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AktuellAktuell:Auktionen

Sensation mit Nazarenern: Gemälde und Zeichnungen bei Bassenge in Berlin

Welke Blätter, blühende Preise


Friedrich Olivier, Welke Ahornblätter, 1817

Der große Knaller kam zum Schluss: Auf seiner jüngsten Versteigerung von Gemälden und Zeichnungen Alter und Neuerer Meister erzielte das Berliner Auktionshaus Bassenge mit zwei gegen Ende angebotenen Handzeichnungen Sensationspreise – und das ausgerechnet mit den Erzeugnissen zweier Nazarener, die doch weithin bis heute als naive Frömmler belächelt und bisweilen sogar unter Kitschverdacht gestellt werden. Davon aber ließen sich die großteils aus dem Ausland angereisten Interessenten nicht beirren, sondern kämpften hartnäckig um Julius Schnorr von Carolsfelds Bildnis des Künstlerkollegen Friedrich Olivier von 1816 sowie dessen unbestechliche Abkonterfaktur zweier welker Ahornblätter vom – laut exakter Beschriftung – 10. Januar 1817. ...mehr

Gerade im hochpreisigen Segment zeigten sich die Käufer der Schweizer, modernen und zeitgenössischen Kunst bei Koller in Zürich etwas zurückhaltend

Wenig für Anker, viel für Grafik


Pierre-Auguste Renoir, Le Grand Canal, Venise (Gondole), 1881

Französische Impressionisten und ihre Nachfolger sollten die erste Geige auf der vergangenen Versteigerung von Schweizer, moderner und zeitgenössischer Kunst am 5. und 6. Dezember bei Koller in Zürich spielen. Das Publikum zeigte sich allerdings recht wählerisch, und so wurde auch das mit 3 bis 5 Millionen Franken ausgewiesene Hauptlos nicht eben stürmisch empfangen. Pierre-Auguste Renoirs motivreiches, aber ein wenig skizzenhaftes Ölbild „Le Grand Canal, Venise (Gondole)“ von 1881 konnte sich ein Interessent aus New York schließlich schon bei 2,35 Millionen Franken sichern, was sogar mit Aufgeld deutlich unterhalb der Schätzung lag. Einige der hochgehandelten Stücke mussten wieder die Heimreise antreten wie das Bildnis einer jungen Frau vor blauem Hintergrund von Chaïm Soutine für 650.000 bis 800.000 Franken, Joaquín Sorolla y Bastidas Momentaufnahme eines hockenden Kindes am Strand von circa 1912 für 350.000 bis 500.000 Franken oder Paul Klees „Mannequin“ von 1940 zu gleichem Preis. ...mehr

Es muss noch kräftig nachverhandelt werden: Kunst bei Hassfurther in Wien

Kolig und seine Freunde


Rund dreieinhalb mal zweidreiviertel Meter misst Anton Koligs Leinwand „Olympische Spiele Berlin 1933“. Dieses Bild ist also nicht für jede Wohnung geeignet – oder umgekehrt nicht jede Wohnung für das Bild. Trotzdem fand sich am 24. November im Wiener Auktionshaus Hassfurther ein Interessent für das von einem der wichtigsten österreichischen Expressionisten stammende Großformat. Die in verschiedenen sportlichen Betätigungen gezeigten Männerakte erzielten 230.000 Euro und landeten damit im oberen Viertel des angegebenen Schätzwertes. Zeigte sich der 1886 geborene Kolig in diesem bedeutenden Werk mit einer Kombination verschiedener stilistischer Ausdrucksformen von einer experimentellen Seite, so lässt sich sein „Männliches Aktpaar“ von 1925 eindeutiger dem klassischen Expressionismus zurechnen. Auch dieses Ölbild erfreute sich einiger Beliebtheit der Sammler und wurde von 40.000 bis 80.000 Euro auf 100.000 Euro gesteigert. Trotz dieser guten Ergebnisse verzeichnet die Zuschlagsliste beide Objekte mit einem Vorbehalt. ...mehr

Zufriedenstellend verlief die Auktion Klassischer Moderne im Dorotheum. Knapp die Hälfte der Objekte konnten die Wiener an den Mann bringen und damit einen Nettoumsatz von annähernd 2 Millionen Euro erzielen

Nackte Wahrheiten


Egon Schiele, Sitzender Akt, 1917

Puristisch, unaufgebauscht, fast bodenständig und keineswegs anrüchig erscheint die frontal gezeigte nackte Frau, die Egon Schiele lediglich aus wenigen Linien mit schwarzer Kreide aufs Papier gezeichnet hat. Sie erhebt für sich keinerlei Anspruch auf optische Idealästhetik in Form fesselnder Attraktivität. Doch hinter der Distanziertheit des abgesenkten Blicks verbirgt sich Nachdenklichkeit, spürbares Körperbewusstsein und die intime Beziehung zwischen Künstler und Modell, die den Akt mehr hintergründig als aufdringlich, dabei ehrlich und aufrichtig mit Leben erfüllt. Das wenig Offensichtliche hat augenscheinlich seinen Reiz und kann sich deshalb nun als unangefochtener Sieger der Versteigerung „Moderne Kunst“ im Dorotheum feiern lassen. Einträgliche 330.000 Euro erreichte Schieles sitzender Akt von 1917 und ließ damit die Herzen des Wiener Auktionshauses und des Einlieferers höher schlagen, war doch im Vorfeld ein Schätzwert von 140.000 bis 200.000 Euro veranschlagt gewesen. ...mehr

Die Alte Kunst bei Neumeister in München mit guten Ergebnissen für die Malerei der Neueren Meister

Das 19. Jahrhundert in Aufwind?


Heinrich Bürkel, Überfall auf eine Reisekutsche

Wenn es bei Neumeister in München um Gemälde des 19. Jahrhunderts geht, dann heben sich zahllose Hände und laufen die Telefondrähte heiß, und alle bedenklichen Stimmen, die Meister zwischen Neuzeit und Moderne bringen es auf dem Markt nicht mehr, verstummen. So war es auch am 3. Dezember auf Neumeisters letzter Versteigerung von alter Kunst in diesem Jahr, als vor allem Klassiker und weniger bekannter Maler aus Biedermeier, Spätromantik und heimatlich motiviertem Realismus zum Aufruf gelangten. Der erste Hochkaräter von ihnen war der 1802 in Pirmasens geborene und später in München ansässige Heinrich Bürkel. 1829/32 hielt er sich in Italien auf. Zu den bevorzugten Themen gehörten damals Darstellungen von Raubüberfällen, die vor allen in napoleonischer Zeit die Straßen unsicher machten. Einen solchen „Überfall auf eine Reisekutsche“ hatte Neumeister für 28.000 bis 32.000 Euro im Programm, und siehe da: 32.000 Euro zog das knapp fünfzig Zentimeter breite Gemälde dem Meistbieter aus der Tasche. ...mehr

Exklusives Murano-Glas sowie originelle Designstücke aus Italien und aller Welt kamen im Münchener Auktionshaus Quittenbaum an drei Auktionstagen unter den Hammer. Schillernde Formen- und Materialvielfalt bei Vasen, Möbeln und ausgefallenen Lampenkonstruktionen lockte ein kauffreudiges Publikum mit Hang zum Extravaganten

Meditative Blasen


Fulvio Bianconi, Vase „A macchie“, 1950

Glas aus Murano gefällt. Das hat die Versteigerung im Münchner Auktionshaus Quittenbaum eindrucksvoll bewiesen. Neben dem italienischen sowie internationalen Design bildete die venezianische Glaskunst einen eigenen Auktionsteil, konnte das beste Ergebnis dieser Sparte in der Geschichte des Hauses erzielen und sich über einen Bruttoerlös von annähernd 450.000 Euro erfreuen. Die Bieterfreude war zeitweise ungebremst und ließ mitunter die Preise überraschend durchs Dach schießen. Dass bei den drei Auktionseinheiten insgesamt nur gut die Hälfte der Objekte in neue Hände übergingen, trübt bei den teils hohen Einzelergebnissen die Stimmung nur wenig. Preislicher Höhepunkt war Fulvio Bianconis Vase „A macchie“ aus dem Jahr 1950. Das rauchgraue konische Glas erweitert sich zur Öffnung leicht und besticht durch seine weichen, blasenartigen Formen in Kobaltblau und Violett. Eingearbeitet in farblosem Überfangglas strahlen die farbigen Aufschmelzungen meditative Ruhe aus und konnten so nach einem energischen Bietergefecht dem neuen Besitzer satte 67.000 Euro entlocken, was am oberen Rand der ohnehin schon hoch angesetzten Taxe lag. ...mehr

Die Käufer bei Kölner Auktionshaus Lempertz suchten und fanden in der Alten Kunst ihre Favoriten und umwarben sie teils heftig

Ritter in der Schale


Matteo Giovannetti, Katharina von Alexandrien – Antonius Abbas

Lange musste man nicht warten auf der letzten Altmeisterversteigerung von Lempertz, bis der Höhepunkt erreicht war. Bereits die Losnummer 1007 und damit die siebte der Auktion, brachte das Blut der Bieter im Saal in Wallung – nicht nur das der Käufer, sondern auch der Zuschauer eines Wettkampfes zwischen zwei besonders hartnäckigen Interessenten, die in mal größeren, mal kleineren Schritten einen regelrechten Tanz um die zwei Tafeln des italienischen Malers Matteo Giovannetti aufführten. Erst bei 2,2 Millionen Euro und damit etwa dem Dreifachen der Schätzung gab sich einer der beiden geschlagen. Die Begierde für die Heiligen Katharina von Alexandrien und Antonius Abbas auf jeweils 64 Zentimeter hohen Holztafeln hatte ihren guten Grund, sind von Giovannetti doch sonst fast keine Werke und schon gar nicht in Privatbesitz bekannt. Um 1330/60 war der Künstler einer der Führenden seiner Zunft und arbeitete unter anderem für den Papst in Avignon. Auch die Provenienz der beiden Gemälde, die ursprünglich zu einem Flügelaltar gehörten, ist prominent: Sie waren Teil der Kunstsammlung Franz von Lenbachs und blieben bis jetzt im Besitz seiner Familie. ...mehr

Die Kunst des 19. Jahrhunderts hat bei Grisebach in Berlin ihren festen Kundenstamm gefunden und bringt sogar schon Millionenwerte hervor

Nicht nur Menzel


Adolph von Menzel, Stehende Rüstungen (aus der Folge der Rüstkammer-Phantasien), 1866

Auf dem Gebiet von moderner und zeitgenössischer Kunst hat sich das verhältnismäßig junge Berliner Auktionshaus Villa Grisebach schon seit längerem als einer der wichtigsten Anbieter im deutschsprachigen Raum etabliert. Inzwischen läuft das Unternehmen auch im 19. Jahrhundert so manchem alteingesessenen Platzhirschen den Rang ab. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markierte die letzte Versteigerung am 26. November. Dass Adolph von Menzels 1866 in Gouache und Bleistift gezeichnetes Studienblatt mehrerer fast gespenstischer Ritterrüstungen von 100.000 bis 150.000 Euro dank einer ganzen Reihe von Interessenten auf sage und schreibe 2,8 Millionen Euro kletterte, erregte ja nicht nur unter Menzel-Freunden Aufmerksamkeit; schließlich bedeutete das einen Menzel-Auktionsrekord und zugleich einen der höchsten Zuschläge auf dem deutschen Auktionsmarkt überhaupt in diesem Jahr. ...mehr

Sotheby’s versammelt die großen Namen des 19. Jahrhunderts: Mit Delacroix, Corot, Ingres, Munch und Spitzweg präsentiert der Versteigerer in London Gemälde und Zeichnungen von Romantik bis Realismus und Impressionismus

Teure Spanier


Joaquín Sorolla y Bastida, Vuelta de la Pesca. Playa de Valencia, 1908

Schon unter den ersten Losen finden sich die Großen der französischen Plein air-Malerei, so zum Beispiel Jean-Baptiste Camille Corot mit dem atmosphärisch flirrenden Waldweg samt behelmten und lanzenbewehrten Kavalleristen bei untergehender Sonne für 30.000 bis 50.000 Pfund und für den gleichen Schätzpreis seine stimmungsvolle Küstenlandschaft mit windgebeugter Weide, die wie ein symbolischer Widerhall der sich gegen den Wind stemmenden Figur im Vordergrund wirkt. Nicht weniger atmosphärisch sind Gustave Courbets Naturschilderungen. Das zwischen 1860 und 1863 entstandene Gemälde „Les Gorges de la Loue“ zeigt eine zerklüftete, geheimnisvolle Flusslandschaft mit einem hoch liegenden Horizont. Hierfür will Sotheby’s in seiner Auktion „19th Century European Paintings“ dann schon 80.000 bis 120.000 Pfund sehen. Charles-François Daubignys Flussufer von 1873 mit zwei Fischern in ihren Kähnen ist dagegen voll ruhiger Harmonie und wird für 8.000 bis 12.000 Pfund aufgerufen. ...mehr

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News vom 29.03.2017

Bielefeld präsentiert Bauhauspioniere in Amerika

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Aelteste Volkstedter-Porzellan in Erfurt

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Ausstellungseröffnung am 31.03.2017: „Isca Greenfield-Sanders in Conversation with Julian Opie“
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