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Am 28.10.2017 Auktion 47

© Auktionshaus Lehr

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Irene Lehr beschreitet in Berlin wieder eindrucksvoll auch die unbekannten Pfade der modernen und zeitgenössischen Kunst

Adamskostümiert


Recht einladend präsentiert sich die junge Frau dem Betrachter: Nicht nur der über die Schulter geworfene Blick fordert regelrecht dazu auf, sich ihr zu nähern, auch die durch den schwarz gepunkteten Tüll mehr entblößte als verhüllte Rückenpartie der Dame macht einen alles andere als verschlossenen Eindruck. Lässig hat sie eine leicht schimmernde Federboa über ihre Schulter gelegt, ebenso lässig verdeckt das herabfallende Haupthaar ihres frechen Bubikopf-Haarschnitts die linke Gesichtshälfte. Eine Personifikation des freizügigen, feierlustigen Berlin der Zwischenkriegszeit ist dieses Halbfigurenbildnis, gemalt von einem, der damals mittendrin stand: Georg Tappert schuf dieses Ölbild um 1931 mit dem für ihn charakteristischen raschen, sicheren Pinselstrich und kontrastreicher Farbigkeit. Gut achtzig Jahre später ist das Gemälde eines der Hauptlose der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Irene Lehr in Berlin: 50.000 Euro soll die junge Dame mit der Federboa dem nicht näher bezeichneten Einlieferer einbringen. ...mehr

Ergebnisse: Zeitgenössische Kunst im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Mullbinden im Pass


Mit einer alles in allem erfolgreichen Versteigerung zeitgenössischer Kunst startete das Wiener Auktionshaus im Kinsky in die Herbstsaison: 160 der rund 270 Losnummern konnten unter die Leute gebracht werden, also immerhin knapp sechzig Prozent des Angebots. Der Schwerpunkt lag wieder sichtlich auf Künstlern der Alpenrepublik: Österreichische Altmeister wie Arnulf Rainer, Josef Mikl, Franz Grabmayr, Christian Ludwig Attersee und nicht zuletzt Hermann Nitsch, deren mehrteilige und meist abstrakten Offerten mitunter vollständig in neue Hände übergingen, bestimmten das Programm. Auch Günter Brus erwies sich als sehr gefragt: Von einer Reihe farbige Papierarbeiten wurde seine energisch gezeichnete „Uraufführung“ von 1983 bei 35.000 Euro sogar noch 5.000 Euro über der oberen Schätzgrenze am höchsten zugeschlagen. ...mehr

Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber in München

Frühe Reife


Samuel van Hoogstraten, Vanitas-Stillleben mit nachdenkendem jungen Mann, um 1645

So jung und schon so altersweise – wohl kaum mehr als 18 Jahre zählte Samuel van Hoogstraten, als er sein Vanitas-Stillleben mit einem Konterfei seines nachdenklichen Selbst am Fenster malte. Mitte der 1640er Jahre muss das – zumindest nach Meinung der älteren Kunstwissenschaft – gewesen sein, als Hoogstraten noch im Atelier Rembrandts arbeitete. Etwas zurückversetzt im abgedunkelten Hintergrund hat er sich dargestellt, derweil sich auf einem Tisch am vorderen Bühnenrand ein Allerlei aus Symbolen der Vergänglichkeit regelrecht auftürmt: Ein Streichinstrument, Notenblätter, ein alter Foliant, Uhr, Globus, eine Zeichnung, Pinsel und – sogar fast ein wenig makaber – der Torso eines drallen Putto weisen den Betrachter unmissverständlich auf die Nichtigkeit alles irdischen Seins hin. Einen hohen Preis hat das Gemälde auf dieser Welt allerdings durchaus: Für 30.000 bis 40.000 Euro gelangt es auf der kommenden Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Karl & Faber in München zum Aufruf, eingeliefert aus einer deutschen Privatsammlung. ...mehr

Sotheby’s konnte mit seinem Programm zeitgenössischer Kunst in London deutlich punkten

Richter teuerster lebender Künstler


Gerhard Richter schraubt sich langsam, aber stetig in der Rangliste der internationalen Auktionsergebnisse für zeitgenössische Kunst ganz nach oben. Am Abend des 12. Oktober setzte Sotheby’s in London eine neue Höchstmarke: 19 Millionen Pfund netto, mit Aufgeld circa 21,3 Millionen Pfund und umgerechnet rund 26,4 Millionen Euro, kostete sein „Abstraktes Bild“ mit der Werknummer 809-4 aus dem Jahr 1994, das auf zwei mal zweieinviertel Metern in herbstlichem Rot-Gelb-Grün schimmert und leuchtet. Nun kann der deutsche Malerfürst sich teuerster lebender Künstler des internationalen Auktionsrankings nennen. Zum Erfolg dürfte auch der prominente Vorbesitzer beigetragen haben. Kein Geringerer als der Rockmusiker Eric Clapton hatte das Gemälde auf einer Sotheby’s-Auktion 2001 in New York für schlappe, schon damals allerdings rekordträchtige 3,1 Millionen Dollar erworben und seither auch für Ausstellungen nicht mehr hergegeben. Der Käufer blieb anonym, bewies aber, was in den vergangenen Monaten schon häufiger beobachtet werden konnte: Die „Abstrakten Bilder“ Richters lassen seine verschwommenen Fotobilder in der Beliebtheitsskala derzeit weit hinter sich. Die Schätzung für die Nummer 809-4 hatte übrigens nur bei 9 bis 12 Millionen Pfund gelegen. ...mehr

Rückblick: Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Vasenkampf


Abraham Roentgen Nachfolger, Schreibkommode, Neuwied um 1765/75

Man weiß nicht genau, wer diese Kommode geschaffen hat, doch ein hochkarätiges Werk ist sie zweifellos: Den Beweis dafür trat die üppig mit Blumenranken geschmückte Schreibkommode auf der Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen im Zürcher Auktionshaus Koller an. Mit 280.000 bis 480.000 Franken war sie das Hauptlos der Veranstaltung, und mit einem Ergebnis von 330.000 Franken bestätigte sie diesen Rang souverän. Signiert ist das kostbare Stück mit „I. G. Barthel Neuwied“, doch das wollte nichts heißen: Johann Georg Barthel war zwar einst selbst als Schreiner tätig, verlegte sich später jedoch auf die Profession als Handelsmann und Bierbrauer. Die Werkstatt Abraham Roentgens wird wohl am ehesten in Anspruch genommen werden können. Wie auch immer, den Schweizer Privatmann, der für die Kommode einschließlich des Aufgeldes fast 400.000 Franken springen ließ, wird die perfekte Verarbeitung der verschiedenfarbigen Hölzer schon hinreichend überzeugt haben. ...mehr

Deutsche und Italiener schmeißen die Abendauktion zeitgenössischer Kunst bei Christie’s in London

Andy im Urlaub


Nur Deutsche und Italiener an der Spitze einer der großen Londoner Abendauktionen zeitgenössischer Kunst – das ist keine Selbstverständlichkeit. Nach der alles in allem erfolgreichen Versteigerung am 11. Oktober bei Christie’s aber war dies einmal der Fall: Gerhard Richter, Piero Manzoni, Lucio Fontana und Martin Kippenberger teilten sich die vorderen vier Plätze der Ergebnisliste, wobei letzterer die Palme davontrug. 2,8 Millionen Pfund erzielte sein farblich expressives, energisch Selbstbildnis „Untitled“ aus der Serie der „Handgemalten Bilder“, geschaffen 1992 fünf Jahre vor dem Tod des Künstlers und unter anderem 2006 in der großen Kippenberger-Retrospektive in der Tate Modern gezeigt. Damit wurde auch der bisherige Kippenberger-Auktionsrekord von 3,6 Millionen Dollar übertroffen, den Sotheby’s im Mai 2009 ebenfalls mit einem verfremdeten Selbstbildnis aus dem Jahr 1988 erzielt hatte. Die Schätzung für das 180-Zentimeter-Format, das den Künstler in Überlebensgröße etwa von den Knien an aufwärts zeigt, hatte Christie’s 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund veranschlagt. ...mehr

Möbel und Einrichtungsgegenstände, Silber, Skulpturen, Glas und Porzellan im Wiener Dorotheum

Gut patriotisch


Vasenpaar, St. Petersburg, 1830

Wenn da mal nicht mit der Leidenschaft reicher Osteuropäer gerechnet wird, die Alles aufkaufen, was auch nur entfernt nach russischer Heimat klingt: Nicht weniger als 380.000 bis 600.000 Euro hat das Wiener Auktionshaus Dorotheum für ein Paar St. Petersburger Porzellanvasen veranschlagt, die um 1830 von unbekannter Hand mit Motiven in etruskischer Manier bemalt wurden. Schon die schwarz-braune Farbigkeit auf weißem Grund versetzt den Betrachter in längst vergangene Welten: Krieger, Opferstellen, ein Genius, dazu Schlangen, die sich um Säulen winden, und andere archaische Dinge und Begebenheiten sind auf den kraterförmigen Gefäßen zu sehen. Der genaue Herstellungsort des Paares ist unbekannt, doch das Dorotheum vermutet eine kaiserliche Provenienz: Es sei wohl Teil einer Kollektion, die 1830 für die russische Zarin Alexandra Fjodorowna, Gemahlin Nikolaus I., angefertigt wurde. Beweisen lässt sich diese Mutmaßung letztlich wohl nicht, doch an der russischen Provenienz gibt es ebenso wenig Zweifel wie an der exzeptionellen Qualität des außergewöhnlichen Vasenduos. ...mehr

Die moderne und zeitgenössische Kunst hat Ketterer in München wieder um den Sonderteil „Seitenwege der deutschen Avantgarde“ bereichert

Erregte Landschaften


Für seine erste Versteigerung im heurigen Herbst hat sich das Münchner Auktionshaus Ketterer eine neue Rubrizierung seines umfangreichen Angebots überlegt. Nicht mehr in alphabetischer Ordnung gelangen die rund 850 Losnummern zum Aufruf, sondern jetzt stehen wieder mehr einzelne kunstgeschichtliche Epochen im Vordergrund. So schon bei der klassischen Moderne: Teil eins umfasst „Impressionismus und frankophile Kunst“ und damit vor allem Stars der Manege wie Marc Chagall mit seiner 25teiligen Mappe „Celui qui dit les choses sans rien dire“ von 1976 für 18.000 bis 24.000 Euro, Henri Matisses zartes Blatt „La robe jaune au ruban noir“ von 1922 für 11.000 bis 13.000 Euro oder Pablo Picasso mit seiner schwarz-weißen Lithografie „Françoise en soleil“ aus dem Jahr 1946 für 18.000 bis 24.000 Euro und seine ausgesprochen erotische Radierung „Plaisanterie autour du bain turc. Jeux, musique et gâteaux“ von 1971 für 4.000 bis 6.000 Euro. Für den Impressionismus stehen unter anderem eine winterliche Strandpartie mit Buchen am Ufer von Karl Hagemeister um 1912 für 6.000 bis 8.000 Euro, Lovis Corinths vierteilige Grafiksuite „Vorfrühling im Gebirge“ von 1922 für 5.000 bis 7.000 Euro und Gustav Klimts zarte Rotstiftzeichnung einer sitzenden dicken Frau nach links von 1902 für 15.000 bis 20.000 Euro. ...mehr

Das Dorotheum offeriert wieder eine reiche, qualitätvolle Auswahl an Gemälden Alter Meister in Wien

Missvergnügt Haare schneiden


Giovanni Antonio Canal, genannt Il Canaletto, Blick auf New Horse Guards vom Saint James’s Park in London

Den großen Knaller wird sich das Wiener Auktionshaus Dorotheum bis zum Schluss aufheben: An letzter Position vom ersten Teil der Altmeisterauktion am 17. Oktober rangiert Giovanni Antonio Canals „Blick auf New Horse Guards vom Saint James’s Park“, versehen mit einer Schätzung von 2 bis 3 Millionen Euro. Entstanden ist das gut einen Meter breite Ölgemälde auf Holz wohl um 1752/53, als der Neubau der Horse Guards mit seinem markanten Uhrenturm gerade vonstattenging. Gleich um die Ecke wohnt heute der englische Premierminister. Seit gut sechs Jahren weilte Canaletto, wie man ihn auch nannte, zur Entstehungszeit des Gemäldes schon auf der britischen Insel, wie zahlreiche seiner Landsleute angezogen von den guten Lebensbedingungen, derweil auf dem Festland wieder einmal Krieg herrschte. Dem feinen englischen Geschmack passte er sich auch in seiner filigranen Pinselführung und der zarten hellen Farbpalette an. 1755 kehrte Giovanni Antonio Canal in seine venezianische Heimat zurück, das Bild aber blieb in England und ging erst 1976 in Schweizer Privatbesitz über. ...mehr

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Berlin entdeckt Fahrelnissa Zeid

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