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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

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AktuellAktuell:Auktionen

Möbel und Einrichtungsgegenstände, Silber, Skulpturen, Glas und Porzellan im Wiener Dorotheum

Gut patriotisch


Vasenpaar, St. Petersburg, 1830

Wenn da mal nicht mit der Leidenschaft reicher Osteuropäer gerechnet wird, die Alles aufkaufen, was auch nur entfernt nach russischer Heimat klingt: Nicht weniger als 380.000 bis 600.000 Euro hat das Wiener Auktionshaus Dorotheum für ein Paar St. Petersburger Porzellanvasen veranschlagt, die um 1830 von unbekannter Hand mit Motiven in etruskischer Manier bemalt wurden. Schon die schwarz-braune Farbigkeit auf weißem Grund versetzt den Betrachter in längst vergangene Welten: Krieger, Opferstellen, ein Genius, dazu Schlangen, die sich um Säulen winden, und andere archaische Dinge und Begebenheiten sind auf den kraterförmigen Gefäßen zu sehen. Der genaue Herstellungsort des Paares ist unbekannt, doch das Dorotheum vermutet eine kaiserliche Provenienz: Es sei wohl Teil einer Kollektion, die 1830 für die russische Zarin Alexandra Fjodorowna, Gemahlin Nikolaus I., angefertigt wurde. Beweisen lässt sich diese Mutmaßung letztlich wohl nicht, doch an der russischen Provenienz gibt es ebenso wenig Zweifel wie an der exzeptionellen Qualität des außergewöhnlichen Vasenduos. ...mehr

Die moderne und zeitgenössische Kunst hat Ketterer in München wieder um den Sonderteil „Seitenwege der deutschen Avantgarde“ bereichert

Erregte Landschaften


Für seine erste Versteigerung im heurigen Herbst hat sich das Münchner Auktionshaus Ketterer eine neue Rubrizierung seines umfangreichen Angebots überlegt. Nicht mehr in alphabetischer Ordnung gelangen die rund 850 Losnummern zum Aufruf, sondern jetzt stehen wieder mehr einzelne kunstgeschichtliche Epochen im Vordergrund. So schon bei der klassischen Moderne: Teil eins umfasst „Impressionismus und frankophile Kunst“ und damit vor allem Stars der Manege wie Marc Chagall mit seiner 25teiligen Mappe „Celui qui dit les choses sans rien dire“ von 1976 für 18.000 bis 24.000 Euro, Henri Matisses zartes Blatt „La robe jaune au ruban noir“ von 1922 für 11.000 bis 13.000 Euro oder Pablo Picasso mit seiner schwarz-weißen Lithografie „Françoise en soleil“ aus dem Jahr 1946 für 18.000 bis 24.000 Euro und seine ausgesprochen erotische Radierung „Plaisanterie autour du bain turc. Jeux, musique et gâteaux“ von 1971 für 4.000 bis 6.000 Euro. Für den Impressionismus stehen unter anderem eine winterliche Strandpartie mit Buchen am Ufer von Karl Hagemeister um 1912 für 6.000 bis 8.000 Euro, Lovis Corinths vierteilige Grafiksuite „Vorfrühling im Gebirge“ von 1922 für 5.000 bis 7.000 Euro und Gustav Klimts zarte Rotstiftzeichnung einer sitzenden dicken Frau nach links von 1902 für 15.000 bis 20.000 Euro. ...mehr

Das Dorotheum offeriert wieder eine reiche, qualitätvolle Auswahl an Gemälden Alter Meister in Wien

Missvergnügt Haare schneiden


Giovanni Antonio Canal, genannt Il Canaletto, Blick auf New Horse Guards vom Saint James’s Park in London

Den großen Knaller wird sich das Wiener Auktionshaus Dorotheum bis zum Schluss aufheben: An letzter Position vom ersten Teil der Altmeisterauktion am 17. Oktober rangiert Giovanni Antonio Canals „Blick auf New Horse Guards vom Saint James’s Park“, versehen mit einer Schätzung von 2 bis 3 Millionen Euro. Entstanden ist das gut einen Meter breite Ölgemälde auf Holz wohl um 1752/53, als der Neubau der Horse Guards mit seinem markanten Uhrenturm gerade vonstattenging. Gleich um die Ecke wohnt heute der englische Premierminister. Seit gut sechs Jahren weilte Canaletto, wie man ihn auch nannte, zur Entstehungszeit des Gemäldes schon auf der britischen Insel, wie zahlreiche seiner Landsleute angezogen von den guten Lebensbedingungen, derweil auf dem Festland wieder einmal Krieg herrschte. Dem feinen englischen Geschmack passte er sich auch in seiner filigranen Pinselführung und der zarten hellen Farbpalette an. 1755 kehrte Giovanni Antonio Canal in seine venezianische Heimat zurück, das Bild aber blieb in England und ging erst 1976 in Schweizer Privatbesitz über. ...mehr

Glas bei Fischer in Heilbronn

Pflanzen des Waldes


Fußschale mit Deckel, Venedig, 1650/1720

Die ersten Objekte der kommenden Glasauktion von Jürgen Fischer in Heilbronn reichen noch bis ins späte Mittelalter und in die frühe Neuzeit zurück: Eine venezianische Fußschale mit umlaufenden türkisfarbenen Kettenbordüren für 6.000 bis 7.000 Euro oder ein marmorartig gefärbter Pokal aus dem böhmisch-schlesischen Raum um 1720/30 für 6.000 bis 6.500 Euro sind hier die bemerkenswertesten Stücke. Auch einige barocke Schnittpokale mit flotten Sprüchen wie „Ich Liebe waß fein ist, ob schon nicht mein ist“ aus der Glücksburger Hütte für 700 bis 800 Euro sind Teil der umfangreichen Offerte. Doch im Mittelpunkt stehen auf dieser Herbstauktion eindeutig die Produkte des 19ten und 20sten Jahrhunderts. Die perfektionistischen Glaswaren des Historismus vertreten ein prächtiger neugotischer Pokal der Brüder Eduard und Feodor Kehrer aus Erbach im Odenwald mit dem Wappen der Grafen von Isenburg um 1846 für 2.500 bis 3.500 Euro sowie aus dem Böhmischen ein Paar rot lasierte Vasen mit Arabern und Pferden von Carl Günther um 1865 für 2.000 bis 3.000 Euro. ...mehr

Gemälde des 19. Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum

Köchin Caritas


Emil Jakob Schindler, Blick auf Ragusa, 1890

Mit Emil Jakob Schindler hat sich das Wiener Auktionshaus Dorotheum auf seiner kommenden Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts viel vorgenommen: Stolze 250.000 bis 350.000 Euro sollen es sein für einen Blick von einer Anhöhe aus über die Bucht vor Ragusa, dem heutigen Dubrovnik an der dalmatischen Küste. 140 mal 180 Zentimeter misst diese Leinwand, die vom Dorotheum sehr selbstbewusst als „eines der bedeutendsten, wenn nicht als das bedeutendste Werk“ Schindlers klassifiziert wird. In des Künstlers Garten, den er für seine Aufenthalte an der ostadriatischen Küste angemietet hatte, lustwandeln vier genau bestimmbare Personen: Ehefrau Anna mit Tochter Alma – der später so berühmt-berüchtigten Alma Mahler-Werfel –, Carl Moll, der mit Anna jahrelang ein Verhältnis unterhielt und sie nach Schindlers Tod 1892 heiratete, sowie schließlich Margarethe, von der auch niemand so genau weiß, ob sie wirklich von Schindler oder von Molls Liebhaber-Vorgänger Julius Victor Berger stammt. Wirre Verhältnisse also, von denen freilich niemand beim Blick auf dieses 1890 entstandene Gemälde etwas ahnt. Es soll übrigens einen neuen Schindler-Auktionsrekord einspielen. ...mehr

In die Londoner Versteigerung mit zeitgenössischer Kunst hat Sotheby’s die Benefizauktion für die Kölner Kunststiftung im Museum Ludwig integriert

Andreas Gurskys Gespür für Schnee


Fast ausschließlich abstrakte Werke stehen in der Rangfolge der höchsten Auktionsergebnisse für den deutschen Maler Gerhard Richter ganz oben. Seit etwa eineinhalb Jahren ziehen die Preise für diese großflächig schimmernden, den Blick des Betrachters in geheimnisvolle Tiefen gleichsam einsaugenden Leinwände erheblich an. Auf der kommenden Abendauktion zeitgenössischer Kunst am 12. Oktober, parallel zur Frieze Art Fair, bei Sotheby’s in London dürfte wohl ein weiteres Exemplar der „Abstrakten Bilder“ Richters in diese Liste hinzukommen. Mit 9 bis 12 Millionen Pfund ist die Werknummer 809-4 bewertet, zweieinviertel mal zwei Meter groß, glutgleich schillernd in überwiegend rötlichen und gelblichen Farben vor einem suggestiven dunklen Grund. Entstanden ist das Bild im Jahr 1994, war dann im Besitz des Unternehmers und Kunstsammlers Heiner Pietzsch, und sieben Jahr später wurde es bei Sotheby’s in New York für 3,1 Millionen Dollar versteigert – damals schon ein Rekordpreis. Seinerzeitiger Käufer und jetziger Einlieferer ist der Sänger Eric Clapton, der seit jener Auktion auch die Nummern 1 und 2 derselben 809-Serie sein Eigen nennt. ...mehr

Selektive Nachfrage für Design, Glas aus Murano und zeitgenössische Kunst bei Quittenbaum in München

Schwarze Elefanten


Ercole Barovier, Vase „dorico corniola“, 1960

Ercole Barovier gilt als einer der wichtigsten Schöpfer von Murano-Glas im 20sten Jahrhundert. Von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod 1974 hat er die Glasproduktion auf der Insel in der venezianischen Lagune maßgeblich geprägt. Als künstlerischer Leiter in der „Vetreria Artistica Barovier & C.“ und später in dem fusionierten Unternehmen „Barovier & Toso“ soll er rund 25.000 Glasentwürfe geliefert haben. Immer wieder ließ er sich auf neue künstlerische Ideen ein und gestaltete nach dem Zweiten Weltkrieg kraftvoll strukturierte, formbewusste Gläser. Dazu gehört auch seine Vase „dorico corniola“ von 1960, bei deren großen, quadratischen, teils verzogenen Murrinen in weißer, roter und schwarzroter Farbigkeit sich Barovier von einem Karneol inspirieren ließ. Sie prangte schon prominent auf dem Titel des Katalogs „Murano Glas“ von Quittenbaum und konnte schließlich auch die Bieter für sich einnehmen. Sie ließen nicht locker, bis mit einem Zuschlag von 20.000 Euro die obere Taxe wie auch der Tageshöchstpreis erreicht war. ...mehr

Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Nagel in Stuttgart

Freizügig anno dazumal


August Ezoldt, Salontisch, Ronneburg um 1820/25

Der Vesuv hat die Menschen schon immer fasziniert. Seinem Ausbruch 79 nach Christus fielen Pompeji und Herculaneum zum Opfer, und spätestens seit der Wiederentdeckung der umfangreichen Überreste dieser beiden antik-römischen Städte hat der lavaspuckende Berg, idyllisch am Golf von Neapel gelegen, in die Bildgeschichte Eingang gefunden. Dass man ihn jedoch nicht nur malen, sondern auch in Holz einlegen kann, beweist jetzt ein biedermeierlicher Salontisch bei Nagel: „August Ezoldt Tischler zu Ronneburg“, so die Signatur, nahm sich dabei laut Beschriftung der Marketerie den Ausbruch des Vulkans am 1. Juli 1806 zum Anlass. Geschaffen wurde das Möbelstück wohl erst um 1820/25, aber noch 1841 war man auf einer Kunst- und Gewerbeausstellung von Ezoldts Fertigkeiten so beeindruckt, dass er für eines seiner Werke – vielleicht sogar den vorliegenden Tisch – vom Kunst- und Handwerksverein Altenburg eine Geldprämie erhielt. Nun möchte Nagel vom Können des thüringischen Meisters profitieren: Auf 4.000 Euro hat das Stuttgarter Auktionshaus den Tisch angesetzt. ...mehr

Alte und Neuere Meister, Zeichnungen und Bücher bei Koller in Zürich

Dirndl kreuzt Pfarrer


Francisco de Goya, Lot und seine Töchter, um 1775/90

Hervorragende Ergebnisse für die Spitzenwerke und eine Reihe beachtlicher Preissteigerungen auch in den unteren Rängen prägten die Versteigerung Alter und Neuerer Meister des Schweizer Auktionshauses Koller in der vergangenen Woche. Besonders hatte es die internationale Kundschaft unter anderem aus Russland, Spanien und der Schweiz auf ein verschollen geglaubtes Frühwerk Francisco de Goyas abgesehen. Während der vergangenen achtzig Jahre in einer Schweizer Privatsammlung beheimatet, kam die wohl um 1771 kurz nach seinem Italienaufenthalt geschaffene Leinwand „Lot und seine Töchter“ bei Koller für 600.000 bis 800.000 Franken zur Versteigerung. Der heftige Schlagabtausch, den sich die Interessenten um den von seinen beiden Töchtern zwecks Arterhaltung betrunken gemachten alten Herrn im Feuerschein des brennenden Sodom lieferten, brachte es schließlich aber auf stolze 2,3 Millionen Franken. Ein niederländischer Bieter behielt die Oberhand. ...mehr

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