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Am 28.10.2017 Auktion 47

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Das Heilbronner Auktionshaus Dr. Fischer versteigert Kunst und Kunsthandwerk, bereichert durch die Glas- und Fayencesammlung Lohr

Pracht auf Bestellung


Paar Krater-Vasen, Porzellanmanufaktur Wien, 1800

Im antiken Griechenland wurden sie zum Mischen von Wasser und Wein verwendet und trugen ornamentales Dekor oder mythologische Szenen. Das Paar Krater-Vasen, das die Kaiserliche Porzellanmanufaktur in Wien unter der Direktion Conrad Sörgel von Sorgenthals um 1800 hergestellt hat, ist nur zur Dekoration gedacht. Dafür entfalten die beiden Stücke aber eine solche Pracht und Monumentalität, die bisher in der kunsthistorischen Forschung und Publikation unbekannt war. Mit diesen Glanzstücken kann sich das Heilbronner Auktionshaus Dr. Fischer bei seiner kommenden Versteigerung schmücken. Die weiße Wandung der beiden Vasen ziert eine umlaufende feine Bemalung bunter Arabesken, Blattzweigen und Blütenstauden. Das Postament suggeriert eine Marmorverkleidung, und die Henkelappliken sind in Form von vollplastischen Delphinen aus feuervergoldeter Bronze gearbeitet. Der Aufwand der Herstellung und die Einzigartigkeit lassen vermuten, dass es sich bei dieser Pracht um eine Einzelanfertigung auf Bestellung handelt. Mit einem Schätzpreis von 60.000 Euro ist das Vasenpaar Spitzenlos der Auktion. ...mehr

Auch nach der großen Abendauktion wartet Grisebach in Berlin mit einer interessanten Auswahl an moderner und zeitgenössischer Kunst auf

Seen, unversaut


Walter Leistikow, Grunewaldsee

Er habe ihm seinen ganzen Grunewald versaut, wetterte Kaiser Wilhelm II. über die Landschaftsbilder des Berliner Malers Walter Leistikow. Nun, immerhin spricht aus diesem wenig respektvollen Kommentar des Serenissimus, dass er überhaupt Kenntnis von diesem Künstler genommen hat, der, 1865 im ostpreußischen Bromberg geboren und bereits 1908 in Berlin gestorben, nicht wie etwa Max Liebermann sozusagen ein volles Leben lang Zeit hatte, sich ins Gedächtnis einer großen Öffentlichkeit einzubrennen. Dieser Tatsache und seinem etwas beschränkten, meist auf Naturschilderungen konzentrierten Motiv- und Themenkanon ist es wohl zuzuschreiben, dass Leistikow auch nie ganz aus dem Schatten der „großen Drei“ herauskam, wie man seine impressionistischen Zeitgenossen Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt nennen könnte. In den meisten renommierten Sammlungen zur Kunst des 19ten und frühen 20ten Jahrhunderts ist er vertreten oder sollte es zumindest sein, in entsprechende Ausstellungen, wie etwa vor einem Jahr in der Kunsthalle Bielefeld, wird er wie selbstverständlich aufgenommen, und seine guten Bilder erzielen auf dem Markt in der Regel solide fünfstellige Preise. 35.000 bis 40.000 Euro erwartet Grisebach am 27. November für einen Blick auf den – wie sollte es anders sein – Grunewaldsee. ...mehr

Bassenge versteigert Alte und Neuere Meister. Unvergleichlich sind vor allem die Arbeiten auf Papier

Goethes Liebste


Wilhelm von Kaulbach, Lili (Lili’s Park), 1862

So sah die Frau aus, von der Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ sagte: „die erste, die ich tief und wahrhaft liebte, und vielleicht auch die letzte“. Rund ein Jahrhundert Jahre, nachdem sich der Dichterfürst 1775 mit Anna Elisabeth Schönemann, wie „Lili“ eigentlich hieß, verlobt, diese Verbindung aber bald darauf wieder aufgegeben hatte, verbildlichte Wilhelm von Kaulbach die gerade einmal 17jährige Frau in historistischer Manier. Er zeichnete sie in schwarzer Kreide in ihrem Park, umgeben von einer Schar Federvieh, das sie füttert, in das sich aber auch Goethe selbst, als Wolf verkleidet, hineingemischt: eine liebevolle, romantische, aber auch etwas naive Gestalt. Ihr Entstehen verdankte diese illustrative Interpretation einem Auftrag des Verlegers Friedrich Bruckmann für dessen „Goethe-Gallerie“, die 1866 mit insgesamt 21 solcher Blätter als großformatiges Buch herausgegeben wurde. Das Berliner Auktionshaus Bassenge bietet diese Originalvorlage auf der Versteigerung am 26. November nun für 3.000 Euro an. ...mehr

Die Zusammenstellung von Spitzenwerken hat sich gelohnt: Nicht zuletzt Egon Schiele bescherte dem Wiener Kinsky ein Umsatzhoch

Prozession der Rekorde


Egon Schiele, Prozession, 1911

Der Aufwand hat sich gelohnt und das Warten ein Ende: Die große Herbstversteigerung des Wiener Auktionshauses Kinsky am Abend des 9. November war ein großer Erfolg. Nach Abschluss der Verhandlungen auch über die Wackelkandidaten steht das Ergebnis nun fest: Von den 84 hochkarätig besetzten Losnummern wurden 70 abgegeben, was einer Zuschlagsquote von 83 Prozent entspricht. Genau 12.274.094 Euro inklusive Aufgelder waren der höchste jemals im Palais an der Freyung erzielte Umsatz. Mit Spannung war natürlich Egon Schieles „Prozession 1911“ erwartet worden, ein einen Meter im Quadrat messendes Ölgemälde, aus dessen dicht geflochtenen Farbflächen das Gesicht eines jungen Mädchens wie eine Heiligenikone heraussticht. Fünf Bieter zählte man im Rennen um dieses an den Schluss der rund zweistündigen Veranstaltung gestellte Hauptlos. Auktionator Otto Hans Ressler begann bei 2 Millionen Euro, erwartet wurden 3,5 bis 7 Millionen Euro. Nach zwei rasch verflogenen Minuten war die untere Grenze dieser Schätzung als letztes Gebot erreicht – keine große Sensation, aber annehmbar. Vor dreieinhalb Jahren war das Bild bei Christie’s in London noch durchgefallen, die Schätzung hatte damals 5 bis 7 Millionen Pfund betragen. ...mehr

Andreas Sturies hat für seine Auktion in Düsseldorf wieder eine charmante und feinsinnige Auswahl an Moderner und Zeitgenössischer Kunst zusammengestellt

Relikt einer Ausstellung


Zu der Yves Klein-Ausstellung 1961 im Krefelder Museum Haus Lange gab es nicht nur einen Katalog, sondern auch einen in Kleins speziellem Blauton getränkten Schwamm, zwei monochrome Farbsiebdrucke in Blau und Pink sowie einen mit Blattgold belegten Karton. Laut Katalog sollte der Besucher „das Rauschen des Goldes an sich“ spüren, wenn ihm das Blattgold entgegenrieselte. Wilde Theorien lassen sich zur Interpretation von moderner Kunst fast immer finden, so wird das Gold als Farbe für Gottvater gesehen, das Rosa als Hautfarbe demnach für Liebe und Fleisch, also Gottes Sohn, und letztlich das Blau als immateriell und himmlisch für den heiligen Geist. Wollte Yves Klein bei den Katalogbeigaben also auf die Trinität anspielen? Für dieses textteillose Fragment mit dem Titel „Monochrome und Feuer“ hat Andreas Sturies in seiner kommenden Auktion trotz einiger Erhaltungsmängel einen Preis von 20.000 Euro angesetzt. Weiß er doch, dass sich das Ensemble bei Christie’s in Amsterdam letztes Jahr für knapp 19.000 Euro verkaufte. Bei ihm selbst brachte die Hinterlassenschaft der Ausstellung mit dem Katalogtext sogar schon 24.000 Euro. ...mehr

Das Dorotheum versteigert eine breite Palette an Objekten der angewandten Kunst des 20sten Jahrhunderts

Frühstück mit Tiffany


Louis Comfort Tiffany, Tischlampe „Dragonfly“, um 1900/20

Das irisierende Glas in Grün, Türkis und Gelb imitiert den natürlichen Effekt von schimmernden Insektenflügeln passend zu dem Kranz aus Libellen, der den kegelförmigen Lampenschirm umspannt. Louis Comfort Tiffany ließ ab 1899 nach seinen Entwurfszeichnungen einzelne Glasstückchen schneiden, die Ränder mit einer Kupferfolie belegen und sie dann zu ungewöhnlichen und fantasievollen Leuchten zusammenlöten. Mit diesen Kreationen avanciert zum bedeutendsten Vertreter des amerikanischen Jugendstil. Noch heute gelten die Tiffany-Lampen als die wichtigsten Produkte seiner Firma. Daher hofft das Dorotheum auch, die zwischen 1900 und 1920 entstandene Tischlampe „Dragonfly“ aus den Tiffany Studios in New York für 30.000 bis 50.000 Euro loszuschlagen. Für die Jugendstilversteigerung am 25. November hat das Wiener Auktionshaus wieder eine Vielfalt von Lampen, Vasen, Möbeln und Silber zusammengetragen. ...mehr

Klassische und zeitgenössische Fotokunst bei der Villa Grisebach in Berlin

Den Spiegel vorgehalten


Edouard Boubat drückt ab. Seine Kamera mit Stativ hat er vor einem Spiegel mit breitem Zierrahmen aufgestellt. 1952 steht er an seinem Werkzeug, seine Frau und Muse Lella sitzt seitlich in einem Sessel. Die Blicke der beiden sind auf das Spiegelbild des anderen gerichtet, sie schauen sich nicht direkt an. Aus seinem Blick sprechen das Vertrauen und die Liebe der bereits sieben Jahre andauernden Beziehung, doch ihre Augen künden schon von dem nahenden Schmerz. Denn ihr Mann sollte noch im selben Jahr eine andere Frau kennen lernen. Mit der Bewertung von 10.000 bis 15.000 Euro ist dieser Vintageabzug einer der Glanzstücke der diesjährigen Fotoversteigerung der Villa Grisebach in Berlin. Fotografien vom Piktoralismus der Wende vom 19ten zum 20ten Jahrhundert bis zur aktuellen Fotokunst stehen dann auf dem Programm. ...mehr

Auch bei der Zeitgenössischen Kunst machen sich im Wiener Dorotheum die Italiener breit. Der zweite Fokus liegt auf der heimischen Kunstproduktion

Antennen aus dem Süden


Seinen Italienschwerpunkt, den das Wiener Dorotheum schon bei den Künstlern der Moderne zur Geltung bringen möchte, setzt es auch in der Gegenwartsauktion fort. Gleich das erste Los ist ein klassischer Italiener der 1960er Jahre, also in der starken Zeit der Nachkriegskunst auf der Apenninhalbinsel: Agostino Bonalumis „Arancione“ aus dem Jahr 1968 feiert die Schönheit der reinen Form. Zu sehen ist eine rund 130 mal 120 Zentimeter große knallrote Wachsleinwand, in die mittels rückwärtig applizierter Körper Oberflächenkonturen eingefügt sind, darunter eine schöne glatte runde Form in der unteren rechten Ecke. So wird die Malerei, hier ohnehin minimalistisch gehandhabt, zum Relief. Ähnliches haben in jenen Jahren auch Enrico Castellani und natürlich die großen Zwei der italienischen Avantgarde Piero Manzoni und Lucio Fontana gemacht. Allein Letzterer ist noch mit einigen Multiplen beim Dorotheum zugegen. Bonalumis für 100.000 bis 150.000 Euro angebotenes Werk vertritt also eine ganze Kunstrichtung und hat einen kleineren Bruder in wasserblauen, mehr amorphen, aber ebenfalls strukturierten Leinwand „Blu“ von 1991 für 25.000 bis 35.000 Euro. ...mehr

Das breite Spektrum an europäischer Druckgrafik vom 15ten bis zum 19ten Jahrhundert bei Bassenge verstärkt diesmal prominent eine japanische Privatsammlung

Der Blick von außen


Albrecht Dürer, Der heilige Hubertus, auch Eustachius genannt, um 1501

Bei den vielen schrecklichen Foltern, die er durchleiden musste, ist es kein Wunder, dass der heilige Eustachius zu den 14 Nothelfern der katholischen Kirche gehört. Erst verlor er seine Frau an eine brutale Seeräuberbande, seine Kinder wurden von wilden Tieren gefressen, nach der wundersamen Wiedervereinigung wurden sie à la Daniel in die Löwengrube geworfen, und dann in einem bronzenen Stier verkohlt. Doch zum Glück bleiben uns diese Szenen erspart, denn Albrecht Dürer zeigt uns den schönen Anfang der Heiligenlegende. Auf der Jagd begegnet dem römischen General nämlich ein Hirsch mit einem Kreuz im Geweih, der ihn dazu bewegt, sich zum Christentum zu bekennen. Deswegen ist der heilige Eustachius auch für das Wohl der Jäger und Förster zuständig. Dürers qualitätvoller Kupferstich kommt am 25. November für 35.000 Euro bei Bassenge unter den Hammer. Das Berliner Auktionshaus versteigert wieder Druckgrafik vom 15ten bis zum 19ten Jahrhundert. Doch dieses Mal wird das Angebot durch die Sammlung europäischer Grafik des japanischen Arztes Takeshi Baba ergänzt. ...mehr

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