal 31 Zentimeter großes Ölbild „Berlin – Der Königsgraben mit der Herkulesbrücke“ aus dem Jahr 1836 hatte Neumeister lediglich mit 20.000 bis 25.000 Euro angesetzt. Nach langem Bietgefecht aber bewilligte ein deutscher Sammler für die realistische Momentaufnahme, die sich so ganz den Sehgewohnheiten der vedutenverwöhnten Betrachter jener Zeit entzieht, stolze 162.000 Euro und mit Aufgeld sogar etwas über 205.000 Euro. Das andere Toplos war ein großer Rokokotafelaufsatz des Augsburger Silberschmieds Johann Franz Albert Frühling aus den 1760er Jahren, dessen figürlichen Schmuck ein Jäger mit erhobener Flinte samt Jagdhunden bildete. Bei einer Schätzung von 35.000 bis 40.000 Euro erzielte das außerordentlich fein gearbeitete Gebilde schließlich 130.000 Euro – vielleicht auch dank der schönen Aufmachung des Auktionskatalogs für Kunsthandwerk, in dessen Mittelpunkt Neumeister diesen Aufsatz gestellt hatte. ...mehr

Bücher, Autografen, Inkunabeln und dekorative Grafik in Hülle und Fülle bei Bassenge in Berlin

Tod und Trümmer


Johann Georg Rosenberg, Vuë de la tour de l’église allemande située à la place Gens d’armes à Berlin, 1781

Freunde aller Arten bibliophiler Kostbarkeiten dürfen sich auf die bevorstehende Versteigerung freuen, mit der das Berliner Auktionshaus Bassenge vom 17. bis zum 20. April seine Frühjahrssaison eröffnet. In vier teils dicken Katalogbänden hat das Unternehmen die Einlieferungen an Büchern, Autografen, Inkunabeln und dekorativer Grafik zusammengestellt, gut dreitausend Losnummern sind insgesamt verzeichnet. Den Beginn macht am Mittwochnachmittag ein Konvolut dekorativer Grafik, das vor allem mit schönen Stadtansichten aufwarten kann. Darunter befinden sich einige Radierungen berühmter Bauten in Berlin von dem auf solche Veduten spezialisierten Johann Georg Rosenberg. Im Juli 1781 stand er auch vor den Trümmern des sogenannten Deutschen Domes in Berlin, dessen noch unvollendeter Turm soeben erst eingestürzt war. Die Blätter des Meisters liegen preislich zwischen 1.500 bis 2.500 Euro. ...mehr

Gemälde des 19ten Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Gelangweilt an der Seite ihres Alten


Ferdinand Georg Waldmüller, Kirchgang im Frühling, 1863

Sie sind wohl zur Kirche unterwegs, die drei Damen, die da unter der Frühlingssonne munter durch die Landschaft stapfen. Großmutter muss sich schon am Arm einer jüngeren Frau, vielleicht ihrer Tochter, stützen, die das Gebetbuch schützend gegen das gleißende Licht über die Augen hält. Vorneweg läuft ein kleines Mädchen. Alle drei haben Blumensträuße in der Hand. Aber wie fast immer, wenn es sich um ein Werk des österreichischen Malers Ferdinand Georg Waldmüller handelt, hat auch dieses Bild einen oder mehrere Haken. Auffällig ist schon, wie viel von der zur Verfügung stehenden Fläche Waldmüller für die genaue Ausformulierung des dichten Gehölzes und der Büsche verwendet hat, die in Laufrichtung der Dreiergruppe liegt, als sei eigentlich dieses undurchdringliche, wohl metaphorisch zu verstehende Gewirr der Gegenstand des Gemäldes. Entstanden ist es als Spätwerk 1863, zwei Jahre vor dem Tod des Meisters. Am 16. April bildet es das Hauptlos der Versteigerung von Gemälden des 19ten Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum, ausgestattet mit einer Schätzung im mittleren sechstelligen Euro-Bereich. ...mehr

Kunst und Kunsthandwerk aus Russland bei Fischer in Heilbronn

Schnittpunkte der Kulturen


Vasenpaar, Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, um 1825/55

Wer sich für russisches Kunsthandwerk und dabei insbesondere die luxuriösen Erzeugnisse der großen Porzellan- und Glasmanufakturen sowie der Schmiedemeister aus der letzten Zarenzeit interessiert, wer Ikonen aus dem christlich-orthodoxen Raum sammelt und nebenbei auch Gemälde von Meistern mag, die im 19ten Jahrhundert unter westlichem Einfluss arbeiteten, der wird vom Heilbronner Auktionshaus Fischer in diesem Frühjahr wohl mit am besten bedient. Über achthundert Losnummern listet der mächtige Katalog zur Versteigerung am 13. April, und fast alle Kategorien des umfangreichen Programms sind hochkarätig besetzt. Ein Hang zur äußerlichen Pracht ist dabei nicht zu übersehen. In kontrastreichem Farbklang aus Rot-Gold prangt etwa ein Paar großer Amphorenvasen der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg, die stilistisch noch in den Bahnen von Klassizismus und Empire wandeln und der Zeit Nikolaus I. gegen Mitte des 19ten Jahrhunderts zugeordnet werden. 15.000 bis 20.000 Euro sind für das Duo veranschlagt. ...mehr

Gute Ergebnisse: Alte und neue Grafik bei Venator & Hanstein

Auf der Jagd nach Runges Tageszeiten


Philipp Otto Runge, Die vier Tageszeiten, 1803-1805

Die Versteigerungen bei Venator & Hanstein gehören gewöhnlich nicht zu denjenigen, auf denen die erstaunlichsten Ergebnisse einer Auktionssaison erzielt werden. Druckgrafiken, wie sie hier vornehmlich angeboten werden, klettern ja selten einmal in astronomische Höhen. Diesmal aber gab es doch eine kleine Sensation. In der Rubrik „Druckgrafik und Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts“ hatte das Kölner Auktionshaus Philipp Otto Runges Kupferstichzyklus „Die Vier Tageszeiten“ aus den Jahren 1803/05 im Programm, und zwar den kompletten Satz in seinem extrem seltenen ersten Druckzustand, bevor Runge zusätzlich eine Beschriftung einfügte. Exemplare dieser Auflage, die mit nur etwa 25 beziffert werden, sind in der Vergangenheit zwar schon häufiger erheblich im Preis angestiegen, doch so groß wie jetzt in Köln gestaltete sich die Erhöhung über den Schätzwert hinaus bisher noch nicht: 40.000 Euro waren für die vier auch im Erhaltungszustand insgesamt erfreulich mängelfreien Blätter veranschlagt, doch erst bei 260.000 Euro endeten die Gebote – Weltrekord für diesen Zyklus, der zu den Schlüsselwerken der deutschen Frühromantik gezählt wird. Nach dem intensiven Bietgefecht erhielt ein Telefonbieter aus Übersee den Zuschlag. ...mehr

Nicht zuletzt die Sammlung Joop verhalf den Alten Meistern bei Koller in Zürich zum Erfolg

Steil nach oben


Guido Reni, Mariä Himmelfahrt, um 1596/97

Von einer Krise des Altmeistermarktes ist derzeit häufiger die Rede. Mal zu knapp, mal zu schlecht sei das Angebot, hörte man Insider in der jüngsten Vergangenheit oft klagen. Bei Koller schien man am 22. März derartige Schwierigkeiten nicht zu kennen: Rund als zwei Drittel der knapp 130 Gemälde Alter Meister, die das Zürcher Auktionshaus den Kunden in seiner großen Frühjahrsauktion offerierte, wurden dabei übernommen, teils mit erheblichen Wertsteigerungen. Prominentestes Beispiel war die „Mariae Himmelfahrt“ des berühmten Bologneser Barockmalers Guido Reni aus den späten 1590er Jahren, die nicht nur mit ihrer hervorragenden Qualität, sondern auch mit erlesener Provenienz aufwarten konnte. Schon Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Kaiser Napoleons, und die Besucher der Eremitage in St. Petersburg haben ihre Augen auf die vielfigurige Szene im goldenen Wolkenhimmel geworfen. Zuletzt in Schweizer Privatbesitz, hatte Koller die knapp sechzig Zentimeter hohe Kupfertafel dort nach 40 Jahren wieder zum Vorschein gebracht und vorsichtig auf 80.000 bis 120.000 Franken taxiert. Gezahlt wurden für das Frühwerk des Meisters schließlich aber 1,05 Millionen Franken. ...mehr

Skandinavisches Design und Murano-Glas begeisterten die Kunden bei Quittenbaum in München

Stuhl und Katze


Finn Juhl, Armlehnsessel „Chieftain“, 1949

Es war ein zähes Ringen, das eine überlange blaue Katze hervorrief: Bis auf 11.000 Euro kämpften sich die Interessenten um das Mitte der 1950er Jahre von Gio Ponti entworfene und von Paolo De Poli in Padua ausgeführte Schmuckstück bei der vergangenen Designauktion von Quittenbaum in München hinauf. Als Sieger bei der gebogenen, mit Silberfolie belegten und farbig emaillierten Kupferblechskulptur, die gerade einmal auf 3.000 bis 3.500 Euro taxiert war, ging ein Amerikaner hervor. Das teuerste Objekt des Tages war die Katze damit allerdings nicht: Ein eleganter „Chieftain“-Armlehnsessel des dänischen Designers Finn Juhl aus dem Jahr 1949 – ein Jahr zuvor hatte der junge Juhl gerade seinen internationalen Durchbruch geschafft – erreichte 16.000 Euro, blieb damit allerdings mindestens 2.000 Euro unterhalb der Schätzung hängen. Das ist bei Quittenbaum allerdings nicht ungewöhnlich: Gern werden die Taxen etwas höher angesetzt, um Interesse zu wecken. Werden sie dann nicht ganz erreicht, erfolgt der Zuschlag oft trotzdem. ...mehr

Gute Ergebnisse für Glaskunst von der Antike bis zur Gegenwart bei Fischer in Heilbronn

Herzdame besticht


Jagdpokal, Lauenstein, 1750/60

Bemerkenswert gut lief die Glasversteigerung des Heilbronner Auktionshauses Jürgen Fischer am 16. März. Über sechzig Prozent des knapp tausend Objekte umfassenden Angebots konnte Fischer weitervermitteln – ein für die spezialisierte Branche beachtlicher Wert. Rechnet man die Vorbehaltszuschläge heraus, blieben immer noch gute 49 Prozent verkaufter Positionen übrig. Besonders die alten Gläser, die teils sehr günstig angesetzt waren, wurden zeitweise in fast ununterbrochener Folge übernommen, hohe Steigerungen inbegriffen: So verdoppelte sich die obere Schätzung für eine venezianische Deckeldose um 1700 mit den für ihren Fertigungsort so charakteristischen milchigen Fäden in Netzform auf 4.000 Euro, eine alpenländische Schnapsflasche in zartem Manganschleier brachte es gar von 500 Euro auf 7.000 Euro. Auf 2.500 Euro schossen zwei unscheinbare und wohl daher nur mit 200 bis 300 Euro taxierte, grüne Flaschen aus dem deutschen und österreichischen Raum des 18ten oder 19ten Jahrhunderts. ...mehr

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Berlin entdeckt Fahrelnissa Zeid

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