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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Auch Christie’s will mit der zeitgenössischen Kunst in New York hoch hinaus

Im Millionentaumel


Die New Yorker Abendauktionen gehen in die nächste Runde: Am 12. November steigt Christie’s mit mehr als siebzig zeitgenössischen Werken im Gesamtschätzwert von bis zu sage und schreibe 684 Millionen Dollar in den Ring. So hoch lagen die Erwartungen noch nie, und ob das gut geht, muss sich zeigen. Die Impressionisten und klassische Moderne stagnierten auf den großen Abendversteigerungen Mitte vergangener Woche und sorgten für Enttäuschung. Für die schicken Gegenwartskünstler soll es dennoch immer höher und höher gehen. Um an die besten Stücke zu gelangen, hat Christie’s wie Erzrivale Sotheby’s eine Reihe hoher Gewinngarantien abgegeben. Dazu gehören etwa Roy Lichtensteins „Seductive Girl“ von 1996, ein Jahr vor des Meisters Tod im Rasterlook gemalt und trotz anvisierter 22 bis 28 Millionen Dollar doch nur die Nummer acht oder neun der Schätzpreisliste, und Jean-Michel Basquiat radikal-expressive Verbildlichung eines gekrönten Knochenkönigs aus dem entscheidenden Schaffensjahr des Jamaikaners 1982 für 25 bis 35 Millionen Dollar. Das gleiche gilt für drei weitere Basquiats, darunter die in ihrer Wirkung nicht weniger berührende Papierarbeit „Head of Madman“ ebenfalls von 1982 für 7 bis 9 Millionen Dollar und die ein Jahr jüngeren „Blue Heads“ auf fast drei Metern Breite für 8 bis 12 Millionen Dollar. ...mehr

Sotheby’s hat nicht ohne etliche Garantieversprechen Ikonen der Kunst nach 1945 für seine New Yorker Auktion akquiriert

Frische Ware für einen gierigen Markt


Knapp eine halbe Milliarde Dollar – das war im vergangenen Mai bei Christie’s in New York das weltweit höchste Ergebnis, das je auf einer Auktion erzielt werden konnte. Sotheby’s lag damals mit knapp dreihundert Millionen Dollar weit dahinter. Nun setzt das ältere Unternehmen erneut zur Verfolgungsjagd in der großen Abendveranstaltung zeitgenössischer Kunst an. Bis zu 424 Millionen Dollar erwartet Sotheby’s für seine 64 Losnummern, um die zehn zweistellige Millionenpreise sollen Abstrakter Expressionismus, Pop Art & Co. generieren. Den höchsten Zuschlag erhofft man bei Andy Warhol. Der 1987 verstorbene Amerikaner ist mit einem seiner zynischen „Death and Disaster series“-Bilder unterwegs, „Silver Car Crash“ von 1963 auf Monumentalformat von mehr als vier Metern Breite. Bemalt ist nur die linke Hälfte mit der 15fachen Schwarz-Weiß-Wiederholung eines tödlichen Autounfalls. Die rechte Seite ist dagegen silbrig leer. Der Käufer wird sich in eine illustre Provenienzliste eintragen können, Bruno Bischofberger, Charles Saatchi und Thomas Ammann gehörten zu den Vorbesitzern, auch in den Galerien von Gunter Sachs und Ernst Beyeler hing die Riesenleinwand schon. Zuletzt wechselte sie 1989 den Besitzer. 60, vielleicht sogar 80 Millionen Dollar sollen bei der Versteigerung dafür herauskommen. Letzterer Wert wäre ein neuer Warhol-Auktionsrekord, der den bei Christie’s aus dem Jahr 2007 für den gleichaltrigen „Green Car Crash“ mit 64 Millionen Dollar in den Schatten stellen soll. ...mehr

Zeitgenössische Kunst stieß bei Christie’s in London auf ein spendables Publikum

Schlitze, Fetzen und Farben


Eine über neunzigprozentige Zuschlagsquote – das ist ein Wert, von dem die meisten Auktionshäuser in der Welt wohl nur träumen können. Für Christie’s in London ist das dagegen fast ein Normalwert, dennoch war die Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 18. Oktober nur eine kleine Sensation. Zwar übertrafen die Gesamtumsätze von knapp 27,8 Millionen Pfund für die allgemeine und 26,8 Millionen Pfund für die Italiener – immerhin das beste Ergebnis in dieser Sparte – diejenigen von Sotheby’s einen Tag zuvor, auch konnten mehr Millionenwerte und Auktionsrekorde erzielt werden. Über 2,6 Millionen Pfund für Alberto Burris „Sacco“ kam man aber nicht hinaus. Die zusammengenähten, braunen Sackfetzen von 1953, die als abstrakte, fast zeichnerische Komposition, aber auch als Erinnerung an Burris Kriegserfahrungen gelesen werden können, waren mit 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund bewertet. Mit Glenn Brown, der bei Sotheby’s mit 3,1 Millionen Pfund den Höchstpreis generiert hatte, verbuchte Christie’s nur 2 Millionen Pfund. Das war die untere Schätzung von „Böcklin’s Tomb“ aus dem Jahr 1998, einer großformatigen Weltraumodyssee mit mehreren im Blau des Alls dahindriftenden Welten nach Chris Foss’ „Floating Cities“ von 1981. ...mehr

Bei der Auktion „Contemporary Art“ von Sotheby’s in London lag das Augenmerk auf den Newcomern und den Italienern

Kohle für die Jungen


Solide Ergebnisse, aber keine Sensationen brachte die Versteigerung zeitgenössischer Kunst hervor, mit der Sotheby’s in London seinen Reigen der großen Kunstauktionen im Herbst eröffnete. Gerade einmal fünf Millionenpreise schafften die knapp fünfzig Losnummern des allgemeinen Programms, einen weiteren gab es im „Italien Sale“. Teuerster Kandidat wurde Glenn Brown mit seinem gigantischen Weltallbild „Ornamental Despair“ von 1994, das auf einem der berühmten Poster von Chris Foss aus dem Jahr 1986 basiert. Hier konnte die obere Schätzung von 3 Millionen Pfund sogar noch um 100.000 Pfund überschritten werden. Dahinter folgte mit geziemendem Abstand Andreas Gurskys fast vier Meter breite Fototafel „Paris, Montparnasse“ mit einer Frontalansicht einer Wohnmaschine Le Corbusiers aus dem Jahr 1993 für taxgerechte 1,25 Millionen Pfund. Mit dem Geld will die Deutsche Telekom nun Kunst aus ihrem neuen Sammelgebiet, aus Ost-, Südosteuropa und der Türkei ankaufen. Allerdings scheiterte Gursky später mit zwei weiteren seiner artifiziellen Fotografien an bis zu 850.000 Pfund, ebenso übrigens wie Gerhard Richter mit seinem Abstrakten Bild Werknummer 820-1 in Gelbgrün von 1994 für geschätzte 1,5 bis 2 Millionen Pfund. ...mehr

Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber in München

Vorsicht, Pfarrer!


John Martin, Engel blicken auf eine Schlacht

Apokalyptische Visionen waren seine Spezialität. Als John Martin 1821 sein großformatiges Gemälde „Belsazars Fest“ der britischen Öffentlichkeit vorstellte, war das Aufsehen groß. Hatte der im Revolutionsjahr 1789 geborene Maler das alttestamentliche Geschehen doch in eine gewaltige mesopotamische Architektur eingepasst, mit einem riesigen Hof, Tausenden von Statisten, unter einem Himmel, für den die Bezeichnung „gewittrig“ eine lächerliche Untertreibung wäre, und mit im Dunkel des Hintergrundes aufscheinenden Bauten, für deren Errichtung man heute noch Jahre bräuchte. Jede Massenszene auf der Opernbühne wäre dagegen Kinkerlitzchen. Ganz so monumental geht es auf dem Gemälde, das Karl & Faber in München zur Auktion bringen, nicht zu. Doch auch hier schwebt eine Engelsschar auf überwucherten Felsbrocken über dem dräuenden Himmel, während auf Erden gerade zwei Heere aufeinander losrennen. Das knapp einen Meter breite Gemälde ist also ein typischer, surreal-fantastischer Martin. Aus Schweizer Privatbesitz wird es nun eingeliefert, und Karl & Faber bieten es für 25.000 bis 35.000 Euro an. ...mehr

Design im Wiener Dorotheum

Licht, das von der Lampe kommt


Ron Arad, Armlehnstuhl „New Orleans“, 1999

Es gehört schon einige Überwindung dazu, die Möbel des israelischen Designers und Architekten Ron Arad nicht nur anzuschauen, sondern auch wirklich zu nutzen. So dürfte sein Sessel „New Orleans“ von 1999 aus Polyester nicht nur ziemlich hart sein, auch die expressive Bemalung mit roten Spritzern auf schwarzem Grund macht es nicht leicht, sich einfach auf ihm niederzulassen. In der Form erinnert er an Arads berühmten „Big Easy“ aus Edelstahl, die Farbigkeit aber macht ihn zu einem Einzelstück. Immerhin recht praktisch mutet ein zweiteiliges Ensemble des 1951 geborenen Entwerfers aus ungefasstem Edelstahl an, lässt sich der Stuhl doch in vier verschiedene Positionen bringen. Zusammen mit dem Fußschemel entstand er 1992/94. Beide Arbeiten Arads gehören zu den Hauptlosen der kommenden Designversteigerung im Dorotheum. Der „New Orleans“-Sessel liegt bei 50.000 bis 60.000 Euro, das mit der Exemplarnummer 1/94 ausgezeichnete Duo bei 30.000 bis 40.000 Euro. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in New York

Futur now!


Nach den Londoner Auktionen zum Warmlaufen erwartet die Kunstwelt Anfang November in New York wieder die große Sause mit den Auktionen von Impressionisten und klassischen Modernen. Am 6. November ist Sotheby’s dran und erwartet mit seinen 65 Losnummern im besten Fall fast 314 Millionen Dollar. Mehrmals sollen zweistellige Millionenwerte erzielt werden, etwa für Alberto Giacomettis „Grande tête mince“, eine ausdrucksvolle, betont schmale Büste seines Bruders Diego Giacometti aus den Jahren 1954/55, die in nur sechs Exemplaren existiert. Ein anderes Exemplar hatte vor dreieinhalb Jahren bei Christie’s bei einer Taxe von 25 bis 35 Millionen Dollar einen Zuschlag von 47,5 Millionen Dollar, einschließlich Aufgeld fast 53,3 Millionen Dollar erzielt. Für das vorliegende Exemplar stehen 35 bis 50 Millionen Dollar auf dem Etikett. ...mehr

Kunstgewerbe aus Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Spazierstöcke für jeden Geschmack


Henkelvase „Libellules“, Daum Frères, 1895

Am 5. und 6. November lädt das Münchner Auktionshaus Quittenbaum wieder zur großen Versteigerung von Kunstgewerbe aus Jugendstil und Art Déco ein. Den Anfang machen die französischen Glasarbeiten berühmter Firmen wie Emile Gallé und Daum Frères. Zu den Höhepunkten gehört hier eine 1895 entstandene Henkelvase von Daum mit überlebensgroßer Darstellung einer Libelle für 6.000 bis 8.000 Euro. Ungewöhnlich ist die Form einer Vase derselben Firma von 1901, die wie ein kirchlicher Messkelch wirkt, mit allerlei Pflanzen und einem Käfer in herbstlicher Pracht aber ganz Daum-typisch dekoriert ist. Hier werden 6.500 bis 7.500 Euro erwartet. In Sonnengelb strahlt eine Gallé-Vase mit blühenden Chrysanthemen aus den Jahren 1896/97 für 5.000 bis 6.000 Euro. 9.000 bis 12.000 Euro soll die etwas jüngere Tischlampe „Clématites“ in charakteristischer Pilzform kosten. ...mehr

Mit der ergiebigen Sammlung Krugier überholt Christie’s in New York die Konkurrenz bei der impressionistischen und modernen Kunst

Gezeichneter Bruder


Wie in den vergangenen Auktionsrunden in New York wird bei den Impressionisten und Modernen Anfang November Christie’s wohl die Nase vorn haben. Zwar muss sich der Auktionsriese für die Abendauktion am 5. November mit fast zwanzig Einlieferungen weniger und einer entsprechenden Gesamttaxe von bis zum 278 Millionen Dollar begnügen, doch kommt einen Tag zuvor noch die fulminante Sammlung von Jan Krugier hinzu. Schon die Spitzenwerte der Hauptauktion erklimmen ähnliche Höhen wie einen Tag später bei der Konkurrenz, und auch die Nummer eins ist identisch: Alberto Giacometti. Er stellt bei Christie’s allerdings keine Skulptur, sondern ein Gemälde. Sein grau-düsteres, in der Textur stark zeichnerisches Bildnis des Bruders „Diego en chemise écossaise“ von 1954 würde mit 30 bis 50 Millionen Dollar das mit Abstand teuerste auf einer Auktion versteigerte Ölbild des Meisters. Der bisherige Rekord liegt bei 13 Millionen Dollar für ein „Portrait de Caroline“, erzielt bei Sotheby’s im Mai 2008. Für vorliegendes Gemälde liegt bereits ein unwiderrufliches Gebot vor. ...mehr

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News vom 18.10.2017

Chobot Skulpturenpreis für Sofie Thorsen

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Druckgrafik von Georg Baselitz in Morsbroich

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Karl Fred Dahmen zum 100. Geburtstag in Duisburg und Düren

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Museum Ludwig Köln würdigt den Fotografen Werner Mantz

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