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Am 23.09.2017 53. Kunstauktion - Bildende Kunst des 17. - 21. Jahrhunderts

© Schmidt Kunstauktionen Dresden

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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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AktuellAktuell:Auktionen

Exklusives Murano-Glas sowie originelle Designstücke aus Italien und aller Welt kamen im Münchener Auktionshaus Quittenbaum an drei Auktionstagen unter den Hammer. Schillernde Formen- und Materialvielfalt bei Vasen, Möbeln und ausgefallenen Lampenkonstruktionen lockte ein kauffreudiges Publikum mit Hang zum Extravaganten

Meditative Blasen


Fulvio Bianconi, Vase „A macchie“, 1950

Glas aus Murano gefällt. Das hat die Versteigerung im Münchner Auktionshaus Quittenbaum eindrucksvoll bewiesen. Neben dem italienischen sowie internationalen Design bildete die venezianische Glaskunst einen eigenen Auktionsteil, konnte das beste Ergebnis dieser Sparte in der Geschichte des Hauses erzielen und sich über einen Bruttoerlös von annähernd 450.000 Euro erfreuen. Die Bieterfreude war zeitweise ungebremst und ließ mitunter die Preise überraschend durchs Dach schießen. Dass bei den drei Auktionseinheiten insgesamt nur gut die Hälfte der Objekte in neue Hände übergingen, trübt bei den teils hohen Einzelergebnissen die Stimmung nur wenig. Preislicher Höhepunkt war Fulvio Bianconis Vase „A macchie“ aus dem Jahr 1950. Das rauchgraue konische Glas erweitert sich zur Öffnung leicht und besticht durch seine weichen, blasenartigen Formen in Kobaltblau und Violett. Eingearbeitet in farblosem Überfangglas strahlen die farbigen Aufschmelzungen meditative Ruhe aus und konnten so nach einem energischen Bietergefecht dem neuen Besitzer satte 67.000 Euro entlocken, was am oberen Rand der ohnehin schon hoch angesetzten Taxe lag. ...mehr

Die Käufer bei Kölner Auktionshaus Lempertz suchten und fanden in der Alten Kunst ihre Favoriten und umwarben sie teils heftig

Ritter in der Schale


Matteo Giovannetti, Katharina von Alexandrien – Antonius Abbas

Lange musste man nicht warten auf der letzten Altmeisterversteigerung von Lempertz, bis der Höhepunkt erreicht war. Bereits die Losnummer 1007 und damit die siebte der Auktion, brachte das Blut der Bieter im Saal in Wallung – nicht nur das der Käufer, sondern auch der Zuschauer eines Wettkampfes zwischen zwei besonders hartnäckigen Interessenten, die in mal größeren, mal kleineren Schritten einen regelrechten Tanz um die zwei Tafeln des italienischen Malers Matteo Giovannetti aufführten. Erst bei 2,2 Millionen Euro und damit etwa dem Dreifachen der Schätzung gab sich einer der beiden geschlagen. Die Begierde für die Heiligen Katharina von Alexandrien und Antonius Abbas auf jeweils 64 Zentimeter hohen Holztafeln hatte ihren guten Grund, sind von Giovannetti doch sonst fast keine Werke und schon gar nicht in Privatbesitz bekannt. Um 1330/60 war der Künstler einer der Führenden seiner Zunft und arbeitete unter anderem für den Papst in Avignon. Auch die Provenienz der beiden Gemälde, die ursprünglich zu einem Flügelaltar gehörten, ist prominent: Sie waren Teil der Kunstsammlung Franz von Lenbachs und blieben bis jetzt im Besitz seiner Familie. ...mehr

Die Kunst des 19. Jahrhunderts hat bei Grisebach in Berlin ihren festen Kundenstamm gefunden und bringt sogar schon Millionenwerte hervor

Nicht nur Menzel


Adolph von Menzel, Stehende Rüstungen (aus der Folge der Rüstkammer-Phantasien), 1866

Auf dem Gebiet von moderner und zeitgenössischer Kunst hat sich das verhältnismäßig junge Berliner Auktionshaus Villa Grisebach schon seit längerem als einer der wichtigsten Anbieter im deutschsprachigen Raum etabliert. Inzwischen läuft das Unternehmen auch im 19. Jahrhundert so manchem alteingesessenen Platzhirschen den Rang ab. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markierte die letzte Versteigerung am 26. November. Dass Adolph von Menzels 1866 in Gouache und Bleistift gezeichnetes Studienblatt mehrerer fast gespenstischer Ritterrüstungen von 100.000 bis 150.000 Euro dank einer ganzen Reihe von Interessenten auf sage und schreibe 2,8 Millionen Euro kletterte, erregte ja nicht nur unter Menzel-Freunden Aufmerksamkeit; schließlich bedeutete das einen Menzel-Auktionsrekord und zugleich einen der höchsten Zuschläge auf dem deutschen Auktionsmarkt überhaupt in diesem Jahr. ...mehr

Sotheby’s versammelt die großen Namen des 19. Jahrhunderts: Mit Delacroix, Corot, Ingres, Munch und Spitzweg präsentiert der Versteigerer in London Gemälde und Zeichnungen von Romantik bis Realismus und Impressionismus

Teure Spanier


Joaquín Sorolla y Bastida, Vuelta de la Pesca. Playa de Valencia, 1908

Schon unter den ersten Losen finden sich die Großen der französischen Plein air-Malerei, so zum Beispiel Jean-Baptiste Camille Corot mit dem atmosphärisch flirrenden Waldweg samt behelmten und lanzenbewehrten Kavalleristen bei untergehender Sonne für 30.000 bis 50.000 Pfund und für den gleichen Schätzpreis seine stimmungsvolle Küstenlandschaft mit windgebeugter Weide, die wie ein symbolischer Widerhall der sich gegen den Wind stemmenden Figur im Vordergrund wirkt. Nicht weniger atmosphärisch sind Gustave Courbets Naturschilderungen. Das zwischen 1860 und 1863 entstandene Gemälde „Les Gorges de la Loue“ zeigt eine zerklüftete, geheimnisvolle Flusslandschaft mit einem hoch liegenden Horizont. Hierfür will Sotheby’s in seiner Auktion „19th Century European Paintings“ dann schon 80.000 bis 120.000 Pfund sehen. Charles-François Daubignys Flussufer von 1873 mit zwei Fischern in ihren Kähnen ist dagegen voll ruhiger Harmonie und wird für 8.000 bis 12.000 Pfund aufgerufen. ...mehr

Quittenbaum tritt in München mit hochwertigem Design und nun auch mit Kunst des 20. Jahrhunderts auf das Auktionsparkett

Dinge fürs Auge


Clara Driscoll, Tischlampe „Dragonfly“, 1899

Sieben bunt schillernde Libellen reihen sich den Kopf nach unten gewendet in einem Kreis auf. So bilden sie den aus Opalglas gefertigten Schirm der Tischlampe „Dragonfly“. Um die Struktur der feingeäderten Flügel nachzubilden, wurden dünne Kupferstege zwischen den kleinen Glaspättchen eingefügt, die im Licht dann hellbraun schimmern. Eine an Blätter erinnernde Struktur zieht sich über den übrigen Schirm, der von einer türkisblauen, einer gelben und einer erneut blau schimmernden Line abgeschlossen wird. Der floral inspirierte Fuß aus Bronze ist gedreht und analog zum Gerüst des Schirmes braun und grün patiniert. 1899 entwarf Clara Driscoll diesen prächtigen Lampenschirm. Sie war lange die große Unbekannte der Tiffany Studios in New York, die neben Firmenchef Louis Comfort Tiffany die wichtigsten Kreationen des Hauses verantwortete. Nun steht die „Dragonfly“ bei Quittenbaum für 50.000 bis 60.000 Euro zum Verkauf. ...mehr

Turner rockt sie alle: Alte Meister bei Sotheby’s in London

Dädalus beschwingt


Joseph Mallord William Turner, Rome, from Mount Aventine, 1835

Knapp 54 Millionen Pfund einschließlich der Aufgelder setzte Sotheby’s in London am Abend des 3. Dezember mit 43 Werken Alter Meister um. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf ein einziges Gemälde: Joseph Mallord William Turners großartiges Panorama „Rome, from Mount Aventine“ aus dem Jahr 1835 erzielte 27 Millionen Pfund, brutto sogar mehr als 30,3 Millionen Pfund. Dass der Preis hoch werden würde, war klar, doch mit diesem Betrag war wohl nicht ohne weiteres zu rechnen. Noch weit über die Schätzung von 15 bis 20 Millionen Pfund hinaus wurde um die querformatige Leinwand mit dem Blick an einer Pinie vorbei auf das abendsonnig beschienene Rom gestritten, bis ein Telefonbieter schließlich die Oberhand behielt. Der Preis übertraf auch den bisherigen Turner-Auktionsrekord, aufgestellt am selben Ort vor viereinhalb Jahren mit einem recht ähnlichen und fast genauso großen Bild für 26,5 Millionen Pfund. „Rome, from Mount Aventine“ konnte sich auf erlesene Provenienz berufen, gehörte es doch seit 1878 dem späteren Premierminister Archibald Philip Primrose, 5. Earl of Rosebery, und befand sich bis zuletzt im Besitz von dessen Nachkommen. ...mehr

Die diesjährige Dezemberauktion des Berliner Traditionshauses Leo Spik erstreckt sich über drei Tage und reicht von Malerei über Porzellan bis zu den Asiatica. Wichtigstes Standbein ist das Mobiliar, diesmal viel Sächsisches aus der Zeit Augusts des Starken und seines Sohnes Friedrich August II.

Wohnen auf Sächsisch


Ferdinand Konrad Bellermann, Golf von Neapel und Vesuv

Gleich zu Beginn der Auktion bei Leo Spik geht es einmal quer durch Europa. Den Anfang machen zwei neoklassische Stadtansichten Berlins mit Blick auf das königliche Schloss sowie auf die neue Wache von Peter Götz Pallmann, die auf 2.500 Euro und 3.200 Euro geschätzt sind. An die Ostsee bringt uns Louis Douzette mit seiner 1919 entstandenen stimmungsvollen Mondnacht an der Küste für 9.000 Euro. Von Deutschland geht es dann mit Ferdinand Konrad Bellermanns lichter, 6.000 Euro teuerer Ansicht des Golfes von Neapel und dem Vesuv nach Italien, ebenso mit der nach einem Canaletto-Gemälde gestalteten venezianischen Vedute „Der Bucintoro“ für 2.000 Euro. Elias Pieter van Bommels charmante kleine Darstellung des Gemüsemarktes in Amsterdam für 3.500 Euro entführt uns nach Holland und Manuel Ruiz Morales setzt mit seinen beiden Aquarellen zu je 700 Euro schließlich die französische Hauptstadt Paris mit all ihrem Trubel in Szene. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst mit umfangreichem und starkem Programm bei Ketterer in München

Abstrakter Tänzer im Narrenkostüm


Otto Mueller, Liebespaar (Selbstbildnis mit Irene Altmann), um 1920

Nach Neumeister und Karl & Faber fährt auch das Münchner Auktionshaus Ketterer sein breites Angebot moderner und zeitgenössischer Kunst auf und verspricht damit einen würdigen Abschluss der Saison im deutschsprachigen Raum. Nicht weniger als sieben Kataloge liegen vor, um die rund 880 Losnummern gebührend zu präsentieren. Die klassische Moderne ist in eine teure und eine weniger teure Sektion geteilt, erstere listet ziemlich genau hundert Objekte. Hier findet sich auch der einzige Millionenkandidat in Gestalt von Otto Muellers „Liebespaar (Selbstbildnis mit Irene Altmann)“ aus der Zeit um 1920. Recht frivol hat der gar nicht mehr so junge Maler seine wesentliche jüngere Gefährtin vollkommen unbekleidet auf seinem Schoß platziert. Zuletzt wurde das in charakteristisch gedämpften Leimfarben gemalte Bild in der Mueller-Retrospektive in Zwickau, Heilbronn und Duisburg gezeigt. Jetzt soll es für 800.000 bis 1,2 Millionen Euro unter den Hammer kommen. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber in München

Ein Tango tanzendes Huhn


Bei den derzeitigen mal panisch, mal wahnsinnig anmutenden Einkaufsabenteuern und der Jagd nach Geschenken könnte Césars Tango tanzenden Huhns geradezu als normal gelten. Die vergoldete Bronze des „Poulet dansant le tango“ von 1957 ist eine gegossene Version des aus Schrotteilen konstruierten Federviehs, das elegant einen schlanken Fuß zum Schreiten erhebt. Das Tier scheint sich aufzuplustern und keck seinen kleinen Kopf zur Seite zu legen, als sähe es sich etwas genauer an. Nach dem erfolgreichen Erwerb aller notwendigen Präsente darf man sich ins eigene Heim zurückziehen. Dort könnten die strapazierten Nerven Ruhe und Erholung in der strengen Ordnung der Geometrie in László Moholy-Nagys Lithografie „Brechung Schwarz-Weiß-Grau“ von 1923 finden. Der signierte Druck spielt mit dem Gleichgewicht der Formen. An der querverlaufenden oberen Seite eines auf Eck gestellten Quadrats hat sich ein schlankes und langgezogenes Rechteck angedockt. Überlagert werden diese beiden Grundelemente von zwei weiteren schlanken Vierecken in unterschiedlichen Grautönen und einem weiter nach Links versetzten, fast weißen und besonders schmalen Geviert. Moholy-Nagy erreicht in dieser harmonischen und konzentrierten Komposition ein Bild tiefster Ruhe. ...mehr

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