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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

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AktuellAktuell:Auktionen

Vor allem die Klassische Moderne überzeugte bei den „Meisterwerken“ im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Selbstbildnis eines früh Vollendeten


Richard Gerstl, Selbstbildnis (Ausschnitt), 1906/07

Mit klassischer Moderne feierte das Wiener Auktionshaus im Kinsky auf seiner „Meisterwerke“-Auktion die größten Erfolge, und die wie stets anspruchsvollen Taxen ließen gelegentlich sogar Luft nach oben. Dass sich die potente Kundschaft auf Alfons Walde stürzen würde, war angesichts von dessen ungebrochener Beliebtheit abzusehen. So wurde der Blick auf die schneebedeckte, aber sonnenbeschienene Bergstadt Kitzbühel mit den beiden Stadtkirchen im Mittelpunkt aus der Zeit um 1927 erst bei 330.000 Euro und damit 30.000 Euro oberhalb der Erwartungen zugeschlagen, und die sommerliche Ansicht des Wilden Kaisers mit einem Berghof im Vordergrund um 1930 schaffte spielend die obere Grenze von 150.000 bis 300.000 Euro. Einer Sensation gleich kamen aber die 320.000 Euro, die Richard Gerstls „Selbstbildnis (Ausschnitt)“ von 1906/07 erzielten. Der expressionistische Maler, der 1908 mit 25 Jahren durch Freitod aus dem Leben schied und vorher noch einen Großteil seiner Werke zerstörte, hat sich zwar einen festen Platz in der österreichischen Frühmoderne erobert, gilt mit seinem insgesamt schmalen Œuvre aber als nicht sehr markterfahren. So hatte auch das Kinsky die kleine, bisher nicht bekannte Leinwand mit dem schüchtern blickenden jungen Mann vorsichtig auf 70.000 bis 140.000 Euro angesetzt. ...mehr

Andreas Sturies macht bei seiner Auktion in Düsseldorf humorvoll auf unbekanntere Positionen der modernen und zeitgenössischen Kunst aufmerksam

Wurst und Lebkuchen


Unter den Anbietern moderner und zeitgenössischer Kunst im Rheinland ist der Düsseldorfer Auktionator Andreas Sturies einer der originellsten. Auch die gut zweihundert Offerten, die in seiner Frühjahrsversteigerung am 4. Mai zum Aufruf gelangen werden, enthalten zahlreiche Künstler, die man sonst eher selten auf dem Markt antrifft. Da findet sich zum Beispiel ein glasierter Lebkuchen, einen mechanisierten, voluminösen „Busenengel“ vorstellend, von dem aus Hamburg stammenden und später nach New York ausgewanderten Gesellschaftskritiker Richard Lindner. Verzehren sollte man die 1970 in einer Auflage von hundert Exemplaren gebackene, farbige Köstlichkeit allerdings nicht, denn sie ist mit 3.000 Euro veranschlagt. Einen weniger ironischen Zugriff nimmt Achim Duchow mit seinem Bildnis des früh verstorbenen Kollegen Blinky Palermo, der auf einem 1988 gemalten Ölbild als pixeliges Schwarz-Weiß-Bild in buntem abstraktem Rahmen für 4.000 Euro wie aus der Erinnerung aufscheint. ...mehr

Kunsthistorische Entdeckungen glänzten bei den Alte Meister im Wiener Dorotheum

Streit um junge Damen


Jusepe de Ribera, Die Verspottung Christi

Vier Männer drängen sich um ihn herum, einer hat sich unmittelbar vor ihm niedergelassen und streckt ihm frech die Zunge heraus, seine Hände sind gefesselt, sein Kopf drückt eine Dornenkrone – Christus selbst aber bleibt ruhig. Ernst und doch gelassen, als ginge ihn das ganze Spektakel gar nichts an, schaut er aus dem Bild heraus den Betrachter an, der sich entscheiden muss, ob er auch zu diesem Mob gehören will oder sich trotz der Härten, die ihn dann erwarten werden, zu Christus bekennt. Diese Version des oft dargestellten Sujets der Verspottung Christi stammt von Jusepe de Ribera, dem berühmten aus Spanien stammenden Barockmaler, und entstand wohl in den frühen 1620er Jahren zu Beginn seiner neapolitanischen Werkphase. Es waren wohl der große Name, die ausgezeichnete Qualität und die Wiederentdeckung des bislang unpublizierten Werkes zugleich, die diesem Gemälde auf der Altmeisterauktion im Wiener Dorotheum rege Aufmerksamkeit sicherten. Jedenfalls wurden die Erwartungen des Auktionshauses sogar noch übertroffen: Für 600.000 Euro statt der anvisierten 300.000 bis 500.000 Euro verließ die gut einen Meter hohe Leinwand den Saal. ...mehr

Russische Kunst und Kunsthandwerk bei Fischer in Heilbronn

Alter Mann vor Pantokrator


Vasenpaar, Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg, um 1825/55

Für sein umfangreiches Angebot an Kunst und Kunsthandwerk russischer Provenienz konnte das Heilbronner Auktionshaus Fischer wieder auf eine große und internationale Fangemeinde zählen. Mehr als sechzig Prozent der über achthundert Objekte wurden am 13. April zugeschlagen, rechnet man einige Vorbehaltszuschläge ab, wanderte immer noch gut die Hälfte der Positionen ab. Gleich zu Beginn konnten schon einige ältere kunsthandwerkliche Gegenstände weit über den Erwartungen verkauft werden. Besonders ein opulentes Vasenpaar aus Porzellan mit prachtvoller rot-goldener Fassung hatte es den Interessenten angetan. Das während der dreißigjährigen Regierungszeit Zar Nikolaus I. zwischen 1825 und 1855 in der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur St. Petersburg angefertigte Duo, das vor sechs Jahren schon einmal bei Sotheby’s in London zugegen war, ging erst bei 40.000 Euro an einen russischen Käufer. Erwartet waren 15.000 bis 20.000 Euro. Bei den kleineren Preisen machte sich ein elfteiliges Teeservice der Moskauer Firma Popow ebenfalls aus dem mittleren 19ten Jahrhundert bemerkbar. Veranschlagt auf 800 bis 900 Euro, wurde das blauweiße Neorokoko-Service mit Blumen für 5.000 Euro weitervermittelt. ...mehr

Kunst und Kunsthandwerk bei Schloß Ahlden

Tauben fürs Palais


Johann Friedrich Eberlein, Harlekin mit Vogelkäfig, um 1745

Einmal mehr hochkarätige Porzellane bereichern die Versteigerung von Kunst und Antiquitäten am 4. und 5. Mai im niedersächsischen Auktionshaus Schloß Ahlden. Da wäre zum Beispiel die fast drollige Allegorie des Winters aus einem Jahreszeitenzyklus mit Hebe, der Göttin der Jugend, und Saturn, zuständig für Zeit und Ewigkeit, die von Wolken erhoben gemeinschaftlich ein Bildmedaillon mit einer Winterlandschaft emporhalten. Kein Geringerer als Johann Joachim Kändler hat dieses Meißner Stück um 1760 entworfen, basierend auf Ideen des berühmten französischen Barockmalers Charles Le Brun. Derselbe Modelleur zeichnete einige Jahre zuvor auch für die Gruppe eines Liebespaares mit Mops verantwortlich und ebenso für den „Jungen Tiroler Bauer“, der in etwas schmieriger Pose galante Figur zu machen versucht. Johann Friedrich Eberlein entwarf dagegen einen Harlekin mit Vogelkäfig, hier in einer Fassung mit der sonst oft fehlenden Katze zu seinen Füßen angeboten. Alle diese Objekte, die eindrucksvoll die hohe Güte der Meißner Porzellane im 18ten Jahrhundert demonstrieren, liegen preislich zwischen etwa 14.000 und 28.000 Euro. ...mehr

Bei insgesamt gutem Absatz der Neueren Meister im Wiener Dorotheum ist Hans Makart der Star

Sterbende Königin


Hans Makart, Der Tod der Kleopatra, 1875

Wenn man einem Künstler den Beinamen „Malerfürst“ gibt, dann weckt das meist Assoziationen mit überladenen Ateliers, rauschhaften Festen und exotischem Flair, verbunden mit einer morbiden fin de siècle-Stimmung, die immer wieder durch den äußerlichen Glanz hindurchschimmert. Der Österreicher Hans Makart verkörpert diesen „Malerfürst“-Typ wohl am anschaulichsten. Großer Pomp, der alle Züge der Vergänglichkeit bereits in sich trägt, zeichnete nicht nur Werk, sondern auch Leben des 1884 erst 44jährig den Spätfolgen einer syphilitischen Erkrankung erlegenen Meisters. Viele seiner teils rasch heruntergemalten Schöpfungen sind heute ad acta gelegt, doch auf der vergangenen Versteigerung Neuerer Meister im Wiener Dorotheum zeigte sich, dass das eine oder andere Werk noch immer beeindruckt. „Der Tod der Kleopatra“, 1875 gemalt und die dramatische Begebenheit aus der Antike in ein rauschhaftes Kostümstück mit weiblichem Halbakt kleidend, wurde minutenlang von zahlreichen Interessenten beboten, bis das Bild schließlich für 640.000 Euro an einen amerikanischen Saalbieter ging – Weltrekord für Makart. Die Schätzung für die recht großformatige Holztafel hatte bei 70.000 bis 90.000 Euro gelegen. ...mehr

Fotografie im Dorotheum

Bilder vom Menschen


Anton Josef Trcka, Boris und Olga Trcka, 1925

Bis 1999 war Anton Josef Trcka nur Kennern ein Begriff. Dann erweckte das Kunsthistorische Museum in Wien den Maler, Bildhauer, Fotografen und Dichter in einer von Monika Faber kuratierten Ausstellung zum Nachleben. Zum Vorschein kam eine Künstlerpersönlichkeit des Symbolismus und Expressionismus, die schon zu Lebzeiten kaum wahrgenommen wurde, aber einem kleinen Kreis von Malern, Tänzerinnen und Schriftstellern als kongenialer Portraitist galt. Der 1893 in Wien geborene Trcka war mährischer Abstammung, stand zwischen den böhmischen und österreichischen Kulturkreisen, galt als wenig angepasst, fand daher fast nie Gelegenheit zur Ausstellung und Publikation, und schließlich wurde 1944 vier Jahre nach seinem frühen Tod fast sein gesamtes Werk bei einem Bombenangriff vernichtet. Sein wohl bekanntestes Portrait entstand 1914 bei einem Zusammentreffen mit Egon Schiele. Der Maler posierte vor Trckas Kamera mit den selben expressiven Gesten wie in seinen Selbstbildnissen. Mit dem frontalen Bildaufbau, den ausdrucksstarken Körperhaltungen und der Integration von Schrift ließ Trcka die damals gängige Portraitfotografie hinter sich. ...mehr

Bei dem Alten und Neueren Meistern von Karl & Faber in München sind die Arbeiten auf Papier wieder die Königsdisziplin

Einsam in Arkadien


Domenico Beccafumi, Kopf eines alten Mannes

Groß ist er ins Bild gerückt, dicht vor dem Auge des Betrachters, fast die ganze Fläche des Blattes nimmt er ein: Der Sieneser Renaissance-Künstler und Raffael-Zeitgenosse Domenico Beccafumi war ein Meister des unmittelbaren Portraits. Hier nahm er mit raschem, aber sicherem Pinselstrich den Kopf eines alten Mannes auf, der sich nachdenklich und mit gesenktem Blick vielleicht einer Schrift zuwendet, wie es auf einer großen Holztafel im Dom zu Pisa der heilige Markus ebenfalls von Beccafumi tut. Besonders plastisch wird der markante Philosophenkopf durch den starken Lichtreflex auf der Glatze des ansonsten um Kinn und Mund dicht beharrten Mannes. Die auf Papier gemalte und auf Leinwand aufgelegte Darstellung befand sich zuletzt in einer österreichischen Privatsammlung und ist von dieser zur Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Karl & Faber in München eingeliefert. Ausgestattet mit einem Gutachten des Beccafumi-Experten Piero Torriti aus dem vergangenen Jahr, soll das DIN A4-große Werk 40.000 bis 60.000 Euro einbringen. ...mehr

Arbeiten auf Papier im Wiener Dorotheum

Der belagerte Elefant


Federico Zuccaro zugeschrieben, Portrait eines Kardinals

Keine Meisterwerke von Weltrang, aber eine Menge schöner Einzelstücke versteigert das Wiener Dorotheum auf seiner Auktion von Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafik. Insbesondere bei den unikaten Handzeichnungen fehlt es oft an gesicherten Angaben zu den Künstlern, so dass etwa das Bildnis eines etwas selbstgefällig in seinem Lehnstuhl lagernden Kardinals in schwarzer Robe Federico Zuccaro oder der Triumph der Galatea nach einem Gemälde Luca Giordanos dessen Schüler Paolo de Matteis nur zugeschrieben werden können. Sicherer ist man sich bei der Autorschaft Leandro Bassanos an zwei schwarzen Kreideportraits von bärtigen Herren im Dreiviertelprofil, und charakteristisch für Cornelis Dusart sind die derben Bauern in einer Taverne, entstanden wohl um 1676 in der Frühzeit des Meisters während seiner Ausbildung bei Adriaen van Ostade. Alle Arbeiten liegen preislich um die 3.000 bis 6.000 Euro. ...mehr

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