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Am 09.12.2017 54. Kunstauktion - Bildende Kunst des 16. - 21. Jahrhunderts

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Gloggner in Luzern versteigert europäische Gemälde und legt einen Schwerpunkt auf die Schweizer Kunst

Die wichtigste Wiese der Eidgenossen


Robert Zünd, Das Rütli

Einst schlossen Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Bergwiese am Vierwaldstättersee einen Bund. In die Geschichte ging dieses Ereignis als „Rütlischwur“ ein und entwickelte sich mit den Jahrhunderten zum Gründungsmythos der Schweiz. Die künstlerischen Darstellungen des Themas sind meist von pathetischen Gesten und würdevoller Gestalt der Gründerväter bestimmt, sei es in der bekannten Skulptur von James Vibert in der Kuppelhalle des Berner Bundeshauses oder in dem Gemälde „Die drei Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli“ von Johann Heinrich Füssli aus dem Jahr 1780. Doch das Bild, das Robert Zünd mit „Das Rütli“ betitelt, setzt einen anderen Akzent. Statt weihevollen Handlungen stehen hier die Wiese und das Bauernhaus in ihrer natürlichen und friedlichen Schönheit im Mittelpunkt. Mit fast schon mikroskopischer Genauigkeit fängt der Innerschweizer Maler die Blätter der umstehenden Bäume ein. Durch eine gekonnte Lichtregie verleiht er dem Blick auf den See und dem Bergpanorama im Hintergrund Weite und Tiefe. Auch bei einem solchen Thema bleibt Zünd damit seinem wichtigsten Genre der Landschaftsmalerei treu. Mit einer Schätzung von 130.000 bis 150.000 Franken ist das signierte Gemälde das Toplos der Versteigerung bei Gloggner. ...mehr

Besonders die Alten Meister beeindrucken zum Herbstauftakt bei Koller in Zürich

Ein neuer Goya


Gian Lorenzo Bernini, Verspottung Christi

Der David in der Galleria Borghese und die Figur der seligen Lodovica Albertoni, die Grabmäler für die Päpste Urban VIII. und Alexander VII., der große Baldachin im Petersdom, die Verzückung der heiligen Theresa in S. Maria della Vittoria und zahllose weitere Meisterwerke der barocken Bildhauerkunst in Rom sind sein Werk. Dass Gian Lorenzo Bernini aber auch ein bedeutender Maler war, ist nur wenigen Kunstfreunden bekannt. Erst in jüngerer Vergangenheit, 2007/08, beleuchtete eine große Ausstellung im Palazzo Barberini näher diesen Aspekt des 1598 in Neapel geborenen und 1680 in Rom gestorbenen Universalkünstlers. Zu sehen war damals auch das Gemälde „Die Verspottung Christi“. Es konzentriert sich ganz auf die lebensgroße Figur des Heilands, wie er fast splitternackt auf einem Stein sitzt, die Dornenkrone auf dem Haupt, ein Dornenszepter in der Hand, gedankenvoll, sinnend, aber ganz ruhig die „Huldigungen“ seiner gar nicht sichtbaren Spötter entgegennimmt. Ein großartiges Werk in seiner thematischen Konzentration und von großer technischer Brillanz ohnedies. Nun steht es dem Sammlermarkt zur Verfügung: Am 21. September wird es beim Zürcher Auktionshaus Koller aus einer europäischen Privatsammlung heraus für 250.000 bis 350.000 Franken zur Versteigerung angeboten. ...mehr

Das Auktionshaus Schloss Ahlden bei Hannover geht mit einem unfangreichen Angebot an Kunst und Antiquitäten in die Herbstsaison

Friedrich ist nicht wohl


Erschöpft, um Jahrzehnte gealtert, die Augen tief in ihren Höhlen versunken, sitzt Friedrich II. von Preußen in der Kapelle des Schlosses Charlottenburg: Den Kopf auf knorrige Finger aufgestützt, ein Taschentuch vor dem Mund – man spürt förmlich das physische und psychische Elend dieses Mannes. Mit knapper Not war er davongekommen: Sieben Jahr Krieg lagen hinter ihm, gegen die Großmächte Russland, Frankreich und Österreich hatte er sich mit viel Geschick und Glück zu behaupten vermocht. Den Gesang der Hofkapelle, der von der Empore zu ihm hinunterdringt, mag ihm fast wie ein Konzert der himmlischen Heerscharen erscheinen, die seine Auferstehung feiern. Gezeigt ist die Szene auf einer Leinwand des 1864 in Aachen geborenen Malers Arthur Kampf. Die Datierung 1902 weist bereits auf das Vorbild, das auch stilistisch zum Tragen kam: Schon der zwei Generationen ältere Adolph von Menzel hatte sich signifikanter Begebenheiten aus dem Leben Friedrichs des Großen angenommen. ...mehr

Für Freunde sächsischer Kunst ist das Auktionshaus Schmidt in Dresden eine Fundgrube. Das zeigt wieder die aktuelle Versteigerung mit Gemälden, Grafiken und Antiquitäten

Komm, o Tod, du Spielgesell


Johann Anton Castell, Blick auf Dresden bei Sonnenuntergang vom linken Elbufer aus, 1848

Für sächsische Kunst des 19ten und 20ten Jahrhunderts ist das Dresdner Auktionshaus Schmidt eine der ersten Adressen in Deutschland. Auch die Versteigerung am 15. September bietet wieder eine beachtliche Anzahl von Gemälden und Papierarbeiten von Künstlern aus der näheren Umgebung. Das geht schon bei den Romantikern los: Noch ganz an die Stadt- und Landschaftsmalerei Caspar David Friedrichs erinnert Johann Anton Castells Blick auf „Elbflorenz“ bei Sonnenuntergang und lässt nichts von den revolutionären Wirren erahnen, die im Entstehungsjahr der Leinwand 1848 Dresdner Geistesgrößen wie Gottfried Semper oder Richard Wagner in den Abwärtsstrudel rissen. 3.600 Euro werden hierfür erwartet. Carl Gustav Carus, nach Friedrich wohl der bekannteste der Dresdner Romantiker, ist mit der grisailleartigen Kohlezeichnung eines flügelschlagenden Schwanes bei Mondlicht im Schilf von 1852 für 6.000 Euro vertreten. Friedrich Preller d.J., 1838 in Weimar geboren und 1901 als Professor an der Dresdner Akademie gestorben, schildert uns ebenfalls noch in romantischer Tradition den Aufgang des Mondes über den Hügeln und Wäldern der Böhmischen Schweiz. 1895 ist dafür freilich ein sehr spätes Entstehungsjahr, 2.800 Euro sollen es dennoch sein. ...mehr

Rückblick: Alte Meister und Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in Paris

Bezaubernde Mademoiselle Jacquet


Jean-Etienne Liotard, Portrait de Mademoiselle Louise Jacquet

Da sitzt sie nun, die junge Dame, vielleicht mit ein wenig Stolz und schaut mit ihren roten Wangen dem Betrachter freundlich und etwas versonnen in die Augen. Vor ihr liegt ein eben geöffneter Brief, in dem ein Bewunderer ihr schmeichelhafte Komplimente unterbreitet. Kein Wunder, handelt es sich bei der Schönen doch um Louise Jacquet, eine gefeierte Opersängerin des 18ten Jahrhunderts in Paris und Mitglied der Académie Royale de Musique. Der ebenso geschätzte Portraitist Jean-Etienne Liotard, der damals vom europäischen Adel hofiert wurde, hat sie wohl bei einem seiner Aufenthalte in der französischen Metropole in den späten 1740er und 1750er Jahren verewigt. Ihren Charme konnte Louise Jacquet auch gut 250 Jahre später wieder spielen lassen. Denn in der Auktion „Tableaux et Dessins Anciens et du XIXe siècle“ bei Sotheby’s in Paris war sie die Favoritin. Dazu trug nicht nur der hervorragende Erhaltungszustand des feinen Pastells, sondern vor allem auch die Marktfrische des Bildes bei. Denn Jacquet selbst hatte ihr Portrait an die Vorfahren des heutigen Besitzers übergeben, wo es seither unbemerkt hing. ...mehr

Erfolge für die Bauhaus-Künstler und die Neue Sachlichkeit auf der Fotografieauktion bei Van Ham in Köln

Eis ist schön


Der kalte Winter hat den fließenden Strom des Wasserfalls zu Eis erstarren lassen und zu knorpeligen Wülsten aufgebaut. Von ihnen hängen dicke Zapfen herunter. Da Albert Renger-Patzsch diese „Eisbildung am Wasserfall“ in dem Buch „Die Welt ist schön“ veröffentlicht hat, muss der Vintage vor 1928 entstanden sein. Van Ham hatte sich bei seiner letzten Auktion „Photographie“ 4.000 bis 5.000 Euro von dem Los erwartet. Doch die zahlreichen Telefonbieter trieben den Preis bis auf 30.000 Euro in die Höhe. Damit stellt der Hauptvertreter der Neuen Sachlichkeit wieder einmal das Spitzenlos im Kölner Auktionshaus. Auch wenn nicht alles von Renger-Patzsch den Kunden gefiel, ging sein Vintage der diagonal und vertikal ins Bild gesetzten „Düngesalzfabrik“ von 1938 nach einer Steigerung um 10.000 Euro ebenfalls zu einem guten Preis von 14.000 Euro über das Auktionspult. Mehr Zurückhaltung übten sie bei dem „Kopf eines Gänsegeiers“ von 1926 und bei „Brukow’s Hof an der Aegidienstrasse“ in Lübeck, die mit 4.800 Euro und 3.300 Euro ihre jeweilige Taxe knapp verfehlten. ...mehr

Rückblick: Alte und Neuere Meister bei Bassenge in Berlin

Putz putzt ganz ungemein


Christiaen van Couwenbergh, Joseph und Potiphars Weib, 1626

Ganz zu den 70.000 Euro, die das Berliner Auktionshaus Bassenge auf das Etikett von Christiaen van Couwenberghs Ölbild „Joseph und Potiphar“ geschrieben hatte, reichte es dann doch nicht auf der vergangenen Versteigerung Alter und Neuerer Meister. Die 1626 datierte Leinwand von knapp anderthalb Metern Breite gehörte zu den interessantesten Entdeckungen der Veranstaltung: Technisch hervorragend gemalt, zeugt es von der meisterhaften Frühreife des Künstlers, der bei der Entstehung des Bildes gerade 22 Lenze zählte. Besonders die Figur des fast geckenhaft in ein zeitgenössisches Kostüm gehüllten Joseph, der sich dem Zugriff der entblößten Frau gerade noch zu entziehen vermag, beeindruckt durch die reiche plastische Nuancierung. Der Hell-Dunkel-Kontrast verweist auf die Schulung des Künstlers an den großen Vorbildern seiner Zeit: Gerrit van Honthorst und letztlich Caravaggio, auf den so Vieles in der Historienmalerei jener Jahre zurückgeht. Gleichwohl schlug der Hammer früh aufs Pult, als es um diese Losnummer ging: 50.000 Euro erzielte Bassenge für den zuletzt in Berliner Privatbesitz befindlichen Couwenbergh. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber

Angehimmelt


Ein Sensationserfolg war das, was dem Münchner Auktionshaus Karl & Faber in seiner Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst gelang: Von 170.000 bis 250.000 Euro auf 400.000 Euro schoss Otto Dix’ Kreide- und Gouachezeichnung „Liebespar mit Kapuzinerkresse“, entstanden 1929/30 als Vorstudie zu einem gleichnamigen und annähernd formatgleichen Gemälde. Ebenso wie der junge Mann seine Geliebte anhimmelt, die – anders als wenig später im Gemälde – in der Zeichnung noch etwas keck aus dem Bild heraus den Kontakt zum Betrachter sucht, gab es eine Reihe von Interessenten, die dieses Blatt begehrten. Es ist ein signifikantes Beispiel für des Künstlers allmähliche Beruhigung von den expressiven Arbeiten der 1910er und mittleren 1920er Jahre hin zu einem sachlich-nüchternen Bildstil. Eine Reihe einträglicher Zuschläge ließen diese Versteigerung zu einer der erfolgreichsten in der Geschichte des Unternehmens werden. Einen weiteren hohen Preis bot, obwohl die Schätzung von 200.000 bis 300.000 Euro nicht ganz erreicht wurde, Dix’ farbenfrohes Aquarell „Tanzsaal in St. Pauli“ aus der gleichen Berlin-Linzer Sammlung für 180.000 Euro. ...mehr

Alte Meister bei Sotheby’s in London

Schlachten und Könige


Willem van de Velde d.J., The surrender of the Royal Prince during The Four Days’ Battle

Es war eine der längsten Schlachten, die sich jemals auf See abgespielt haben: Als Viertageschlacht ging das Gefecht in die Geschichte ein, das im Juni 1666 auf der Nordsee zwischen den maritimen Großmächten Holland und England stattfand. Für Willem van de Velde d.J. ist das vor allem ein großartiges Spektakel: Auf seiner gut einen Meter breiten Leinwand, die mit der Kapitulation der Engländer den entscheidenden historischen Moment verbildlicht, ist eine Unzahl größerer und kleinerer Segelschiffe sowie Boote zu sehen, deren dramatische Inszenierung durch einen bewegten Wellengang und die im Wind flatternden, zum Teil stark zerschossenen Segel unter regnerischem Wolkenhimmel noch zusätzlich gesteigert wird. Eine regelrechte Schlacht um das Gemälde gab es auch auf der letzten großen Kunstauktion vor der Sommerpause am 4. Juli bei Sotheby’s in London: Dort für 1,5 bis 2,5 Millionen Pfund aus einer Privatsammlung angeboten, konnte sich der in London ansässige Kunsthändler William Noortman im Auftrag eines holländischen Privatmanns erst bei 4,7 Millionen Pfund dieses Werk sichern – zwar kein neuer Auktionshöchstpreis Veldes, für den erst im vergangenen Dezember auch schon einmal 5,25 Millionen Pfund bezahlt wurden, aber überraschender Sieger auf dieser Auktion. ...mehr

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