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AktuellAktuell:Auktionen

Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London: Der Umsatz hat sich halbiert

Blühendes Geschäft mit welken Sonnenblumen


Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London

Die goldenen Zeiten scheinen auch auf dem Markt für zeitgenössische Kunst vorerst vorbei zu sein. Diesen Eindruck jedenfalls vermittelt die Bilanz der Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in London. Mit knapp 69,5 Millionen Pfund Gesamtumsatz einschließlich der Aufgelder – im vergangenen Jahr waren es noch 123,5 Millionen Pfund – rangiert die Auktion auch für Londoner Verhältnisse relativ weit unten, zumal sich nicht nur 12 der 55 Offerten als Ladenhüter entpuppten, sondern nicht weniger als vier weitere, großteils hochkarätige Werke im Vorfeld von den Besitzern wieder aus der Auktion genommen wurden. Besonders geärgert haben dürfte man sich dabei über den Abzug von Gerhard Richters grau-bunt schimmerndem „Abstraktem Bild“ Nummer 725-4 von 1990, war es mit einigermaßen realistischen 14 bis 20 Millionen Pfund doch als Hauptlos der gesamten Veranstaltung vorgesehen. So schaffte es der berühmte deutsche Malerstar mit 1,25 Millionen Pfund etwas oberhalb der Erwartungen für ein 1968 datiertes Exemplar seiner „Gebirge“-Serie noch gerade eben unter die teuersten Zehn. ...mehr

Renoir, Cézanne, Chagall und Léger sind einige große Namen, die bei Christie’s in London für gute Ergebnisse sorgten. Aber auch die Kunst aus Deutschland kam nicht zu kurz

Kosmische Schwangere


Egon Schiele, Selbstbildnis mit gespreizten Fingern, 1909

Die beiden Abendauktionen bei Christie’s in London begeisterten rund um den Globus: Bieter aus 35 Ländern waren an dem erfolgreichen Abschluss der Sparten „Impressionist & Modern Art“ und „Surrealist Art“ beteiligt. In beiden Bereichen lag die losbezogene Verkaufsquote bei rund 75 Prozent, die wertmäßige bei 87 Prozent, was laut Jay Vincze, Direktor der Abteilung, von einem „soliden Ergebnis“ zeugt. Bei den Modernen stand mit 6,4 Millionen Pfund eine hochrechteckige Leinwand Egon Schieles von 1909 an der Spitze. Mit seinen metallischen Effekten und dem Bezug auf die Fläche spiegelt das „Selbstbildnis mit gespreizten Fingern“ noch den Einfluss von Schieles Mentor Gustav Klimt wider, markiert zugleich jedoch schon die stilistische Abkehr hin zu einem reiferen, expressionistischen Stil. Vorgesehen waren hierfür 6 bis 8 Millionen Pfund. Nur knapp dahinter rangierte Marc Chagalls verträumtes Gemälde „Les mariés de la Tour Eiffel“ von 1928, das mit 6,2 Pfund eher am oberen Rand der Schätzungen von 4,8 bis 6,8 Millionen Pfund ankam. Das von Rottönen dominierte Bild mit fliegendem Engel, der einen Blumenstrauß überreicht, ist eine innige Liebeserklärung an die Ehefrau des Künstlers, Bella Chagall. ...mehr

Das Wiener Auktionshaus im Kinsky hat den Jahresauftakt mit zeitgenössischer Kunst bravourös gemeistert und konnte sich dabei auf den Nachlass der Wiener Galeristin Helga Vavrousek verlassen

Kleine Preise, große Wirkung


Selbst dann, wenn sie nicht die großen Meisterwerke international arrivierter Künstler zu bieten haben, entfalten Privatsammlungen auf dem Markt häufig eine große Anziehungskraft. In seiner jüngsten Versteigerung erbrachte das Wiener Auktionshaus im Kinsky für diese Behauptung einen besonders durchschlagenden Beweis. So wurden in der Nachlassversteigerung der 2015 verstorbenen Galeristin Helga Vavrousek, die über dreißig Jahre lang bis 2005 die Galerie Contact im ersten Wiener Bezirk betrieben hatte, fast alle der über dreihundert Losnummern weitervermittelt; die losbezogene Zuschlagsquote lag bei 96 Prozent. Rund fünfzig davon stellte Hans Staudacher, dennoch war der Zuspruch groß. Besonders begehrt war eine undatierte Leinwand mit dem Titel „Von – Bis“, auf der eine Vielzahl kleiner Einzelbildchen von bunten Linien umspielt wird. Auf 15.000 Euro angesetzt, erzielte das fast zweieinhalb Meter breite Bild stattliche 50.000 Euro und markiert damit das obere Ende der bisherigen Auktionspreise für den 1923 geborenen Künstler. Weitere Werke des Meisters der tachistischen Malerei rangierten, ebenfalls fast immer oberhalb der Taxen, bei bis zu 15.000 Euro. ...mehr

Design und Film bei Quittenbaum in München

Käfer unterm Tisch


Olivier Mourgue, Zweiersofa „Djinn“, 1965

Als 1968 Stanley Kubricks fast dreistündiges Weltraumepos „2001 – A Space Odyssey“ in die Kinos kam, machte der Film auf mehrere Weise Furore: als tricktechnische Revolution, als Neudefinition des Science Fiction-Genres, als intellektuelle Herausforderung – und als Designklassiker. Bis heute gelten Gestaltung und Ausstattung der darin gezeigten Interieurs als Inbegriff futuristischen Designs der späten 1960er Jahre, ja teilweise schienen sie sogar ihrer Zeit voraus zu sein. Freilich: Nicht nur Kubrick, sondern auch viele andere Regisseure legten großen Wert auf die gestalterische Ausstattung ihrer Sets und prägten damit gelegentlich die Bilder ganzer Epochen. Was also liegt näher, als Film und Design auch auf dem Kunstmarkt einmal zusammenzubringen? ...mehr

Müde Kämpfe um die impressionistische und moderne Kunst von Sotheby’s in London

Absacker


Es läuft momentan nicht wirklich rosig für das Auktionshaus Sotheby’s. Nachdem das börsennotierte Unternehmen schon das letzte Quartal des vergangenen Jahres mit einem dicken Minus abgeschlossen hat, scheint ihm jetzt auch die schwächelnde Wirtschaft vor allem im asiatischen Raum schaffen zu machen. Auf der jüngsten Abendversteigerung impressionistischer und moderner Kunst am 3. Februar in London trat dies deutlich zu Tage: 15 von 53 Werken und damit mehr als ein Viertel gingen an die Einlieferer zurück, eine Reihe weiterer Arbeiten verfehlte zum Teil deutlich die preislichen Erwartungen. Dementsprechend mager, gemessen an der Gesamtschätzung, fiel mit brutto 93,7 Millionen Pfund der Umsatz der Veranstaltung aus. ...mehr

Das Getty auf Einkaufstour bei den Alten Meister von Sotheby’s in New York

Viel Geld für Gold


Orazio Gentileschi, Danaë, 1621

Sie lässt sich nur allzu gerne von dem Goldregen betören, die „Danaë“ Orazio Gentileschis, die sich nackt auf einem Bett räkelt und ihren Arm den niederprasselnden Goldmünzen entgegenstreckt. Aufgeschreckt vom Orakel, dass sein eigener Enkel ihn töten werde, sperrt Danaës Vater, König Akrisios von Argos, die Schöne vor der Männerwelt weg. Doch Göttervater Zeus findet Zugang zu ihrem Verlies, verwandelt sich in einen goldenen Regen, kommt über sie und zeugt mit ihr den Helden Perseus. Die Provenienz der über zwei Meter breiten Leinwand Gentileschis lässt sich bis zu ihrer Entstehung im 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Genueser Adelige Giovanni Antonio Sauli beauftragte 1621 den römischen Maler mit der Ausführung von drei Gemälden für seinen Palast. Neben der „Danaë“, die bis 1975 im Besitz der Adelsfamilie blieb, gehörten zu der Serie noch eine „Reuige Magdalena“, heute im New Yorker Privatbesitz, und „Lot und seine Töchter“, die sich seit 1998 im Getty Museum in Los Angeles befinden. Kein Wunder also, dass das kalifornische Großinstitut sich für die an Caravaggios Naturalismus geschulte „Danaë“ interessierte, die nun in der Auktion „Master Paintings“ bei Sotheby’s in New York zum Verkauf stand, ausgezeichnet mit einer hohen Erwartung von 25 bis 35 Millionen Dollar. Das Getty ließ sich den Erwerb auch nicht streitig machen und legte schließlich 27 Millionen Dollar auf den Tisch, mit Aufgeld gar knapp 30,5 Millionen Dollar. Das ist nicht nur Auktionsrekord für Orazio Gentileschi, sondern auch der höchste Preis, der bisher für die italienische Barockmalerei des 17. Jahrhunderts gezahlt wurde. ...mehr

Gemischt war die Nachfrage in der Jubiläumsauktion bei Neumeister in München

Modisches Lüsterweibchen


Joseph Anton Feuchtmayer, Entwurf zu einem Hochaltar mit obeliskartigem Aufbau, 1759

Recht unscheinbar trat bei geschätzten 4.000 Euro der Entwurf eines Hochaltars mit obeliskartigem Aufbau aus der Feder des Bildhauers Joseph Anton Feuchtmayer auf. Doch das Blatt aus dem Jahr 1759 mit den rokokohaft bewegten Heiligen, Engeln und Putten blieb in der letzten Versteigerungsrunde bei Neumeister in München nicht unentdeckt. Mehrere Interessenten kämpften hartnäckig um die fein mit Tuschfeder und Bleistift ausgeführte Studie und hoben ihren Wert schließlich auf 44.000 Euro. Die Jubiläumsauktion zum 90. Geburtstag des Seniorchefs Rudolf Neumeister hielt noch einige andere Überraschungen bereit. Als Verkaufsschlager entpuppten sich etwa ein schwäbisches Lüsterweibchen mit modischem Kopfputz des frühen 16. Jahrhunderts, das ein britischer Kunde von 40.000 Euro auf 82.000 Euro trieb, oder Franz von Stucks „Tilla Durieux als ‚Circe‘“. Wie zu Lebzeiten der Schauspielerin umschwärmten gleich mehrere Bieter, zeitweise sechs im Saal sowie am Telefon, das in Pastellfarben gemalte Portrait, was den Schätzpreis von 15.000 Euro in eine Ausgabe von 50.000 Euro verwandelte. ...mehr

Ein Deutscher in London: Gerhard Richter führt die zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s an

Meister der Gegenwart – tot oder lebendig


Klassiker der zeitgenössischen Kunst, darunter auch längst schon verblichene und trotzdem bis heute zu den Meistern der Gegenwart gezählte, bestimmen die kommende Abendversteigerung dieser Branche bei Sotheby’s in London. Piero Manzoni beispielsweise starb schon 1963, also vor über fünfzig Jahren, gerade einmal dreißigjährig, wirkt mit seinen konzeptuellen Arbeiten aber bis in die aktuelle Kunstproduktion hinein. Seine aus Kaolin geformten, wie in Stuck getunkte Stoffe wirkenden „Achrome“ erfreuen sich nach wie vor höchster Beliebtheit, wie die Schätzung von 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund für ein um 1959 datiertes Exemplar in horizontaler Faltung belegt. Auch Alberto Burri segnete schon 1995 das Zeitliche und gehört doch wie Manzoni ganz selbstverständlich zu den Hauptvertretern der italienischen Gegenwartskunst. Mit seinem ebenfalls um 1959 entstandenen „Sacco e Rosso“ hat Sotheby’s viel vor: Die eineinhalb Meter hohe Collage aus Sackleinenfetzen über rot-schwarzem Grund soll mit 9 bis 12 Millionen Pfund einen neuen Burri-Auktionsrekord einspielen. ...mehr

Sehr gute Ergebnisse für erlesene Kunstwerke im Wiener Aktionshaus im Kinsky

Klassiker der Moderne besser als die Alten


Albin Egger-Lienz, Drei Schnitter, um 1921

Mit großem Abstand war die klassische Moderne die interessanteste Abteilung der letzten Versteigerungsrunde im vergangenen Jahr beim Wiener Auktionshaus im Kinsky. Hier wurde mit rund 5 Millionen Euro einschließlich der Aufgelder nicht nur das meiste Geld umgesetzt, sondern konnten auch die höchsten Einzelpreise und überraschende Wertsteigerungen ebenfalls in erstaunlicher Fülle verzeichnet werden. Vor allem zwei Künstler im preislichen Mittelfeld ragten hier hervor. Der eine hieß Carl Moll, Jahrgang 1861 und trotz seines langen, bis 1945 währenden Lebens immer ein Vertreter kraftvoller spätimpressionistischer Landschaftsmalerei. Sein 1901 datierter sonniger „Blick von der Villa Billroth auf den Wolfgangsee“ von 1901 ist nur 26 Zentimeter hoch, passt also in jede Aktentasche, wurde aber trotzdem von 15.000 bis 30.000 Euro auf stolze 50.000 Euro gehoben. Von 35.000 bis 70.000 Euro auf 115.000 Euro kletterte eine ausschnitthafte, auch in ihrer etwas diesigen Wetterstimmung der klassischen Vedutenmalerei nicht gerade entsprechende Ansicht von Santa Maria della Salute in Venedig aus dem Jahr 1926. ...mehr

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