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Am 23.10.2017 Auktion 66: Autographen, Manuskripte, Musikalia

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Kornfelds Auktionen lassen in Bern wieder spannende Gefechte erwarten

Der siebte Himmel der Liebe


Félix Vallotton, Vue d’Honfleur, le soir, 1912

Die Beschränkung auf nur eine Auktion pro Jahr dürfte dem Berner Galeristen und Auktionator Eberhard W. Kornfeld diesmal wohl zustatten kommen, wo doch von mancher Seite über geringere Einlieferungen an guter Kunst die Rede ist. In den 175 Losnummern, die der Seniorchef für seine „Ausgewählten Werke“ am 12. Juni zusammengetragen hat, kann von einem Mangel an Qualität jedenfalls nicht die Rede sein, auch wenn diesmal die Millionengrenze bei den Schätzpreisen nur einmal tangiert wird. Alle Bereiche der Kunst des 19ten und 20sten Jahrhunderts, die sich auch in vergangenen Jahren ein Stelldichein gaben, sind wieder vertreten, allen voran die Kunst der Schweizer selbst. Félix Vallottons „Vue d’Honfleur, le soir“, gesehen von einer baumbestandenen Anhöhe über der Stadt mit Blick aufs Meer, führt die Preisliste bei 700.000 Franken an. Als das Gemälde kurz nach seiner Entstehung 1912 in der Pariser Galerie Druet hing, wurde es sofort verkauft. Ferdinand Hodler gehört ebenfalls zu den Stammkünstlern der Galerie, wieder kommen zwei Studien zu seinem Gemälde „Blick in die Unendlichkeit“ aus dem Jahr 1916 zum Aufruf, je nach Größe für 100.000 oder 350.000 Franken. Vom 15 Jahre älteren Hodler beeinflusst, betitelte Cuno Amiet seinen Halbakt in schimmelblauen Farben 1921 mit „Ergebenheit“ (Taxe 60.000 SFR). ...mehr

Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Der Fall des Herzogs


Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Heiliger Hieronymus in der Einöde

Die Darstellung eines büßenden Hieronymus aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä. ist das erste Hauptlos der kommenden Versteigerung Alter Meister bei Fischer in Luzern. In schonungsloser Ungeschöntheit zeigt der Künstler den nur mit einem Tuch bekleideten Kirchenvater in der Wildnis, das Kruzifix Christi und ein aufgeschlagenes Buch vor sich und daneben sein Attribut, den Löwen. Neben dem offenen Umgang mit „heiligen“ Themen überzeugen auch die vielseitige Landschaftskulisse und die qualitätvolle Malweise, die das Bild mindestens als eine gute Werkstattarbeit klassifizieren. Die kleine Lindenholztafel war schon vor knapp zwanzig Jahren hochgeschätzt: 99.000 Pfund brachte sie 1990 auf einer Auktion von Christie’s in London. Nun wird nicht mehr verlangt: 150.000 bis 180.000 Franken, umgerechnet rund 100.000 bis 120.000 Euro, erwartet das Haus von der Versteigerung am 10. Juni. ...mehr

Neumeisters Moderne mit guten Ergebnissen in München

Zu viel Stuck gesehen


Ein guter Durchschnitt von fast 52 Prozent losbezogener Zuschlagsquote, mit dem Nachverkauf sogar von knapp 72 Prozent, und einige hervorragende Einzelergebnisse stehen positiv in der Bilanz von Neumeisters Moderne am 14. Mai. Das vielfältige Angebot der rund siebzig „Ausgewählten Werke“, die das Herzstück der Auktion bildeten, wurde im Wesentlichen akzeptiert, wenn man von einigen übertriebenen Schätzungen sowie den üblichen Rückgängen vor allem im unteren Preissegment absieht. Den höchsten Preis errang schließlich Gabriele Münters „Abstrakte Komposition“ von 1914 bei 100.500 Euro, ein Werk, das unter dem Einfluss Wassily Kandinskys steht, während das Künstlerpaar sich bereits auseinanderzuleben begann. Das Gemälde wird zukünftig in einer griechischen Sammlung hängen (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Als Nummer eins war im Vorfeld Emil Noldes Aquarell einer Marschlandschaft mit Bauernhof und dunklen Wolken von circa 1930 gehandelt, das aber trotz suggestiver Farbwirkung die 180.000 bis 200.000 Euro nicht schaffte. ...mehr

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln

Van Ham trotzt der Krise


Ernst Ludwig Kirchner, Drei Akte im Wald, 1912

Den ersten Millionenbetrag – zumindest mit Aufgeld – auf dem deutschen Auktionsmarkt dieses Frühjahrs erzielte Van Ham am 27. Mai mit einem kapitalen Stück Ernst Ludwig Kirchners. „Drei Akte im Wald“ von 1912 beeindrucken nicht nur durch ihre exemplarische expressionistische Malweise, sondern auch durch die erlesene Provenienz aus der Sammlung des jüdischen Schuhfabrikanten Alfred Hess. Gut 1,1 Millionen Euro musste ein deutscher Privatsammler für die rund fünfzig mal fünfzig Zentimeter große Leinwand zahlen, die drei junge Menschen vor einer grünen Baumlandschaft aufspannt. Über 900.000 Euro durfte sich der rheinische Einlieferer freuen, der sich – so das Auktionshaus – mit der Erbengemeinschaft Hess’ hinsichtlich eventueller Restitutionsansprüche geeinigt hatte. Dem uneingeschränkten Kunstgenuss des neuen Eigentümers dürfte also nichts im Wege stehen. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin

Pullover ribbeln sich auf


Max Liebermann, Junge mit zwei Reiteseln am Meer, um 1900

Wie die führenden Häuser in New York und London hat auch die Villa Grisebach einen Tag nach der großen Abend- noch eine umfangreiche Tagesauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst im Programm. Der 6. Juni sieht in Berlin noch einmal Gelegenheitsarbeiten bedeutender Meister und Meisterarbeiten Ver- und Unbekannter. Zu ersteren gehört Max Liebermanns Ölbild auf Malpappe „Junge mit zwei Reiteseln am Meer“ um 1900 für nicht allzu geringe 40.000 bis 60.000 Euro, letztere vertritt etwa Franz Heckendorf, dessen atmosphärisch dichter Landschaftsausschnitt mit Fischerbooten am Ufer von 1924 nur 5.000 bis 7.000 Euro kosten soll. Mela Muters sitzender Akt mit Strümpfen in gemäßigt expressionistischen Formen 1922 (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), Oskar Molls „Bewaldete Landschaft mit Badenden“ in farblich wie perspektivisch stark verfremdeten Formen 1937 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und Josef Albers’ recht frühe Arbeit einer schönen Gouache „Violinschlüssel G b“ von 1932/35 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) dürfen ebenfalls als Beispiele erfolgreicher Suchen nach neuen Formen erwähnt werden. ...mehr

Bei Lempertz in Köln heißt der Auktionssieger mal wieder Heinrich Campendonk

Stürmen tut es nur bei Modersohn


Nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal feiert das Kölner Auktionshaus Lempertz wieder den Höchstpreis der Versteigerung für seinen Hausgast Heinrich Campendonk. Der gebürtige Rheinländer, der sich sein künstlerisches Rüstzeug in der Kunstgewerbeschule seiner Heimatstadt Krefeld holte und in München rasch zu einem der wichtigsten „Blauen Reiter“ aufstieg, durfte sich am 28. Mai erneut beweisen. Angeboten wurde ein formal kubistisch angehauchtes, farblich von größter Opulenz, die nur sein Freund August Macke inspiriert haben kann, gekennzeichnetes Blumenbild mit einer weißen Blüte im Zentrum. Und wer davon nicht genug hatte, bekam auf der Rückseite noch den Ansatz eines flächig gebannten Paares mitgeliefert. Beide Darstellungen entstanden um 1918 und gelangten später in den Besitz des mit Campendonk befreundeten Malers Walter Dexel. Nun durfte sich der belgische Einlieferer über anvisierte 650.000 Euro freuen, mit Aufgeld war die Leinwand einem niederländischen Sammler knapp 800.000 Euro wert. ...mehr

Moderne Kunst bei Bassenge in Berlin

Mehr als nur Gerümpel


Hans Meid gehört vielleicht nicht unbedingt zu den wichtigsten und besten Künstlern seiner Zeit, seine impressionistischen Gesellschaftsbilder besitzen nicht die geistige Tiefe eines Max Liebermann oder Lovis Corinth, denen er künstlerisch nahestand. Als rascher, virtuoser Zeichner und Grafiker aber hat der 1883 in Pforzheim geborene Meid seine bleibenden Verdienste und seinen festen Platz in der Kunstgeschichte. Einer, der seine Arbeiten besonders liebte, war der Konstanzer Apotheker, Sammler und Kustos des Rosengartenmuseums Bruno Leiner. Aus dessen Sammlung nun hat das Berliner Auktionshaus Bassenge für die kommende Moderneauktion rund 75 Blätter erhalten, deren Umfang fast einer kleinen Einzelausstellung gleichkommt. Da sind seine spannenden Historiendarstellungen wie „Der arme Lazarus im Haus des Reichen“ von 1917 ebenso zu sehen seine naturnahen Landschaftsaufnahmen, etwa aus dem Berliner Tiergarten. Die ältesten Radierungen und Lithografien stammen aus einer Zeit, als Hans Meid Mitte bis Ende zwanzig und besonders auf weibliche Akte und Liebesszenen spezialisiert war. Später illustrierte er Werke von Autoren wie Hugo von Hofmannsthal, Goethe und Heinrich Mann. Teuer sind die Blätter nicht: Kaum eines liegt über der 1.000 Euro-Marke. ...mehr

Europäische Meister des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Auf in die Fluten!


Joaquín Sorolla, Niña entrado en el baño, 1917

Mit Mitteleuropa geht es los am 3. Juni in der Londoner Ausgabe von „19th Century European Paintings“ bei Sotheby’s. Der Schwerpunkt liegt auf dem späten 19ten Jahrhundert, abgesehen vielleicht von Franz Ludwig Catels zwischen 1825 und 1830 gemaltem „Fischer in Mergellina“ mit dem Vesuv in Hintergrund (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP) und Carl Spitzwegs vollwertiger Ölmalerei „Die Plauderstunde“ in einer intimen Stadtkulisse. Gezeigt wurde der abendliche Müßiggang das erste und wohl auch das letzte Mal auf einer Spitzweg-Ausstellung 1887 in Prag, jetzt geht er für 80.000 bis 120.000 Pfund erneut an die Öffentlichkeit. Der Meister des deutschen Impressionismus ist Max Liebermann unter anderem mit seinen zwei Reitern am Strand aus den 1920er Jahren zur gleichen Schätzung. Zu nennen sind aber auch Lovis Corinths „Bacchantin“ von 1913, die bis vor kurzem als Leihgabe im Los Angeles County Museum of Art hing (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP), und vor allem Leo Putz’ großformatiger Einblick einer lustigen Weibergesellschaft „Hinter den Kulissen“ 1905. Das Gemälde ging erst vor zwei Jahren am selben Ort für 280.000 Pfund über die Bühne und soll jetzt erneut 200.000 bis 300.000 Pfund kosten. ...mehr

Ausgewählte Werke bei Grisebach in Berlin

Labyrinthische, dunkle Nächte


Ohne wenigstens ein großartiges Hauptwerk kommen die „Ausgewählten Werke“ bei Grisebach nie aus. Mit dieser Abendauktion am 5. Juni, die diesmal ein wenig abspecken musste, erreicht der dicht gedrängte Reigen von Frühjahrsauktionen in Deutschland einen seiner Höhepunkte. Und man darf sich auf ein erlesenes Angebot und eben jenen Höhepunkt freuen, der sich diesmal mit dem Namen Max Beckmann verbindet und in seinem „Nachtgarten bei Cap Martin“ besteht. Das breitformatige Bild wird von dunklen Farben beherrscht, dräut geradezu vor Gewitterstimmung und lässt in den Ecken und Winkeln, hinter den vielen Pflanzen, die die Sicht verstellen und geradezu ein Labyrinth an Wegen bilden, nichts Gutes ahnen. In der Tat: Das Gemälde entstand 1944, mitten in jenem Wendejahr des Zweiten Weltkrieges, das Max Beckmann in seinem langen Amsterdamer Exil vielleicht als das packendste und unsicherste empfunden haben mag. Als Inspiration lag ihm noch die Cote d’Azur in Erinnerung, deren Schönheit ihn schon 1939 zu brieflichen Begeisterungsstürmen hingerissen hatte. 800.000 bis 1,2 Millionen Euro stehen auf dem Etikett dieses Werkes, mit dem Grisebach seine stattliche Reihe erfolgreicher Beckmann-Verkäufe fortsetzen möchte. ...mehr

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