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AktuellAktuell:Auktionen

Moderne, zeitgenössische und Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Kugelrund


Albert Anker, Die Taufe, 1864

Albert Anker scheint in diesem Frühjahr alle großen Schweizer Kunstauktionen beherrschen zu wollen. Nach den hervorragenden Ergebnissen, aber auch Rückgängen aufgrund einer Marktsättigung in den letzten Versteigerungen bei Sotheby’s, Fischer und Kornfeld rüstet sich am 22. Juni das Zürcher Auktionshaus Koller für einen Triumph des großen Realisten. Mehr als ein Dutzend Losnummern trägt seinen Namen, darunter Handverlesenes aus allen Schaffensphasen des Meisters. Zu den frühen Arbeiten zählt beispielsweise das winterliche Genrebild „Die Taufe“ von 1864, das im diffusen Morgennebel den Zug einer kleinen Familie aus dem elterlichen Haus zur Kirche schildert. 2,5 bis 3,5 Millionen Franken werden hier erwartet. Zehn Jahre später entstand in deutlich klarerer Bildsprache „Das Lied der Heimat“. Dahinter verbirgt sich die traurige Geschichte einer polnischen Exilfamilie, deren Vaterland besonders der Großvater traurig nachsinnt, während er dem Klavierspiel seiner Enkelin lauscht. Wertmäßig ist das Ölbild ähnlich angesetzt wie die „Taufe“. ...mehr

Sotheby’s versteigert in Paris Alte Meister und Gemälde des 19ten Jahrhunderts

In der Falle


Pieter Breughel d.J., Die Vogelfalle

Aus einer alten Tür, einem Stock und einem Seil haben die Dorfbewohner eine Vogelfalle gebaut. Von den Körnern angelockt, begeben sich die Vögel zur Winterzeit in die tödliche Gefahr. Ungerührt gehen die Menschen auf der Eisfläche ihren Vergnügungen mit Eishockeyspielen, Eisstockschießen und Schlittschuhfahren nach. Schützend umschließt eine niederländische Dorfkulisse mit Kirche und kleinen schneebedeckten Häuschen die Szene, darüber spannt sich der weite, graue Himmel. Als eines der ersten autonomen Winterlandschaftsbilder ohne die Einbindung in einen Jahreszeitenzyklus ging „Die Vogelfalle“ in die Kunstgeschichte ein. Pieter Bruegel d.Ä. malte wahrscheinlich die erste Version des Bildes. Allerdings erfreute sich das Thema so großer Beliebtheit, dass es rund hundert Versionen gibt, für die hauptsächlich der Sohn des Meisters Pieter Breughel d.J. verantwortlich ist. Heuer tauchten schon zwei dieser Nachschöpfungen auf dem Kunstmarkt auf. Im Januar konnte Christie’s in New York ein Exemplar für 900.000 Dollar und im Juni eines für 340.000 Dollar zuschlagen. So ist es nicht verwunderlich, dass Sotheby’s nun eine weitere Ausführung mit einer Preiserwartung von 500.000 bis 700.000 Euro belegt. Damit führt Pieter Breughel das Feld der 161 Lose auf der Auktion von Gemälden und Zeichnungen Alter Meister und des 19ten Jahrhunderts am 21. Juni in Paris an. ...mehr

Van Ham versteigert Fotokunst von den Anfängen bis heute

Dem Licht entgegen


Unbekannter Piktoralist, Feuilles mortes, um 1900

Der von Bäumen gesäumte Waldweg verläuft vom Bildvordergrund nach hinten und verjüngt sich immer weiter. Die Perspektive vermittelt dem Betrachter das Gefühl, wie die drei weiblichen Rückenfiguren vor ihm auf dem Weg zum Licht zu sein. Wie eine lang ersehnte Erlösung erscheint das diffuse Licht, welches das Blätterdach im Hintergrund als zentralen Fixpunkt freigibt. Komposition, Ausschnitt und Lichtstimmung von „Herbstlaub“ erinnern an das Gemälde eines Impressionisten mit romantischem Nachklang. In Wahrheit aber handelt es sich um eine Fotografie, geschaffen um 1900 von einem unbekannten Meister, der gleichwohl einen hohen künstlerischen Anspruch wie seine Kollegen aus der Malerbranche hegte. Damit korrespondiert auch das ungewöhnlich große Format von fast einem Meter Höhe, das ebenfalls gemäldehaften Charakter suggeriert. Dieser Fotograf ging also den umgekehrten Weg: Nicht die Malerei sollte die Realität, sondern die Fotografie die Malerei täuschend nachahmen. Das Kölner Auktionshaus Van Ham ruft den seltenen Vintage nun in seiner Fotografieauktion am 20. Juni für 32.000 bis 40.000 Euro als eines der Hauptlose auf. ...mehr

Joan Miró führt die Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London an

Mutter, Kind, Apfel


Wenn von den Versteigerungen namens „Impressionist & Modern Art“ bei den großen Auktionshäusern in London oder New York die Rede ist, denkt man in der Regel erst einmal an die französischen Impressionisten und die Meister der klassischen Moderne wie Picasso, Léger oder Giacometti, die regelmäßig Höchstpreise erzielen. In der britischen Zentrale von Sotheby’s am 19. Juni aber ist es anders: Die knapp fünfzig Losnummern der Abendauktion werden zu einem guten Teil von Künstlern anderer Herkunft bestritten. Pablo Picasso etwa ist – man höre und staune – mit gerade einmal zwei Positionen vertreten, von denen lediglich der grünlich-rosafarben schimmernde „Homme assis“ des neunzigjährigen Malers von 1972 für 6 bis 9 Millionen Pfund größere Aufmerksamkeit beansprucht. Fernand Léger, dreimal aufgerufen, wird mit einer kubo-technizistischen „Nature morte (Le verre)“ von 1925 und einer etwas befreiteren „Composition aux deux danseuses“ von 1929 wohl im niedrigen siebenstelligen Bereich verharren. Und Alberto Giacomettis „Femme debout (Annette)“ von 1956, die durch ihre großen spitzen Brüste auffällt, ist angesichts ihrer geringen Höhe von gut vierzig Zentimetern nur bei 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund etikettiert. ...mehr

Bestände des Baseler Antiquitätenhandel Ségal bereichern die Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Küche mit Katze


Jean Boucault, 4 Fauteuils, Paris um 1740/50

„Auf nach Zürich!“ muss die Losung heißen für jeden Freund und Sammler exquisiter Möbel und Einrichtungsgegenstände. Denn am 21. Juni hält das Zürcher Auktionshaus Koller seine zweite von insgesamt vier jährlichen Versteigerungen mit Pretiosen vornehmster häuslicher Einrichtung ab. Allein die Hauptveranstaltung listet mehr als 250 Losnummern, wobei vor allem Französisches wieder in den Fokus rückt. Mit weitem Abstand preislich voran schreiten vier große Fauteuils des Pariser Meisters Jean Boucault aus der Zeit um 1740/50, die durch feine vergoldete Schnitzereien in Blumenzier bestechen und außerdem kostbare blaugraue Seidenbezüge ebenfalls mit reicher Fauna besitzen. 250.000 bis 450.000 Franken hat Koller für dieses einmalige Ensemble festgelegt, wobei es neben der eleganten Erscheinung auch den insgesamt guten Erhaltungszustand honoriert. Unmittelbar davor wird es um ein Bureau plat des berühmten Ebenisten Jacques Dubois gehen. Etwa gleichzeitig wie die Sessel Boucaults entstanden, beeindruckt der allseits geschweifte Schreibtisch durch den starken Kontrast der vergoldeten Bronzen auf dem diagonal strukturierten Rosenholzfurnier. Hier stehen 80.000 bis 140.000 Franken auf dem Etikett. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in London

Brennen für Picasso


Pierre-Auguste Renoir, Baigneuse, 1888

Nach den hervorragenden Ergebnissen der New Yorker Abendveranstaltungen Anfang Mai bleiben die Versteigerungen von Impressionisten und Modernen bei Christie’s und Sotheby’s auch in London stark. Christie’s ist am 20. Juni an der Reihe und erwartet für die circa siebzig Losnummern bis zu 126 Millionen Pfund. 12 bis 18 Millionen Pfund gehen auf das Hauptlos, Pierre-Auguste Renoirs in Öl gemalten Frauenakt „Baigneuse“. Bereits in seinem Entstehungsjahr 1888 wurde das 66 Zentimeter hohe Gemälde in der renommierten Pariser Galerie Durand-Ruel ausgestellt und kurz darauf an den mit Renoir befreundeten Schriftsteller und Journalisten Robert de Bonnières verkauft. Später zierte die sitzende Dame, die sich mit einem kleinen Tuch den jungen Körper trocknet, lange Zeit die Sammlung der Industriellenfamilie Reinhart in Winterthur und wurde mehrmals in der Schweizer Stadt öffentlich gezeigt. Der derzeitige Besitzer erwarb das Gemälde 1997 auf einer New Yorker Auktion von Sotheby’s für 19 Millionen Dollar, was der Zahl nach lediglich etwa der unteren Grenze der jetzigen Schätzung entspricht. ...mehr

Nicht alles gefiel den Sammler bei der Kunst des 19ten Jahrhunderts in der Berliner Villa Grisebach. Anderes nahmen sie aber begeistert auf

Suppe ausgelöffelt


Wilhelm Leibl, Studienkopf eines braunbärtigen Mannes vor grünem Hintergrund, 1884

Auch beim zweiten Mal hatte das Berliner Auktionshaus Grisebach mit der Auslagerung seines Angebots an Gemälden, Papierarbeiten und Skulpturen aus dem 19ten Jahrhundert in eine eigene Versteigerung Erfolg: Gut eine Million Euro netto setzte das Unternehmen mit den rund hundert Losen um, von denen nur drei Dutzend unveräußert liegenblieben. Zwei Zuschläge jenseits der 100.000 Euro-Marke gab es, beide durchaus überraschend: zunächst 125.000 Euro für eine „Heilige Familie mit Johannesknaben in einer Landschaft“ des Nazarenermalers Ludwig Emil Grimm von 1822/34, angesetzt im Vorfeld auf 40.000 bis 60.000 Euro, zum anderen 142.000 Euro für das großartige Bildnis eines braunbärtigen Mannes vor grünem Hintergrund von Wilhelm Leibl. Die 1884 geschaffene Ölstudie, aus so großer Nähe aufgenommen, dass sie sogar den Rahmen sprengt, stand eigentlich nur bei 60.000 bis 80.000 Euro auf der Liste. Leibls Frühwerk „Bildnis der Bankiersgattin Regina Schoenlin“ von circa 1869/70 musste sich dagegen mit 25.000 Euro mindestens 5.000 Euro unterhalb der Taxe begnügen. ...mehr

Ein reiches Programm am Kunst und Antiquitäten im Wiener Auktionshaus Kinsky

Adlers Wache


Albrecht Dürer Nachfolge, Philipp I. von Habsburg (?), nach 1615

Auf der 91sten Versteigerung von Kunst und Antiquitäten im Wiener Auktionshaus im Kinsky vom 19. bis 21. Juni stellen die Alten Meister einige der interessantesten Offerten. Da findet sich zum Beispiel das Bildnis eines stattlichen Herrn aus dem Hause Habsburg, halb ins Bild gedreht, fein gekleidet und angetan mit dem Orden vom Goldenen Vlies. Die Darstellung des vor grasgrünem Fond platzierten Adligen erinnert an Albrecht Dürers Bildnis des Kaisers Maximilian I. aus dem Jahr 1519, heute im Kunsthistorischen Museum Wien, doch wird eher angenommen, dass es sich um den spanischen König Philipp I. handelte, der bereits 1506 im Alter von nur 28 Jahren starb. Die unter dem Bild platzierte Inschrift scheint später leider völlig falsch erneuert worden zu sein. Einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge kann die Tafel allerdings kaum vor 1615 bemalt worden sein – Schwierigkeiten über Schwierigkeiten also bei diesem kleinformatigen Gemälde, das Kinsky nicht zuletzt seiner hohen malerischen Qualität wegen dennoch mit 80.000 bis 150.000 Euro angesetzt hat. ...mehr

Sotheby’s fuhr in Zürich mit Schweizer Kunst solide Ergebnisse ein

Von Schweizern für Schweizer


Albert Anker, Mädchenbildnis, 1885

Die Bilder Albert Ankers sind immer noch ein Garant für gute Verkäufe. Doch scheint der Hype um den Schweizer Realisten, den nicht zuletzt die große Retrospektive des Jahres 2010 im Kunstmuseum Bern befeuert hat, auf seinem Wendepunkt angekommen zu sein. Nicht mehr bei jedem Werk folgen die Sammler den hohen Erwartungen. Das musste jetzt auch das Auktionshaus Sotheby’s in Zürich feststellen, als es elf Gemälde Ankers in einem weiten Taxbereich zwischen 10.000 Franken und 2 Millionen Schweizer Franken ins Rennen schickte. Die höchsten Erwartungen waren an den um 1875 gemalten, blonden „Schulknaben“ mit 1,5 bis 2 Millionen Franken geknüpft. Doch er konnte trotz seines verträumten Gesichtchens und der differenzierten Darstellung der Materialien nicht überzeugen. Die Ergebnisliste der Auktion „Schweizer Kunst“ führt daher Ankers leicht trotziges Mädchen von 1885 an. Die Einfühlungsgabe des Malers bei der Gestaltung der Gesichtszüge und der Stimmung des blond gezopften Kindes sowie die geringe Zahl der Portraits im Gesamtwerk des Künstlers haben einen Schweizer zur unteren Erwartung von 1,2 Millionen Franken motiviert. ...mehr

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Josef Bauer erhält Alfred-Kubin-Preis

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Rostocker Kunstpreis für Felix Baxmann

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Bharti Kher in Berlin

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