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Am 23.10.2017 Auktion 66: Autographen, Manuskripte, Musikalia

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Drogen, Schnaps, Versöhnung


Auf der kommenden Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst kehrt das Berliner Auktionshaus Bassenge weitgehend in seine ureigenste Domäne zurück: die Grafik. Einige herausragende Losnummern sind zwar mit Gemälden besetzt – Karl Hofers weit in die Ferne blickendes „Mädchen mit grüner Fahne“ aus dem Jahr 1943 etwa für 30.000 Euro oder Paul Kleinschmidts 1936 datiertes, buttriges Stillleben „Rosen und Dahlien“ für 12.000 Euro –, doch das Gros des Angebots bestreiten Arbeiten auf Papier. Auch einige Topstücke finden sich hier, so allein vier Positionen von Pablo Picasso. Hauptlos ist seine schwere, fast düstere Kreidelithografie „Françoise sur fond gris“ von 1950, in der sich Bassenge mit 50.000 Euro exakt an den Zuschlagswert bei Hauswedell & Nolte vom Dezember 2010 hält, gefolgt von der bukolischen Radierung „Scène bachique au Minotaure“ von 1933 aus der Suite Vollard für 30.000 Euro. Zwei weitere Frauendarstellungen, die Lithografie „L’Italienne“, für die sich Picasso 1953 einer spätklassizistischen Vorlage des Malers Victor Orsel bediente, und der braunschwarze Linolschnitt einer deformierten „Femme à la source“ von 1962, sind für 22.000 Euro und 24.000 Euro zu haben. ...mehr

Fotografie bei Grisebach in Berlin

Winterliches Getümmel


Die Spezialität des Fotografen Massimo Vitali sind Menschenansammlungen. Seine Perspektive auf die verstreuten und geballten Gruppen ist immer von einem erhöhten Standpunkt aus, um die Distanz zum Geschehen zu wahren. So wirkt auch sein Blick auf das bunte Treiben am Skilift des beliebten französischen Winterferienortes „Les Menuires grande“ wie eine Gesellschaftsstudie aus dem Jahr 2000. Dem Wetter und dem Termin der Versteigerung am 30. Mai angemessen wäre sicherlich eher eine von Vitalis Aufnahmen eines sonnigen Badestrandes. Doch der C-Print ist signiert, datiert, hat einen Prägestempel des Fotografen und ist einer von nur 9 Exemplaren. Deswegen erhofft sich die Villa Grisebach in Berlin dafür 20.000 bis 25.000 Euro, was den Abzug zum Spitzenlos der Auktion aufsteigen lässt. In der Rubrik „Zeitgenössische Photographie“ sind Bernd und Hilla Becher mit ihren zehn Silbergelatineabzügen „Industriebauten“ von 1968 für 15.000 bis 20.000 Euro Vitali dicht auf den Fersen. Im Vordergrund steht hier die Zweckmäßigkeit sowohl des Fotografierten, der einfachen und nützlichen Architektur der Fördertürme, wie auch der Fotografien selbst, denn sie sind Zeitzeugen einer nun untergegangenen Industrielandschaft. ...mehr

Koller feiert in Genf seine 50ste Auktion zur angewandten Kunst des 20sten Jahrhunderts

Niveauvolles Leuchten


René Lalique, Vase „Tourbillons“, um 1930

Die Genfer Dependance des Schweizer Auktionshauses Koller hat etwas zu feiern. Schon zum 50sten Mal findet nächste Woche die Versteigerung von Kunstgegenständen der Art Nouveau und Art Déco, Design, Gemälden und Büchern statt. Als einziges Schweizer Unternehmen besetzt es damit die Nische Design und kann auch im Jubiläumsjahr bei der über 600 Lose starken Auktion mit einigen besonderen Stücken aufwarten. Gleich vier hoch geschätzte Highlights präsentiert Koller den Sammlern: die honiggelb leuchtende Glasvase „Tourbillons“ des französischen Glaskünstlers René Lalique um 1930, ein C-förmig geschwungener Bürotisch aus massivem Stahl des Italieners Marzio Cecchi von 1968, ein Paravent aus lackiertem Holz mit fernöstlich angehauchter Berglandschaft samt Rehen von Pierre Dunand um 1940 sowie die filigrane Skulptur einer Tänzerin aus Elfenbein und – ungewöhnlich – aus Holz des Franzosen Paul Philippe um 1925. Für alle vier Lose müssen die Käufer 20.000 bis 30.000 Franken investieren. ...mehr

Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Grisebach in Berlin

Suppe mit Ballkleid


Franz Ludwig Catel, Heimkehrende Fischer in einer Grotte nahe des Palazzo Donn’ Anna am Capo Posillipo mit Blick über den Golf von Neapel auf den Vesuv, 1821/22

Seit das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach das 19te Jahrhundert in einer eigenen Versteigerung präsentiert, wird das Angebot immer umfangreicher und qualitätvoller. Gut hundert Positionen listet der Katalog zur Kunst der Neueren Meister, und es sind erstklassige Arbeiten darunter. Ganz oben rangiert, mit einer Schätzung über 120.000 bis 150.000 Euro auch preislich, Franz Ludwig Catels einen Meter breite Leinwand mit dem umständlichen Titel „Heimkehrende Fischer in einer Grotte nahe des Palazzo Donn’ Anna am Capo Posillipo mit Blick über den Golf von Neapel auf den Vesuv“. Das bislang unbekannte Gemälde, das mit der Datierung 1821/22 in den kommenden Werkkatalog Catels aufgenommen wird, ist charakteristisch für die künstlerische Handschrift des Berliner Italienreisenden, der sein Leben 1856 in Rom beschloss. Fast ein wenig Hackertscher Klassizismus wirkt hier nach, doch durch und durch romantisch ist das Motiv, genommen aus dem täglichen Leben der nach außen hin so idyllisch anmutenden Mittelmeergegend. ...mehr

„Ausgewählte Werke“ der modernen und zeitgenössischen Kunst bei Grisebach in Berlin

Nageln für Rerik


„La Abuelita“, das „Großmütterchen“, ist eines der Hauptlose betitelt, die die Berliner Villa Grisebach als „Ausgewählte Werke“ an der Spitze seiner großen Frühjahrsauktionen präsentiert: Eine stattliche, überlebensgroß aus der Tiefe von den Knien ab aufwärts ins Bild aufragende Dame, die den Betrachter streng, mit zusammengekniffenem Mund über ihre kleine Lesebrille hinweg fixiert. Der leicht grünlich schimmernde mächtige Körper steckt in einem braunen Kleid mit pastellfarbener Spitze und einem transparenten Überwurf aus Atlas, über den blütenartige Ornamente zucken. Eine fette Katze zu ihren Füßen mit Schleifchen um den Hals betont eher das Imposante dieser Erscheinung, als dass sie sie mildert. Unten rechts klemmen Signatur und Datierung des Bildes: Fernando Botero, der in Europa wohl bekannteste südamerikanische Künstler unserer Tage, schuf diese gut 180 Zentimeter hohe Leinwand im Jahr 1969 – wider alle Konventionen der seinerzeitigen Kunst, die irgendwo zwischen Abstraktion und Pop Art ondulierte, von altmeisterlichen Portraits aber wenig wissen wollte. Nicht weniger als 300.000 bis 400.000 Euro verlangt die resolute Oma für ihren Ortswechsel. ...mehr

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Lehr in Berlin

Kadett und Nonne


Ganz zu den vorgesehenen 150.000 Euro hat es dann doch nicht gereicht für Egon Schieles „Sitzende Frau“, die die Berliner Auktionatorin Irene Lehr auf ihrer 36. Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst als Toplos präsentierte. Für die 1917 ein Jahr vor dem frühen Tod des Künstlers entstandene Bleistiftzeichnung kamen schließlich 118.000 Euro heraus. Von diesem Wermutstropen abgesehen lief die Veranstaltung aber wieder wie am Schnürchen: Die losbezogene Zuschlagsquote lag bei gut 85 Prozent, und mit einem Nettogesamtergebnis von fast 1,2 Millionen Euro setzte das Auktionshaus eine neue Höchstmarke in seiner jüngeren Geschichte. Wie immer sorgte eine reizvolle Mischung aus hochkarätigen Meisterwerken von Künstler der ersten Garde und vielen interessanten Positionen auf weniger ausgetretenen Pfaden für teils heftige Bietgefechte. ...mehr

Silber aus Zentraleuropa und Russland im Wiener Dorotheum

Wilder Ritt


Eber mit reitendem Putto, wohl Italien, 17. Jahrhundert

Die Vorderbeine vom Boden gehoben und das Maul geöffnet, stürmt der Eber in ungestümen Galopp dahin. Der kleine Putto auf seinem Rücken schwankt gehörig und ringt mit seinen rudernden Armen um Halt. Im Keltischen ist so ein wilder Ritt der Göttin Arduinna, nach der Interpretatio Romana der Göttin Diana vorbehalten. Gerade der Kontrast zwischen der Vorwärtsbewegung des Ebers außer Rand und Band und der Gegenbewegung des schaukelnden leichtfüßigen Puttos sorgt für die Dynamik und Spannung der vergoldeten Silberarbeit. Ursprünglich hat sie wohl die Tafel der einen oder anderen Jagdgesellschaft geziert. Das museale Stück aus Italien ist mit seiner Länge von 23 Zentimetern äußerst selten und durch den Lapislazulisockel mit vollplastischer Marmorleiste alleine schon vom Materialwert wertvoll. Deswegen hängt die Messlatte für dieses Objekt aus dem 17ten Jahrhundert mit 70.000 bis 90.000 Euro hoch, wenn es in der Silberauktion des Wiener Dorotheums zum Aufruf kommt. ...mehr

Wolfdietrich Hassfurther versteigert in Wien moderne Kunst und ausgewählte Werke aus einer Habsburg-Sammlung

Das Schweigen des Walde


Tiefe Stille liegt über den verschneiten „Trattalmen“. Der schwere in pastosem Weiß aufgetragene Schnee drückt behäbig auf die drei Almhütten und die Tiroler Berge und scheint jeden Laut zu verschlucken. Durch den schmalen tiefblauen Himmelsstreifen unterstützt Alfons Walde diese stumme Wirkung. Wolfdietrich Hassfurther schickt dieses Gemälde als eines der Favoriten in seine Wiener Auktion und erhofft sich 100.000 bis 140.000 Euro von dem Ölkarton. Mit zwei Menschen hat Walde dann seinen „Bauernsonntag“ von 1929 bereichert. Hassfurther setzt ihn zwischen 100.000 und 180.000 Euro an, denn 2008 konnte er das Bild mit den beiden mächtigen Männerfiguren vor einer Bergkulisse und zwei Häusern bei 185.000 Euro zuschlagen. Damit liegen die Schätzungen im Bereich des Möglichen. So erzielte Neumeister 2001 für ein ähnlich großes Gemälde mit nur minimal verändertem Motiv 245.000 Mark, der Wiener Konkurrent Kinsky für dieses Thema im Mai vergangenen Jahres sogar 270.000 Euro. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Art is like Medicine – it can heal


Der Brite Damien Hirst, der mit seinen Werken immer wieder provoziert und gleichzeitig wie ein Popstar verehrt wird, glaubt an die heilende Kraft der Kunst. Vielleicht erinnern deshalb die zahllosen bunten Punkte auf seinem Gemälde an bunte Pillen, die in ihrer typischen Verpackung in Reih und Glied angeordnet sind. Ein mit Lack auf Leinwand gemaltes Bild im Plexiglasrahmen aus dem Jahr 2005 trägt den komplizierten und ziemlich chemisch klingenden Titel „Dicetyl Phosphate“. Die gut einen Meter breite Leinwand gehört in Hirsts Werkgruppe der „Spot Paintings“, die von 1986 bis 2011 entstand. Anfang dieses Jahres zeigte die Gagosian Gallery in sämtlichen ihrer weltweit elf Dependancen insgesamt 331 „Spot Paintings“, darunter „Dicetyl Phosphate“ in Paris. Nun führt es mit einer Schätzung von 200.000 bis 250.000 Euro preislich die rund 250 Objekte umfassende Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 23. Mai bei Lempertz an. Vor drei Jahren wurde es schon einmal im Kölner Traditionshaus angeboten, konnte den taxierten Preis von 280.000 bis 320.000 Euro damals jedoch nicht erzielen. Vielleicht hat Lempertz dieses Jahr mehr Glück mit dem britischen Skandalkünstler. ...mehr

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News vom 17.10.2017

Affäre in Amsterdam: Beatrix Ruf tritt zurück

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Chinesische Portraitkunst in Berlin

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Protest gegen Omer Fasts Installation in New York

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Danner-Preis geht an Hiawatha Seiffert

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