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Am 24.03.2018 55. - Kunstauktion Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhunderts

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Klingende Namen wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Werner Berg und Herbert Boeckl kann das Wiener Auktionshaus im Kinsky zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres anbieten – und Maria Lassnig ist natürlich mit dabei

Buntes Glas und träumende Mädchen


Franz Hofstötter, Vase, 1900

Vor mehr als 25 Jahren haben Michael Kovacek und Ernst Ploil ihre erste gemeinsame Publikation über die Glasfabrik Johann Lötz Witwe und deren erfolgreiche Teilnahme an der Weltausstellung des Jahres 1900 herausgegeben. Das Buch war als „Work in progress“ gedacht; sein Inhalt sollte durch weitere Forschungen, neu entdeckte Erzeugnisse der Glashütte im südböhmischen Klostermühle oder wichtige Erkenntnisse über die Künstler fortgeschrieben werden. Nun ist es soweit. Die zweite ergänzte und veränderte Auflage des Bandes „Lötz bei der Pariser Weltausstellung 1900“ liegt vor. Bei soviel Engagement für die Manufaktur ist es nur folgerichtig, dass die Erzeugnisse von Lötz Witwe ihre kommende Kinsky-Auktion dominieren, deren Preziosen zu den herausragenden des Jugendstils zählen. Dazu zählt eine große Vase mit irisierter Oberfläche in Metallgelb und Russischgrün, die als eines von drei Exemplaren für die Weltausstellung von 1900 entstand. Die Kinsky-Geschäftsführer Kovacek und Ploil führen in der neuen Publikation über die Weltausstellungsobjekte auch dieses Modell von Glaskünstler Franz Hofstötter an und bezeichnen den Dekor als die aufwendigste der unter dem Namen „Phänomen“ auf den Markt gebrachte, mustergeschützte Oberflächenverzierung. Der Preis der Vase liegt bei 25.000 bis 50.000 Euro. ...mehr

Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Der Architekt in der Silberkanne


Josef Hoffmann, Sahnekanne, 1904/05

Seine Eltern hatten eine andere Laufbahn für Josef Hoffmann vorgesehen, denn als Sohn des Bürgermeisters aus dem mährischen Pirnitz war eine Karriere als Jurist eine attraktive Aussicht. Josef fühlte sich jedoch schon in seiner Jugend mehr zu technischen und gestalterischen als zu juristischen Angelegenheiten hingezogen und konnte schließlich ein Architekturstudium an der Wiener Kunstakademie absolvieren. Als Mitbegründer der 1897 ins Leben gerufenen Künstlervereinigung „Wiener Secession“ erhielt er seine Anregungen für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Materialen und Formen, was 1903 in die „Wiener Werkstätte“ mündete, eine Gemeinschaft bildender Künstler, die das kunstgewerbliche Schaffen unter Hoffmanns Federführung fokussierten. In der zunehmend florierenden Produktionsstätte entstand 1904 eine silberne Sahnekanne als Teil eines Kaffeeservices, die sich der Herkunft ihres vom Architekturstudium geprägten Erschaffers nicht lossagen kann. Sie weist einen klar konturierten Korpus auf, der mit einem hochkant angelegten Viereck geprägt ist und zum Kannenrand ein ruhiges Ornament einfängt. Der aus Ebenholz gefertigte Henkel nimmt die klaren Linien in seiner rechtwinkligen Anlage auf. Fast wie ein unter architektonischen Gesichtspunkten konstruiertes Bauwerk wirkt das zarte Kännchen, das als Hoffmannscher Klassiker mit 30.000 bis 50.000 Euro die kommende Versteigerung von Jugendstil und Kunsthandwerk im Dorotheum anführt. ...mehr

Preisgekrönte Künstler offeriert Lempertz bei seiner Zeitgenossen-Auktion in Köln

Der poetische Papagei


Rebecca Horn zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern ihrer Generation. Erst am vergangenen Wochenende wurde die 73jährige mit dem Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Preis als erste Bildhauerin geehrt und gibt im dortigen Museum einen Überblick über ihr Schaffen. Nun tritt sie auch schon im Kölner Auktionshaus Lempertz in Erscheinung. Das changierende Federkleid eines Papageis in Goldgelb und Blau verleitete Rebecca Horn mit feinem Gespür im Jahr 1995 dazu, die Federn mit einem kleinen Elektromotor und schlanken Metallstäben zu vereinen. Das Resultat ist eine poetische und dynamische Arbeit, die den Federfächer öffnet und damit dem „elektrischen Papagei“ Leben einhaucht. Dieses märchenähnliche Pfauenrad, das sich mit surrendem Geräusch langsam auffächert und nach kurzem Innehalten wieder in sich zusammenfällt, verzaubert mit seiner ästhetischen Präsenz. Bei Lempertz steht Horns Werk für 100.000 bis 120.000 Euro bereit. ...mehr

Mit seltenen und marktfrischen Arbeiten wartet die Moderne Kunst bei Bassenge in Berlin auf

Tischler in Aktion


Weil er engagiert für die Emanzipation der Arbeiterklasse und für die Räterepublik kämpfte, stand der Tischler Heynemann 1920 in den Dresdner Prozessen gegen Kommunisten vor Gericht. Hier beobachtete ihn Conrad Felixmüller und war von der Person des Handwerkers so beeindruckt, dass er ihm in einem Kunstwerk ein bleibendes Denkmal setzte. Felixmüllers Farbholzschnitt aus diesem Jahr gibt den Tischler übergroß im Brustbild mit mächtigem Bart, kerzengerade mit aufwärtsgewandtem Gesicht und aufgerissenen Augen hinter der runden Brille wieder. Der leicht geöffnete Mund und der eifrig beschäftigte Schreiber im Hintergrund weisen ihn als energisch Redenden aus. Felixmüller bevorzugte in diesen Jahren sozialkritische Themen – er selbst war von 1919 bis 1924 Mitglied in der KPD – und tat seine Auffassung auch in Bildbeiträgen für linke Zeitschriften kund. In diese Haltung fügt sich sein Tischler Heynemann als entschlossener, fast hypnotisierender „Versammlungsredner“ ein. Den Farbholzschnitt offeriert Bassenge nun als „Rarissimum“. Da er in den letzten 30 Jahren nur einmal im Kunsthandel aufgetaucht sei, erwartet sich das Berliner Auktionshaus dafür 30.000 Euro. ...mehr

Die Sammlung Klaus J. Jacobs rund um den Kaffee bereichert die Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Rückzugsort Ostsee


„Ich freue mich bald wieder losfahren zu können, und ungehindert in der Natur zu leben.“ Das schrieb Hermann Max Pechstein im Frühjahr 1922 in einem Brief an seinen Freund, den Schweizer Arzt und Sammler Walter Minnich. Gemeint hat Pechstein damit den Aufenthalt in den Sommermonaten an der Ostsee, der für ihn in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ein lebenswichtiger Fluchtpunkt war. Hier konnte er die Querelen und geschäftlichen Belange aus dem Berliner Alltag hinter sich lassen, fand in der Natur alternative Lebensbedingungen und fühlte sich den Fischern an der Küste wesensverwandt. Dort entstanden Bilder, die als ein Gipfel seiner malerischen Produktion gelten. Ein Beispiel dafür ist sein Ölgemälde „Zwei Kutter im Hafen von Leba“. Zwei Fischerboote liegen vermutlich am Ufer des Mühlengrabens der pommerschen Kleinstadt im ruhigen Wasser und strahlen eine Gelassenheit, fast majestätische Schönheit aus. Dies unterstreicht Pechstein durch eine satte abgedunkelte schwere Farbigkeit, aus der die roten Häuser effektvoll hervorleuchten. Mit diesem Meisterwerk aus dem Jahr 1922 krönt das Auktionshaus Lempertz sein Angebot der modernen Kunst und will dafür 400.000 bis 500.000 Euro sehen. ...mehr

Gemälde und Zeichnungen älterer und neuerer Meister warten in Berlin bei Bassenge auf Kundschaft

Ein Flame, viele Talente


Adriaen van Stalbemt, Allegorie der vier Elemente, um 1620/30

Antike Gottheiten, Allegorien, eine malerische Landschaft, Ruinenarchitektur, harmonische Stillebenkompositionen, geschickter Umgang mit sattem und zartem Farbauftrag – all das versammelt sich zusammen in einem einzigen Gemälde. Die um 1620/30 entstandene „Allegorie der vier Elemente“ Adriaen van Stalbemts lässt also wenige Wünsche offen. Jedoch ließ der Künstler seine vielen Talente nicht einfach ungeformt sprudeln, vor allem seine Mitgliedschaft in der Lukasgilde Antwerpens und der damit verbundene inspirative Austausch mit renommierten Künstlern wie Jan Brueghel oder Hendrik van Balen sowie ein zehnmonatiger Aufenthalt am Hof des englischen Königs Karl I. trugen zur Entwicklung einer meisterhaften Beherrschung seines Fachs bei. Aufgrund seines Könnens musste Adriaen van Stalbemt sich bald nicht mehr auf einzelne Genres beschränken. Seine künstlerische Vielseitigkeit ließ ihn zu einem der führenden flämischen Künstler der angehenden Barockzeit werden. Seine Ölmalerei auf Holz darf darum ein üppiges Preisschild von 140.000 Euro auf der kommenden Versteigerung bei Bassenge in Berlin tragen. ...mehr

Ein Streifzug durch große Namen und kleine Formate der Kunst aus den letzten 150 Jahren bei Grisebach in Berlin

Mit Liebermann in die Moderne


Max Liebermann, Konzert in der Oper, 1920

Dicht gedrängt und beinahe zur einheitlichen Masse verschmolzen sind die Menschen bei Max Liebermanns „Konzert in der Oper“ von 1920. Der Künstler verbindet Orchester und Publikum nicht nur inhaltlich durch die den Raum füllende Musik, sondern auch durch seine impressionistische Malweise, die teils mehr Farbflächen als Individuen zeigt. Ein Mann links im Publikum hält den Kopf gesenkt, bestimmt nicht aus Ermüdung, vielmehr im gespannten Lauschen der Musik. Liebermann lässt eine intime, düstere, aber auch glamouröse Atmosphäre entstehen, gefördert durch markante Lichteffekte und goldbraune oder rote Farbakzente. Er fängt hier eindrucksvoll eine Szene des urbanen Lebens in Berlin ein. Aufbruchsstimmung, Glanz und Ausgelassenheit bestimmen zu jener Zeit das höhere gesellschaftliche Leben in der florierenden Großstadt der noch jungen Weimarer Republik. Dieser Schwung ergreift den Künstler, dessen Gesamtwerk zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen Tradition und Moderne changiert und so wegweisende neue Tendenzen der Kunst aufgreift. ...mehr

Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert mit einigen Leckerbissen bei Van Ham in Köln

Ein Nagel, eine Herde Nägel, Günther Uecker


Unter einem Meer aus geschlemmten Zimmermannsnägeln, die sich zu zwei ineinander übergehenden Wirbeln formen, liegt eine weiße-beige Farbschicht. Sie nimmt die Kreisgestalt ebenfalls auf. Die steifen geraden Nägel erlauben es Günther Uecker, das Bild in den umgebenden Raum greifen zu lassen und eine eher feste metallene Struktur zu einem poetischen Motiv in einer schwingenden Form zusammenzuführen, die einem Nagel allein nicht gegeben ist. Bedingt durch das wechselnde Tageslicht und einen sich verändernden Blickwinkel, werfen die Nägel immer andere Schatten und rufen eine neue Dynamik der Form hervor. So hat Uecker es 2011 auch bei der großformatigen Arbeit „Both“ gemacht, die mit einer Schätzung von 600.000 bis 800.000 Euro das Highlight der kommenden Auktionsrunde bei Van Ham in Köln stellt. Zudem ist die Provenienz illuster. Gehörte das Nagelbild doch dem wegen Betrugs verurteilten Düsseldorfer Kunstberater Helge Achenbach. Seine Frau hatte vor Gericht vergeblich um die Rückgabe des gepfändeten Kunstwerks gekämpft und dafür geltend gemacht, dass sich die Doppelspirale in ihrem Eigentum befände. ...mehr

Mit einem umfangreichen Angebot an druckgrafischen Werken wartet Bassenge in Berlin wieder auf. An prominenten Glanzstücken mangelt es nicht, aber auch für den kleinen Geldbeutel hält die Auktion einiges bereit

Goyas Stimme für Tiere


Francisco de Goya, Dibersions de España, 1825

Nicht gerade ausgelassene Feststimmung vermitteln die „Dibersions de España“ von Francisco de Goya, das Highlight der kommenden Druckgrafik-Auktion bei Bassenge. Die in seinen letzten Schaffensjahren entstandene Lithografie wirft eine besondere Sicht auf die in Spanien so tief verankerte Tradition, in der die Erniedrigung, Schwächung und letztlich Tötung von Stieren durch den Menschen den Kern darstellt. Der am Ende seines Lebens freiwillig im Exil in Bordeaux lebende Künstler schildert in seiner Grafik von 1825 die Besucher des Spektakels nicht als warmherzige Sympathieträger und kulturbewusste Traditionalisten. Vielmehr zeigen die „Lustbarkeiten Spaniens“ unzählige, sich offenbar am Leid der Tiere ergötzende Gesichter. Feige grinsend verstecken sich Männer hinter den Toreros, nur um erahnen zu können, wie es sich anfühlen mag, dem Stier im Todeskampf in die Augen zu sehen. In der Mitte der Arena hat ein Stier bereits einen Angreifer niedergetrampelt. Wer nicht an der typischen repräsentativen Hofmalerei Goyas interessiert ist, sondern seiner zutiefst persönlichen Stimme für Tierwohl Raum geben möchte, sollte 60.000 Euro für dieses seltene Werk bereithalten. ...mehr

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