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Am 07.12.2017 Auktionswoche A183: Schmuck, Uhren, Art Déco & Art Nouveau, Design, Schweizer Kunst, Impressionismus & Klassische Moderne, Grafik & Multiples, PostWar & Contemporary, Photographie

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Van Ham versteigert eine reiche Auswahl Alter und Neuerer Meister

Paradies mit politischer Note


Paul de Vos, Der Garten Eden mit der Erschaffung Adams und Evas

Die Beschreibung des Bildes „Der Garten Eden mit der Erschaffung Adam und Evas“ ist ganz einfach: viele Tiere im Vordergrund, darunter ein bissiger Hund, ein brüllender Löwe, ein weißer Schimmel und eine gackernde Pfauenhenne, dahinter kleinfigurig, aber im Zentrum die Erschaffung Adams und Evas. Doch dass diese Beschreibung nur einer Dimension des Bildes gerecht wird, zeigt die Interpretation, die die Zeitgeschichte mit einbezieht. Der Maler Paul de Vos war nämlich, während er das Bild malte, gerade zusammen mit Peter Paul Rubens und Frans Snyders mit der Ausschmückung des Buen Retiro und des Torre de la Parada für Philipp IV. von Spanien beschäftigt, als in Europa der Dreißigjährige Krieg tobte. Demnach soll das weiße, prachtvoll geschmückte Pferd auf der linken Seite des Bildes die katholischen Fürsten symbolisieren und der braune Ackergaul die protestantische Arbeitsmoral. Wie die Tiere im Paradies friedlich zusammenleben, so soll auch der Glaubenskrieg, der ganz Europa erschütterte, versöhnlich ausgehen. Ob diese Auslegung nun stimmt oder nicht, zweifelsohne ist das Werk nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Tierdarstellungen kunsthistorisch bedeutend und deswegen auch auf den stolzen Preis von 95.000 bis 120.000 Euro geschätzt. Das Kölner Auktionshaus Van Ham versteigert am 19. November wieder Alte und Neuere Meister, darunter auch das frisch restaurierte Bild des Niederländers, von dem sich weitere Varianten im Louvre, im Kunsthistorischen Museum in Wien, in der Alten Pinakothek in München und in der Dresdner Gemäldegalerie befinden. ...mehr

Die Preisspirale lässt sich nicht unaufhörlich nach oben drehen. Das hat Christie’s jetzt in New York zu spüren bekommen. Dennoch kann man mit zeitgenössischer Kunst wieder gut Geld verdienen

Umsichtige Käufer


Wie weit lässt sich die Preisspanne im Handel mit Kunst der vergangenen fünfzig Jahre wirklich ausreizen? Christie’s musste jetzt bei seiner New Yorker Abendauktion von Gegenwartskunst erkennen, dass es da durchaus Grenzen gibt und nicht – wie vielleicht vor zwei oder drei Jahren – alle Tricks und Spielchen der Marktgestalter mitgemacht werden. Während das Mittelfeld im niedrigen einstelligen Millionenbereich ein quirliges Wetttreiben und einige brillante Ergebnisse generierte, wurde es in den Höhen zunehmend einsam: Nur ein einziges der hochgehandelten Stücke konnte seine Schätzung überhaupt erreichen, andere blieben zum Teil deutlich darunter oder wurden gar nicht verkauft. 38 Millionen Dollar für Roy Lichtensteins junge Frau am Telefon „Ohhh … Alright …“ von 1964 – ein toller Preis, verglichen mit dem bisherigen Lichtenstein-Rekord von 14,5 Millionen Dollar, aber doch ärgerlich, weil das Haus auf 40 Millionen Dollar gewettet und das Gemälde mithilfe einer Gewinngarantie akquiriert hatte, die mit Sicherheit nicht wesentlich niedriger gelegen hat. Ähnlich Mark Rothkos „No. 18 (Brown and Black on Plum)“ von 1958, das statt 9 bis 12 Millionen nur 8,5 Millionen Dollar schaffte. Sein Farbfeld „Black on Gray“ von 1969/70 blieb ohne Abnehmer. ...mehr

Die Kunden haben bei Nagels Kunst- und Antiquitätenauktion in Stuttgart die Preise ganz schön durcheinander gewirbelt und sich nicht zuletzt am Historismus delektiert

Turbulenzen in allen Höhen


Streitwagen mit Athena, um 1900

Es war eine typische Nagel-Auktion am 6. und 7. Oktober in Stuttgart. Symptomatischer konnte das eigentlich gar nicht mehr gezeigt werden als durch die beiden gleich als erstes aufgerufenen Lose. Nummer eins: ein „prunkvoller Streitwagen der Athena“, um 1900 von unbekannter Hand gefertigt, bestechend durch eine luxuriöse Kombination von teilvergoldetem Silber, Elfenbein und Halbedelsteinen wie Achat, Opal, Carneol und dergleichen. Schätzung: bescheidene 3.500 Euro. Damit wollte sich vor allem ein belgischer Kunde nicht begnügen, am Ende gab er mehr als das Zehnfache aus: 40.000 Euro. Nummer zwei: ein 1687 datierter, ungarischer, kunsthistorisch weitaus bedeutender Münzbecher, reich ausgestattet mit den Bildnissen und Wappen verschiedener Herrscher jener Zeit, im Boden zusätzlich Wappen und Inschrift mit Verweis auf den ungarischen General András von Semsey. Beste Voraussetzungen eigentlich, doch genützt hat es nichts: Mit der Schätzung auf 38.000 Euro lag Nagel hier eindeutig zu hoch. ...mehr

Phillips, de Pury rückt mit seinem Programm an Gegenwartskunst den Auktionsgiganten Christie’s und Sotheby’s auf die Pelle und hat Erfolg damit

Elizabeth und ihre Männer


Es lief nicht alles glatt in letzter Zeit bei Phillips, de Pury & Company, dem dritten Riesen unter den New Yorker Kunstauktionshäusern, der doch immer ein wenig im Schatten seiner noch größeren Brüder Christie’s und Sotheby’s steht. Bei der vergangenen Gegenwartsauktion aber am 8. November hat er sich furios ins Spitzengeschäft zurückgemeldet und alle Erwartungen übertroffen. Besser hätte die Einweihung der neuen Auktionsräume an der Ecke Park Avenue/57ste Straße nicht laufen können: Statt der veranschlagten 80 Millionen Dollar – ohnehin der höchste Schätzpreissumme in der Geschichte des Hauses – kamen in der zusammen mit dem Kunsthändler Philippe Ségalot veranstalteten, mit 33 Losnummern nicht gerade umfangreichen Abendauktion „Carte Blanche“ sogar gut 117 Millionen Dollar heraus. Die Ergebnisse der kleineren Auktionen am 8. und 9. November hinzugerechnet, waren es dann schließlich sogar 143 Millionen Dollar. Zu verdanken ist dieses brillante Ergebnis vor allem einem: Andy Warhol. ...mehr

Die Sammlung Fishman triumphiert bei Karl & Faber in München und mit ihr deutsche Kunst der „verschollenen Generation“

Tödliche Szenen einer Ehe


Schwere Kost – große Preise: Mit der Sammlung des US-amerikanischen Ehepaares Marvin und Janet Fishman, die sich auf deutsche Kunst der Zwischenkriegszeit konzentrierte und dementsprechend Bilder exzessiver Orgien, wilder Straßenschlachten, von Lust und Leid, Liebe und Mord aufwies, hat das Münchner Auktionshaus Karl & Faber einen einträglichen Fang gemacht. Die knapp zweihundert Arbeiten dieses zweiten Teils der Sammlung – der erste kam schon vor zehn Jahren bei Sotheby’s unter den Hammer – wurden am 28. Oktober zu 92 Prozent versteigert. Noch besser ist das Verhältnis zwischen Schätzpreisen und Ergebnissen: Bei rund 1,1 bis 1,35 Millionen Euro hatte die Gesamttaxe gelegen, im Ergebnis kamen 1,57 Millionen Euro heraus – inklusive Aufgelder knapp 2 Millionen Euro – und somit 142 Prozent des Schätzpreissumme. Und das, obwohl es einen großen Wehmutstropfen gab: die Losnummer 127, Felix Nussbaums „Tanz an der Mauer (Sargträger)“ aus dem Jahr 1930. Die Fishmans hatten das furchterregende Gemälde noch im Jahr 2000 bei Grisebach in Berlin für 690.000 Mark erworben. Dennoch erwiesen sich die jetzt veranschlagten 350.000 bis 400.000 Euro als zu hoch für ein Publikum, das sein Interesse vor allem auf das mittlere Preissegment konzentrierte und darin edelste Großzügigkeit walten ließ. ...mehr

Die Abendauktion mit Kunst der Impressionismus und der Moderne bei Christie’s in New York endete mit einem Rekordpreis für Matisse

Ein schöner Rücken kann auch entzücken


Noch nie zuvor hat ein Kunstwerk von Henri Matisse so viel eingebracht, wie die in Bronze gegossene Rückenansicht einer Frau. Dass das Relief nur einer von zwei Abgüssen ist, die ausschließlich in privater Hand geblieben waren, dürfte am 3. November auf der Abendauktion im New Yorker Auktionshaus Christie’s noch mehr Ansporn für die zahlreichen internationalen Bieter gewesen sein, die Schätzung von 25 bis 35 Millionen Dollar auf 43,5 Millionen Dollar hoch zu treiben. Eigentlich nicht als Serie, sondern als Skulptur in verschiedenen Stadien gedacht, abstrahierte und geometrisierte der französische Künstler den Akt einer an der Wand lehnenden Frau in einem 23 Jahre währenden Arbeitsprozess in vier Stufen. Von dem Wohnzimmer eines europäischen Privatsammlers wird das lebensgroße Relief nun die Reise in die amerikanische Gagosian Gallery antreten. Unter den Käufern der Auktion war nicht nur diese Galerie auszumachen, sondern auch außergewöhnlich viele weitere Händler. ...mehr

Ein Höhepunkt der Saison sind bei Neumeister die „Ausgewählte Werke“ der Moderne. Daneben versteigert das Münchner Auktionshaus noch Jugendstil, Art Déco und Design sowie moderne und zeitgenössische Kunst für den kleineren Geldbeutel

Vorbild Paris


Maurice Brazil Prendergast, Sommer im Park. Jardin du Luxembourg in Paris, um 1907

Wer nicht schon mal in Paris das bunte Treiben in den vielen blühenden Gärten der Stadt gesehen hat, der wird wohl spätestens, nachdem er das Bild „Sommer im Park. Jardin du Luxembourg in Paris“ von Maurice Brazil Prendergast erkundet hat, selbst in die Stadt der Liebe aufbrechen. Wie der Amerikaner einst bei seinem Frankreichaufenthalt 1907 werden hoffentlich auch die Bieter der Auktion „Neumeisters Moderne“ davon begeistert sein. Mit seinen europäischen Eindrücken unter dem Einfluss der Spätimpressionisten wie Vuillard und Bonnard etablierte Prendergast in Amerika einen neuen fortschrittlichen Stil, der auf einer großen Wanderausstellung 1908 im ganzen Land gefeiert wurde. Der in Boston aufgewachsene Künstler schafft in seinem auf 100.000 bis 150.0000 Euro geschätzten Ölgemälde durch seine hellen Pastelltöne und den lockeren Farbauftrag eine leichte und luftige Atmosphäre. Mit Hilfe der kurzen Pinselstriche scheinen die spielenden Kinder tatsächlich um ihre Dienstmädchen und Mütter herumzuwuseln. Vor den blühenden Bäumen und den Gartenskulpturen verschwimmen die Standesgrenzen zu einem einheitlichen Freizeitleben in der französischen Hauptstadt. Auch dieser gesellschaftliche Aspekt wurde neben den künstlerischen in der Neuen Welt geschätzt. ...mehr

Die Käufer suchten bei Ketterer das Unbekannte und wurden gerade in der modernen Kunst fündig

Lust auf Neues


Vor allem die außergewöhnlichen Kunstwerke selten genannter Meister überzeugten in Ketterers „kleiner“ Versteigerung moderner Kunst. Bruno Paul Seener ist so ein Künstler, 1893 in Nürnberg geboren und seit den 1930er Jahren mehr oder weniger sang- und klanglos im sächsischen Raum versunken. „Die drei Grazien“ aber, entstanden im Jahr 1937 und doch noch unabhängig von einer nationalsozialistisch egalisierten Malereiauffassung, konnte Ketterer als ein Werk von bestechender Qualität aus der Epoche der Neuen Sachlichkeit präsentieren. Auf 14.000 bis 18.000 Euro hatte das Münchner Auktionshaus die annähernd quadratische Holztafel angesetzt, auf der die drei jungen Frauen so reglos stehen, als seien sie zu Marmor erstarrt. Daraus wurde rund das Dreifache: für dieses Meisterwerk eines ansonsten ganz vergessenen Künstlers zahlte ein Sammler aus Südeuropa 48.000 Euro, hinter dem man den spendablen Griechen vermuten darf, der deutsche Auktionshäuser schon seit Jahren mit seiner Leidenschaft für Werke der Zwischenkriegszeit erfreut. ...mehr

Auch Christie’s will mit seiner Auswahl an Gegenwartskunst in New York neue Rekorde sehen

Ohhh… Alright…


Der bisherige Auktionsrekord für Roy Lichtenstein liegt bei 14,5 Millionen Dollar. Das ist, verglichen mit seinem Pop Art-Kollegen Andy Warhol etwa oder anderen Künstlern des 20sten Jahrhunderts, noch ein verhältnismäßig übersichtlicher Wert. Er könnte jedoch bald Geschichte sein, denn Christie’s in New York – dort war besagter Hammerpreis vor fünf Jahren erzielt worden – hat sich für seine kommende Gegenwartsauktion am Abend des 10. November viel vorgenommen: Für die mit 90 mal 96 Zentimeter nicht gerade gewaltige Leinwand „Ohhh… Alright…“ erwartet das Haus „mehr als 40 Millionen Dollar“. Das Gemälde, das in Lichtensteinscher Comicmanier eine junge Frau am Telefon zeigt, die die titelgebenden Worte haucht, hat sicherlich das Zeug zur Ikone. 1964 ist es entstanden, als Lichtenstein mit seinen plakativen Malereien international zum Durchbruch gelangte, war bisher schon häufiger in Galerien, aber noch nicht auf dem Auktionsmarkt zu Gast. Die Akquise dieses Werkes hat sich Christie’s durch die Vergabe einer Gewinngarantie an den unbekannten Einlieferer gesichert. ...mehr

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