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Am 30.11.2017 110. Auktion: Druckgraphik des 15. - 19. Jahrhunderts

© Galerie Bassenge Berlin

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Bassenge versteigert in Berlin Gemälde Alter und Neuer Meister sowie Zeichnungen des 15ten bis 19ten Jahrhunderts

Himmlische Aufopferung


Bartholomäus Spranger, Ecce Homo, um 1575/80

1575 kam der in Antwerpen geborene Bartholomäus Spranger nach Wien, wo er nach seiner Arbeit für Papst Pius V. fünf Jahre lang als Hofmaler Kaiser Maximilians II. tätig war. In dieser Zeit entstand jene Kupfertafel, die in zentraler Position den Schmerzensmann in purpurnem Umhang mit Dornenkrone, Lendentuch und Palmzweig auf einem Steinsockel zeigt. Der leidende Blick Christi führt zum unteren Bildrand, wo Johannes die verzweifelte Gottesmutter Maria zurückhalten muss; daneben ist Maria Magdalena voller Trauer und Hoffnungslosigkeit in sich versunken. Die nach rechts hin geöffnete Komposition lässt hinter dem vorderen architektonischen Aufbau die Menschenmassen erkennen, die gekommen sind, um den Leidensweg des Ecce Homo mitzuverfolgen. Am kommenden Freitag steht dieses erst vor kurzem in Österreich wiederentdeckte Ölgemälde, das einst zur Sammlung Friedrich von Amerlings gehörte, bei Bassenge in Berlin zur Versteigerung an, ausgezeichnet mit 35.000 Euro. Einen Schritt weiter in der Erzählung der Leidensgeschichte Jesu ist da schon die Darstellung der Kreuzaufrichtung aus der Schule Peter Paul Rubens’. Das überwiegend in Brauntönen gehaltene Ölgemälde veranschaulicht den Kraftaufwand von sechs Männern, den es benötigte, um das Kreuz mit dem daran hängenden Erlöser aufzustellen. Für 2.400 Euro soll das Werk einen neuen Besitzer finden. ...mehr

Österreicher und Italiener dominieren die zeitgenössische Kunst im Wiener Dorotheum

Nähmaschinen am Rand


Unter den Anbietern zeitgenössischer Kunst auf dem deutschsprachigen Auktionshausmarkt hat das Wiener Dorotheum stets eine der vielseitigsten Mischungen. Anders als die Konkurrenz etwa im Kinsky beschränkt man sich nicht im Wesentlichen auf die österreichische Heimat, sondern greift weit aus in die Kunst anderer Länder. Eine der ersten Losnummern der kommenden Versteigerung ist mit dem Amerikaner Robert Indiana besetzt. Eine große rote „8“ malte er 1965 in Öl auf die gebräunte Leinwand, so dass ein höchst reizvoller Kontrast zweier eigentlich ganz inkompatibler Farben entsteht. 100.000 bis 150.000 Euro will das Dorotheum für dieses Ziffernspiel sehen. Später gesellen sich diesem Pop Art-Produkt noch einige Arbeiten Andy Warhols hinzu wie die kleine bedruckte und bemalte Leinwand mit dem titelgebenden „Parrot“ von 1983 für 60.000 bis 90.000 Euro oder die „25 Cats name(d) Sam and one Blue Pussy“ in seiner frühen Mappe von Offsetlithografien um 1954 für 75.000 bis 85.000 Euro. Fremden Stoffen, insbesondere Zeitungen, überließ Robert Rauschenberg 1973 in „For + with Jack + by with“ die farbige Gestaltung einer großen Papierbahn und sicherte ihnen damit zugleich ihre dauerhafte Präsenz: Immerhin als Abdrücke haben sie sich überliefert. Hier stehen 60.000 bis 80.000 Euro auf dem Etikett. Recht direkt geht Tom Wesselmann in seiner Zeichnung „Nude Masturbation Drawing (Brunette)“ von 1974 für 32.000 bis 38.000 Euro zur Sache. ...mehr

Ausgewählte Werke und Objekte zum 200sten bei Grisebach in Berlin

Sonnenauf- und -untergang


Otto Mueller, Zwei Mädchen (Zwei Mädchenakte in Dreiviertelfigur), um 1924

Seine zweihundertste Versteigerung bereichert das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach in eher ungewohnter Weise: Neben den „Ausgewählten Werken“ auf Grisebachs ureigenstem Terrain, der modernen und zeitgenössischen Kunst, samt einer Benefizsonderauktion zugunsten des Max Beckmann Distinguished Visitorship an der American Academy in Berlin unternimmt man diesmal auch einen Ausflug in die eher fremden Gefilde von Kunsthandwerk und Skulptur von der Antike bis ins 19te Jahrhundert. Nicht mehr als fünfzig „Ausgewählte Objekte“ hat Grisebach hier versammelt, doch ihre erlesene Qualität nährt den Verdacht, dass das Unternehmen auch auf diesem Gebiet reüssieren könnte. Die ältesten Arbeiten gehen noch auf das Griechenland des sechsten und fünften vorchristlichen Jahrhunderts zurück: Ein attischer Stamnos mit schwarzer Figurenmalerei auf tonbraunem Grund, dargestellt ist ein Wagenrennen à la „Ben Hur“, für 80.000 bis 100.000 Euro und ein palmettenförmiges Anthemion, gedacht als Bekrönung einer Giebelspitze, für 140.000 bis 180.000 Euro lassen hier wohl am lautesten die Kasse klingeln. ...mehr

Die moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln ist diesmal um eine Privatsammlung bereichert

Gigantenkampf


Merkwürdige Bilder und Vorstellungen müssen dem deutschen Künstler Johannes Molzahn durch den Kopf gegangen sein, als er 1948 seine „Parabel I“ malte. Zu sehen sind dort zwei scheinbar im Unendlichen sich treffende waagerechte Ebenen, rasterartig strukturiert und in immer wieder wechselnden Farbtönen von fast kristalliner Klarheit. Dazwischen spielt sich so etwas wie ein Kampf der Giganten ab: Arme und Hände zweier Gestalten meint man zu erkennen, ringend in einem Knäuel verschlungen, während sich auf dem „Boden“ ihre Schatten abzeichnen. Auch dies von fast technoider Scharfkantigkeit, dabei jedoch immer wieder transparent den Blick auf die beiden Ebenen freigebend. Dass dieses so futuristisch wirkende Gemälde, bei dem man sich etwa an Franz Ackermann erinnert fühlt, vor über sechzig Jahren von einem Klassiker der frühen Moderne geschaffen sein soll, vermag man kaum zu glauben. Doch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in USA war – zumal für einen Emigranten wie Molzahn – eben tatsächlich eine der unbegrenzten Möglichkeiten auch in der bildenden Kunst, und vielleicht ist dieses Gemälde eines der bemerkenswertesten Erzeugnisse auf diesem so hervorragend geeigneten Boden. ...mehr

Die Auktion bei Hassfurther steht ganz im Zeichen des Wiener Nachimpressionisten Carl Fahringer

Hahnenkampf


Ein wesentlicher Bestandteil der aktuellen Auktion von Wolfdietrich Hassfurther sind die Gemälde des Nachimpressionisten Carl Fahringer. Nach der zweimonatigen Ausstellung in der zum Auktionshaus zugehörigen Galerie kommt auch das teuerste Werk des Wiener Malers unter den Hammer. Sein „Hahnenkampf“ entstand im Jahr 1929, als Fahringer die indonesischen Inseln bereiste. In erdigen Tönen bringt er die Menschenmenge auf die Leinwand, die gebannt im Kreis steht. Der Hahnenkampf geht in diesem Getümmel fast unter. Von diesem Werk erhofft sich Hassfurther 80.000 bis 140.000 Euro, was den bisherigen hauseigenen Fahringer-Rekord in Höhe 16.000 Euro oder die umgerecht rund 19.000 Euro, die Christie’s Singapur im März 1996 für eine balinesische Flusslandschaft erzielte, weit in den Schatten stellen will. An diese Marke reichen die anderen 64 Werke bei weitem nicht heran. Asiatisch geht es weiter mit Fahringers Gebetsszene vor einem balinesischen Tempel für 25.000 bis 40.000 Euro oder dem ebenfalls flirrenden „Marktleben auf Bali“ für 20.000 bis 30.000 Euro, die alle auf der Reise des Jahres 1929 die Hitze des Indischen Ozeans einfangen. Eine noch spontanere Skizze zum „Hahnenkampf“ in Gouache notiert bei 2.500 bis 5.000 Euro. ...mehr

Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Angeregt speisen


Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Weinflasche, 1904

Recht appetitlich hatte es sich der Elberfelder Textilfabrikant Adolf Simons in seinem häuslichen Speisezimmer eingerichtet: Verschiedene Stillleben mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten hingen dort an der Wand. Dabei bewies der erfolgreiche Unternehmer und eifrige Sammler künstlerisch einen guten Geschmack: Einige der besten Vertreter der klassischen Moderne waren Teil seiner erlesenen, später teilweise ins Von der Heydt-Museum gelangten Kollektion. Dazu zählte auch Alexej von Jawlenskys „Stillleben mit Weinflasche“ aus dem Jahr 1904. In lockerem Arrangement gruppierte der russischstämmige Maler ein paar Gegenstände wie Brotkorb, Teller, Buch und zusammengeknüllte Serviette auf einem runden Tisch so, als habe er erst eben sein kleines Mahl beendet. Starke Rottöne auf hellblauem Grund dominieren die Farbgebung, im Pinselduktus macht sich der Einfluss Paul Cézannes bemerkbar. Vor genau hundert Jahren konnte Simons die annähernd fünfzig Zentimeter im Quadrat messende Leinwand beim Museums-Verein des Städtischen Museums Elberfeld erwerben. Am 30. November gelangt das Gemälde bei Lempertz in Köln als eines der bedeutendsten Werke des frühexpressionistischen Jawlensky für 300.000 bis 350.000 Euro unter den Hammer. ...mehr

Werke des Jugendstil und der angewandten Kunst des 20ten Jahrhunderts im Dorotheum in Wien

Streng und verspielt


Josef Hoffmann, Kassette, 1905

Josef Hoffmann war Gründungsmitglied und wichtiger Vertreter der Wiener Werkstätte und fertigte im Zuge seiner Idee des Gesamtkunstwerkes Artikel für alle Zweige des Kunstgewerbes. 1905 entwarf er eine versilberte, rechteckige Kassette für das Ehepaar Mäda und Otto Primavesi, die Mäzene der Wiener Werkstätte. Die schwarzbraun gebeizte Innengestaltung aus Obstholz teilt sich in sechs Fächer auf und ist außen mit einer gehämmerten Alpaka-Versilberung versehen. Die zurückhaltende Kassette steht auf vier kurzen Säulenfüßen und besitzt am Deckel einen kleinen Kugelknauf. Ebenso aus dem Nachlass des Ehepaares Primavesi stammt Hoffmanns Brosche im originalen Lederetui mit goldgeprägtem Monogramm der Wiener Werkstätten. Die floral durchbrochene Arbeit aus Gelbgold von 1922 ist mit drei Altschliffdiamanten in Silberfassung versehen. Beide Objekte gehören zu den Highlights der Versteigerung „Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts“, mit der das Dorotheum im Wien am kommenden Montag seine Auktionswoche eröffnet, und sind jeweils auf 50.000 bis 80.000 Euro angesetzt. ...mehr

Mit der Kunst des 19ten Jahrhunderts und einigen Wiederentdeckungen nimmt das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach Anlauf auf seine 200ste Versteigerung

Wünschmann aufgestöbert


Max Liebermann, Holländisches Hirtenmädchen, um 1887

Rund um die 200ste Versteigerung, die das 1986 gegründete Berliner Auktionshaus Villa Grisebach am 29. November mit einer hochkarätigen Suite aus klassischer Moderne und Gegenwartskunst veranstaltet, finden wieder einige Satellitenauktionen statt. Den Beginn bestreitet einen Tag zuvor die erst seit kurzer Zeit verstärkt in den Blick genommene Kunst des 19ten Jahrhunderts mit knapp achtzig Losnummern. Die überwiegend moderaten Schätzpreise übersteigen hier nur selten den unteren fünfstelligen Bereich, doch zweimal möchte Grisebach die 100.000 Euro-Marke knacken: Jeweils ein Werk des Hauptmeisters des deutschen Impressionismus ist ihr Träger, Max Liebermann. Um 1887 malte er während einer seiner zahlreichen Aufenthalte in den Niederlanden ein „Holländisches Hirtenmädchen“, wie es strickend auf einer Düne an der windigen Nordseeküste über der ihm anvertrauten Herde steht. 1890 erstmals im Sächsischen Kunstverein Dresden ausgestellt, dann lange Zeit in Familienbesitz, gehörte es seit den späten 1980er Jahren dem 2003 verstorbenen Inhaber der Kaufhauskette Hertie Hans-Georg Karg. 150.000 bis 200.000 Euro sind für die farbige Zeichnung in Pastell und Kohle veranschlagt. ...mehr

Moderne Kunst im Wiener Auktionshaus Dorotheum

Anmut am See


Egon Schiele, Haus in Hütteldorf, 1907

Der junge Egon Schiele war ganz brav. Mit dem klassischen alttestamentlichen Stoff von Kain und Abel, dem ersten Mord in der Menschheitsgeschichte, beschäftigte sich in einer etwas ungelenken Bleistiftzeichnung der etwa 15jährige in den Jahren 1905/06, noch bevor er in die Wiener Akademie der bildenden Künste aufgenommen wurde. 1907 weckte ein „Haus in Hütteldorf“ das Interesse des angehenden Malers. Der Stil des Ölbildes ist noch ganz impressionistisch geprägt, wohlausgewogen die Farbigkeit, reich das Licht- und Schattenspiel der Sonne, die dem Künstler im Rücken steht. Die Zeichnung und das Ölgemälde sind Teil der Versteigerung moderner Kunst im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Naturgemäß ist die Leinwand dabei deutlich teurer: 140.000 bis 220.000 Euro werden für das aus Wiener Privatbesitz eingelieferte „Haus in Hütteldorf“ erwartet, 10.000 bis 15.000 Euro für das knapp vierzig Zentimeter breite Blatt Papier. ...mehr

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