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Am 24.03.2018 55. - Kunstauktion Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhunderts

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Gegenwartskunst bei Christie’s in London

Viel Fleisch


Das interessantere Angebot zeitgenössischer Kunst auf den Londoner Februar-Auktionen hat diesmal Christie’s im Gepäck. Die 66 Losnummern – genauso viele wie bei der Konkurrenz Sotheby’s – auf der Abendveranstaltung am 14. Februar sollen rund 95 Millionen Pfund einspielen und umfassen neben exzeptionellen Werken von Topstars auch viel Ausgezeichnetes aus der zweiten Reihe. Größter Hingucker ist wohl Francis Bacons „Portrait of Henrietta Moraes“ aus dem Jahr 1963, das verzerrte Ganzfigurenbildnis eines durchaus nicht mehr ganz schlanken Aktes auf einem Bett vor auffallend violettem Hintergrund. Bei der bis zur Unkenntlichkeit entstellten Frau handelt es sich um ein bekanntes Modell, das sich für Bacons Pinsel mehrmals zur Verfügung stellte, ebenso wie für Lucian Freud, der mit ihr auch eine kurzzeitige Liaison unterhielt. Einlieferer der 165 mal 142 Zentimeter messenden Leinwand soll der New Yorker Immobilienunternehmer Sheldon Solow sein, der sie 1983 bei Ernst Beyeler in Basel erwarb. Erwartet werden um die 18 Millionen Pfund. Bacons spiegelgleiches Diptychon „Studies of Isabel Rawsthorne“, das im Oktober 2007 bei Sotheby’s in London 1,6 Millionen Pfund gekostet hatte, steht jetzt nach einem weiteren zwischenzeitlichen Besitzerwechsel bei 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund erneut zur Disposition. ...mehr

Deutscher Expressionismus und Surrealisten bestimmen die Auktion von Impressionisten und Modernen bei Sotheby’s in London

Jüngst versteigert oder nie gezeigt


So viel Surrealismus war selten auf einer Londoner Abendauktion von Impressionismus bis klassischer Moderne. Fast ein Drittel des Angebots von 53 Losnummern macht er bei Sotheby’s aus und will am 8. Februar ein pekuniäres Volumen von rund 35 Millionen Pfund der Schätzpreissumme von insgesamt 78 Millionen Pfund sehen. Vollständig sind sie angetreten, die Granden der Szene wie René Magritte mit einem „Souvenir de voyage“ aus den frühen 1960er Jahren, das aus einem riesigen grauen steinernen Apfel auf einem Sandstrand unter einer dünnen Mondsichel besteht, geschätzte auf 1,5 bis 2 Millionen Pfund, oder Yves Tanguy, der körperhafte, wie mit Tüchern verhängte Gegenstände in einer Landschaft aufreiht, die sich im Hintergrund in graublauem Nichts verliert. Vor annähernd fünf Jahren war dieses 1941 entstandene Gemälde am selben Ort schon einmal zu Besuch, damals versteigert für 1,5 Millionen Pfund. Nun stehen 2 bis 3 Millionen Pfund auf dem Etikett. ...mehr

Rückblick: Fotografie bei Grisebach

Ruffs Readymade


Da steht sie, eine schwere, alte Maschine mit Hebeln, Lüftungsschacht, Kurbeln, Arretierungen und Messvorrichtungen. Sie ist mit einer nebeligen Aura hinterfangen und schimmert leicht golden, als ob sie ein wertvolles Kunstwerk wäre. Doch Thomas Ruff hat sie einfach „1030“ genannt. Wie schon in früheren Werkzyklen bedient sich der Düsseldorfer Fotokünstler auch bei seiner Serie „Maschinen“ eines vorhandenen Bildmaterials und greift auf ein Archiv von rund 3.000 Glasplattennegativen einer Maschinen- und Werkzeugfabrik aus den 1930er Jahren zurück. Fanden die Aufnahmen einst als Musterbild Eingang in den Verkaufskatalog der inzwischen nicht mehr existenten Firma, erhebt sie Ruff nun zum autonomen Kunstwerk, betont etwa die skulpturale Qualitäten der Maschine, indem er den Sockel mit abbildet, färbt sie auf den digitalisierten Bilder am Computer ein, vergrößert das ursprüngliche Foto und überführt einen Gebrauchsgegenstand als nachträgliches Readymade in den Kunstkontext. Nicht zuletzt geht es Ruff auch bei seinen „Maschinen“ um die Manipulation der Fotografie, wie sie in den 1930er Jahren manuell bewerkstelligt wurde und heute mit Hilfe digitaler Bearbeitung von statten geht. ...mehr

Mit frischer Ware will Christie’s bei den Impressionisten und der Moderne in London punkten

Penibel konkret


Er ist ein Neuling auf dem Auktionsmarkt: Noch nie seit seiner Entstehung vor fast hundert Jahren war Juan Gris’ kubistisches Stillleben „Le livre“ auf einer Versteigerung zugegen. Das mit gut siebzig mal sechzig Zentimetern allenfalls mittelgroße Ölbild des spanisch-französischen Malers von 1914/15 ist auch wegen seiner attraktiven Provenienz auf 12 bis 18 Millionen Pfund geschätzt. Erster Besitzer war der deutsch-französische Galerist und Kunsthistoriker Daniel-Henry Kahnweiler, der als wissenschaftliche und kommerzielle Hilfe einer Reihe bedeutender französischer Künstlerkarrieren der klassischen Moderne beförderte. Über einige Umwege unter anderem in Schweden gelangte das Gemälde vor über fünfzig Jahren in eine Schweizer Privatsammlung, die es jetzt als Prunkstück zur Versteigerung von Impressionisten und Modernen am 7. Februar bei Christie’s in London eingeliefert hat. Von diesem Hintergrund abgesehen, besticht die Malerei selbst durch ihre komplexe Verschachtelung verschiedener Gegenstände zu einer stimmigen Gesamtkomposition sowie durch das überlegte Kolorit. Für Juan Gris typisch dominiert hier mit Grün-Hellbraun ein eher ungewöhnlicher Farbklang. ...mehr

Christie’s hatte bei seinen Gemälden Alter Meister in New York mit einigen Ausfällen in den höheren Preisregionen zu kämpfen

Teure Männer


Giovanni Battista Tiepolo, Ankunft Heinrichs III. an der Villa Contarini

Durchwachsen war die Bilanz der vormittäglichen Versteigerung ausgewählter Werke Alter Meister am 25. Januar bei Christie’s in New York. Bei einer akzeptablen Zuschlagsrate von siebzig Prozent nach Losen wurden nur um die siebzig Prozent der Schätzpreissumme eingespielt: 34,9 Millionen Dollar. Hinzu kommen gut 10 Millionen Dollar für eine 44teilige Offerte französischer Meister des 16ten bis 19ten Jahrhunderts, von der jedoch fast die Hälfte liegenblieb. Das Problem in beiden Fällen: Vor allem die hochgehandelten Stücke wollten nicht so recht ziehen. Mehrere Toplose mussten an die Einlieferer zurückgesandt werden, allen voran Hans Memlings Rundbild mit Maria und Christus, der sich an der Brust seiner Mutter labt, geschätzt auf 6 bis 8 Millionen Dollar, ferner Giuseppe Arcimboldos aus Früchten komponiertes Bildnis eines altes Mannes für 3 bis 5 Millionen Dollar. Bei den Franzosen hatte unter anderem François-Hubert Drouais’ 1756 datierte Leinwand „Die Kinder des Duc de Bouillon“, ein Werk, das erst vor vier Jahren bei Sotheby’s in New York 750.000 Dollar netto gekostet hatte und jetzt mit 1,2 bis 1,8 Millionen Dollar etwa das Doppelte kosten sollte, das Nachsehen. ...mehr

Nicht alles, was Sotheby’s an Alten Meistern im Angebot hatte, wurde wohlwollend aufgenommen. Trotzdem gab es in New York wegen einiger Spitzenpreise freundliche Gesichter

Für das Zimmer das Königin


Charles-Antoine Coypel, Roland und die Hochzeit der Angelika, 1733

Eine Konzentration auf das Wesentliche bestimmte die Versteigerung Alter Meister am 26. Januar bei Sotheby’s in New York. Denn das Interesse war da, aber eben nur an wirklichen Spitzenstücken. Lucas Cranachs d.Ä. „Lucretia“ aus der Zeit um 1509/10 beispielsweise schaffte mit 4,5 Millionen Dollar bequem seine Schätzung von 4 bis 6 Millionen Dollar. Sohnemann Lucas Cranach d.J. profitierte von dem Interesse an Malerei der deutschen Frührenaissance mit seinem Bildnis einer vornehm gekleideten jungen Frau in Form einer Steigerung von 150.000 bis 200.000 Dollar auf 300.000 Dollar. Die größte Überraschung bot die letzte Losnummer, besetzt mit Charles-Antoine Coypels fast zwei Meter breiter Vorlage für eine von vier Tapisserien, die Louis XV für die Paradezimmer der Königin in Schloss Versailles bestellt hatte. Die vielfigurige Szene illustriert eine Begebenheit aus der Oper „Roland“ von Jean-Baptiste Lully, als der Titelheld soeben feststellen muss, dass seine Liebste Angélique bereits einen anderen geheiratet hat. Völlig unvermutet schoss die 1733 datierte Leinwand von 700.000 bis 900.000 Dollar auf den neuen Coypel-Höchstpreis von 3,1 Millionen Dollar. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Eine Heimat für Park und Hahn


Kurz und griffig hatte das Münchner Auktionshaus Neumeister den Sonderkatalog seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst „shape“ betitelt. Vereint war darin eine gute Hundertschaft Skulpturen des späten 19ten bis frühen 21sten Jahrhunderts. Sie schlug sich achtbar, zeigte aber, dass wirklich teure Stücke auf dem deutschen Markt schwer unterzubringen sind, wenn der jeweilige Stil gerade nicht in Mode ist oder dem Werk keine besondere Provenienz anhaftet. Die anspruchsvoll taxierte Kunst der Arte Povera und des Minimalismus beispielsweise wurde von einer Flaute erwischt: Sowohl Giulio Paolinis „Tableau vivant“, eine Auseinandersetzung mit den traditionell-akademischen Vorstellungen von Kunst aus dem Jahr 1985, für geschätzte 60.000 bis 80.000 Euro als auch Jannis Kounellis’ völlig unheroisches „Monumento al Borghese corraggioso“ aus dem Jahr 1971 für 90.000 bis 100.000 Euro blieben unveräußert. Für Sol LeWitts dreiteilige, weißgefasste Holzkonstruktion „Complex Forms no. 19“ von 1988 gab es erst ein Nachgebot über 82.000 Euro, 8.000 Euro unterhalb der Schätzung. ...mehr

Für Franz von Stuck gab es bei Christie’s in London einen neuen Auktionsrekord

Liebe im Frühling


Franz von Stuck, Liebesfrühling, 1917

Die letzte Auktion mit Gemälden der verschiedenen europäischen Schulen des 19ten Jahrhunderts bei Christie’s in London hielt nur wenige Überraschungen bereit. Schon das Gesamtergebnis von etwas mehr als 3,8 Millionen Pfund lag unter der Schätzpreissumme von 4,4 Millionen Pfund, und mehr als ein Drittel der 72 Losnummern fand keine Abnehmer. Das Interesse der Bieter konzentrierte sich auf einige ausgewählte Positionen, unter anderem auf Franz von Stuck. Der Münchner Malerfürst war mit dem mythologisch-symbolistischen „Liebesfrühling“ zugegen, den ein braungebrannter Hirtenjüngling mit Blütenkranz im Haar seiner anmutig sich im Gras räkelnden nackten Angebeteten auf der Holzflöte versüßt. Am selben Ort wurde das 1917 entstandene Leinwandgemälde bereits neun Jahre zuvor für 160.000 Pfund versteigert, damals der zweithöchste Auktionspreis für ein Stuck-Gemälde. Nun setzte es sich mit 300.000 Pfund sogar an die Spitze des Stuck-Auktionsrankings. Die Schätzung hatte bei 150.000 bis 250.000 Pfund gelegen. ...mehr

Rückblick: Alte Meister bei Christie’s in London

Hundertprozent Wertsteigerung


Pieter Breughel d.J., Schlacht zwischen Fastnacht und Fastenzeit

Werden die kommenden Altmeisterauktionen von Sotheby’s und Christie’s in New York Ende Januar wieder ein recht umfangreiches Programm auffahren, so hatten sich die Londoner Versteigerungen im vergangenen Dezember recht bescheiden gegeben. Den schwachen Absatz ein halbes Jahr zuvor im Hinterkopf hatte Christie’s für die Abendveranstaltung am 6. Dezember nur 36 Stücke zusammengestellt. Immerhin rund ein Viertel davon – zehn Losnummern – blieb wiederum unveräußert, doch stand dieser Negativquote eine stattliche Anzahl neuer Auktionsrekorde und starker Wertsteigerungen entgegen. Dadurch lag auch der freilich vergleichsweise bescheidende Gesamtumsatz von etwas über 24 Millionen Pfund im oberen Bereich der Gesamtschätzung. Spektakulärstes Stück war Pieter Breughels d.J. Lebenspanorama „Schlacht zwischen Fastnacht und Fastenzeit“, eine über 170 Zentimeter breite Leinwand mit einer Fülle von Figuren inmitten einer Stadtlandschaft als Sinnbild menschlicher Schwächen und Verfehlungen. Auf 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund angesetzt, landete das Gemälde nach zähem Wettbewerb schließlich bei 6,1 Millionen Pfund ohne Aufgeld und konnte damit die 3,256 Millionen Pfund verdoppeln, die es fast auf den Tag genau fünf Jahre zuvor am selben Ort schon einmal erzielt hatte. Der bisherige Brueghel-Rekord wurde um 1,5 Millionen Pfund überboten. ...mehr

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