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Am 29.09.2017 Auktion 117: Moderne und Zeitgenössische Kunst, Moderne Photographie, Alte Gemälde, Antiquitäten

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Jubiläumsauktion zum Zehnjährigen von Quittenbaum

Kurioser Stuhl


Louis Comfort Tiffany und Samuel Colman, Armlehnstuhl, nach 1892

Eine freundliche Quote von 46,5 Prozent nach Losen – mit dem Nachverkauf stieg dieser Wert auf gut 50 Prozent – und einige satte Zuschläge bescherten die Bieter dem Auktionshaus Quittenbaum zu dessen zehnjährigem Bestehen. Der Münchner Design- und Kunsthandwerksspezialist hatte am 29. April zu einem rund tausend Posten umfassenden Programm von Jugendstil und Art Déco geladen. Die ersten zweihundert Lose widmeten sich fast ausschließlich der französischen Glasproduktion aus den beiden ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Neben Gabriel Argy-Rousseau, dessen Vase „Sureau“ von 1919 gute 3.400 Euro einspielte (Taxe 2.700 EUR), fand vor allem die Firma Daum Frères in Nancy viele Freunde. Höhepunkt wurde mit 22.000 Euro noch 4.000 über der Schätzung eine pilzförmige Tischlampe aus der Zeit um 1905, deren schlanker Schaft und elegant geschwungener Schirm mit Kirschzweigen in voller Blüte geschmückt sind. An zweiter Stelle behauptete sich bei regelgerechten 12.000 Euro eine schöne Federschale mit sitzendem Chamäleon am Beckenrand, ein Entwurf von Amalric Walter. Auch eine glockenförmig ausschwingende Schale mit Champignons auf der Wandung von 1907 schloss mit 6.500 Euro durchaus erfreulich ab (Taxe 7.500 EUR). ...mehr

Fotografie bei Lempertz und Grisebach

So ein Zirkus


Klassiker der Fotografie haben beide, Lempertz und Grisebach, auf ihren jeweiligen Auktionen am 29. und 31. Mai zu bieten: August Sander mit einem streng komponierten Portrait einer Westerwälder Bauernfamilie von 1913 (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) sowie einem wunderbaren, von der Sonne beschienenen Glasstillleben Albert Renger-Patzschs von 1926/27 bei Grisebach (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Lempertz drei New Yorker Stadtansichten, davon allerdings zwei aus späterer Zeit, von Berenice Abbott für bis zu 5.000 Euro. Beide Häuser haben etwa gleichwertige Arbeiten Andreas Feiningers im Gepäck, Lempertz einen Blick auf die fast surreal von Hochhäusern hinterfangene „Union Station, Chicago“ mit gerade ausfahrenden Zügen von 1948 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), Grisebach einen nächtlichen Ausblick über „New York, 9th Ave, 14 – 19th Street“ von 1941 (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR). Beide besitzen auch Aufnahmen des Russen Roman Vishniac etwa von 1937. Damals erkundete er die Juden in Warschau, beobachtete zwei Kinder in der Sonne – bei Lempertz für 4.000 bis 6.000 Euro – und lichtete einen Bauern auf seinem Karren ab. Grisebach stellt dieses Abzug von 1944 für 6.000 bis 8.000 Euro vor. Die Preise sind also durchaus ähnlich in beiden Häusern, sogar die Anzahl der Lose stimmt etwa überein – wenn man bei Lempertz jene Fotografien berücksichtigt, die sich bereits in der zeitgenössischen Kunst finden. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Wieder eine Kollwitz-Sammlung


Die Unterschenkel mit den Füßen von links, eine Leiter am rechten Bildrand, ein Stück Rohr in der Mitte und zwei Hände, die vom Betrachter her eine Glasscheibe ins Bild halten – das alles vor maisgelbem Hintergrund muss reichen für ein Bild des 1936 im hessischen Heppenheim geborenen Hort Antes. „Scheibe und Leiter“ – so der Titel – ist eine seiner merkwürdigen Erfindungen, die irgendwo zwischen den traditionellen Gattungen von Stillleben und Interieur vagieren und doch auch einen Zug ins Absurde haben. 1969 freilich, als der Wiener Aktionismus alle Kunst bereits auf den Kopf gestellt, Joseph Beuys medienwirksame Events hinter sich gebracht hatte und die plakative amerikanische Pop Art nach Europa übergeschwappt war, gehört Antes’ stilles Bild noch zu den gemäßigt Progressiven. Eher ist es ein Zeugnis von Stetigkeit, Unbeirrbarkeit, Selbsttreue. Bei Bassenge in Berlin steht es ganz am Anfang einer Moderne- und Zeitgenossenauktion, die rund 360 hochkarätige Werke und noch einmal fast 700 „Miscellaneen und Trouvaillen“ im Programm hat sowie eine über fünfzig Lose umfassende Extrasammlung ausschließlich mit Werken Käthe Kollwitz’. Schätzpreis für Antes: 30.000 Euro. ...mehr

Gute Maler des 19ten Jahrhunderts boomen, die Zeichnungen laufen auch ganz prächtig, nur der Altmeistermarkt stagniert auf hohem Niveau bei Lempertz in Köln

Fifty-fifty


Hans Hoffmann, Feldhase, 1582

Nun schließt sich also beinahe der Kreis wieder für Hans Hoffmanns Dürer-Hase. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das 1582 datierte Blatt Bestand der Kunsthalle Bremen, doch dann wurde es zusammen mit anderen Beständen des Museums nach Schloss Karnzow in der Mark Brandenburg ausgelagert. Von dort ließ es die Sowjetunion als Beutekunst in ihr Reich mitgehen. Nachdem vor wenigen Jahren ein Versuch, den Hasen weiterzuvermitteln, gescheitert war, kam er jetzt erneut nach Lempertz zur Auktion. Und diesmal hat es geklappt: Der belgische Einlieferer, der den Hasen vor geraumer Zeit in gutem Glauben erworben hat und als rechtmäßiger Besitzer nicht angezweifelt werden konnte, und die Kunsthalle Bremen, die Einsprüche erhob, einigten sich auf einen Kompromiss: Je die Hälfte des Erlöses ging an beide Parteien. Da war es nur recht, den Schätzpreis von vor acht Jahren einfach zu verdoppeln, von 500.000 bis 600.000 Mark auf 500.000 bis 600.000 Euro. Die Rechnung ging auf: Nach heftigen Bietgefechten vor allem an Telefonen hoppelte der Hase für 580.000 Euro in den Besitz eines Privatsammlers aus Norddeutschland – er kommt also zumindest in die Nähe seines alten Zuhauses vor dem Zweiten Weltkrieg zurück. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Grisebach in Berlin

Bilder, die sich selbst erklären


Leopold Fertbauer, Damenbildnis (Baronin Ottilie Bibra?), 1840

Fast vierhundert Losnummern zumeist von Künstlern der zweiten und dritten Garde lässt das Berliner Auktionshaus Grisebach am Vormittag des 31. Mai in den Auktionssaal fahren. Ähnlich wie in den „Ausgewählten Werken“ gibt es ein kleines Vorgeplänkel an Arbeiten des 19ten Jahrhunderts, etwa ein schönes Biedermeierdamenbildnis Leopold Fertbauers von 1840 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und eine plakative Farblithografie Henri de Toulouse-Lautrecs mit dem Titel „Mademoiselle Marcelle Lender, en buste“ von 1895 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Den deutschen Impressionismus führen Max Liebermanns Pastell „Schafhirtin und kleines Mädchen auf der Düne“ um 1897 und eine in Öl auf Pappe gemalte „Dorfstraße in Noordwijk“ von 1905 an (Taxen je 40.000 bis 60.000 EUR). Nicht zu verachten ist aber auch Lesser Urys „Gartenlichtung mit Zaun“ von 1883 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Charakteristischer gegenüber diesem Frühwerk des Berliner Meisters sind freilich seine späteren Pastelle wie der abendlich leuchtende „Gardasee“ (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) und die verschwimmenden „Kiefern vor Havellandschaft“ für 8.000 bis 10.000 Euro. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Lempertz

Mordwerkzeug Axt


Am 29. Mai, einen Tag nach den Modernen, kommen die Zeitgenossen im Kölner Auktionshaus Lempertz an die Reihe. Ein gutes halbes Tausend Lose listet der Katalog, darunter eine Vielzahl von Arbeiten im höheren fünfstelligen Schätzwertbereich und ein Dutzend jenseits der Hunderttausend. Von manchen Künstlern gibt es ganze Konvolute zu bewundern, allen voran die fast fünfzig Nummern umfassende Polke-Sammlung des Hamburger Kunsthistorikers Carl Vogel, der zwischen 1976 und 1989 Präsident der dortigen Hochschule für bildende Künste war und Werkverzeichnisse zur Druckgrafik von Horst Janssen, Otto Rohse und Franz Erhard Walther verfasste – und natürlich zu Sigmar Polke. Zur Versteigerung gelangt nun ein Konvolut mit Arbeiten des frühen, 1941 geborenen Meisters aus den 1960er und 1970er Jahren auf charakteristischem kleinen Format. Eine gewisse ironisch reduzierte Gegenständlichkeit zeichnet diese Arbeiten aus, etwa „Florale Motive“ auf rosa Grund oder eine „Landschaft mit schwarzen Palmen“. Auch einer seiner Kartoffelköpfe gibt sich die Ehre (Taxen je 40.000 EUR). ...mehr

Grafik, Gemälde und Zeichnungen des 15ten bis 19ten Jahrhunderts bei Bassenge

Nicht ohne meine Landschaft


Albrecht Dürer, Bildnis Kaiser Maximilians I., nach 1519

Manieristen erheben hohe Ansprüche auf der Grafikauktion des Berliner Hauses Bassenge am 29. Mai. Allen voran Hendrick Goltzius, von dem nicht nur mehrere kraftvolle Antikenheroen in Kupferstichen für bis zu 2.400 Euro aufmarschieren, sondern auch Neptun und Galatea, die der Künstler auf zwei zusammengehörige Clair-obscure-Holzschnitte bannte (Taxe 4.500 EUR). Jacob Matham schließt sich mit seinen Kupferstichen, etwa den drei Blättern mit den schönen alttestamentlichen Frauengestalten Sarah, Rebecca, Lea und Rahel für 1.800 Euro direkt an Goltzius an. Jan Harmensz Muller nimmt sich den Deutschen Bartholomäus Spranger zum Vorbild und sticht dessen kraftvolle Szene „Lot und seine Töchter“ sowie „Bellona, die kaiserliche Armee gegen die Türken anführend“ nach (Taxen je 6.000 EUR). ...mehr

Ausgewählte Werke bei Grisebach in Berlin

Beckmann, der alte Wagnerianer


Wenn schon die Millionenwerte vielleicht nicht ganz an die der großen Auktionen in New York und London heranreichen, so haben die 84 „Ausgewählten Werke“, die am 30. Mai bei Grisebach wieder die bedeutendste Moderne- und Zeitgenossenauktion auf deutschem Boden in dieser Saison bestreiten werden, der internationalen Konkurrenz doch eines voraus: Die langen Zeiten, die sie bisher bei ihren Einlieferern zugebracht haben. Zahlreiche Werke sind darunter, an denen die Käufer oder ihre Erben schon seit vielen Jahrzehnten hingen. Manche können gar das aufweisen, was jedes Sammlerherz höherschlagen lässt: Marktfrische. Auch sonst beeindruckt das erlesene Angebot in jeder Hinsicht. Emil Nolde schlägt wieder durch seine wundervollen leuchtenden Aquarelle in den Bann, August Macke verwirklicht seinen Traum von Mensch und Natur im Einklang – selbst wenn es eine Industrienatur ist –, und mit den Zeitgenossen bestätigt die Villa Grisebach einmal mehr, dass sie im gesamten 20ten Jahrhundert zu Hause ist. Eine Zuschlagsquote von 96 Prozent wie im vergangenen November – das wäre doch was. Jetzt müssen nur noch die Sammler, Händler und – vielleicht auch einmal – Museen mitziehen. Die Offerte stimmt jedenfalls. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber in München

Eisenhelm mit Totenschädel


Ein wenig merkt man schon, dass Richard Ziegler Autodidakt war. Unverkennbar sind seine grob behauenen, farbintensiven Figuren, die die kaum etwas von der Landschaft erkennen lassen und zugleich aber selbst keine plastische Wirkung entfalten. Als das Gemälde „Die Badenden vor Taormina“ in der Mitte der 1920er Jahre entstand, kam dieser Stil den künstlerischen Absichten der Zeit durchaus entgegen, die mimetische Abbildung nicht mehr anstrebte und lieber etwas über die Geisteshaltung des Schöpfers aussagte. Eine solche teppichartige Wirkung hatten schon die Werke Gauguins erzielt, Menschen hatte schon Matisse im Reigen tanzen lassen – wenn auch nicht so statisch und selbstbezogen wie Ziegler in seinem Bootsbild. Der Künstler, der 1891 geboren wurde und erst 1992 starb, zählte Robert Musil und Arthur Segal zu seinen Freunden, beteiligte sich an der „Novembergruppe“ wie Dexel, Felixmüller und Feininger. Doch sein Werk wurde weitgehend vergessen. Karl & Faber in München versuchen nun im vorliegenden Fall, mit einem Schätzpreis von 20.000 bis 25.000 Euro an seinen Wert zu erinnern. ...mehr

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News vom 20.09.2017

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Zeitgenössische arabische Kunst in Berlin

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Documenta bilanziert positiv

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Furchtlos mit Alicia Framis in der Kunsthalle Nürnberg

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