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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Das Dorotheum verweist auf die erfolgreichste Moderne-Auktion und erzielt Spitzenwerte für die Wiener Sezessionskunst

Wie ein Blitz


Besser hätte die Moderne-Auktion im Dorotheum nicht starten können. Mit Giacomo Balla stand aber auch ein Großmeister des Futurismus vorne an. 1929 zog er mit seiner Familie in eine Wohnung im römischen Stadtviertel Della Vittoria. Sofort gestaltete er sein neues Heim im futuristischen Stil um. Er entwarf Möbel und bemalte die Wände; kein Fleck blieb unberührt. Den Gang der Wohnung in der Via Oslavia verwandelte Balla in eine Galerie. In 22 quadratischen Leinwänden mit den Maßen 77 auf 77 Zentimeter legte er grundlegende Ideen zum Futurismus nieder, zum Studium des Lichts und des Raums oder seine Vorstellung zur linearen Geschwindigkeit. Auch die „Valori plastici“, eine innovative Bewegungs- und Lichtstudie, hingen im Korridor seiner Wohnung. Die marmornen Wolken, die sich von der Vergangenheit auf die Skyline einer aufstrebenden Stadt zubewegen und sich im Gewitter energisch entladen, schlugen bei den Dorotheum-Kunden wie ein Blitz ein. Anstelle der vorgesehenen 150.000 bis 180.000 Euro spendierten sie 260.000 Euro für dieses malerische futuristische Manifest. ...mehr

Die Versteigerung der Alten Meister, Skulpturen und Kunst des 19. Jahrhundert hielt bei Lempertz in Köln so einige Überraschungen bereit

Ölstudie wird zum Spitzenobjekt


Flämischer Meister, Kopf eines bärtigen Mannes, 17. Jahrhundert

Betrübt sieht er aus mit seinem faltigen Gesicht und den nach unten gezogenen Mundwinkeln. Die Ölstudie des bärtigen älteren Mannes mit wirrem Haar hatte das Auktionshaus Lempertz vorsichtig einem flämischen Meister des 17. Jahrhunderts zugewiesen. Dieser vermochte Haut, Haar und Kleidung besonders plastisch in groben Pinselstrichen wiederzugeben. Doch bei der Kölner Versteigerung „Alte Meister“ wurde diese Studie auf Holz zum Überraschungssieger. Den Schätzwert von 5.000 bis 6.000 Euro übertraf das mürrische Gesicht bei weitem. Erst bei 315.000 Euro sollte der Hammer auf das Pult schlagen. Hier haben wohl einige Kunden eine andere Zuschreibung im Blick gehabt und auf Peter Paul Rubens oder einen Maler aus seinem direkten Umfeld spekuliert. ...mehr

Hochkarätige Spanier in der Auktion zur europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Ein Meer aus Farben


Joaquín Sorolla y Bastida, Niños bañandose entre rocas. Jávea, 1905

Ausgelassen springen drei kleine Kinder durch die farbenprächtigen Wellen an den Klippen des Cabo de San Antonio in Jávea an der Costa Blanca. Es handelt sich um Joaquín, Elena und María, die Kinder des spanischen Impressionisten Joaquín Sorolla y Bastida. Die persönliche Familienszene „Niños bañandose entre rocas. Jávea“ malte er im Jahr 1905 und gab ihr berückende Farbkontraste mit: Das Weiß der Mädchenkleider und der schäumenden Wellen hebt sich von dem leuchtenden Aquamarin des Meeres ab, das mit dunkelvioletten und grünbraunen Farbstrichen durchsetzt ist. 800.000 bis 1 Million Pfund soll die Kinderfreude unter südlicher heißer Sonne nun bei Sotheby’s in London einspielen. Von gleicher Hand stammt „Vuelta de la pesca“ aus dem Jahr 1908. Hier hielt Sorolla die Begrüßung der Fischer durch ihre Ehefrauen und Kindern am Strand von El Cabañal, heute ein Stadtteil von Valencia, fest. Die Töchter tragen Körbe, mit denen sie den Tagesfang zum Markt bringen. Wohl kein anderer Künstler war so von diesen Wiedersehen fasziniert wie Sorolla. Für 150.000 bis 250.000 Pfund liegt die kleine flott hingeworfene Malerei bereit. ...mehr

Rekordumsatz zum 30jährigen Firmenjubiläum bei Grisebach in Berlin

Eine dicke Torte


Vergleiche, gerade wenn sie über Jahrzehnte ausgreifen, sind immer etwas mit Vorsichtig zu genießen. Doch bei einem 30jährigen Firmenjubiläum drückt man schon einmal ein Auge zu und feiert das Ereignis. So kann sich Bernd Schultz vom Berliner Versteigerer Grisebach mit Freude und Genugtuung von seiner aktiven Tätigkeit verabschieden. Zum 1. Januar zieht er sich aus der Geschäftsführung zurück und hat jetzt das 1986 von ihm mitgegründete Auktionshaus zu einem weiteren Höhepunkt geführt. Denn noch nie in der Firmengeschichte hat eine Auktionsrunde mit einem Gesamtumsatz von 34 Millionen Euro abgeschlossen. Das sei auch der höchste Erlös im deutschen Auktionswesen seit 1945 überhaupt, verkündet Schultz mit Stolz. Allein in der Auktion „Ausgewählte Werke“ versteigerte Grisebach am Donnerstag vor einer Woche Kunstwerke für insgesamt über 21 Millionen Euro. An der Spitze platzierte sich Lyonel Feiningers „Gelbe Gasse“ aus dem Jahr 1932. Für den prismatisch gebrochenen Ausschnitt einer Stadtlandschaft, der sich wohl Eindrücken von Feiningers Reisen durch die norddeutsche Backsteingotik zu Beginn der 1920er Jahre verdankt, begeisterten sich mehrere Sammler im Saal und an den Telefonen. Ein Schweizer Bieter behielt hier die Oberhand und verdreifachte den Wert für die Straßenschlucht mit Sogwirkung hin zum Fluchtpunkt des gelben Turms auf 3 Millionen Euro. ...mehr

Kunst seit 1945 in einer breiten Auswahl bei Ketterer in München

Im Keller verstaut


Helen Frankenthaler, Marchioness, 1978

Blättert man die Kataloge der nächsten Auktionsrunde bei Ketterer zur zeitgenössischen Kunst durch, meint man eine deutliche Trennung zu entdecken. Herrschte in den Nachkriegsjahrzehnten die Abstraktion vor, greift die jüngere Künstlergeneration wieder auf figurative Ansätze zurück. Da ist es ganz gleich, ob sich der Blick auf Deutschland, Italien oder die USA richtet, die diesmal doch recht prominent vertreten ist. Als Wiederentdeckung feiert der Münchner Versteigerer Helen Frankenthalers über 3,6 Meter breite Leinwand „Marchioness“ von 1978. Das Querformat in lockerem Farbauftrag mutet mit seinen braunen Balken wie eine poetische Landschaftsabstraktion an. Durch seine panoramaartige Anlage entsteht beim Betrachter das Gefühl, von der Malerei umfangen zu sein. Dennoch muss es dem Einlieferer nicht so ganz gefallen haben. Um 1980 in der Hamburger Galerie Wentzel erworben, soll die erdverhaftete Struktur schon über 30 Jahre lang unbeachtet in einem Kellerraum in Süddeutschland gehängt haben. Nun trennt er sich bei 250.000 bis 350.000 Euro von dem Werk. ...mehr

Bei der Auktion impressionistischer und moderner Kunst von Sotheby’s in New York verliefen die Gebote des Abendverkaufs größtenteils in den vorhergesehenen Bahnen. Bieterlaune kam selten auf. Die Tagesauktion jedoch konnte für einige Überraschungen sorgen

Zwei Kreuze für ein Halleluja


László Moholy-Nagy, EM 1 Telephonbild, 1922

Dass Kunstwerke sich nicht an der Fülle ihrer Farben bewerten lassen können, ist kein Geheimnis. So gilt das „Schwarze Quadrat auf weißem Grund“ des Russen Kasimir Malewitsch von 1915 als Meilenstein der Malerei der Moderne und beeinflusste viele andere Künstler, unter anderem den Ungarn László Moholy-Nagy. Für sein „EM 1 Telephonbild“ von 1923 wählte auch er Weiß als Bildgrund. Mit einem schwarzen breiten Streifen zerteilte er die Arbeit vertikal, jedoch nicht mittig, sondern leicht nach links versetzt. Der weiße Hintergrund wird zudem nur noch durch ein schwarz-gelbes und ein rot-gelbes Kreuz unterbrochen, von dem letzteres teils den schwarzen Streifen schneidet. Alle Linien sind streng parallel zueinander oder im rechten Winkel dazu ausgerichtet. Diese abstrakte geometrische Komposition trieb besonders fünf Interessenten zu einem ausgelassenen Bietgefecht bei Sotheby’s in New York. Mit einem Schätzwert von 3 bis 4 Millionen Dollar belegte das Meisterwerk des frühen Konstruktivismus bereits vor Auktionsbeginn Platz 10 der Schätzpreisliste. Nun konnte sich Moholy-Nagy mit einem Zuschlag von 5,2 Millionen Dollar nicht nur auf Rang 5 hocharbeiten, sondern auch gleichzeitig einen neuen Auktionsrekord erzielen. Sieger in dem Wettstreit blieb Mathias Rastorfer, Direktor der Züricher Galerie Gmurzynska, die das Gemälde 1987 an den jetzigen Einlieferer verkauft hatte. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Only the good die young!


„Ein großer Künstler sieht die Dinge niemals so, wie sie sind. Sähe er sie so, wäre er kein Künstler mehr“, so Oscar Wilde im Dialog zu „Der Verfall der Lüge“. Wie korrekt diese Aussage ist, zeigt sich nicht zuletzt in den atmosphärischen Bildern der Idole unserer Gesellschaft, so etwa bei der Filmdiva Marilyn Monroe, die Gottfried Helnwein 1981 in einer Mischung aus Fotobild mit Weichzeichner in einer blau-weißen Farbwahl in Öl und Acry auf die Leinwand bannte. Der Bezug ist die ikonische Szene mit Monroe im Film „Das verflixte siebte Jahr“, deren weißes Kleid über einem U-Bahnschacht in die Höhe fliegt. Demselben Prinzip und Farbskala folgt Helnwein im zeitgleich entstandenen Portrait von James Dean. Mürrisch watet der junge rauchende Mann in einem schwarzen Mantel durch eine knöchelhohe Pfütze in New York. Gerade weil beide jung starben, wurden sie zu Legenden. Bilder aber lassen sie fortleben und spiegeln diese Gestalten vielleicht nicht immer, so wie sie wirklich waren, sondern so wie sie von ihrem Publikum gesehen und von Künstlern eingefangen wurden. Deshalb hat Helnwein ihnen und uns auch den Titel „Boulevard of Broken Dreams“ mitgegeben, der auf ihren Suizid hinweist. Wer sich also James Dean für 60.000 bis 80.000 Euro oder Marilyn Monroe für 80.000 bis 100.000 Euro an die Wand hängen möchte, wird bei der kommenden Auktion von Neumeister in München fündig. ...mehr

Moderne Kunst bei Ketterer in München

Ordnung und Chaos


Gabriele Münter, Murnau. Hauptstraße am Sonntag im Mai, 1924

In zwei Sektionen hat das Münchner Auktionshaus Ketterer seine Herbstversteigerung der klassischen Moderne aufgeteilt. Am 8. Dezember kommen die günstigeren Arbeiten zum Aufruf, für Schätzpreise bis in den niedrigen fünfstelligen Bereich. Das ist nicht zuletzt für diejenigen etwas, die tiefer in die Kunstgeschichte, ihre Verästelungen und auf ihre Ränder blicken wollen. Wenig bekannte Künstler gelangen da zum Aufruf, gleichwohl mit durchaus schönen, beachtlichen Werken: beispielweise Richard Zieglers Bildnis einer Dame mit Buch aus dem Jahr 1929, ein neusachliches Portrait, das die Cousine des Künstlers Paula Pfeifer in bequemer Haltung auf einer Couch zeigt. 4.000 bis 6.000 Euro soll die Leinwand kosten. Oder ein auf wenige Gegenstände beschränktes Stillleben Friedrich Karl Gotschs aus der Zeit um 1930 mit einer Katze auf dem Tisch. Es ist für 12.000 bis 15.000 Euro zu haben. Jeanne Mammen, die man gemeinhin als veristische Zeichnerin kennt, ist mit einem posthum in Bronze gegossenen „Männerkopf“ aus den späten 1940er Jahren für 2.000 bis 3.000 Euro vertreten. Die etwas unterlebensgroße Skulptur zeigt den Einfluss des späten Kubismus und Picassos auf die 1896 geborene Künstlerin. ...mehr

Kunstgewerbe, Grafik, Malerei und Schmuck bei Neumeister in München

Spitzenpreis für eine Klassizistin


Angelika Kauffmann, Lasset die Kindlein zu mir kommen (Christus segnet die Kinder), 1796

Angelika Kauffmann gilt als eine der berühmtesten Malerinnen des 18. Jahrhunderts. Hochrangige Persönlichkeiten aus ganz Europa zählten zu ihren Auftraggebern. In Rom und London ansässig, bestellten etwa die russische Zarin und der Kaiser aus Wien bei ihr Gemälde zu höchsten Preisen. In ihrem römischen Palazzo empfing die schweizerisch-österreichische Klassizistin Aristokraten, Künstler und Gelehrte. Das Münchener Auktionshaus Neumeister hat nun eines ihrer Werke im Angebot. Für 200.000 bis 300.000 Euro liegt das großformatige und figurenreiche Gemälde „Lasset die Kindlein zu mir kommen – Christus segnet die Kinder“ aus dem Jahre 1796 bereit. Kauffmann selbst zählt die biblische Szene mit ihrer Betonung der Grundfarben Gelb, Rot und Blau in ihrer Werkliste zu den wichtigsten Arbeiten. Als Auftraggeber nennt sie Kaspar Max Freiherr Droste zu Vischering, der sich 1791 mit seinem Bruder der Italienreise des großen Literaten Friedrich Leopold Graf zu Stolberg-Stolberg angeschlossen hatte. In Rom trafen sie auf Angelika Kauffmann und waren von ihrer Persönlichkeit und ihrem Schaffen fasziniert. ...mehr

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News vom 21.07.2017

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