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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Das Berliner Auktionshaus Irene Lehr führt in diesem Herbst wieder durch die vielfältigen Wege der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Musikalisches Highlight in Berlin


Zwei einfache Motive auf einem hölzernen Untergrund: Ein Saiteninstrument aus Ungarn und ein aufgeschlagenes Büchlein, geformt aus pastos aufgetragenen Farben. Es handelt sich um Theodor Rosenhauers „Stillleben mit ungarischem Musikinstrument“ aus dem Jahr 1962. Der Dresdner Maler verleiht den einfachen Objekten eine monumentale Wirkung, die er durch die wechselseitige Dominanz der Farben erreicht: Den Kontrast des schwarzen Untergrundes zu dem glanzvollen gelb-orangefarbenen Instrument oder das Weiß des Buches, das dem tonigen Graubraun der hölzernen Tischplanken gegenübersteht. Die hellen Farben gewinnen so deutlich an Leuchtkraft. Ein weiteres Gestaltungsmerkmal ist der Farbauftrag. Die reliefartig dicken Farbschichten bilden Grate und Gräben, die die Lichtverhältnisse und Bewegung im Bild bestimmen. Rosenhauers Stillleben ist nun der Favorit der 43. Auktion bei Irene Lehr in Berlin und steigt mit 22.000 Euro aufs Auktionspult. Die Gattung Stillleben bedienen zudem Hermann Teuber mit seinem Arrangement aus Blumenstrauß, Notenbuch und Blockflöte der 1930er Jahre für 4.000 Euro, Heinrich Hoerles zart emporwachsende rote „Amaryllis“ um 1920 für 3.500 Euro oder die großen schwarzen Flecken mit einem gelben Strahlenkranz auf Karl Horst Hödickes „Sonnenblumen“ von 2004 für 6.000 Euro. ...mehr

Auch bei Sotheby’s setzten sich die Italiener in der Auktionsrunde zur Londoner Frieze Week an die Spitze

Auktionsneuling


Oliver Barker versteigert bei Sotheby’s Lucio Fontanas „Concetto Spaziale, Attese“

Die Italiener hatten wie geplant die Nase vorn auf der vergangenen Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst bei Sotheby’s in London. In einem eigenen Katalog zusammengefasst, erzielten die 40 zugeschlagenen von 51 angebotenen Werken knapp 40,4 Millionen Pfund gegenüber 36,35 Millionen Pfund im allgemeinen Teil. Auch das Hauptlos wurde von den Italienern gestellt: 14,1 Millionen Pfund netto – inklusive Aufgeld waren es fast 16 Millionen Pfund – erlöste Lucio Fontanas eiförmiges „Concetto Spaziale, Attese“ aus dem Jahr 1963. Damit ist die schwarz eingefärbte und vielfach perforierte Leinwand auch das teuerste jemals auf einer Versteigerung verhandelte Objekt des 1899 in Argentinien geborenen Künstlers vor zwei weiteren Exemplaren derselben „La Fine di Dio“ betitelten Serie. Der Zuschlag markiert zugleich die Spitzenposition in der italienischen Nachkriegskunst, entsprach allerdings nicht ganz den Erwartungen, die in 15 bis 20 Millionen Pfund fixiert worden waren. ...mehr

Gemälde vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert aus der ehemaligen Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt warten bei Neumeister in München auf neue Besitzer

Ein Sammlerleben


Andrea Appiani, Auguste de Beauharnais, Vizekönigin von Italien, mit ihren Töchtern Josephine und Eugenie, 1809

Die Sammlung Schäfer hat in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts einen klangvollen Namen. Die versierte Sammeltätigkeit des 1925 verstorbenen Geheimrats Georg Schäfer übertrug sich auf seinen gleichnamigen Sohn, der die mit qualitätvollen Gemälden der Münchner Schule bestückte Kollektion seines Vaters innerhalb mehrerer Jahrzehnte zunehmend mit hohem Sachverstand ausbaute. Die Erben brachten den Kern der Sammlung 1997 in eine Stiftung ein, die seit dem Jahr 2000 im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt präsentiert wird. Mit rund 900 Gemälden und über 4.000 Pastellen, Aquarellen und Zeichnungen dokumentiert es die künstlerische Substanz der Sammelleidenschaft Schäfers und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Kaum ein anderes Museum entschlüsselt seither in so konzentrierter Form die deutsche Kunst zwischen 1780 und 1925. Andere Werke der Sammlung verblieben im Privatbesitz der Nachkommen. Bei einer Sonderauktion gelangen daraus nun rund 100 Positionen wieder auf den Kunstmarkt. Die Erben haben sich wie schon im Jahr 2005 dabei für das Münchner Auktionshaus Neumeister entscheiden, bei dem schon Georg Schäfer ab den 1950er Jahren regelmäßiger Kunde war und sich vom Seniorchef Rudolf Neumeister beraten ließ. ...mehr

Eine große Überraschung war die Auktion „Alte Kunst“ bei Neumeister zwar nicht, aber gefreut haben sich die Münchner Experten sicherlich dennoch über viele Interessenten und einige Wertsteigerungen

Ein Salvator Mundi für das himmlische Los Angeles


Anton Raphael Mengs, Salvator Mundi, wohl 1771/73

Schon im Vorfeld der Auktion „Alte Kunst“ interessierte sich die Kunden beim Münchner Versteigerer Neumeister für gut die Hälfte der Lose und gaben Gebote auf ihr favorisiertes Objekt ab. Die losbezogene Zuschlagsquote von rund 53 Prozent hat diesen Trend bestätigt und so manches hervorragende Ergebnis hervorgebracht. Zu einem Highlight des Tages avancierte eine archetypische Salvator Mundi-Darstellung in Weichzeichnermanier von Anton Raphael Mengs, die sich das Los Angeles County Museum of Art für seine Bestände sicherte. Neben dem eleganten und feschen Jugendporträt von John Viscount Garlies, dem späteren 7. Earl of Galloway, besitzt das amerikanische Museum mit dem attraktiven Gottessohn aus den 1770er Jahren nun das zweite Gemälde des Dresdner Klassizisten und spendierte dafür 65.000 Euro, die deutlich über dem angesetzten Preis von 40.000 bis 50.000 Euro lagen. Bei nahezu voll besetztem Saal und Bietgefechten kamen einige weitere Spitzenerlöse zusammen. So brachte Carl Spitzwegs „Berglandschaft mit Liebespaar“, ein für das Schaffen des Münchner Malers ungewöhnlich großformatiges Gemälde, satte 130.000 Euro – kein Wunder, war das idealistisch inszenierte, weite Gebirge mit Jäger und Dirndl doch bereits vor der Auktion mit 100.000 bis 120.000 Euro zum Hauptlos erklärt worden. ...mehr

Vor allem die Italiener machten bei der Gegenwartskunst von Christie’s in London während der Frieze Week auf sich aufmerksam

Schlummernde Schönheit


Mit guten, aber nicht sensationellen Ergebnissen ging am 16. Oktober im Umfeld der Frieze Week in London die Abendversteigerung zeitgenössischer Kunst bei Christie’s über die Bühne. Die Zuschlagspreise lagen ziemlich im Bereich der Erwartungen: 46 von 54 angebotenen Offerten erzielten 35,56 Millionen Pfund, für 59 weitere Arbeiten italienischer Künstler, von denen nur sechs keinen Abnehmer fanden, gab es noch einmal 43,17 Millionen Pfund, was immerhin das beste Ergebnis eines Italian Sale ist. Platz eins der Liste belegte ebenfalls erwartungsgemäß Peter Doigs changierende Natur-Architektur-Vision „Cabin Essence“ von 1993/94 mit einer durch dichte, schimmernde Baumgruppen stark verschleierten Ansichten von Le Corbusiers Unité d’Habitation. Mit 8,5 Millionen Pfund fiel der Hammer allerdings etwas früher als gehofft aufs Pult, vorgesehen waren eigentlich 9 Millionen Pfund. ...mehr

Wer Tiere mag, sollte sich die kommende Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum nicht entgehen lassen

Kämpf, stolzer Enterich!


Alexander Koester, Wilde Jagd, 1914

Die Natur kennt keine Moral, sie ist per se weder gut noch friedlich. Das zeigt Alexander Koester in seinem Ölgemälde „Wilde Jagd“, einer anspruchsvollen Komposition unzähliger weißer und gefleckter Enten, die sich unter lautem Geschnatter und Getöse in der Gischt des Wassers zusammenfinden, um hierarchische Verhältnisse mittels rauer Machtkämpfe auszumachen. Als Koester nach seinem Kunststudium an der Karlsruher Akademie zusammen mit seinen Eltern ins idyllische Klausen nach Südtirol zog, waren es vor allem die freien, sich in der Natur bewegenden Enten, die den jungen Maler faszinierten und die er zunehmend als zentrales Motiv für seine Zeichnungen und Malereien heranzog. Beeindruckt von ihrer Erscheinung erweiterte er sein bisheriges Feld der Genre- und Landschaftsmalerei um Tierdarstellungen, die er sowohl aus naturwissenschaftlichem Interesse, wie auch aus der emotionalen Verbundenheit zur Tierwelt schilderte. Jene Entenjagd um ein nicht sichtbares Gut im Wasser entstand 1914, als Koester sich am österreichischen Ufer des Bodensees zum Malen aufhielt. Mit Empathie für die Phänomene der Natur stehen seine Enten für Kampfgeist und Stärke, aber auch für die symbiotische Einheit zwischen Tier und Lebensraum sowie die Sichtbarmachung tierischer Kommunikationsmechanismen. ...mehr

Antiquitäten und Möbel im Wiener Dorotheum

Kartenspieler auf zaristischem Teller


David Roentgen, Schreibschrank mit Schreibklappe und Hebemechanismus für Stehpult, um 1790

Bis in die späten 1780er Jahre hinein gehörte David Roentgen zu den führenden Kunstschreinern seiner Epoche. Er belieferte die Fürstenhöfe ganz Europas, einschließlich des französischen Königs und der russischen Zarin. Seine Neuwieder Werkstatt hatte einen Ausstoß von mehreren Hundert Möbeln pro Jahr. Dann aber kam der Einbruch: Ein Geschmackswandel ebenso wie die politisch-gesellschaftlichen Ereignisse rund um die Französische Revolution führten zu einem massiven Rückgang der Aufträge, ganze Wagenladungen blieben unveräußert. David Roentgen musste reagieren: durch Anpassung an die neuen Moden, aber nicht zuletzt durch Verkleinerung seiner Werkstatt. In dieser künstlerischen und wirtschaftlichen Schwellenzeit um 1790 entstand ein Doppelschreibschrank mit Schreibklappe und verdecktem Hebemechanismus, mittels dessen ein Stehpult hervorgezaubert werden kann. Edel im Material, einfach in der Form ist das feine Stück, das während der letzten knapp dreißig Jahre zu den Ausstellungsstücken im Roentgenmuseum Neuwied gehörte. Jetzt hat es der rheinische Besitzer daraus abgezogen, um es zu verkaufen: Am 21. Oktober bildet der Schreibschrank das Hauptlos der Versteigerung von Möbeln und Antiquitäten im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Taxe: 150.000 bis 200.000 Euro. ...mehr

Alte Meister im Wiener Dorotheum

Bei Fracanzano geht’s wild zu


Pieter Coecke van Aelst, Anbetung der Könige

Soeben haben sich die beiden Könige vor den kleinen Knaben begeben, stolz öffnet einer von ihnen ein kostbares, mit Edelsteinen besetztes Goldgefäß, nach dem das Kind neugierig die Hand ausstreckt. Auch der zweite der beiden prachtvoll gekleideten älteren Herren hält einen blinkenden Pokal zwischen den Fingern, gewillt, ihn ihm nächsten Augenblick zu überreichen. Im Hintergrund stehen zwei bärtige Landsknechte in ihren schmucken Harnischen, auch ein Hirte mit Dudelsack huscht zwischen den Trümmern des einst stattlichen Gebäudes umher. Konzentriert hat sich Pieter Coecke van Aelst gleichwohl auf das Wesentliche, die vier Figuren im Vordergrund und ihre „Interaktion“: Maria und Jesus, Melchior und Balthasar. Den schwarzen Kaspar und Josef hat der niederländische Maler großzügig im Hauptbild weggelassen und jeweils auf die Seitentafel verbannt. Es handelt sich also um einen dreiteiligen Klappaltar, den das Wiener Auktionshaus Dorotheum im Rahmen seiner Versteigerung Alter Meister als eine der schönsten Arbeiten und zugleich Titellos präsentiert. Einst nannten ihn die österreichischen Erzherzöge ihr Eigen, 1999 kam er bei Sotheby’s unter den Hammer, jetzt soll er 100.000 bis 150.000 Euro kosten. ...mehr

Glas aus 2000 Jahren bei Fischer in Heilbronn

Eruption in Rot


Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová, Open Pyramide, 1993

Fast tausend Objekte listet der Katalog der kommenden Versteigerung des Heilbronner Glas-Spezialisten Jürgen Fischer am 17. Oktober. Wie schon häufiger in der Vergangenheit werden vor allem für künstlerisch ambitionierte Objekte der jüngeren Zeit – und hier nicht zuletzt aus dem osteuropäischen Raum – hohe Werterwartungen geweckt. 40.000 bis 50.000 Euro stehen auf dem Etikett einer aus rotem Glas geformten „Open Pyramide“ des tschechischen Ehepaares Stanislav Libensky und Jaroslava Brychtová aus dem Jahr 1993, die sich in ihrer geometrischen Form als aufgeschnittenes Dreieck präsentiert. 14.000 bis 16.000 Euro sollen es für ihren frühen grünen „Head I – Tall Head“ von 1957 sein. Das ist keineswegs übertrieben für die Arbeiten von Künstlern, die in so bedeutenden Sammlungen wie denen des Metropolitan Museum of Art in New York oder des Victoria & Albert Museum in London vertreten sind. ...mehr

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