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Am 28.10.2017 Auktion 47

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Gute Ergebnisse brachten auch die Gemälde und Zeichnungen der Alten Kunst bei Bassenge in Berlin hervor

Teuere Speisen


Georg Flegel, Stillleben mit Kapaun, Austern und Artischocke, um 1630

Das Berliner Auktionshaus Bassenge ist nicht gerade der Spezialist für Gemälde Alter Meister. Doch wird dieses Segment seit einiger Zeit erfolgreich ausgebaut. Und auch in der letzten Auktionsrunde waren neben viel Gebrauchsware aus der Barockzeit einige Highlights versteckt, die die Käufer nicht übersahen. Mit sicherem Blick pickten sie sich etwa ein neu entdecktes Stillleben Georg Flegels heraus, das bisher unveröffentlicht bei einem süddeutschen Sammler hing. Dafür hatte der Frankfurter Maler einen Tisch dicht gedrängt mit einem Kapaun, Austern auf einem Kohlenfeuer, Brot und einer Artischocke gedeckt. Die sinnliche Sensibilität der Flegelschen Kunst lässt sich beispielsweise an der feinen Umsetzung des von kleinen Sphinxen getragenen Gewürzbehälters in der Bildmitte ablesen. Von seinem Können zeugen zudem die minutiös gearbeiteten Besteckgriffe, die abgebrochene Brotscheibe oder die den Kapaun garnierenden, in fahlem Licht verkürzt geschilderten Zitronenscheiben auf dem Zinnteller im Vordergrund. Für die späte Entstehungszeit in den 1630er Jahren spricht die begrenzte, einem Nachtstück ähnelnde Farbpalette, wie sie Flegel etwa auch in dem Frankfurter Gemälde „Große nächtliche Mahlzeit“ verwendete. Mit 110.000 Euro und damit mehr als dem Doppelten der Schätzung bestätigten die Bieter nicht nur diese neue Zuschreibung an Flegel, sondern gestalteten auch den einzigen sechsstelligen Betrag des Auktionstages. ...mehr

Ergebnisse: Fotografie bei Van Ham

Körperbefragungen


Jürgen Klauke gehört zu den Künstlern, die mit den Darstellungsmöglichkeiten ihres Körpers kritisch gesellschaftliche Normen hinterfragen. Da werden einmal verschiedene Kleider und Posen gewählt, um frech in männliche oder weibliche Rollen zu schlüpfen, das andere Mal Prothesen angelegt, um das eigene Ausdruckspektrum zu erweitern. Unbekümmert spielt Klauke mit Fetischen, lädt seine Performances sexuell auf und entwickelt so minimalistisch strenge bis exzessive, manchmal auch surreale Inszenierungen, mit denen er soziale Verhaltensmuster und Grundbedingungen des paranoiden Daseins der Menschen lustvoll und ironisch reflektiert. Als Produkt seiner vergänglichen Kunst bleiben Fotografien und Filme übrig. Drei Bilderfolgen konnte Van Ham nun in seiner letzten Fotografieauktion offerieren. Hielt sich die Kauflaune bei den zwölf Gelatinesilberabzügen der „Self Performance-I.L.M.“ von 1972/73 als erster Position mit 5.500 Euro noch genau an den vorgegebenen Rahmen, gab es bei der fünfteiligen farbigen Serie „gebaute figuren“ von 1973/74 und den 17 Bromsilbergelatinebildern „Konfrontation“ von 1977 kein Halten mehr. Erste stieg von 14.000 Euro auf 20.000 Euro, die strenger zum einem Flügelaltar angeordnete, schwarzweiße „Konfrontation“ gar von 13.000 Euro auf 36.000 Euro. ...mehr

Die Alte Grafik ist wieder begehrt. Das zeigte die Auktion bei Bassenge in Berlin

Vom Bischof zum Quacksalber


Albrecht Dürer, Die apokalyptischen Reiter, 1496/98

Seit einiger Zeit verzeichnet das Berliner Auktionshaus Bassenge steigende Umsätze bei der alten Grafik. Konnten vor einem Jahr rund 70 Prozent des Angebots weitervermittelt werden, so lag die Zuschlagsquote auf der 97. Auktion in diesem Frühjahr sogar bei gut 72 Prozent. Ganze Künstlerkonvolute gingen in neue Hände über, so beispielsweise fast komplett die mehr als dreißig Losnummern umfassende Albrecht Dürer-Offerte. Höhepunkt war hier mit einem Ergebnis von 24.000 Euro das fünfte Blatt mit „Den apokalyptischen Reitern“ aus der berühmten Holzschnittfolge der Apokalypse von 1511, gefolgt bei 11.000 Euro von der „Kleinen Holzschnittpassion“ aus den Jahren 1508/11. Die Schätzungen hatten bei jeweils 15.000 Euro gelegen. Auch andere Blätter aus Dürers Apokalypse, wie „Das Tier mit den Lammshörnern“ für 4.400 Euro oder „Das Sonnenweib und der siebenköpfige Drache“ für 3.600 Euro, und der Kupferstich „Der heilige Antonius vor der Stadt“ für 7.500 Euro behaupteten sich gut oberhalb der Schätzungen. ...mehr

Rückblick: Ohne viel Aufsehen ging bei Sotheby’s die Schweizer Kunst über die Bühne

Freudiger Tanz


Ferdinand Hodler, Fröhliches Weib, um 1909

Da tanzt sie freudig in die Natur hinein, die „Femme Joyeuse“. Kraftvoll und energiegeladen tut sie einen Schritt in eine nicht näher bestimmte, dafür symbolhafte Landschaft. Die energische Drehbewegung der Frau klingt sanft in den erhobenen Händen und den in der Luft spielenden Fingerspitzen aus. Der gelbe Hintergrund, der einen Kontrast zu ihrem blauen Kleid und zur violetten Konturierung ihrer Gliedmaßen bildet, kann für seine Sonnenscheibe stehen. Um 1909 schuf Ferdinand Hodler das „Fröhliche Weib“ als erste von fünf Varianten. Seine Muse Valentine Godé-Darel stand ihm für das Ganzfigurenbild Modell, mit dem er, wie so oft, die Einheit von Mensch und Natur eindrücklich beschwor. Als Favoritin zog die traumwandlerische Tänzerin in Auktion „Schweizer Kunst“ bei Sotheby’s ein und behauptete ihren Rang. Zur unteren Schätzung von 2,5 Millionen Franken wandert sie nach 26 Jahren von einer Schweizer Sammlung zur nächsten und erfreut nun dort ihre Besitzer. Noch eher dem Realismus zugetan war Hodlers in eine Tracht gekleidete Frau beim „Spaziergang am Waldrand“ um 1885, bei der wiederum ein Schweizer Privatkunde ebenfalls schon am unteren Schätzrahmen von 380.000 bis 450.000 Franken zuschlagen konnte. ...mehr

Bei den Alten Meister von Sotheby’s in London triumphiert venezianische Vedutenkunst

Guardi steigt in Kunstolymp auf


Francesco Guardis „Blick auf die Rialtobrücke in Venedig“ ist nach Rubens nun das zweitteuerste Gemälde Alter Meister

Den Höhepunkt seiner 73 Losnummern umfassenden Altmeisterauktion in London hatte sich Sotheby’s bis zum Schluss aufgehoben: Francesco Guardis detailreicher, mit großer Akkuratesse und zugleich hoher atmosphärischer Dichte aufgenommener Blick auf die Rialto-Brücke in Venedig über die Boote und Gondeln auf dem Canal Grande hinweg hatte das Haus mit 15 bis 25 Millionen Pfund angesetzt. Nach zähem Ringen zwischen zwei Interessenten behielt schließlich ein anonymer Bieter bei 23,8 Millionen Pfund die Oberhand. Das ist der zweithöchste Preis, der jemals für ein Gemälde auf einer Altmeisterauktion gezahlt wurde. Der bisherige Guardi-Rekord, gehalten seit über zwanzig Jahren bei umgerechnet knapp 9,9 Millionen Pfund von Sotheby’s in Monaco, wurde ebenfalls souverän geknackt. Für 620.000 Pfund ging außerdem Guardis flott gemaltes und perspektivisch ein wenig ungenaues Panorama über die Piazza San Marco mit Basilika und Campanile über die Bühne, etwas oberhalb der Schätzung. ...mehr

Gute Ergebnisse: Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Fabelhaftes Jägerlatein


Albrecht Adam, Napoleon vor dem brennenden Smolensk, 1836

Wieder einmal war es die Kunst des 19ten Jahrhunderts, die bei der letzten Versteigerung des Münchner Hauses Neumeister für die besten Ergebnisse sorgte. Wie erwartet ritt Napoleon auf seinem Schimmel vor dem brennenden Smolensk des Jahres 1812 allen voran. Gemalt hat den müden, schon bekümmerten Feldherrn 24 Jahre später Albrecht Adam, der selbst Augenzeuge des Kampfes um die russischer Stadt war. Auf 80.000 bis 90.000 Euro angesetzt, konnte eindeutscher Sammler die dramatisch gegebene und gut gemalte Szene erst bei 145.000 Euro übernehmen. Mit 15.000 Euro wurde eine weitere Impression aus dem Russlandfeldzug bezahlt, die Adam selbst im Feldlager zeichnend wiedergibt. Auch dieses von Neumeister mit 10.000 bis 12.000 Euro bewertete Ölbild entstand allerdings viele Jahre später, 1858. Dankbar aufgenommen wurde auch eine dreiteilige Heinrich Bürkel-Offerte, darunter das „Wirtshaus auf der Alm mit Alpzug“ von 1842 zur unteren Taxe von 35.000 Euro und das „Gebirgsdorf mit Brunnen“ von 1843 zur oberen von 24.000 Euro. ...mehr

Nicht ganz zufriedenstellend: Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Design bei Nagel in Stuttgart

Malender Staatsmann


Eigentlich ist er mehr als einer der bedeutendsten Staatsmänner des 20sten Jahrhunderts hervorgetreten. Doch gelegentlich reüssierte der Brite Winston Churchill auch in der Kunst der Malerei, in der er es zu beachtlichen Fertigkeiten brachte. 1947 stellte er unter dem Pseudonym „Mr. Winter“ sogar zwei Landschaften in der Royal Academy in London aus, und erst hinterher wurde die Identität dieses geheimnisvollen Herrn gelüftet. Die Mußestunden, in denen er seinem Hobby frönen konnte, waren freilich selten, und so sind auch seine Werke, die meist an Freunde und Bekannte, gelegentlich aber auch in öffentliche Institutionen gingen, zumindest auf dem deutschen Kunstmarkt selten anzutreffen. Jetzt aber konnte das Stuttgarter Auktionshaus Nagel einen hohen Zuschlagspreis für ein Churchill-Gemälde verbuchen. In der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst hatten die Experten bei Nagel ein kleines, schön gearbeitetes Blumenstillleben angesetzt auf 30.000 Euro, doch eine Fangemeinde riss sich lebhaft um die kleine Leinwand. Erst bei 155.000 Euro knallte der Hammer schließlich aufs Pult. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Jugendstil und Design bei Neumeister bei München

Noch nicht so arriviert


Ernst Ludwig Kirchner, Wildboden mit Kirchners Haus, 1925

Da hat Ernst Ludwig Kirchner wieder einmal ein expressionistisches Meisterwerk geschaffen. 1925 schildert er zwei baumbestandene Bachläufe, die grade eben zusammenfließen, eingebettet in einer weiten Hügellandschaft. Der Kreidestrich und der Aquarellauftrag sind nicht mehr so nervös, wie in der Berliner Zeit, doch noch immer ist eine innere Spannung zu spüren. Kein Wunder, denn Kirchner hat auf dieser Papierarbeit sein Davoser Rückzugsgebiet niedergelegt. Klein scheint im Hintergrund sein Haus auf dem Wildboden auf. In den Schweizer Alpen fand er die innere Ruhe, die er in Großstadtmetropole Berlin vermisste und Mitschuld an seinem nervlichen Zusammenbruch war. Einst im Besitz des Arztes Fréderic Bauer, der in jenen Jahren zu Kirchners wichtigsten Freunden zählte, war der Karton nun eines der Hauptlose in der Auktion moderner und zeitgenössischer Kunst bei Neumeister und bestätigte seine Rolle. 170.000 Euro zahlte ein kanadischer Sammler dafür und damit 20.000 Euro mehr als die obere Schätzung. ...mehr

Auch diesmal wollten gerade die teueren Möbel bei Koller in Zürich nicht recht überzeugen

Hohe Ausfälle


Figur einer Katze, Ägypten, 650 bis 500 vor Christus

Der große Erfolg, der das Zürcher Auktionshaus Koller am 24. Juni zu Spitzenpreisen bei der Schweizer Kunst führte, war den Möbeln und Einrichtungsgegenständen einen Tag zuvor nicht beschieden. Nur knapp die Hälfte der rund 360 Losnummern fand einen Abnehmer, und die Reihe der Rückgänge ist prominent besetzt. Dazu gehörten die mit goldenen Chinoiserien auf grünem Grund lackierte Kommode von Charles Topino um 1775/80 und der um 1785/90 wohl nach Entwürfen Vincenzo Brennas in der kaiserlichen „Bronzespedition“ in St. Petersburg hergestellte Gueridon mit zwei in vergoldeter Bronze eingefassten Lapislazuliplatten. Für die beiden Hauptstücke der Auktion hatte Koller je zwischen 450.000 und 800.000 Franken verlangt. Auch für einen frühklassizistischen Sekretär Pierre Garniers und Franc François Franck für 120.000 bis 200.000 Franken und ein Paar blumengeschmückter Kommoden aus Dresden um 1770/75 für 140.000 bis 240.000 Franken reichten die abgegebenen Gebote nicht aus. ...mehr

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