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Am 28.10.2017 Auktion 47

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Der deutsche Expressionismus schwingt sich in der Lempertz-Auktion „Moderne Kunst“ zu Millionenwerten auf

Werke von absoluter Reife


Ernst Ludwig Kirchner, Mädchen in Südwester, 1912

Was Künstlern wie Paul Gauguin, Emil Nolde oder Hermann Max Pechstein die Südsee, den deutschen Nazarenern Rom oder Pablo Picasso Südfrankreich war, das war Ernst Ludwig Kirchner die kleine Ostseeinsel Fehmarn: Immer wieder zog es den 1880 geborenen Maler dorthin, wo er Ruhe und Inspiration zum Schaffen fand. Auch im Sommer 1912 hielt er sich auf Fehmarn auf und schuf dort Werke „von absoluter Reife“, wie er im Dezember desselben Jahres seinem Gönner Gustav Schiefler schrieb. Begleitet und unterstützt wurde er damals von der Berliner Tänzerin Erna Schilling, die Kirchner als Muse, Modell und Lebensgefährtin zugleich zur Seite stand. Sie ist auch auf dem Ölbild zu sehen, das das Kölner Auktionshaus Lempertz in seiner Versteigerung moderner Kunst als Hauptlos unter den Hammer bringen wird: „Mädchen in Südwester“ heißt es, misst gut einen halben Meter im Quadrat und zeigt eine junge Frau vor rauer See und Leuchtturm im Hintergrund. Der Pinselstrich ist kräftig, die Farben werden durch Rosa und Grün dominiert mit einigen starken Akzenten in Blau und Braun. Kirchner selbst schätzte sein Gemälde sehr und hat es später überarbeitet. Aus Berliner Privatbesitz kommt es jetzt für 1,3 bis 1,5 Millionen Euro zum Aufruf. ...mehr

Die moderne und zeitgenössische Kunst glänzt bei Grisebach in Berlin zum dreißigjährigen Jubiläum

Das Bild ist voll


Max Liebermann, Studie zum „Restaurationsgarten in Leiden“, 1900

Überwiegend von deutschen Künstlern besetzt ist die Versteigerung „Ausgewählte Werke“, mit der das Berliner Auktionshaus Grisebach seine Herbstversteigerungen zum Höhepunkt führt und mit ihnen auch sein dreißigjähriges Bestehen feiert. 1986 taten sich die Kunsthändler Hans Pels-Leusden, Michael Neumann, Bernd Schultz, Raimund Thomas und Wilfried Utermann zusammen und legten den Grundstein für die Villa Grisebach Auktionen, benannt nach dem 1891/92 errichteten, herrschaftlichen Anwesen des Architekten Hans Grisebach in der Charlottenburger Fasanenstraße. Heute gehört Grisebach zur Spitze der Auktionshäuser in Europa. Und das macht sich auch im aktuellen Angebot bemerkbar. Den Beginn bestreiten wie gewohnt einige impressionistische Werke, allen voran Max Liebermann mit gleich vier hochkarätigen Arbeiten aus seiner mittleren bis späten Schaffensphase. Seine Freude an menschenbelebten Naturstudien dokumentiert die 1900 in Öl skizzierte „Studie zum ‚Restaurationsgarten in Leiden‘“. Die noch im selben Jahr ausgeführte volle Fassung des Motivs befindet sich heute in der Hamburger Kunsthalle und ist etwas detaillierter, dafür aber weniger frei. Hier stehen 500.000 bis 700.000 Euro auf dem Etikett. ...mehr

Wieder kann das Berliner Auktionshaus Bassenge eine Meisterzeichnung aus dem jüngst restituierten Nachlass Friedrich Oliviers anbieten und hofft auf einen hohen Erlös

Ein Blatt, das es in sich hat


Julius Schnorr von Carolsfeld, Ein Zweig mit welken Blätter, 1817

Der Nazarener Julius Schnorr von Carolsfeld zeichnete am 4. Januar 1817 eine feine und detailreiche Studie: Einen Zweig mit welken Blättern, den er freundlicher Weise exakt datierte und monogrammierte. Dem zarten Ast mit fünf welken und vertrocknet in sich zusammengerollten Blättern des Spitzahorns ist auf der linken Seite ein weiteres, vom Stängel losgelöstes, einzelnes Blatt zugeordnet. Auch die genauen Umstände der Entstehung dieses Virtuosenstücks sind bekannt. So schrieb der Kunsthistoriker Ludwig Grote 1938 in seiner Publikation „Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik“: „Im Januar und Februar 1817 sind Friedrich Olivier und Julius Schnorr gemeinsam mit einer Arbeit beschäftigt, wie sie nur aus dem Geiste des Hauses Olivier erwachsen konnte. Sie zeichnen mit Blei und Feder welke Ahornblätter aus dem Garten.“ Zehn Zeichnungen dieser Art sind erhalten, sieben sind von der Hand Oliviers, drei von Julius Schnorr von Carolsfeld. Und das Blatt hat noch eine weitere spannende und tragische Geschichte: Es stammt aus dem Nachlass Oliviers und wurde lange Zeit von seinen Nachfahren gehütet. 1941 aber zwangen die Nazis die jüdische Ethnologin Marianne Schmidl, die ein Jahr später deportiert und ermordet wurde, zum Verkauf der Arbeiten. Erst im August dieses Jahres wurde die Zeichnung von der National Gallery in Washington an ihre Erben restituiert. ...mehr

Mit seiner aktuellen Offerte weist sich das Berliner Auktionshaus Bassenge wieder als Sachwalter der Druckgrafik aus

Nächtliches Feuerwerk über Rom


Francesco Piranesi, Fuoco artificiale detto la Girandola, um 1790

Direkt aus dem Herzen der Engelsburg in Rom scheint das nächtliche Feuerwerk zu kommen. Der Blick führt über die Brücke auf die runde Befestigungsanlage, die in dichte graue Rauchwolken gehüllt ist. Im Vordergrund ist ein reges Treiben zu erkennen: Mehrere Kutschen fahren auf der Straße, Leute rennen umher und strömen über die Brücke zurück in die Stadt. Alle wollen dem Spektakel beiwohnen. Die Hälfte des Bildraumes füllt das Feuerwerk, das seine imposante Wirkung durch den subtilen Farbkontrast von Eisenrot und Schwarz erreicht. Francesco Piranesi schafft es, die Funken am dunklen Nachthimmel zum Leuchten zu bringen. Für 12.000 Euro ist die Farbradierung „Fuoco artificiale detto la Girandola“, die Piranesi nach einer Idee Louis-Jean Desprez’ um 1790 geschaffen hat, nun bei Bassenge in Berlin zu haben. ...mehr

Gemälde und Zeichnungen Neuerer Meister bei Ketterer in München

It don’t mean a thing if you ain’t got that swing


Leo Putz, Tanzende Negerinnen, 1904

1931 komponierte Duke Ellington den Jazzstandard „It don’t mean a thing if you ain’t got that swing“. Berühmtheiten wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Nina Simone, Tony Bennett und jüngst Lady Gaga sangen diesen Gute-Laune-Klassiker, der die Füße zum Mittanzen verleitet. Eine ausgelassene Stimmung mit Bewegung und tänzerischer Grazie durchzieht auch die 1904 von Leo Putz gemalten „Tanzenden Negerinnen“. Sie wiegen sich im Rhythmus einer unhörbaren Melodie in schwarzer Korsage und Röcken aus Pfauenfedern samt imponierendem Kopfputz. Der helle Hintergrund betont das Exotische Erscheinungsbild der jungen Damen. Den leichtfüßigen und neckischen Reigen konnte Putz im Entstehungsjahr auf dem Titelblatt der Zeitschrift „Jugend“ platzieren. Aus einer süddeutschen Privatsammlung kann Ketterer nun das ikonische Werk des frühen 20. Jahrhunderts für 25.000 bis 35.000 Euro offerieren. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Bassenge in Berlin

Mustermix


Auf dieses Bild war Conrad Felixmüller sichtlich stolz. Noch im Jahr seiner Entstehung 1926 zeigte er es auf einer Ausstellung in Wiesbaden, ein Jahr später in Darmstadt, Essen und Braunschweig und 1929 in Berlin und Chemnitz. Es ist ihm auch nicht zu verdenken. Zu sehen ist auf der hochformatigen Leinwand der 1918 zur Welt gekommene Sohn des Künstlers, Luca, in der Wohnung der Familie. Mit den Augen des naturgemäß größeren Vaters schaut der Betrachter von oben auf den im Profil stehenden Jungen hinab, so dass eine große Partie des Zimmerbodens sichtbar wird. Und darin liegt der Clou des Bildes: Vor der glatten Fläche des zickzackförmigen Parketts zeichnet sich plastisch der rotblaue Strickpullover des Kindes ab, den der Maler mit dicken Pinselstrichen unter Einsatz von viel Farbe aufgetragen hat. So ist das Gemälde Zeugnis einer familiären Idylle ebenso wie künstlerisch-technischer Brillanz. Auf der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Bassenge in Berlin ist es das Hauptlos: 80.000 Euro hat das Auktionshaus für die aus einer norddeutschen Privatsammlung eingelieferte Leinwand veranschlagt. ...mehr

Viel italienische Kunst in der Herbstauktion mit zeitgenössischer Kunst im Dorotheum Wien

Ästhetisch, konstruktiv, revolutionär


Offenbar zahlt sich der Ausgriff auf Italien aus: Das Dorotheum hat unter den rund 400 Werken seiner beiden Auktionen „Contemporary Art“ eine erkleckliche Zahl italienischer Künstler der letzten Generationen im Portfolio und sich damit in den vergangenen Jahren im deutschsprachigen Raum als Spezialist für Kunst vom Apennin etabliert. Die Italiener stellen auch die teuerste Arbeit der Versteigerung: Für 250.000 bis 350.000 Euro steht eine der faszinierenden „Oberflächen“ zum Verkauf, denen sich der 1930 bei Rovigo geborene Enrico Castellani seit 1959 widmet. Seine „Superficie bianca“ ist ein 1987 entstandenes, weißes Acryl-Leinwand-Relief mit der typischen Struktur aus Erhebungen und Vertiefungen, das wirkt, als sei eine regelmäßige geometrische Formation von weichem Schnee verweht worden. ...mehr

Große Namen zu Gast bei der modernen Kunst im Wiener Dorotheum

Ein Feuerwerk der Farben


Als einen Poeten der Farbe möchte man Marc Chagall beim Anblick eines üppigen Bouquets bezeichnen. Der französische Maler osteuropäisch-jüdischer Herkunft beschäftigte sich vor allem in seinen späten Lebensjahren immer wieder mit diesem Motiv. Aber schon in der Mitte der 1920er Jahre setzte er sich mit Blumenbouquets auseinander. In diese Zeit lässt sich auch das farbenprächtige Gemälde „Fleurs“ einordnen. Wie bei einem Feuerwerk springen die roten, gelben, weißen und blauen Blüten aus der vergleichsweise kleinen Vase heraus. Links neben ihr liegt ein rotes Buch mit der Künstlersignatur. Für einen Spitzenpreis von 750.000 bis 1 Million Euro möchte diese expressive Malerei aus dem Jahr 1924 im Wiener Dorotheum einen neuen Besitzer finden. Ebenfalls mit einem Blumenbouquet wartet Oskar Kokoschka auf. Das Aquarell „Strauß mit Frühlingsblumen“ aus Tulpen, Schwertlilien und Narzissen, die mit 35.000 bis 50.000 Euro gehandelt werden, hat er 1965 mit schnellen Pinselstrichen in leuchtenden Farben entwickelt. ...mehr

Alte Kunst mit einigen Neuentdeckungen bei Van Ham in Köln

Inniges Mysterium


Hausbuchmeister Umkreis, Verkündigung an Maria, um 1505

Bis heute gibt der Hausbuchmeister den Forschern Rätsel auf. Identität und Œuvre gehören zu den Mysterien der Kunstgeschichte und sind Gegenstand von so manchem Streit unter den Experten. Er war als Maler, Zeichner und Stecher um 1480/1500 am Mittelrhein, vielleicht am Heidelberger Hof, oder in Frankfurt am Main tätig und schuf vor allem Federzeichnungen und Kaltnadelstiche, vermutlich auf einige Tafelgemälde. Aber niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viele Werke tatsächlich von seiner Hand stammen. Herausragend und geheimnisvoll ist sein um 1480 gemaltes „Gothaer Liebespaar“, das erste eigenständige Doppelporträt der deutschen Tafelmalerei. Das Kölner Auktionshaus Van Ham bringt nun eine anrührende „Verkündigung an Maria“ mit dem Hausbuchmeister in Verbindung und preist die um 1505 in seinem Umkreis gefertigte Holztafel als „beeindruckendes Exempel mittelalterlicher Tafelmalerei“ an. Zahlreiche Ähnlichkeiten ließen sich zum Werk des Hausbuchmeisters identifizieren: so gleichen der Verkündigungsengel und die Anlage des Gewölbes einem Kaltnadelstich des Meisters, der Nimbus Mariens und das Mauerwerk sind mit seiner Darstellung der Heiligen Familie vergleichbar. Die innig-verhaltene Tafel aus Aachener Privatbesitz, die vermutlich als Teil eines Diptychons zur häuslichen Andacht erstellt wurde, geht nun mit 180.000 bis 200.000 ins Rennen. ...mehr

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Zeitz MOCAA in Kapstadt öffnet seine Pforten

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