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Am 29.04.2017 Auktion 46

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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

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AktuellAktuell:Auktionen

Ein langatmiger Verlauf prägte die Versteigerung von Kunst und Antiquitäten im Stuttgarter Auktionshaus Nagel; doch es gab auch einzelne Glücksmomente

Wenn schon, dann richtig!


Kokosnusspokal, Süddeutschland, um 1530/40

Es war ein umfangreiches Angebot, das der Versteigerer Nagel in der 723. Auktion seinem Publikum darbot. Über 600 Losnummern von Porzellan über Schmuck und Möbel bis hin zu Skulptur und Malerei bestimmten den teils zähen Auktionsmarathon. Am Ende fanden 210 Objekte einen neuen Besitzer, was einer mageren losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 34 Prozent entspricht. Erfreulich: Trotz vieler Ladenhüter gab es auch Positionen, die ihren Schätzwert um ein Vielfaches überholten. Zu diesen konsequent auftrumpfenden Kassenschlagern gehörte gleich zu Beginn ein Kokosnusspokal der Renaissance. Vermutlich um 1530/40 in Süddeutschland aus Kupfer gefertigt, steht die Kuppa aus einer Kokosnussschale auf einem gestuften und gebuckelten Rundfuß. Den Schaft bildet einen Baumstamm mit Granatäpfeln, das bauchige hölzerne Gefäß ruht in einer vergoldeten Kupferfassung, die mit Rankenwerk und Jagdszenen graviert ist. Der Pokal aus einer Straßburger Sammlung trat mit 1.800 Euro an, die Interessenten trieben den Preis aber dann bis zu einer Höhe von 20.000 Euro – ganz nach dem Motto: „Wenn schon, dann richtig!“ ...mehr

Einträgliche „Meisterwerke“ im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Das letzte Werk


Eine hohe Zuschlagsquote von rund 70 Prozent und gute Einzelergebnisse erbrachte die vergangene „Meisterwerke“-Versteigerung des Wiener Auktionshauses im Kinsky. Neben Arbeiten aus der österreichischen Heimat schleppten die Bieter auch einige Trophäen ausländischer Künstler nach Hause. Den Höchstpreis erzielte Erich Heckels schwarz-roter Holzschnitt „Fränzi liegend“, ein wahres expressionistisches Meisterwerk der Dresdner „Brücke“-Zeit von 1910 in überdies glanzvoller Drucktechnik. Der Einlieferer hatte das Blatt noch direkt bei dem 1970er verstorbenen Künstler erworben und konnte sich jetzt über 250.000 Euro freuen. 220.000 Euro gab es für Pierre-Auguste Renoirs kleinen stimmungsvollen Feldweg mit Spaziergängerin auf dem „Paysage à Cagnes“ aus der Zeit um 1898, als der Impressionist das erste Mal in der südfranzösischen Stadt weilte. Das Bild war ursprünglich Teil einer größeren, später zerstückelten Leinwand und wie Heckels Holzschnitt auf 150.000 bis 300.000 Euro geschätzt. ...mehr

Die Achenbach Art Auction bei Van Ham in Köln und Düsseldorf war ein voller Erfolg

Mehr geht nicht


Am Ende erhielt Auktionator Markus Eisenbeis einen weißen Handschuh, wie es in der Branche üblich ist, wenn am Ende einer Versteigerung sämtliche Lose verkauft worden sind. Das war bei rund 2.300 Losnummern nicht gerade selbstverständlich, doch wo „AAA“ draufsteht, muss auch erste Qualität drin sein. So nämlich hatte Van Ham die große Versteigerung des Kunstbesitzes von Helge Achenbach, dem insolventen und wegen Betrugs an reichen Kunden verurteilten Kunstberater, vom 17. bis zum 20. Juni betitelt. Ein Ort des Geschehens war das ehemalige Atelier des Fotografen Thomas Ruff in Düsseldorf. Um die 2.500 Bieter sollen sich nach Angaben des Hauses angemeldet haben, fast 6.000 Gebote bereits im Vorfeld registriert worden sein, und bei zeitweilig mehr als 300 anwesenden Bietern mussten viele von ihnen trotz der großzügigen Dimensionen des Saales stehen. Ökonomisch jedenfalls hat sich die Sache gelohnt: Mit einem Gesamtumsatz von rund 9 Millionen Euro war die Veranstaltung die erfolgreichste in der Geschichte von Van Ham, und auch die Behauptung, damit die jemals größte Auktion mit zeitgenössischer Kunst in Deutschland abgehalten zu haben, dürfte wohl nicht weit hergeholt sein. ...mehr

Gute Ergebnisse für Klassiker der Moderne bei Kornfeld in Bern

Schweiz-Deutscher Wettstreit


Ferdinand Hodler, Genfersee mit Jura, um 1908

Ein Schweizer und ein deutscher Klassiker der frühen Moderne drängelten sich auf dem Siegertreppchen, nachdem der Berner Auktionator Eberhard Kornfeld seine alljährlich im Umfeld der Art Basel stattfindende Versteigerungsschlacht geschlagen hatte. Als Favorit war Ferdinand Hodlers „Genfersee mit Jura“ ins Rennen gegangen, eine ganz aus pastellfarbenen Horizontalstreifen zusammengesetzte Landschaft aus der Zeit um 1908. 1,5 Millionen Franken hatte Kornfeld für das gut einen halben Meter breite menschenleere Panorama angesetzt, bei 1,7 Millionen Franken schlug der Hammer schließlich aufs Pult. Genau den gleichen Betrag erzielte kurz darauf Ernst Ludwig Kirchners „Rotes Haus – Roter Januar“, eine rasch alle prima auf die Leinwand gestrichene Dorfszene wohl aus der Moritzburger Gegend. Hier hatte die Schätzung nur bei 800.000 Franken gelegen. Vielleicht hat die marktfrische Provenienz des offenbar auch noch nie öffentlich ausgestellten Gemäldes neben der künstlerischen Güte ein wenig am Ergebnis geschraubt. ...mehr

Spitzenwerte, nahezu ausverkaufte Bestände und ein Gesamtumsatz von 23 Millionen Euro – bei den Frühjahrsauktionen in der Villa Grisebach gab es genügend Gründe, um die Korken knallen zu lassen

Ein guter Preis kommt selten allein


Besonders Einlieferungen aus dem Rheinland und Bayern sorgten bei den Frühjahrsauktionen der Villa Grisebach für hohe Wertsteigerungen in den Bereichen der Klassischen Moderne und Zeitgenössischen Kunst. In der ersten Juniwoche seien so viele Bieter aktiv gewesen wie noch auf keiner anderen Versteigerung des Berliner Auktionshauses, teilte Geschäftsführerin Micaela Kapitzky mit. Das führte am 4. und 5. Juni zu einer losbezogenen Zuschlagsquote von über 87 Prozent. Mit der Fotografie und der Kunst des 19. Jahrhunderts kamen an allen vier Auktionstagen rund 23 Millionen Euro zusammen. An der Spitze standen zwei Werke aus der Abendveranstaltung „van Gogh bis Twombly – Ausgewählte Werke“, die beide für jeweils 700.000 Euro unter den Hammer kamen. Ein Überraschungserfolg war die kleine, eher unspektakuläre Wolkenstudie René Magrittes aus dem Jahr 1963. Die dahingetupften Schäfchenwolken vor einem einladend blauen Himmel unter dem konträren Titel „La malédiction“ vervierfachten damit ihre Schätzung von 150.000 bis 200.000 Euro. Die hochsommerlich gelb leuchtende Ackerlandschaft „Ein Sonntag“ von Hermann Max Pechstein aus dem Jahr 1921 war bereits zuvor mit 500.000 bis 700.000 Euro bewertet worden und bestätigte am Ende das Urteil der Experten. ...mehr

Künstlerische Leckerbissen bei den Impressionisten und Modernen führen Sotheby’s in London zu herausragenden Ergebnissen

Begehrte Beutekunst


Max Liebermann, Zwei Reiter am Strand nach links, 1901

Im November 2013 berichtete die internationale Presse erstmals über die Entdeckung von Cornelius Gurlitts umfangreicher Sammlung und die darin enthaltene Raubkunst. Eines dieser Werke ist auch Max Liebermanns Ölgemälde „Zwei Reiter am Strand nach links“. Es stammte ursprünglich aus der Kunstsammlung des jüdischen Unternehmers David Friedmann, der sein Vermögen in Schlesien mit der Herstellung von Ziegeln machte und später nach Berlin zog. Erst im März dieses Jahres konnte die sommerliche Szene am Strand von Scheveningen an die Nachkommen Friedmanns überreicht werden, die das Bild nun in die Auktion zu Sotheby’s gaben. Damit tauchte nun in London erstmals eine Restitution aus dem Gurlitt-Bestand im internationalen Kunstmarkt auf und zeigte sich spendabel. Ein Kunde am Telefon blieb hartnäckig und setzte sich gegen die Konkurrenz bei 1,55 Millionen Pfund durch. Angesetzt waren für Liebermanns Bild aus dem Jahr 1901, das nun Platz 2 im Auktionsranking des deutschen Impressionisten nach den 1,9 Millionen Pfund für seine „Blumenstauden vor dem Gärtnerhäuschen nach Norden“ von 1928 einnimmt, nur 350.000 bis 550.000 Pfund. ...mehr

Gute Ergebnisse in der Münchner Auktion Alter Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts bei Karl & Faber

Ein teurer Bau für den spanischen König


Ansicht der Klosterresidenz El Escorial aus halber Vogelschau, Spanien, wohl letztes Drittel des 17. Jahrhunderts

Karl & Faber hat manchen Grund zum Feiern: Ursprünglich reihte sich die aus spanischer Hand stammende „Ansicht der Klosterresidenz El Escorial aus halber Vogelschau“ des späten 17. Jahrhunderts mehr unscheinbar als aufdringlich in das knapp 400 Positionen umfassende Auktionsangebot des Münchner Versteigerers ein. Der nach dem Sieg über die Franzosen von dem Habsburger Philipp II. von Spanien in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaute Gebäudekomplex erscheint in der Ölmalerei auf Holz als erhabene Residenz in mitten der kargen kastilischen Hochebene. Die unbekannte Autorschaft – der Name Hendrick van Cleve III tauchte als Urheber auf – und der Umstand, dass sich die Arbeit seither in Privatbesitz befand, ließ die Auktionatoren zu einem Schätzwert von bis zu 5.000 Euro gelangen. Umso überraschter war nicht nur der Einlieferer, als ein Bietergefecht den Preis unverhofft in die Höhe trieb und ein belgischer Händler bereit war, satte 58.000 Euro für die Tafel hinzulegen. ...mehr

Die Auktion für zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln lief erfolgreich und punktete mit Namen wie Heinz Mack, Gerhard Richter, Karin Kneffel und Isa Genzken

Meditative Medien


Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 79 Prozent bei den höherpreisigen Werken und von knapp 72 Prozent im unteren Preissegment brachte Lempertz seine zeitgenössische Kunst erfolgreich an den Mann. Das Kölner Auktionshaus sprach vom zweitbesten Ergebnis in dieser Sparte. Allen voran marschierte Gerhard Richter, der bei Lempertz mit mehreren Arbeiten zugegen war. Mit Abstand am meisten erreichte seine Farbverwischung „Grün-Blau-Rot“ von 1993 aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung, um die am Telefon sieben Bieter kämpften. Das mit einem Spachtel verwischte Ölgemälde, das als eines von 115 nummerierten Unikaten zu Heft 35 der Züricher Edition Parkett erschien, war auf 200.000 bis 250.000 Euro geschätzt worden und kletterte nun auf 340.000 Euro. Erfreulich platzierten sich zudem seine sechs Heliogravüren „Kanarische Landschaften II“ von 1971 zum doppelten Schätzpreis bei 10.000 Euro und sein „Kugelobjekt II“ von 1969/70 mit der Fotografie einer Treppe und drei Kugeln in einem verglasten Holzkasten zur oberen Erwartung von 20.000 Euro. Dagegen gaben seine vier 1966 rasch ausgeführten Filzstiftzeichnungen mit Frauengesichtern von 30.000 bis 40.000 Euro auf 24.000 Euro nach. ...mehr

Geldregen für Christie’s bei der vergangenen Abendauktion von Impressionismus und Moderne mit herausragenden Positionen aus Frankreich. Doch an die Konkurrenz kam das Londoner Auktionshaus nicht heran

Wenn Schwertlilien hoch hinaus wollen


Claude Monet, Iris mauves, 1914/17

Teilweise museale Qualität wiesen die sorgfältig auserlesenen 50 Losnummern auf, die bei Christie’s in London in der Versteigerung „Impressionist & Modern Art“ auf ihren Verkauf warteten. Dass 42 Positionen bei Kunden aus insgesamt 32 Ländern einen neuen Besitzer fanden, beweist einmal mehr, dass hochkarätige Kunst weiterhin ein weltweites Interesse genießt. Das Auktionshaus kann sich über einen Umsatz von rund 71,5 Millionen Pfund freuen, der zwar bei weitem nicht an die 178,5 Millionen Pfund des Erzrivalen Sotheby’s heranreicht, aber doch 92 Prozent der Schätzpreissumme ausmacht. Die Zuschlagsliste führt wie erwartet Claude Monets luftig blaue Blumen-Himmel-Symbiose „Iris Mauves“ an. Die in den Jahren 1914/17 auf einer über zwei Meter hohen Leinwand entstandenen Schwertlilien entnahm der sich bereits in der Spätphase seines Schaffens befindliche Impressionist seinem heimischen Garten. Der vorwiegend in Hellblau, Grün und Lila gehaltene Blütentanz aus europäischem Privatbesitz spielte innerhalb eines vierminütigen Bietergefechts 9,6 Millionen Pfund ein und übertraf damit die obere Schätzung um 600.000 Pfund. ...mehr

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