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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Christie’s triumphiert mit Monet, Rodin, Vuillard, Giacometti und Miró

Der Kunstmarkt-Zug dampft weiter


Claude Monet, Le Pont du chemin de fer à Argenteuil, 1873

Mit Claude Monet lief bei Christie’s alles glatt. Er war der unangefochtene Star der Auktion „Impressionist and Modern Art“ am Dienstagabend in New York. Dafür musste der Vielmaler schon mit einem exzeptionellen Werk aufwarten. Das 1873 datierte Gemälde „Le Pont du chemin de fer à Argenteuil“ gilt als eines seiner Hauptwerke und des Impressionismus überhaupt, das noch in privaten Händen verblieben war. Monet hatte sich im Jahr der Entstehung der Eisenbahnbrücke über die Seine immer wieder malerisch mit dem Bauwerk beschäftigt. Herausgekommen ist eine klassisch austarierte Komposition, die mit der technoiden, schmucklosen Brücke gar etwas unterkühlt wirkt. Dennoch konnte sie drei Käufer verlocken, um ihren Erwerb zu ringen. Bei 37 Millionen Dollar schlug schließlich der Hammer auf das Auktionspult, mit Aufgeld musste ein nicht genannter Sammler knapp 41,5 Millionen Dollar hinblättern. Damit war Christie’ ganz zufrieden; kam doch der neue Rekord zusammen, der den alten des Erzrivalen Sotheby’s von 16,5 Millionen Pfund aus dem vergangenen Sommer um rund 2 Millionen Pfund übertraf. Gefreut haben dürfte sich vor allem auch die international tätige Kunsthändlerfamilie Nahmad, die „Le Pont du chemin de fer à Argenteuil“ 1988 bei Christie’s in London für 6,2 Millionen Pfund erwarb. Garantiert war ihnen jetzt eine Summe von etwa 35 Millionen Dollar. ...mehr

Ergebnisse: Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Andreas Sturies

Virtuoser Zuschlagsreigen


Gelaufen wie erhofft, kommt es einen in den Sinn, führt man sich die exzellente Erfolgsquote von 83 Prozent vor Augen, die Andreas Sturies in Düsseldorf mit 147 Verkäufen von 175 Offerten erzielte. Dank der exquisiten Auswahl und feinen Kennerschaft des Inhabers entwickelten sich schon seit geraumer Zeit seine Auktionen zu einem erfolgreichen Selbstläufer. Einziger Wehrmutstropfen diesmal: Das mit 150.000 Euro taxierte Spitzenstück, eine der raren kleinformatigen, teils collagierten Bleistiftzeichnungen von Kurt Schwitters aus dem Jahr 1922 blieb unverkauft. Hier steht Sturies noch in Nachverhandlungen. Den besten Wert erzielte mit 56.000 Euro eine zeitgleich entstandene Gouache über Bleistift von El Lissitzky. Das konstruktive Gewirr übereinander schwebender Balken, Klötzchen und Kreise rotiert um eine Ellipse, die mittels opaker, lasierender Farbaufträge stets mittig erkennbar bleibt. 40.000 Euro waren erwatet. ...mehr

Post-War and Contemporary Art bei Christie’s in New York

Dicke Frauen liebte Freud


Warum nicht mal ein Haus? Christie’s in New York erweitert für die nächste Zeitgenossensuperauktion am 13. Mai sein Programm und bietet zwischen der dunkelblauen Schrifttafel „Shot Salesman“ von Richard Prince (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und einem hellblauen Schmetterlingsbild „I’m in Love for the first time“ von Damien Hirst (Taxe 1,2 bis 1,6 Millionen USD) „The Kaufmann House“ an, eine prächtige Villa mit Swimmingpool, fünf Schlafzimmern, fünfeinhalb Bädern und insgesamt 3.200 Fuß im Quadrat, was knapp 300 Quadratmetern entspricht, zwischen den Bergen im kalifornischen Palm Springs. Gebaut hat den strengen, funktionalen Glas- und Stahlkasten zwischen 1945 und 1947 Richard Neutra für den amerikanischen Warenhausmagnaten Edgar J. Kaufmann Sr., die derzeitigen Eigentümer sind der Investmentmanager Brent Harris und die Architekturhistorikerin Beth Edwards. 15 bis 25 Millionen Dollar wollen sie für „The Kaufmann House“ mit grandiosem Ausblick auf die Berg ringsum sehen. ...mehr

Kunsthandwerk bei Lempertz in Köln

Antiquitäten für einen guten Zweck


Jean Jacques Desoches, Der Sommer, 1769/70

Die großen Frühjahrsauktionen bei Lempertz in Köln starten am 16. Mai mit rund 900 Losen des Kunsthandwerks. Den Beginn bestreitet das Porzellan. Klar, dass einmal mehr Meißen schnell die Federführung übernimmt. Chantilly mit einem schönen Cachepot um 1735 (Taxe 2.500 EUR) und Fürstenbergs klassizistisches Kaffee- und Teeservice von etwa 1800 (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR) sind da nur Vorgeplänkel. Eher ungewöhnlich mutet das erste Meißner Stück an, eine anthrazitfarbene Deckelvase ohne jeden sonstigen bildlichen oder ornamentalen Schmuck aus Böttgersteinzeug. Sie stammt aus den frühen 1710er Jahren, bevor also die Porzellanherstellung in Meißen überhaupt so richtig in Fahrt kam, und war in der Sammlung des vor sechs Jahren verstorbenen Orientforschers Hans-Siegfried und seiner 2007 dahingeschiedenen Gattin Jutta Schuster beheimatet. Teile ihrer Kollektion werden nun bei Lempertz zugunsten der Kinderkrebshilfe der Mildred-Scheel-Stiftung versteigert, die Vase für 20.000 bis 25.000 Euro. ...mehr

Ergebnisse: Jugendstil und Art Déco bei Zezschwitz in München

Kein Fanclub für Sarah Bernhardt


August Endell, Halbschrank, um 1899

Rund 40 Prozent der knapp tausend Lose konnte das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz auf der vergangenen Kunsthandwerksauktion mit Jugendstil und Art Déco zuschlagen und damit sein Ergebnis gegenüber den vergangenen Auktionen ein wenig verbessern. Auch im Einzelnen sahen die Ergebnisse am 15. April trotz einiger schmerzlicher Rückgänge gar nicht schlecht aus. Das Beste boten die Möbel. Dass hier August Endells Halbschrank von etwa 1899 mit prächtigen, rokokoartig züngelnden und mattvergoldeten Messingbeschlägen der Firma Reinhold Kirsch aus München bei 33.000 Euro die Palme erhielt, war nur zur Hälfte eine Überraschung. Bei einem Schätzpreis von nur 8.000 Euro konnte man fast davon ausgehen, dass sich dieses exzeptionelle Stück noch verbessern würde. ...mehr

Das Kunsthandwerk aus Russland will erst noch wachgeküsst werden, dafür entschädigt beim Versteigerer Fischer in Heilbronn die mit Tiefpreisen versehene Sammlung Weck

Zarin als Geschenk


Kowsch, Moskau, 1752

Mit fein bemalten Porzellansoldatentellern und prächtigen Prunkvasen kann das Heilbronner Auktionshaus Fischer in der diesjährigen Frühjahrsauktion am 10. Mai nicht aufwarten. Es scheint, als habe sich das russische Kunsthandwerk ein wenig zurückgehalten, verglichen mit der erfolgreichen Offerte vor einem Jahr. Den Schwerpunkt bildet heuer das Silber, etwa mit einem Moskauer Kowsch, den Zarin Elisabeth 1752 einem Kosakenführer in der St. Petersburger Provinz aus Dank für militärische Leistungen zukommen ließ. Die Geberin selbst prangt in einem gravierten Portrait auf der Vorderseite, allerdings muss sie nach der etwas unbeholfenen Darstellung keine besondere Schönheit gewesen sein. 18.000 Euro möchte Fischer für die Trinkschale sehen. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in New York

Ein Mantel für Miró


Claude Monet, Le Pont du chemin de fer à Argenteuil, 1873

Geht Alles glatt, so wird Christie’s in New York nach der Abendauktion „Impressionist and Modern Art“ am 6. Mai ohne Aufgelder mindestens 287 Millionen Dollar umgesetzt haben. Die obere Gesamtschätzung für die 58 Lose lautet sogar 405 Millionen Dollar und damit bei nur geringfügig größerer Anzahl der Offerten um rund ein Viertel höher als die des Konkurrenten Sotheby’s einen Tag darauf. Schon das Aufgebot an Katalogen übertrifft den Erzrivalen: Statt lediglich eines einzigen daumendicken Buches empfängt der Bieter drei Bände, einer davon allein für Claude Monets 1873 datiertes Gemälde „Le Pont du chemin de fer à Argenteuil“, das wegen der verblüffend technoiden, schmucklosen Brücke merkwürdig zeitnah wirkt. Immer wieder hat der Künstler das Bauwerk im Jahr seiner Entstehung umkreist. Der bisherige Monet-Rekord von 16,5 Millionen Pfund aus dem vergangenen Sommer dürfte mit diesem Bild deutlich übertroffen werden. Die inoffizielle Schätzung für den anonymen Einlieferer, der eine Garantiesumme zugesichert bekam, liegt bei etwa 35 Millionen Dollar. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Lehr in Berlin

Kirchners seltenes Blatt


Eine Zuschlagsquote von fast 79 Prozent würde wohl in manchem deutschen Auktionshaus die Sektkorken knallen lassen, für Irene Lehr in Berlin aber ist dieses Ergebnis fast durchschnittlich. Vergangene ihrer jedes halbe Jahr stattfindenden Versteigerungen von klassischer Moderne bis zeitgenössischer Kunst haben schon Werte von über 86 Prozent erzielt. Auch die für ein derart kleines Auktionshaus geradezu unerhörte Summe von etwas über 1 Million Euro Nettoumsatz ist für die umtriebige Wiener Professorentochter, die 1992 über Hamburg nach Berlin kam und dort trotz der großen Konkurrenz von Grisebach schon bald ein erfolgreiches Geschäft etablierte, nichts Besonderes mehr. Vor zwei Jahren hatte sie 1,1 Millionen Euro verbuchen können. Mit viel Findigkeit und dem Mut auch zu kleinen Preisen und ausgefallenen Dingen hält sich dieses erfrischend junge Auktionshaus, das im Meer der Berliner Kunstszene nicht versinkt, sondern im Gegenteil so etwas wie eine Marke geworden ist. ...mehr

Impressionisten und Moderne geben sich bei Sotheby’s in New York die Ehre

Die Brücke von Munch


Um die siebente Stund’ treffen sie wieder zusammen, die Hexenmeister der Moderne, erneut auf der Suche nach reichen, begeisterungsfähigen Kräften voller unstillbaren Kunstgier. Pablo Picasso heißen sie, Alberto Giacometti und Fernand Léger. Zusammen mit rund zwei Dutzend weiteren Künstlern stehen sie in nur 53 Losen am Abend des 7. Mai um 19 Uhr bei Sotheby’s in New York bereit, mindestens 200 bis 300 Millionen Dollar einzufordern. Manche ihrer Werke greifen offenbar nach den Sternen, jedenfalls streben ihre Schätzpreise in exorbitante Höhen. Bei 20 Millionen Dollar liegt der bisherige Léger-Rekord, nun aber soll er sich verdoppeln auf 35 bis 45 Millionen Dollar, wenn aus der Sammlung des Krefelder Seidenfabrikanten Hermann Lange respektive seiner Erben die „Étude pour ‚La femme en blue’“ von 1912/13 zum Aufruf kommt. Die auf klassische Moderne spezialisierte Kollektion trennt sich damit von einem kapitalen Werk, das bereits 1913 in Herwarth Waldens Berliner „Sturm“-Galerie zu sehen, seit den späten 1920er Jahren durchgehend im Besitz der Familie war und somit fast Marktfrische aufweisen kann. ...mehr

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News vom 20.10.2017

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