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Am 28.10.2017 Auktion 47

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Resultate: Die Alte Meister übten sich im Wiener Dorotheum in vornehmer Zurückhaltung

Immer diese Italiener


Peter Paul Rubens Werkstatt, Das Urteil des Paris

Die Erwartungen waren nicht gewaltig, trotzdem wurden sie nicht ganz erfüllt. Mit einem Bruttoergebnis von gut 4,2 Millionen Euro für die Altmeisterauktionen I und II – sonst waren es meist zwei getrennte Veranstaltungen an zwei verschiedenen Tagen – lag das Wiener Dorotheum am 6. Oktober unter seinen bisherigen Werten. Auch die Zuschlagsquote von durchschnittlich 43 Prozent für die knapp dreihundert Lose zeigt eine gewisse Zurückhaltung gegenüber einem Programm an, dass Hochkarätiges zu bieten hatte, aber nur wenige wirkliche Spitzenwerke. So kamen schließlich auch nur vier sechsstellige Nettobeträge heraus, ein rundes Dutzend hätte es sein sollen. Vor allem die traditionell stark vertretenen Italiener erwiesen sich als ziemliche Ladenhüter: Martino Piazza da Lodis 1518 datierte Anbetung der Hirten (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), Giovanni Battista Caracciolo dramatisch beleuchteter Johannes der Täufer in der Wildnis (Taxe 135.000 bis 160.000 EUR), Mattia Pretis Christus am Ölberg (Taxe 160.000 bis 200.000 EUR), die beiden ebenso statischen wie spartanischen Stillleben Jacopo Ligozzis für jeweils 100.000 bis 150.000 Euro oder Francesco Zuccarellis Gebirgslandschaft mit einer Brücke und Figurenstaffage im Stil des Rokoko (Taxe 200.000 bis 230.000 EUR) – bei all diesen mehr oder weniger bekannten Malern herrschte durchweg Fehlanzeige. ...mehr

Ergebnisse: Schweizer Kunst bei Christie’s

Die Macht erhabener Berge


Ferdinand Hodler, Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus, 1910

Ferdinand Hodler hat es wieder einmal geschafft. Mit seinen stilisierten Landschaftsrhythmen hat er sich fest im Herz der Eidgenossen verankert und bezaubert auch manchen Sammler aus dem Ausland. Das konnte er in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Christie’s wieder einmal unter Beweis stellen. Hodler trat dort mit der 1910 gemalten Sicht auf „Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus“ in Erscheinung. Ohne dass er dem Menschen oder seinen Kulturäußerungen einen Beitrag zugestehen würde, lässt er die Dreiheit der Berggipfel majestätisch in den Himmel aufragen. Monumental schichten sich die Farben auf dem größten Gemälde einer Serie von fünf Bergwelten, die Hodler 1910 von Beatenberg aus festhielt. Lukas Gloor, Direktor der Züricher Sammlung Bührle, sieht gerade in solchen Alpenlandschaften den Grund dafür, dass „Hodler noch heute unbestrittenermassen als der Schweizer Maler von nationaler Bedeutung gilt“. So war ihm denn auch der erste Platz in der Versteigerung beschieden. Zwar kamen mit dem Zuschlag von 3,5 Millionen Franken die Erwartungen von 4 bis 6 Millionen Franken nicht ganz zusammen, doch gehört das Bild immer noch zu den teuersten Werken Hodlers und notiert so hoch wie zu besseren Zeiten auf dem Kunstmarkt. ...mehr

Ergebnisse: Neuere Meister im Wiener Dorotheum

Die Jungen können’s besser


Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, 1854

Erst die Neueren Meister bewiesen dem Wiener Dorotheum am 7. Oktober, was wirklich noch drin ist in einem krisengeschüttelten Kunstmarkt. Hatten sich die Alten Meister am Vortag als eher träge erwiesen, so lag die Zuschlagsquote ihrer jüngeren Kollegen mit gut 61 Prozent in einem hervorragenden Bereich. Fünf Werke, eins mehr als den bei den Alten, kletterten über die 100.000-Marke, so dass auch die Einzelergebnisse kaum etwas zu wünschen übrig ließen. Insbesondere das Hauptlos bestätigte eindrucksvoll seine Erwartungen. Ferdinand Georg Waldmüllers Holztafel „Kinder schmücken den Hut eines Konskribenten“ aus dem Jahr 1854 ist ein exemplarisches Werk des Meisters: aus dem Leben gegriffen und mit den Mitteln der Wirklichkeitswiedergabe gemalt, ein heiteres Bild aus der Kinderwelt, das freilich nicht auf kunstvolle Beleuchtung und haptische Stofflichkeit verzichtet. Soviel Qualität und Beispielhaftigkeit wurden fürstlich entlohnt: Auf 420.000 Euro stritten sich die Bieter hinauf, noch über die ambitionierte Schätzung von 300.000 bis 400.000 Euro hinaus. Auch Waldmüllers anmutiges Kinderbildnis der Antonia Seemann vor einer Berglandschaft übertraf mit einem Zuschlag von 85.000 Euro weit die Erwartungen von 30.000 bis 40.000 Euro. ...mehr

Glaskunst bei Fischer in Heilbronn

Kostbares Rot


Deckeldose, Deutschland, um 1700

In der kommenden Glasauktion Jürgen Fischers in Heilbronn sind alle Abteilungen gut aufgestellt. Das alte Kunsthandwerk repräsentiert am 17. Oktober am eindrucksvollsten eine große Deckeldose der Zeit um 1700, deren Korpus in prächtigem Goldrubin erglänzt – eine Herstellungstechnik, mit der sich damals so vielseitige Geister wie der brandenburgische Alchemist Johann Kunckel oder der berühmte Dresdner Johann Friedrich Böttger beschäftigten. Überdies besitzt das Gefäß eine von Johannes Braumann II in Düsseldorf gefertigte Vermeilmontierung, an deren Spitze ein harlekinartiges Figürchen steht. 11.000 Euro sind für die Kostbarkeit veranschlagt. Eine reiche Auswahl an Schnittgläsern stellt unter anderem einen Georg Friedrich Killinger zugeschriebenen Pokal mit einer Ansicht Nürnbergs um 1710 (Taxe 1.400 EUR), einen Potsdamer Deckelpokal um 1720/25 mit dem Bildnis König Friedrich Wilhelms I. von Preußen (Taxe 2.900 EUR) und einen wohl von Elias Rosbach mit der Bombardierung Dresdens während des Siebenjährigen Krieges „verzierten“ Deckelpokal um 1760 zur Verfügung (Taxe 800 EUR). Herausragend ist ein englischer Pokal mit niederländischem Schnitt: Das Wappen Wilhelms V. von Oranien-Nassau prangt auf der trichterförmigen Kuppa (Taxe 7.500 EUR). ...mehr

Moderne Kunst und neuerdings auch eine eigene Designauktion bei Nagel in Stuttgart

Des Königs langer Bart


Edouard Manet, Marguerites, 1880

Ein wie gewohnt sehr gemischtes, von qualitätvollen Einzelstücken überragtes Programm moderner und zeitgenössischer Kunst bietet das Stuttgarter Auktionshaus Nagel am 17. Oktober an. Teil II mit den teureren Stücken listet knapp zweihundert Losnummern von Werken des ausgehenden Impressionismus bis hin zu den jüngeren Künstlern, die oft nicht allzu hoch bewertet sind. Zeitlich eher in erstere Abteilung gehört Edouard Manets zartes Aquarell „Marguerites“ aus dem Jahr 1880 (Taxe 30.000 EUR). Bei Lovis Corinths „Kind zu Pferd“ aus dem Jahr 1920 kommt schon deutlich der expressive, den Gegenstand fast brutal in Schlieren und Streifen auflösende Pinselstrich der Spätzeit des Meisters zum Tragen. Das Gemälde zeigt Wilhelmine, die Tochter des Künstlers, auf ihrem Pferd „Strupp“, das vom Knecht geführt wird, und entstand in Corinths bevorzugten Rückzugsgebiet Urfeld am Walchensee (Taxe 35.000 EUR). Die Gegenwart vertritt beispielsweise Günther Förg mit seiner Acrylfarbfeldmalerei „Horizont (Einzelbild)“ in Rot-Schwarz von 1988 (Taxe 5.500 EUR). ...mehr

Kunst und Antiquitäten im Wiener Auktionshaus Kinsky

Radikal reduziert


Jan Breughel d.J. und Cornelis Schut I, Blumengirlande mit Weltenkind

Im Wechselbad zwischen hervorragenden Auktionen mit einzelnen Spitzenergebnissen und unerfreulichen Missernten geht das Wiener Auktionshaus Kinsky am 13. und 14. Oktober in eine neue Runde. Unglücklich verlief im vergangenen April eine durchaus hochkarätige, im Einzelnen aber für den gegenwärtigen Markt doch zu hoch eingestufte Sammlung von knapp dreißig Altmeistergemälden, von denen jetzt einige wieder zugegen sind – und zwar preislich radikal reduziert. So etwa eine Blumengirlande mit Christuskind, bei der sich Cornelis Schut für den figuralen Teil zuständig machte, während Jan Breughel d.J. oder Daniel Seghers wohl die florale Dekoration beisteuerte. Vor sechs Monaten auf 150.000 bis 250.000 Euro angesetzt, ist der Preis jetzt auf 35.000 bis 70.000 Euro herabgesetzt. Ein in Richtung Anthonis van Dyck weisendes Portrait der englischen Königin Henrietta Maria, ehedem bei 100.000 bis 200.000 Euro gehandelt, soll jetzt nur noch 25.000 bis 50.000 Euro kosten. Im Dorotheum war vor zwei Jahren für 27.000 bis 35.000 Euro ein Portrait des Knaben Josef I. als römisch-deutscher König angeboten. Auch dieses lebensgroße Ganzfigurenbildnis, geschaffen vermutlich von Gerard Du Chateau, blieb damals ohne Abnehmer und wartet jetzt für 20.000 bis 30.000 Euro auf Interessenten. ...mehr

Die Alten Meister zeigten sich bei Koller in Zürich solide, bei den Gemälden des 19ten Jahrhunderts schwächelten vor allem die Russen

Blumenpracht


Ambrosius Bosschaert d.Ä., Blumenstrauß in einer Vase mit Tulpen, Rosen, Narzissen, Akelei, Alpenveilchen, Ranunkel, Anemone und einem roten Admiralsschmetterling, um 1609/10

Als das solidere Fundament erwiesen sich die Alten Meister bei Kollers Gemäldeauktion am 18. September. 54 der 90 angebotenen Werke gingen in neue Hände über, darunter die Mehrzahl der hochgehandelten Losnummern. Den Höchstpreis erzielte Ambrosius Bosschaerts d.Ä. Blumenstillleben mit Tulpen, Rosen, Narzissen, einer Akelei und weiteren Blumen sowie einem Admiralsschmetterling: eine runde Million Franken – freilich wenig gegen die 5 Millionen Franken, die Bosschaert vor einem Jahr mit einem ähnlichen Werk in Zürich losschlug. Doch war das damalige Stillleben signiert, auf Kupfer gemalt, in tadellosem Zustand und als wiederentdecktes Werk neu in den Kunsthandel gelangt. Zudem lebte der Markt vor einem Jahr noch von einer besseren Stimmung. Nun sind die Schätzungen vorsichtiger und die Kunden zurückhaltender geworden, so dass Cyrill Koller sich mit dem diesjährigen Ergebnis zufrieden gab. Es entspreche den Erwartungen, ließ er verlauten und setzte hinzu: „Einmal mehr zeigte sich, dass sich Qualitätswerke in gutem Zustand zu guten Preisen verkaufen lassen; dies gilt und galt schon immer vor allem für Gemälde Alter Meister. Der Markt bleibt bemerkenswert stabil.“ ...mehr

Ergebnisse: Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Teurer Historismus


Johann Joachim Kändler, Platte aus dem Churcöllnischen Speiseservice, um 1741/42

Fürstliche Geschirre hatte Neumeister auf seiner Kunst- und Antiquitätenauktion am 16. September zu bieten, doch von den beiden kostbarsten Stücken wählten die Kunden auf der Auktion nur eines aus. Eine Platte aus dem „Churcöllnischen Speiseservice“ des aus dem Geschlecht der Wittelsbacher stammenden Clemens August, der neben dem Kurfürsterzbistum Köln im 18ten Jahrhundert noch die Bistümer Hildesheim, Osnabrück, Münster und Paderborn regierte, ersteigerte ein Telefonbieter für stattliche 8.000 Euro. Der Entwurf für das um 1741/42 in Meißen entstandene Service, dessen knapp zweihundert Bestandteile nach dem Tod des Fürsten in alle Winde zerstreut wurde, verantwortete Johann Joachim Kändler. Erwartet waren nur 3.800 Euro. Die zweite Preziose war ein Silberteller aus dem Besitz Maximilians I. von Bayern. Das einst mehr als fünfhundert Stücke umfassende Ensemble verschwand 1648 während der Flucht des Kurfürsten vor französischen und schwedischen Truppen durch ein Schiffsunglück im Inn. 12.000 Euro für das geborgene Stück mit dem Wappen des Monarchen waren aber denn doch zuviel. Im Nachverkauf kam der Teller des Münchner Silberschmieds Stephan Hötzer auch auf 8.000 Euro. ...mehr

Rückblick: Quittenbaum registriert Marktzurückhaltung bei Design und afrikanischer Kunst. Glas aus Murano läuft besser

Baroviers abstrakte Meditation


Ercole Barovier, Vase „mosaico“, 1924/25

Magere 29,5 Prozent Zuschlagsquote nach Losen – das ist kein erfreuliches Ergebnis für eine Designauktion beim Münchner Spezialisten Quittenbaum. Über 7.500 Euro kamen die Möbel und Einrichtungsgegenstände am 22. September nicht hinaus, und auch diesen Preis erzielte Sandro Chias täuschend echt in Bronze imitierter Holz- und Korbflecht-„chair“ von 1988 nur unter Preisgabe der anvisierten 11.000 Euro. Erst mit weitem Abstand folgten in diesem eher durchschnittlichen Angebot die von Palmen inspirierte Stehleuchte „Sanremo“ des italienischen Büros Archizoom von 1968 bei 3.200 Euro (Taxe 3.000 EUR) und Verner Pantons acht „Flower-pot“-Hängelampen von 1971 in Quietscheblau bei 2.800 Euro (Taxe 2.200 EUR). Ein eleganter beleuchteter Wandspiegel von Fontana Arte wurde für 2.200 Euro in den New Yorker Handel abgegeben, der sich ansonsten eher zurückhaltend zeigte (Taxe 2.500 EUR). ...mehr

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