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Am 23.10.2017 Auktion 66: Autographen, Manuskripte, Musikalia

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Art & Auktionen enttäuschen bei der zweiten Ausgabe

Abgespeckt


Carl Spitzweg, Im Hochgebirge – Sennerin und Kind auf dem Pfad

Nach der recht erfolgreichen ersten Versteigerung des neu gegründeten Münchner Auktionshauses Art & Auktionen im Juni scheint bereits jetzt die Luft raus zu sein. Was die Scheublein KG am 19. September präsentiert, reicht nicht über das Niveau eines mittleren Hauses hinaus, wie es in zahlreichen deutschen Städten steht, und erreicht auf keinen Fall den Rang von Neumeister, als dessen bessere Fortsetzung sich die Abspaltung wohl verstanden haben wird. Besonders die Stärken der ersten Auktion, die Gemälde des 19ten Jahrhunderts, enttäuschen. Die Kunden scheinen sich hier doch wieder zum erfahreneren Haus an der Barer Straße gewandt zu haben. Die Gemälde Carl Spitzwegs haben sich auf eines reduziert, und ob die Sennerin auf einem Pfad im Hochgebirge aus der Zeit um 1870/75 wirklich 70.000 Euro wert ist, erscheint doch eher fraglich. ...mehr

Kollers Gemäldeauktionen zum 50sten Firmenjubiläum

Melancholie und Wahnsinn


Ambrosius Bosschaert d.Ä., Blumenstillleben mit Schmetterlingen und Muschel, um 1608

Das 50jährige Firmenjubiläum feiert der Züricher Versteigerer Koller gewohnt opulent, mit insgesamt neun Katalogen und einem besonders starken Angebot in der Gemäldesparte. Ganz passend vielleicht, dass in dieser Mischung aus Rückblick und Vorschau bei den Alten Meistern am 19. September die Stillleben und lustige niederländische Bauernszenen die Höhepunkte bilden – so Pieter Breughels d.J. „Hochzeitstanz im Freien“, ein typisches Bild des um 1564 geborenen „Höllenbrueghel“ mit halb karikiertem, halb liebevollem bäuerlichem Leben inmitten eines idyllischen Dorfplatzes. 600.000 bis 800.000 Franken werden hier verlangt. Es muss nicht immer so arg zugehen wie bei Breughels „Bauernstreit beim Kartenspiel“ von 1620, das Koller etwas höher für 700.000 bis 900.000 Franken anbietet. Auf der anderen Seite aber steht eine Reihe von memento mori-Bildern, allen voran – nicht preislich zwar, aber vielleicht in der Intensität des Todesgedankens – ein kleines Portraitdiptychon des Kölner Meisters Bartholomäus Bruyn d.Ä. aus der Zeit um 1534. Das bürgerliche Ehepaar posiert in vornehmer Garderobe auf den Innenseiten der rundbogigen Tafeln, doch außen prangt frontal und unausweichlich ein grausiger Totenschädel in der Nische. 150.000 bis 200.000 Franken honorieren nicht nur eine ausgezeichnete malerische Qualität. ...mehr

Design, eine Murano- und zwei Afrika-Sammlungen bei Quittenbaum in München

Herbstauftakt in seltener Mischung


Reliquiarfigur „mbulu“, Kota, Gabun

Quittenbaum macht den Anfang. Gegen Ende der Sommerpause läutet der Münchner Auktionator, im vergangenen April zehn Jahre alt geworden, mit seiner Designauktion die neue Saison ein – und das mit der Auktionsnummer 75! Zusätzlich zu den fast 440 Möbeln, Lampen, Vasen und sonstigen Einrichtungsgegenständen der vergangenen hundert Jahre geben sich am 2. September noch eine italienische Privatsammlung ausschließlich mit Muranoglas im Gesamtschätzwert von mehr als 230.000 Euro sowie zwei süddeutsche Privatsammlungen mit afrikanischer Kunst die Ehre. Während der Einlieferer von ersterer anonym bleibt, sind mit Otto Jordan und seiner Tochter Mechthild Habiger sowie dem Ehepaar Wolfgang und Vera Nerlich zwei renommierte Sammlernamen angesprochen, die bereits seit den 1960er Jahren den Auf- und Ausbau ihrer umfassenden Kollektionen mit Ethnografika betrieben. Das schlägt sich auch in den Schätzpreisen nieder: Circa 450.000 Euro beträgt die Gesamttaxe der Sammlung Jordan/Habiger, etwa 210.000 Euro sollen die rund neunzig Preziosen des Ehepaares Nerlich einspielen. ...mehr

Rückblick: Kunst des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Göttlicher Friede unter dem Regenbogen


Joseph Anton Koch, Heroische Landschaft mit Regenbogen, 1824

Als Epochenwerk kam man getrost die „Heroische Landschaft mit Regenbogen“ von Joseph Anton Koch bezeichnen. Gemalt 1824 im Auftrag des Berliner Altertumsforschers und Buchhändlers Gustav Parthey, zieht hier Koch die Summe seines künstlerischen Schaffens, verleiht dem Klassizismus noch ein letzten großen Auftritt und öffnet das Tor zur Romantik. In dieser von ihm als „Große griechische Landschaften“ betitelten Gemäldegruppe verbindet er in idealisierender Weise Motive, die er an den Küsten Italiens bei Salerno gefunden hatte, mit antiken Bauwerken sowie Mensch und Tier und lässt daraus in deutlich konturierten Flächen und klaren, leuchtenden Farben ein Arkadien entstehen. So schwärmt er in einem Brief von der schönen Umgebung Salernos auf dem Weg nach Paestum, von den in eindrucksvolles Licht getauchten antiken Stätten, dem Ausblick auf das Meer mit blau schattierten Bergen im Hintergrund, den Schäferinnen und Schäfern. Dass es ihm dabei nicht nur um ein irdisches Paradies geht, sagt der doppelte Regenbogen aus, der die Komposition umschließt. Als Symbol für den göttlichen Frieden umfängt er die Einheit von Natur, Mensch und Kultur und ist Sinnbild für eine erlöste und konfliktfreie Erde. ...mehr

Rückblick: Schweizer Kunst bei Sotheby’s

Höhepunkte bei A und Z


Robert Zünd, Haus zwischen Nussbäumen (Schellenmatt)

Mit zwei Schweizer Malern des 19ten Jahrhunderts hat sich Sotheby’s bei der vergangenen Versteigerung in den neuen Züricher Geschäftsräumen in der Talstrasse 83 effektvoll in Szene gesetzt und eigene Rekordmarken vom November 2007 eingestellt: Albert Anker und Robert Zünd. Letzterer trat gleich zu Beginn der Auktion in Erscheinung und brachte die sommerliche Landschaft „Haus zwischen Nussbäumen“ mit. In atmosphärischer Stimmung hielt Zünd die Schellenmatt bei Kriens mit ihren mächtigen Nussbäumen und Menschen bei der Ernte fest. Da ihn dieses Motiv faszinierte, wiederholte er es in mehreren Gemälden, von denen ein Exemplar im Kunstmuseum Luzern hängt. Mit 300.000 bis 500.000 Franken war solch ein Hauptwerk Zünds entsprechend hoch taxiert und dennoch bei den Käufern beliebt. Ein internationaler Sammler behielt bei 540.000 Franken die Oberhand, verbesserte den bisherigen Spitzenpreis um 220.000 Franken und legte mit Aufgeld letztendlich 649.000 Franken hin. ...mehr

Fotografieauktion bei Bassenge

Die Stärke der Alten


Eine losbezogene Zuschlagsquote von 65 Prozent bescherte dem Auktionshaus Bassenge am 11. Juni hinsichtlich dieses Wertes im deutschsprachigen Raum eine der erfolgreichsten Fotografieauktionen in diesem Frühjahr. Doch hatte der Berliner die Schätzpreise im Gegensatz etwa zu Lempertz oder Van Ham zum Teil extrem niedrig angesetzt, ohne dass dadurch – zumindest im 20sten Jahrhundert – ein allzu starker Anreiz zum Überbieten geweckt worden wäre. So waren hohe Preise eher selten, und als einziges Foto nach 1900 kratzte Peter Hujars „Daniel Schock“ von 1981 an der Fünfstelligkeit. Der 1987 recht jung an Aids verstorbene Hujar trieb sich damals in der New Yorker Schwulenszene herum und brachte viele ihrer kleinen Kultfiguren vor die Linse, so einen gewissen Daniel Schock, der auf einem Holzstuhl sitzend eine tolle Verrenkung vollführt, die eine Zuordnung von Armen und Beinen kaum mehr zulässt. Dieses Bild kletterte allerdings kräftig, von 1.200 auf stolze 10.000 Euro. ...mehr

Schweizer Kunst bei Christie’s

Rekord zum 100sten Geburtstag von Max Bill


Nur ein kleiner Wermutstropfen mischt sich in die ansonsten erfolgreiche Suite der sechs Werke von Max Bill, die Christie’s am 16. Juni im Kunsthaus Zürich offerierte. Gerade die einzige Skulptur, die „einheit aus drei gleichen zylindern“ von 1966, musste bei 70.000 bis 90.000 Franken wieder die Heimreise zu ihrem bisherigen Besitzer antreten. Ansonsten wurde die Offerte erfolgreich abgesetzt und zum Schluss mit dem neuen Spitzenpreis von 180.000 Franken für ein Gemälde Max Bills gekrönt. Dafür musste der Züricher Konkrete aber auch gleich vier Leinwände ins Rennen schicken, denn die „rotierenden vielfarbigen doppelkerne I-IV“ von 1972 bestehen aus vier hochrechteckigen Gemälden, bei denen sich die Farben des Karos in der Mitte wie auch der um sie herum gruppierten gleichschenkligen Dreiecke abwechseln (Taxe 180.000 bis 240.000 SFR). Damit liegt Christie’s nur 10.000 Franken über der eigenen Höchstmarke für Bills „Weisses Quadrat durch Elementärfarben ergänzt“ vom vergangenen Dezember. Bills Auktionsrekord sind immer noch die 350.000 Dollar, die Sotheby’s im November 2005 in New York für seine Granitskulptur „Dreieckfläche im Raum“ aufstellte. ...mehr

Rückblick: Fotografie bei Van Ham

Stillleben mit fliegendem Ei


Walter Peterhans war der Glücksbringer bei Van Hams Fotografieauktion am 14. Juni in Köln. 1897 in Frankfurt geboren, schaffte er es 1929 als Lehrer ans Bauhaus in Dessau und etablierte die Fotografie dort endlich als regulären Bestandteil des Lehrprogramms. In etwa der gleichen Zeit schuf er ein „Stillleben mit schwebendem Ei“. Niemand kann wohl sagen, ob das Ei – von Geisterfäden gehalten – wirklich schwebt, ob es als Fotomontage Eingang ins Bild fand oder tatsächlich im nächsten Augenblick auf dem Holztisch zerplatscht ist. Jedenfalls macht es mächtig Eindruck inmitten der sonst so unscheinbar herumliegenden Gegenstände. Da es sich überdies um ein Vintage handelt, waren die Begehrlichkeiten in der Versteigerung besonders groß. Für 58.000 Euro ging das fast quadratische Foto nach einem spannenden Bietgefecht zwischen Saal und Telefonen an einen deutschen Händler. Das ist Weltrekord für Peterhans, von dem eine vergleichbare Arbeit im Mai bei Christie’s für brutto 18.500 Pfund weitervermittelt wurde. ...mehr

Zeitgenössische Kunst läuft gut, russische weniger bei Koller in Zürich

Vom Weiß beschützt


„Sand“ heißt das Zauberwort. Mit diesem Stoff schaffte Willi Baumeister in den 1920er Jahren den künstlerischen Durchbruch. Vermengt mit Ölfarbe und Kunstharz, verleiht es seinen Werken eine haptische Materialität, die an Steinmauern oder Schmirgelpapier erinnert. Über alle Zeiten hinweg, auch die Nazizeit, als der „entartete“ Baumeister sich in die innere Emigration zurückzog, blieben die abstrakten, zeichenartig mit wenigen Farben bespielten Bilder sein unverwechselbares Markenzeichen. Ein Jahr vor seinem Tod, 1954, schuf er einen „Monturi-Kreis“ aus der gleichnamigen Serie, die sich als Gegenpol zu den schwarz dominierten „Montaru“-Bildern versteht. Denn die „Monturis“ sind licht, Weiß beherrscht das Feld, Schwarz ist verdrängt oder in Auflösung begriffen, und nur ein paar Rot-, Gelb- oder Grüntöne freuen sich, von Weiß beschützt zu werden. Freuen durfte sich auch der deutsche Privatmann, der dieses Gemälde am 30. Juni zu Kollers Zeitgenossenauktion einlieferte. Denn zahlreiche Telefon- und Saalbieter rissen sich um die 54 mal 46 Zentimeter große Hartfaserplatte, bis ein Landsmann schließlich die Oberhand behielt – allerdings erst bei 480.000 Franken. Angesetzt war das Gemälde auf durchaus nicht zu bescheidene 160.000 bis 260.000 Franken. ...mehr

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News vom 16.10.2017

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Würzburg ruft Peter Dell in Erinnerung

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