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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Bei Ketterer in München hat der November Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts zu bieten

Großer Winzling


Jan Victors, Juda gibt Tamar seinen Ring, um 1650

Erscheint der 1619 in Amsterdam geborene Rembrandt-Schüler Jan Victors, sind Assoziationen wie Plastizität, Lichtregie oder weiche Stofflichkeit nahe. Mit diesen Prädikaten kann sich auch sein circa 1650 entstandenes Ölgemälde „Juda gibt Tamar seinen Ring“ schmücken, das in der kommenden Versteigerung bei Ketterer zum Verkauf steht. Die alttestamentliche Szene von der Witwe Tamar, die sich als Hure verkleidet, um mit Juda, dem Vater ihres verstorbenen Mannes, unerkannt ein Kind zu zeugen, greift den Moment auf, als Juda der vermeintlich Unbekannten einen Ring, einen Stab und eine Schnur als Pfand aushändigt. Mit dem Besitz des Ringes kann sie später die Vaterschaft der von Juda gezeugten Söhne Peres und Zerach nachweisen. Die Protagonisten haben sich bei Jan Victors vor dunklem Hintergrund in freier Natur zusammengefunden und edle Gewänder erhalten. Ein kostbarer, samtig-roter Mantel bedeckt den Körper Judas, ein üppiger Turban schmückt seinen Kopf mit ergrautem Haar und Bart, während die verkleidete Tamar ein wallendes weißes Kleid mit freizügigem Dekolleté und feinen Goldapplikationen trägt. Groß und selbstbewusst treten die zwei biblischen Persönlichkeiten auf, die mit 60.000 bis 80.000 Euro das 245teilige Münchner Angebot preislich anführen. ...mehr

Quittenbaums Jugendstil- und Art Déco-Auktion ist ein Mekka für Liebhaber französischer Glaskunst

Skandalöser Tanz


Emile Gallé, Vase „Tulipes“, um 1896

Vasen im Wert größerer Neuwagen führt das Münchner Auktionshaus Quittenbaum in seiner kommenden Jugendstilauktion im Programm. Sie stammen aus zwei nicht näher bezeichneten Privatsammlungen und wurden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von dem berühmten französischen Keramiker und Glaskünstler Emile Gallé geschaffen. Die eine von ihnen trägt ihrem Dekor entsprechend den Namen „Tulipes“, besitzt eine balusterartige Form mit weit ausgestelltem Trompetenhals und besticht durch ihren farblichen Kontrast zwischen schwarz-braunem Grund und ziegelrotem Blumendekor. 60.000 bis 70.000 Euro stehen auf dem Etikett dieses nach Einschätzung des Hauses sehr seltenen und außergewöhnlichen Gefäßes von etwa 1896, das sichtlich von der chinesischen Lackkunst inspiriert ist. ...mehr

Ergebnisse: Bücher, alte und neuere Grafik, Handschriften sowie moderne und zeitgenössische Kunst bei Venator & Hanstein in Köln

Teure Bücher und preisschüchterne Bilder


John Gould, The Brids of Europe, London 1832-1837

Die Geschichte Europas und insbesondere der Kunst ist auf engste mit der Kirche und ihren Klöstern verbunden. Hier entstanden nicht nur edle Manuskripte, sondern auch epochale Werke, etwa der Utrechter Psalter von 820/35 mit seinen expressiven Figuren oder prächtige Codex Aureus von St. Emmeram aus der Zeit um 870. Diese kulturellen Schätze hüten meist öffentliche Einrichtungen. So mag es kaum verwundern, dass der Kommentar zu den Paulusbriefen des Petrus Lombardus aus dem 12. Jahrhundert aufgrund öffentlichen Drucks von der Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel aus der Auktion zurückgezogen wurde. Stattdessen veräußerte das Kloster die Schrift in Absprache mit dem Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein an das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz. Das lateinische Manuskript dieses französischen Gelehrten gilt als eine der bedeutenden und einflussreichsten Schriften des Scholastikers. ...mehr

Recht gut gelaunt beendeten die Auktionatoren im Wiener Dorotheum ihre Versteigerung von Gemälden des 19. Jahrhunderts

Flirten auf Polnisch


Jan Matejko, Portrait Carol Gilewski, 1872

Wieviel Einflusskraft ein durchdringender Blick haben kann, zeigte die vergangene Auktion „Gemälde des 19. Jahrhunderts“ im Wiener Dorotheum bei Jan Matejkos Portrait von Carol Gilewski zur Freude seines Einlieferers. Nachdem der Krakauer Gerichtsmediziner und einstiger Leiter der chirurgischen Abteilung im Jahr 1872 verstarb, trat seine Frau Emilie an den studierten Maler und Krakauer Akademiedirektor Matejko heran und gab das Bildnis in Auftrag. Der im schwarzen Mantel gekleidete und mit üppiger goldener Kette ausgestattete Professor wendet seinen Blick in fesselnder, fast manipulativer Weise dem Betrachter zu, seine visionären, stahlblauen Augen stehen für die Fortschrittlichkeit seiner antiklerikalen Denkweise und für seine zukunftsweisenden Operationsmethoden. So verlieh Matejko dem Portrait eine tiefere Bedeutungsebene, denn nicht der Dargestellte, sondern die malerische Umsetzung seines wachen Geistes und dessen, was er der Medizin an innovativen Denkansätzen beschert hat, evoziert die Magie des Gemäldes. Dieser selbstsichere polnische Flirt mit dem Wiener Publikum war von Erfolg gekrönt und spielte satte 280.000 Euro in die Kassen, was einer Verdoppelung der oberen Schätzung von 140.000 Euro entsprach. ...mehr

Die Sammlung Alfred Taubman enttäuscht etwas bei Sotheby’s

Steigende Risiken


Amedeo Modigliani, Paulette Jourdain, um 1919

Eine halbe Milliarde Dollar hat das New Yorker Auktionshaus Sotheby’s im erbarmungslosen Konkurrenzkampf um die Versteigerung der Sammlung seines früheren Besitzers Adolph Alfred Taubman auf den Tisch geblättert. Andernfalls wäre der Zuschlag an den Erzkonkurrenten Christie’s gegangen, und das hätte man sich wohl schlecht bieten lassen können. Doch der Einsatz dieser Summe hat sich bisher noch nicht gelohnt. Denn trotz des großen Werbeaufwandes hielt die „Masterworks“-Auktion mit den 77 besten Werken aus der Sammlung des im vergangenen Frühjahr 91jährig verstorbenen Taubman nicht das, was sie versprochen hatte. Nur 377 Millionen Dollar einschließlich der Aufgelder klingelten anschließend in den Kassen von Sotheby’s, hinzu kamen am nächsten Tag noch einmal rund 42,7 Millionen Dollar. Prozentual gesehen war die Abnahmequote gut, nur acht Rückgänge waren zu verzeichnen, darunter Edgar Degas’ „Femme nue, de dos, se coiffant“ aus den späten 1880er Jahren und Jasper Johns’ grau-schwarze Abstraktion „Disappearance I“ von 1960 für jeweils 15 bis 20 Millionen Dollar. ...mehr

Wieder einmal kann man nur staunen, welche Schmuckstücke der Contemporary Art Sotheby’s in seiner kommenden Abendauktion aufgefahren hat – und zu welchen Preisen diese gehandelt werden

Von Kritzeleien, nackten Männern und dem Himmlischen Frieden


Der Katalog der kommenden Abendauktion im Hause Sotheby’s liest sich wie das Who’s Who der Zeitgenössischen Kunst. In New York präsentiert der renommierte Versteigerer die Highlights der wichtigsten Kunstströmungen der vergangenen 60 Jahre. Im hochpreisigen Angebot befinden sich neben Skulpturen und Gemälden der einflussreichsten Künstler dieser Tage auch Hauptwerke aus Pop Art, Minimalismus und der Postmoderne. Den Anfang macht der Abstrakte Expressionismus: Der Höhepunkt der Versteigerung ist sicherlich eines von Cy Twomblys ikonischen Schultafelbildern, allesamt Repräsentanten reiner Technik und ausdrucksstarker Form, Sinnbilder für die Tätigkeit der Malerei in der schnelllebigen Gegenwart. Die Leinwand „Untitled (New York City)“ stammt aus dem Jahr 1968 und zeigt auf grauem Untergrund sechs gewebeartige Reihen von kraftvollen weißen Kreidewirbeln. Sie ist in ihrer Komplexität und monumentalen Größe die wohl reifste Arbeit in Twomblys Kritzel-Serie, was ihre Taxierung auf stolze 60 Millionen Dollar begründet. Kostengünstiger wäre eine nur halb so große und zwei Jahre später entstandene Papierarbeit mit eher flächendeckenden Wachskringeln in Weiß und Grau für ein Startgebot von 2 bis 3 Millionen Dollar. Eine von Twomblys aktuellen Arbeiten gibt es mit der minimalistisch-geometrischen Bronzeplastik „Untitled (Zurich)“ in Bauklötzchenmanier von 2009 für 1,8 bis 2,5 Millionen Dollar zu erwerben. ...mehr

Mehrere Privatsammlungen und Nachlässe bereichern die Auktionen mit Alter Kunst und Antiquitäten bei Van Ham in Köln

Perlen im Glas


Gottfried von Wedig, Stillleben mit gebratenem Huhn, Brot und Zuckerwerk in Prunkgefäßen

Nach den international beachteten Versteigerungen der Sammlung des wegen Betrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach geht es im Kölner Auktionshaus Van Ham nun mit dem normalen Programm weiter. Im Rahmen der dreitägigen Herbstversteigerung von Kunst und Antiquitäten kommen am 13. November zunächst die Maler des 15. bis 19. Jahrhunderts zum Aufruf. Bei den Alten Meistern können viele Werke nicht sicher zugeschrieben werden, oft handelt es sich nur um Vermutungen wie bei einem motivreichen Stillleben mit gebratenem Huhn, Brot, Zuckerwerk und Prunkgefäßen, das der gebürtige Kölner Gottfried von Wedig geschaffen haben soll und für 35.000 bis 40.000 Euro zur Disposition steht. Lediglich „Schule des Cornelis van Poelenburg um 1700“ steht auf dem Etikett einer barockklassizistischen Darstellung von Venus, Adonis und Amor vor der erhebenden Kulisse einer weiteren Landschaft für 20.000 bis 25.000 Euro. ...mehr

Auch jenseits der Musen-Kunst hat Christie’s in New York wieder Einiges zu bieten

Rekordanwärter


Paul Cézanne, Pommes sur un linge, um 1885

Nach der kuratierten Auktion unter dem Titel „The Artist’s Muse“ am 9. November fährt Christie’s in der kommenden Woche in zwei weiteren Abendauktionen die übrigen Highlights aus Impressionismus und Moderne sowie zeitgenössischer Kunst auf. Den Schlusspunkt der Auktionswoche bilden am 12. November die älteren Meister, die sich freilich ein wenig ausgedünnt ausnehmen. Mit über sechzig Werken ist die Veranstaltung zwar zahlenmäßig gut bestückt, zweistellige Millionenzuschläge werden allerdings kaum erwartet. Die hat man mit Amedeo Modiglianis „Nu couché“ für 100 Millionen Dollar, Gustave Courbets „Femme nue couchée“ für 15 bis 25 Millionen Dollar oder Paul Cézannes Zeichnung „L’homme à la pipe“ im gleichen Preisrahmen in die Musen-Versteigerung gesteckt. Letzterer könnte dann vielleicht doch noch die 10 Millionen-Marke streifen, denn soviel ist als obere Erwartung für Cézannes mittelgroßes, um 1885 entstandenes Stillleben „Pommes sur un linge“ vorgesehen, von dem sich ein japanischer Sammler zugunsten einer Wohltätigkeitsorganisation trennt, die Studierende in seiner Heimat unterstützt. Mit gleicher Schätzung geht Henry Moores große, amorph abstrahierte Bronzeplastik „Two Piece Reclining Figure: Points“ von 1969/70 an den Start. ...mehr

Die Abteilungen Schmuck und Kunstgewerbe läuten die Herbstauktionen bei Lempertz in Köln ein

Der Meißner Bauernhof für Gutbetuchte


Falko Marx, Brosche „Souvenir de Maroc“

Zur diesjährigen Herbstauktion präsentiert Lempertz seine ausgesuchten Schmuckstücke sowie eine kleine Sammlung Golddosen erneut in einem eigenen Katalog am Abend des 12. November. Das älteste Los ist ein 21 Jahrhunderte alter Goldring mit einer unheimlichen Kamee für 4.000 bis 6.000 Euro; denn dort eine späthellenistische Komödienmaske in Gestalt eines verzerrten Männergesichts zu sehen. Attraktiver ist dagegen eine feminine Belle Epoque-Brosche mit Diamanten und einem Opalcabochon in Form eines Schmetterlings von 1890 für 8.000 bis 9.000 Euro. Daneben bietet die große Auswahl an historischem Schmuck auch hochkarätige Preziosen des Art Déco wie elegante Solitärringe mit einem Diamant im Übergangsschliff für 15.000 bis 18.000 Euro oder einem sündhaft großen Altschliffdiamant für 20.000 bis 25.000 Euro. Dem Schmuck der Kölner Werkschulen ist ein eigenes Kapitel gewidmet, darunter Drehringe aus Gelbgold mit römischen Gemmen und Kameen von Elisabeth Treskow und Fritz Deutsch für jeweils 1.500 bis 2.000 Euro sowie ein massives Manschettenband mit Reliefdekor und grünen Turmalinstäben von Peter Heyden für 2.700 bis 3.000 Euro. Von Falko Marx stammt die reich mit Farbsteinen in floralen Mustern und Tierformen besetzte Brosche „Souvenir de Maroc“ für 10.000 bis 15.000 Euro. ...mehr

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