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AktuellAktuell:Auktionen

Zeitgenössische Kunst bei Sotheby’s in London

Vom Schöpfer lang gehütet


240 Zentimeter im Quadrat misst das Hauptlos der Auktion zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in London: Gerhard Richters rotblau schimmernde „Wand“ aus dem Jahr 1994. Eineinhalb Jahrzehnte lang hütete der Künstler das Gemälde in seiner eigenen Sammlung und bestückte damit zahlreiche bedeutende Personalen in aller Welt. Erst 2010 überließ er es der japanischen Galerie Wako Works of Art, die es jetzt für um die 15 Millionen Pfund wieder loswerden möchte. Ein weiteres „Abstraktes Bild“ des deutschen Großmeisters mit der Werknummer 845-7 von 1997 in horizontaler rot-weiß-silbriger Farbverwischung, mit hundert mal neunzig Zentimetern nur von mittlerer Größe, für 2 bis 3 Millionen Pfund und eine schlangenförmige Vermalung in Rot, Blau und Gelb von 1973 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund bereichern die Richter-Offerte. Mit Sigmar Polkes assoziativer „Rokoko“-Vision von 1994 für 1 bis 1,5 Millionen Pfund, Anselm Kiefers historisch konnotierter materialreicher Mischtechnik „Laßt tausend Blumen blühen“ von 1998 für 600.000 bis 800.000 Pfund und Martin Kippenbergers erotisch-derber „Eifrau, die man nicht schubladieren kann“ von 1996 für 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund ist die deutsche Riege auch sonst gut bestückt. ...mehr

Die Moderne und Impressionisten haben in London die Latte hochgelegt. Nun muss sich die zeitgenössische Kunst bei Christie’s beweisen

Entstellter Geliebter


Wenn es gut läuft, könnte es neunstellig werden auf der Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst am 13. Februar bei Christie’s in London. Die knapp fünfzig Offerten dienen – wie gewohnt – als Gradmesser und Vorausschau für die großen New Yorker Sitzungen im Mai, listen aber doch ein paar kapitale Stücke. Allen voran steht Francis Bacons annähernd zwei Meter hohes „Portrait of George Dyer Talking“ aus dem Jahr 1966. Die deformierte Körpermasse von des Künstlers labilem Geliebtem sitzt auf einem Hocker in einem zylinderförmig anmutendem Raum mit violett gestrichenen Wänden, grauer Decke und rotem Filzteppich. Die häufig, zuletzt 2008 bei Gagosian ausgestellte Leinwand ging schon zweimal in der New Yorker Dependance von Christie’s über die Bühne, 1987 für 1,3 Millionen Dollar und 2000 für 6 Millionen Dollar. Jetzt sollen es dem Vernehmen nach um die 30 Millionen Pfund werden. Um die kleine „Study for a Portrait“ aus dem Jahr 1978 kümmerte sich bislang Sotheby’s. Besonders lukrativ dürfte das Geschäft des amerikanischen Einlieferers allerdings nicht werden, hat er doch erst im Mai 2012 für den auf Bacons Standardformat von 35,5 mal 30,5 Zentimetern gemalten Profilkopf von John Edwards mit dem elegant gescheiteltem Haar netto 3,75 Millionen Dollar bezahlt. Nur wenn das Ergebnis im oberen Bereich der Schätzung von 2,3 bis 3 Millionen Pfund landet, war es ein guter Abschluss. ...mehr

Vor allem die Kunst der Renaissance überzeugte bei den Alten Meister von Christie’s in New York

Höhepunkt der Buchmalerei


The Rothschild Prayerbook, Gent oder Brügge, um 1505/10

Alte Meister haben es schwer zurzeit im internationalen Geschäft mit Kunst und Antiquitäten. Mitunter muss man sich etwas einfallen lassen, um das Interesse der Reichen dieser Welt auf die Schätze vergangener Jahrhundert zu lenken. Das Auktionshaus Christie’s hat es vor einigen Tagen in New York durchaus mit Erfolg versucht, indem es einen Großteil seiner Einlieferungen alter Malereien und Skulpturen in einer eigenen Auktion mit entsprechendem Sonderkatalog unter dem zugkräftigen Stichwort „Renaissance“ dem kaufkräftigen Publikum präsentierte – mit einigem Erfolg: Fast 45 Millionen Dollar konnte das Unternehmen mit den 49 Verkäufen von 72 Angeboten umsetzen, fast dreimal so viel wie mit den übrigen Werken Alter Meister. Fünf Millionenwerte gelangen dabei, einer davon jenseits der 10-Millionen-Dollar-Marke. ...mehr

Impressionisten und Moderne bei Christie’s in London: Portugal will für eine umfangreiche Miró-Sammlug Geld sehen

Ausverkauf für die Staatskasse


Traditionsgemäß mit Impressionisten und klassischen Modernen startet das Londoner Stammhaus von Christie’s am 4. Februar in das große Kunstauktionsjahr 2014. Knapp fünfzig Werke listet der Hauptkatalog zur Abendversteigerung, hinzu kommen noch 55 gesondert vorgestellte Surrealisten, darunter eine umfangreiche Suite des Spaniers Joan Miró. Von diesem und René Magritte abgesehen ist einmal mehr Pablo Picasso der am häufigsten aufgerufene Künstler mit sieben Losnummern, und zugleich einer der teuersten: 15 bis 20 Millionen Pfund stehen auf dem Preisschild seiner „Femme au costume dans uns fauteuil“ aus dem Jahr 1955, die sich schon seit 1958 in Münchner Privatbesitz befindet und zwischen 1975 und 2009 als Dauerleihgabe in der Pinakothek der Moderne ausgestellt war. Mehrperspektivisch und damit leicht verzogen dargestellt ist Picasso damalige Geliebte Jacqueline Roque. Zeitlich reicht das Angebot des spanisch-französischen Künstler vom Jahr 1937 mit dem geheimnisvollen, schlaglichtartig beleuchteten „Stillleben mit Kerzenständer“ für 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund bis hin zu den späten, flott gemalten Portraits „Homme et enfant“ von 1969 für 3,2 bis 4,2 Millionen Pfund und „Tête d’homme“ von 1972 für 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund. ...mehr

Die Sammlung Jan Krugiers bereichert die Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London

Ein Kunsthändlerleben


Edgar Degas, Femme s’essuyant les pieds, um 1893

Ein bedeutender Kunsthändler war er, der 1928 in Polen geborene und 2008 in Genf gestorbene Jan Krugier, der als Jude nur mit knapper Not die Nazizeit überlebte, zunächst selbst als Maler tätig war und erst 1962 eine Galerie in seiner Schweizer Wahlheimat eröffnete. Wichtige zeitgenössische Künstler gehörten zu seinem Ausstellungsrepertoire, den großen Sprung auf die internationale Bühne schaffte er spätestens in den 1970er Jahren, als er die umfangreiche Sammlung Marina Picassos unter seine Fittiche nahm und auch als Kurator in institutionellen Einrichtungen in Erscheinung trat. Dass er als Sammler auch seine privaten Bestände ständig erweiterte und so über Jahre hinweg eine erlesene Kollektion insbesondere an Papierarbeiten zusammentrug, zeigt sich jetzt erneut an der Versteigerung von Impressionisten und Modernen Anfang Februar bei Sotheby’s in London. Dort nämlich sind allein auf der Abendauktion am 5. Februar schon fast vierzig Losnummern mit Krugier-Provenienz besetzt, mehr als achtzig weitere Positionen folgen in der Tagesauktion am 6. Februar. ...mehr

Resultate: Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Napoleons Aura


Nach einem Entwurf von Laurent-Edme Bataille, Bureau mecanique, Paris um 1802/05

Eine losbezogene Zuschlagsquote von rund fünfzig Prozent und eine Reihe hoher Einzelzuschläge kennzeichneten die letzte Versteigerung von Möbeln und Einrichtungsgegenständen bei Koller in Zürich. Die Schwierigkeit, auf diesem „Liebhabermarkt“ auch mit Spitzenstücken zu reüssieren, schlug sich zwar im Rückgang mehrerer bedeutender Offerten im sechsstelligen Schätzpreisbereich nieder. Doch Kollers Dominanz in dieser Branche auf dem deutschsprachigen Markt wurde durch diese Auktion wieder einmal eindrucksvoll unterstrichen. Den höchsten Zuschlag erzielte das Haus mit einem mächtigen Empire-Schreibtisch wohl nach Entwurf Laurent-Edme Batailles mit Bronzen Pierre Philippe Thomires aus der Zeit um 1802/05. Sicherlich hat auch die vornehme Provenienz mitgeholfen, gehörte das edle Stück doch einst Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons I., und seinen Nachfahren. Mit 280.000 Franken wurde hier die untere Grenze der anspruchsvollen Schätzung erreicht. ...mehr

Alte Meister bei Christie’s in New York mit gewaltigem „Renaissance“-Aufgebot

Drohendes Pferd


Jacopo da Ponte, genannt Jacopo Bassano, Die Anbeutng der Hirten

„Renaissance“ ist ein schöner Begriff. Er klingt nach Aufbruch, nach Moderne, nach Erneuerung aus dem Geist und auf der Basis langer Tradition, ein bisschen auch nach Süden und nach großstädtischem Flair – und nicht zuletzt nach großer, bedeutender Kunst. Einige der berühmtesten Meister der europäischen Kunstgeschichte – sieht man von den heute so hochgejubelten „Stars“ ab – hat diese „Renaissance“ hervorgebracht, Michelangelo und Raffael in Italien, Dürer und Cranach etwa in Deutschland. Kein Wunder also, dass auch die Strategen im Geschehen des heutigen Kunsthandels auf der ganzen Welt sich gern dieses Begriffs bedienen. So auch das New Yorker Auktionshaus Christie’s. Ende Januar startet das traditionsreiche Unternehmen wie gewohnt mit seiner Altmeisterauktion ins neue Auktionsjahr und widmet der Renaissance am 29. Januar einen eigenen Katalog mit 75 Prachtstücken im Schätzwert von bis zu 76 Millionen Dollar. ...mehr

Ergebnisse: Gemälde Alter und Neuerer Meister sowie Antiquitäten im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Gratulanten aller Arten


Friedrich von Amerling, Mädchen mit Strohhut, um 1835

Das Wiener Biedermeier hatte seinen glanzvollen Auftritt auf den großen Herbstversteigerungen des Wiener Auktionshauses im Kinsky. Zum zwanzigjährigen Bestehen gratulierten zwei junge Damen dem Unternehmen jeweils auf unterschiedliche Weise. Ferdinand Georg Waldmüllers „Veilchenmädchen“ aus des Künstlers letztem Lebensjahr 1865 schreitet fröhlich lächelnd auf den Betrachter zu und reicht ihm ein Sträußlein ihrer selbstgepflückten ersten Frühlingsboten entgegen. Auch geschäftlich erwies sich das Bild als Erfolg. Bei einer Schätzung von 130.000 bis 250.000 Euro konnte das Auktionshaus für die knapp sechzig Zentimeter hohe Holztafel 150.000 Euro erzielen. Die andere Dame gibt sich etwas weniger kontaktfreudig, sondern schaut versonnen träumend nach links aus dem Bild heraus. Es ist Friedrich von Amerlings „Mädchen mit Strohhut“, eine von mehreren Fassungen desselben Motivs aus der Mitte der 1830er Jahre, die in einem anderen Fall schon einmal in Millionenhöhe stiegen. Das Kinsky musste sich mit etwas weniger bescheiden: 100.000 Euro am unteren Rand der Schätzung konnten das Auktionshaus und Einlieferer für die mit dem Waldmüller-Bild fast formatgleiche Darstellung verbuchen. ...mehr

Resultate: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Nagel in Stuttgart

Morgenrot gefangen


Ein frühes Werk des sächsischen Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff stand im Mittelpunkt der jüngsten Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Nagel in Stuttgart. Die „Kantine“, so der Titel des 1906 datierten Ölbildes auf Karton, war erst kürzlich aus dem Besitz eines süddeutschen Unternehmers wiederaufgetaucht. Mit seinem kräftigen pastosen Pinselstrich schuf der 1884 geborene Künstler hier ein signifikantes Beispiel für die Beeinflussung der deutschen Avantgardisten durch ihre nur wenig älteren Kollegen in Frankreich, insbesondere Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und André Derain. Nagel hatte das gut siebzig Zentimeter breite, farbsprühende Bild mit 700.000 Euro taxiert, und diesen Preis konnte das Auktionshaus während der Versteigerung denn auch erzielen. Nun hängt das Gemälde bei einem Privatsammler in den USA. ...mehr

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