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AktuellAktuell:Auktionen

Resultate: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Morgenrot gefangen


Ein frühes Werk des sächsischen Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff stand im Mittelpunkt der jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Nagel in Stuttgart. Die „Kantine“, so der Titel des 1906 datierten Ölbildes auf Karton, war erst kürzlich aus dem Besitz eines süddeutschen Unternehmers wiederaufgetaucht. Mit seinem kräftigen pastosen Pinselstrich schuf der 1884 geborene Künstler hier ein signifikantes Beispiel für die Beeinflussung der deutschen Avantgardisten durch ihre nur wenig älteren Kollegen in Frankreich, insbesondere Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und André Derain. Nagel hatte das gut siebzig Zentimeter breite, farbsprühende Bild mit 700.000 Euro taxiert, und diesen Preis konnte das Auktionshaus während der Versteigerung denn auch erzielen. Nun hängt das Gemälde bei einem Privatsammler in den USA. ...mehr

Ketterer beendete das Auktionsjahr in München erfolgreich mit moderner und zeitgenössischer Kunst

Nie war’s so gut


Zu den erfolgreichsten Auktionen im vergangenen Kunstherbst gehörte die Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Ketterer Anfang Dezember. 18,6 Millionen Euro einschließlich der schon im November unter den Hammer gebrachten älteren Meister konnte das Münchner Unternehmen dabei umsetzen. Für das Gesamtjahr lautete das Resultat: „So gut war’s noch nie!“ Ketterer setzte 2013 insgesamt 38 Millionen Euro um, rund 8 Millionen Euro mehr als im letzten Rekordjahr 2012. In der Top Ten-Liste der teuersten Kunstwerke auf dem deutschen Auktionsmarkt taucht Ketterer gleich dreimal auf, davon zweimal jetzt in den Herbstauktionen, und in beiden Fällen mit Werken Hermann Max Pechsteins. Sein mit etwas über 120 Zentimetern Breite recht großformatiger „Schrei am Meer“ von 1919 mit den Aktfiguren seiner Frau Lotte und ihres gemeinsamen Sohnes Frank kletterte über die vorgesehenen 800.000 bis 1,2 Millionen Euro und belegt mit 1,25 Millionen Euro Rang fünf im deutschen Auktionsranking. Und Pechsteins schönes Portrait „Lotte mit Kopftuch“ aus etwa der gleichen Zeit konnte seinen Aufrufpreis auf 950.000 Euro beinahe verdoppeln. ...mehr

Mit Schweizer und Moderner Kunst holte Koller in Zürich mehrere Millionenwerte

Löcher und Schlitz


Albert Anker, Drei Mädchen beim Kränzewinden, 1868

Siebenstellige Preise für Schweizer Künstler und Werke der klassischen Moderne waren der krönende Abschluss eines Handelsjahres, das ohnehin zu den erfolgreichsten in der Geschichte des Zürcher Auktionshauses Koller gehörte. Mehr als 100 Millionen Franken konnte das Unternehmen 2013 umsetzen. Damit steht es nicht nur an der Spitze aller Schweizer Auktionshäuser, sondern rangiert sogar weltweit unter den umsatzstärksten Häusern seiner Branche. Allein viermal schaffte Anfang Dezember der berühmte Realist Albert Anker den Sprung über die magische Marke. So spielten seine „Drei Mädchen beim Kränzewinden“ von 1868 taxgerechte 1,6 Millionen Franken ein, sein „Alter Mann mit Kaffeemühle“ von 1886 schaffte 1,2 Millionen Franken im oberen Bereich der Erwartungen. Große Überraschungen boten ein Knabe, der sich im Winter 1872 mit einem Reisigbündel abschleppt und trotzdem frohgemut voranzustapfen scheint, und ein wohl kurz oder um 1897 in strengem Profil gegebenes, schon recht erwachsenes Berner Mädchen. Hier wand sich der Preis jeweils von 280.000 bis 380.000 Franken auf 1 Million Franken hinauf. Im Gegenzug blieben Ankers „Knabe und Mädchen mit Bilderbuch“ von 1867 bei 1,2 bis 1,8 Millionen Franken unveräußert. ...mehr

Der Münchner Versteigerer Quittenbaum war mit seiner Henry van de Velde gewidmeten Jugendstil- und Design-Auktion erfolgreich

Koch und Künstler


Henry van de Velde, Gürtelschließe, 1898/99

Die Rechnung ist aufgegangen: Geschickt hatte sich das Münchner Auktionshaus Quittenbaum vor Weihnachten an den 150. Geburtstag des wohl berühmtesten Designers in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts drangehängt und Henry van de Velde zu Ehren eine eigene Designauktion anberaumt – mit großem Erfolg, wie sich rasch zeigte. Denn obwohl der Belgier von den knapp 150 Positionen der Veranstaltung nur etwa ein Fünftel stellte, erwies sich die Zusammenstellung auch für sich genommen als so qualitätvoll, dass eine losbezogene Zuschlagsquote von rund sechzig Prozent, mehrere fünfstellige, sogar ein sechsstelliger Hammerpreis sowie ein Netto-Gesamtumsatz von über 667.000 Euro die Bilanz verzieren. ...mehr

Kunsthandwerk und Alte Kunst in den „Ausgewählten Objekten“ bei Grisebach in Berlin

Beim Ausritt


Jean-Honoré Fragonard, Promenade à Cheval, um 1782

Die „Ausgewählten Objekte“ bildeten gleichsam ein Intermezzo im Reigen der letzten viertägigen Versteigerungen des Auktionshauses Villa Grisebach. Nur etwas über vierzig Losnummern in einer Mischung aus freier Kunst und Kunsthandwerk älteren Semesters hatte das Berliner Unternehmen hier zusammengestellt, 35 davon konnten weitervermittelt werden, was einer guten Zuschlagsquote in dieser Sparte von knapp 78 Prozent entspricht. Die Preise waren wie erwartet nicht sensationell, doch einmal wurde die Sechsstelligkeit erreicht: 140.000 Euro erzielte Jean-Honoré Fragonards „Promenade à Cheval“ von circa 1782, eine souverän in schwarzer Kreide und Tusche mit wenigen Farbtupfern in Aquarell gezeichnete Szene mit einer vornehmen Reiterin und untertänigem Landvolk im Rokokostil. Die Schätzung hatte bei 90.000 bis 120.000 Euro gelegen. ...mehr

Die moderne und zeitgenössische Kunst stieß bei Karl & Faber auf guten Zuspruch

Teurer Russe


Gabriele Münter, Max Liebermann und – das ist die eigentliche Überraschung – Heinrich Maria Davringhausen hießen die Helden auf der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Karl & Faber. Die beiden erstgenannten Künstler gehören ja immer wieder zu den Favoriten auf den Veranstaltungen des Münchner Auktionshauses und sind auch andernorts alles andere als unbekannt. Liebermanns 1923 geschaffene Impression „Das Konzert“, von der man annehmen könnte, sie sei unmittelbar im Theatersaal entstanden, was aber wohl allein aus Gründen der Geräuschbeeinträchtigung der Mitbesucher durch das Kratzen des Pinsels auf dem Malkarton nicht der Fall gewesen sein dürfte, steigerte sich leichthin von 100.000 bis 130.000 Euro auf 230.000 Euro. Münter, das weibliche Aushängeschild der Münchner Expressionisten, reüssierte gleich zweimal auf hohem Niveau: Ihre bunten „Blumen 1910“ – schon einmal 2005 bei Karl & Faber für 140.000 Euro gehandelt – kletterten nun von 180.000 bis 220.000 Euro auf 260.000 Euro, und in der Mitte derselben Schätzung schloss ihr stiller Landschaftsblick „Nordhang II. Staffelsee“ von 1932 ab. ...mehr

Rekordergebnis für moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham in Köln

Nicht im Werk, neu im Werk


Gerhard Richter war der unangefochtene Star der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst, mit der das Kölner Auktionshaus Van Ham Ende November einen fulminanten Abschluss seiner diesjährigen Saison hinlegte und das Jahr nach eigenen Angaben mit einem Umsatz von 26 Millionen Euro abschloss. Mit 300.000 bis 500.000 Euro hatten die Experten Richters frühe „Alpenlandschaft im Winter“ hingelegt, eine schwarz-weiße, fotografisch wirkende, tief verschneite Alphütte von 1966. Obwohl nur 40 mal 45 Zentimeter messend und außerhalb des Werkverzeichnisses geführt, war die aus der Sammlung Friedrich Victor Rolff stammende Malerei auch mit dieser Schätzung noch zu knapp kalkuliert. Bei internationaler Beteiligung mussten stolze 700.000 Euro eingesetzt werden, bis der Hammer schließlich aufs Pult fiel. Weitere 66.000 Euro und damit etwas mehr als die veranschlagten 40.000 bis 60.000 Euro verbuchte Richters „Vermalung (braun)“, als eines von 120 Exemplaren 1972 als Jahresgabe des Westfälischen Kunstvereins Münster entstanden. ...mehr

Rückblick: Alte Kunst und Kunsthandwerk bei Neumeister in München

Baumeisters Jugendbild


Josef Karl Stieler, Josephine Stieler als Braut, um 1833

Schön ist sie, kommt offenbar aus gutem Hause, scheint ebenso intelligent wie gefühlvoll – und wertvoll ist sie obendrein: 65.000 Euro kostete Josef Karl Stielers Braut Josephine auf der vergangenen Versteigerung „Alte Kunst“ bei Neumeister in München. Geschaffen hat der Goethe-Maler und Chronist der berühmten Schönheitengalerie König Ludwigs I. von Bayern das Gemälde kurz nach seiner Hochzeit mit der Tochter des Rates und Advokaten Joseph von Miller im Jahr 1833. Aus dem Besitz seiner Nachfahren war es jetzt mit einer Schätzung von 60.000 bis 70.000 Euro eingeliefert worden. Die träumerisch in die Nacht blickende Josephine im weißem Brautkleid hielt, was sie versprochen hatte, und war damit Krönung der Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts, die wie gewohnt zu den bestbestückten bei Neumeister gehörte. Auch blieb hier kaum eines der hochgehandelten Stücke unveräußert liegen. ...mehr

Hassfurther musste diesmal bei seinen Zugpferden einige Rückgänge mit nicht so charakteristischen Arbeiten hinnehmen

Kein Bock auf Walde mehr?


Es mag ungewöhnlich klingen, aber zum ersten Mal seit langer Zeit hatte der Wiener Auktionator Wolfdietrich Hassfurther mit Absatzschwierigkeiten bei Werken Alfons Walde zu kämpfen. Auf der 58. Versteigerung blieben gleich vier Gemälde des Tirolers unveräußert liegen, darunter die kleine, 1913 auf Karton gemalte „Bobfahrt“ für 50.000 bis 100.000 Euro und eine 1925 datierte „Winterlandschaft“ auf nur knapp 25 Zentimetern Breite für 70.000 bis 140.000 Euro. Gerade letztere, freilich eher skizzenhafte Arbeit war eigentlich charakteristisch für Walde, aber wohl doch mit einem zu hohen Flächenpreis versehen. Umso größeres Interesse herrschte an seinem verhältnismäßig großformatigen Panorama „Büchlach mit Wildem Kaiser bei Kitzbühel“. Wie üblich hat der Maler sein Sujet in gleißendes Sonnenlicht getaucht, so dass der dicke Schnee sich mit tief verschatteten Schluchten abzeichnet, das Grau der Bergspitzen mit dem Blau des Himmels herrlich kontrastiert. 130.000 bis 270.000 Euro hatte Hassfurther erwartet, 390.000 Euro hat er – respektive der Einlieferer – bekommen. ...mehr

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