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AktuellAktuell:Auktionen

Historische Trinkgefäße und eine Bronzeskulptur bei Vogt in München

Aus aller Herren Länder


Humpen, Meißen, um 1740

Porzellan aus Meißen, Ludwigsburg und Höchst, Fayencen aus Proskau, Nürnberg und Bayreuth, Steinzeug aus Altenburg und Waldenburg, Gmunden und sogar Italien, der schöne Westerwald, Sachsen, Schlesien, böhmisches Glas – der Reichhaltigkeit des Angebots an historischen Trinkgefäßen, dekorativen Skulpturen und sonstigen Gegenständen kleiner Sammelleidenschaft sind bei Johannes Vogts Internetauktion am 7. Juni wahrlich keine Grenzen gesetzt. Mit sicherem Gespür hat der Münchner Auktionator einmal mehr vielseitige Exemplare des Kunsthandwerks aus aller Herren Ländern zusammengetragen und in genau 500 Losnummern zusammengestellt. Und man hat das Gefühl, von Mal zu Mal werde das Angebot dieses Spezialisten besser und auch teurer. ...mehr

Herausragende Zeichnungen erhalten bei Kornfeld diesmal einen eigenen Katalog

Teil des Würzburger Treppenfreskos zu kaufen


Giovanni Battista Tiepolo, Pferd, von einem Mann zurückgehalten, 1751/53

Sage und schreibe 32 Handzeichnungen hat das Berner Auktionshaus Kornfeld am 6. Juni in einem separaten Sonderkatalog vereint. Doch ihre Qualität und die erstklassigen Namen ihrer Schöpfer rechtfertigen wohl zur Genüge diese enge Auswahl. Hinzukommen nicht allzu hohe Schätzpreise, die viel Luft nach oben lassen und den Händlern und Flaneuren der zeitgleich stattfinden Art Basel viel Gelegenheit zum fleißigen Mitbieten geben. Die Arbeiten reichen vom frühen 17ten bis zum späten 19ten Jahrhundert, von einem Aquarell des Berner Glasmalers Abraham Sybold mit dem Titel „Den Durstigen Trencken“ aus dem Jahr 1608, das von den christlichen Werken der Barmherzigkeit inspiriert ist (Taxe 25.000 SFR), bis hin zu drei aquarellierten Bleistiftzeichnungen der Jahrhundertwende Auguste Rodins, von denen die Tänzerinnen noch recht munter die schönen Beine heben, ein auf dem Rücken liegender weiblicher Akt dagegen ziemlich schachmatt aussieht, als habe sie Sybolds Mitgefühl zu viel erwischt (Taxen je 15.000 SFR). ...mehr

Resultate: Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber in München

Die Pilze der Frau von Lormstein


Petrus Apianus, Astronomicum Caesarum, Ingolstadt 1540

Toplos der Alten Meister und der Auktion Alter und Neuerer Kunst überhaupt bei Karl & Faber am 28. Mai wurde eine bibliophile Ausnahmeerscheinung. Denn Petrus Apianus’ „Astronomicum Caesareum“ in einer Ausgabe aus Ingolstadt von 1540 hat eher praktischen Nutzen, ist mit 35 astronomischen Holzschnittfiguren von prächtiger Gestalt ausgestattet, die teilweise mit zahllosen beweglichen Scheiben und Seidenfäden ihre didaktischen Zwecke erfüllen. Auf 180.000 Euro steigerte sich dieses Werk, das mit 45.000 bis 50.000 Euro eher im Rahmen der sonstigen Alten Meister angesetzt war. Denn im Ergebnis, das in Gesamtheit der Zuschläge bei knapp der Hälfte lag, kamen die Beträge über die mittlere Fünfstelligkeit nicht hinaus. Dabei war es ausgerechnet ein völlig unerwarteter Außenseiter, der mit 52.000 Euro den zweiten Platz belegte: Die in schwarzer Kreide und brauner Lavierung festgehaltene Ansicht eines Bauernhofes mit Weiden, die eigentlich nur auf 1.200 Euro angesetzt war. Aber wer weiß, vielleicht stammt das kleine Blatt ja gar nicht aus dem Umkreis Claude Lorrains, wie das Haus vermutete, sondern vom Meister selbst. ...mehr

Der Rang Kornfelds als eines der ersten Schweizer Auktionshäuser für bildende Kunst ist einmal mehr bewiesen

Vielseitiger geht es kaum


Vincent van Gogh, Die Näherin beim Fenster, 1881

Ein Jahr warten hat sich gelohnt. Was der Berner Auktionator Eberhard W. Kornfeld für seine Versteigerung zeitgleich mit der Art Basel am 6. Juni in die „Ausgewählten Werke“ aufgenommen hat, tritt erneut den Beweis an, dass sein Haus trotz der Beschränkung auf nur eine Auktion im Jahr nach wie vor zu den ersten der Schweiz gehört. Da finden sich als Höhepunkte zwei Franzosen, Georges Braque mit einem flächig gebundenen, aber ganz locker und ohne kubistische Strenge komponierten Stillleben mit großer Vase aus den späten 1950er Jahren sowie Vincent van Gogh, dessen Aquarell einer Näherin am Fenster während eines Aufenthalts in Etten südlich von Breda im Herbst 1881 entstand und damit noch dem Frühwerk des Meisters zugerechnet wird. Beide Bilder rücken mit ihren Schätzpreisen nicht heraus, diese dürften aber um die 2 Millionen Franken liegen. ...mehr

Ketterer in München bevorzugt die Abstrakten

Nichts zu sehen auf dem Bild


Es scheint so, als habe Robert Ketterer eine Affinität zur Abstraktion. Bei wohl keinem deutschen Auktionshaus ist dieses weite Feld der Malerei so dominierend wie bei Ketterer in München. Zahlreiche Lose der Zeitgenossen-Auktion werden von Künstlern besetzt, die nicht einfach nur durch Zufall gegenstandslos malen. Fritz Winters unscharf konturierte, auch einen Eindruck von Räumlichkeit erzeugende Streifen „Räume Vertikal Rot“ von 1966 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) unterliegt ebenso einer bewussten Programmatik wie Enrico Castellanis beidseitig punktuell modulierte und mit weißer Acrylfarbe bemalte Leinwand von 1995 aus seiner „Superficie bianca“-Serie, die trotz steigender Preise bei Ketterer und Lempertz im vergangenen Jahr immer noch auf bescheidene 80.000 bis 120.000 Euro angesetzt ist. Was bei seinem italienischen Kollegen Antonio Calderara der „Spazio lcue“ in einem schwarzen Quadrat auf schwarzen Grund sein soll, bleibt fraglich (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Adolf Fleischmanns berückende „Composition Md. 1952“ huldigt seinem strengen Formalismus horizontaler Streifen mit vertikalen Unterbrechungen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR), der Amerikaner Sam Francis in der Nummer „SF69-022“ den Ergüssen des Action Painting, das sich hier allerdings lediglich in Farbklecksen am Rand austobt (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). ...mehr

Ergebnisse: Moderne Kunst im Dorotheum Wien

Mut zum Unbekannten


Wladimir Baranoff-Rossiné repräsentiert stellvertretend den Verlauf der vergangenen Moderne-Auktion, mit der das Wiener Dorotheum seine Erfolgsgeschichte stetig, aber nicht überschwänglich fortsetzte und am internationalen Kunstgeschehen teilnimmt: Bei 140.000 Euro schlug der Hammer aufs Pult. Ein schöner Betrag für das Werk eines Meisters, der nicht allzu häufig auf dem Markt auftritt und überdies zu den tragischen Figuren der Kunstgeschichtsschreibung gehört. In den frühen 1910er Jahren nahm der gebürtige Russe zwar an der Avantgardeszene in Frankreich teil und kehrte auch 1925 wieder nach Paris zurück, doch 1942 wurde seinem Schaffen ein jähes Ende gesetzt. Von den Nationalsozialisten geschnappt, wurde er zwei Jahre später in Auschwitz ermordet. Die stille Seenlandschaft mit Segler stammt aus der Zeit um 1910 und damit vermutlich schon aus seiner frühen Pariser Zeit. Dass das Ergebnis jetzt doch nicht ganz zufriedenstellend war, lag am Schätzpreis: 150.000 bis 250.000 Euro waren eigentlich erwartet worden. ...mehr

Moderne Kunst bei Ketterer in München

Hortus conclusus für Personal gesperrt


Amedeo Modigliani, Cariatide, 1911/12

Die rund 170 Arbeiten, die Ketterer zu seiner Auktion Moderne Kunst am 4. Juni im Gartensaal des Münchner Prinzregententheaters zugelassen hat, schlagen einmal mehr einen Bogen durch hundert Jahre Kunstgeschichte von den französischen Impressionisten bis zum späten Chagall. Ganz die Schätzpreise vom vergangenen Jahr, als Noldes Nadja die 2 Millionen Euro-Marke überstieg und Mackes Mädchen am Tisch sich erst mit 410.000 Euro zufriedengab, werden diesmal nicht erreicht, einige heiße Kandidaten gibt es aber doch. Amedeo Modiglianis Blaue Kreide- und Bleistiftzeichnung einer klassizistischen „Cariatide“ von 1911/12 zum Beispiel (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) oder mehrere Abstraktionen Alexej von Jawlenskys, darunter seine obligatorischen Köpfe für bis zu 60.000 Euro. Gegen Ende der Auktion schickt er jedoch noch ein schönes südliches Landschaftsbild „Bordighera“ von etwa 1914 für 120.000 bis 150.000 Euro ins Rennen. ...mehr

Moderne Kunst läuft bei Zezschwitz immer noch etwas zäh

Die oberen Elftausend


So richtig erfolgreich agiert das Münchner Auktionshaus von Zezschwitz noch immer nicht auf dem Markt der bildenden Kunst. Die entsprechende Kunstauktion mit modernen und zeitgenössischen Werken am 20. Mai erreichte eine Zuschlagsquote von nur gut 29 Prozent. Ein einziges Werk hangelte sich in den Bereich der Fünfstelligkeit hoch: Josef Scharls Blumenstillleben von 1938, das in abstrahierten Formen Callablüten in einer leicht gebauchten Vase vor schwarzem Hintergrund platziert. 11.000 Euro waren der Lohn, sogar noch 1.000 über der Taxe. Unveräußert blieben dagegen andere hochgehandelte Arbeiten wie Christian Rohlfs’ aquarellierte Gebirgslandschaft von 1920 (Taxe 14.000 EUR), Otto Dix’ Farblithografie „Hofkirche Dresden“, die mit 17.000 Euro aber auch wirklich etwas großzügig bemessen war, und zwei in abstrakten Pinselschwüngen zerwirbelte Köpfe Helmut Sturms von 1961 für je 12.000 Euro. Auch Scharls 1943 in Amerika entstandener Blick übers leicht bewegte Meer mit grünem Himmel wollte um 8.000 Euro niemand haben. ...mehr

Jubiläumsauktion zum Zehnjährigen von Quittenbaum

Kurioser Stuhl


Louis Comfort Tiffany und Samuel Colman, Armlehnstuhl, nach 1892

Eine freundliche Quote von 46,5 Prozent nach Losen – mit dem Nachverkauf stieg dieser Wert auf gut 50 Prozent – und einige satte Zuschläge bescherten die Bieter dem Auktionshaus Quittenbaum zu dessen zehnjährigem Bestehen. Der Münchner Design- und Kunsthandwerksspezialist hatte am 29. April zu einem rund tausend Posten umfassenden Programm von Jugendstil und Art Déco geladen. Die ersten zweihundert Lose widmeten sich fast ausschließlich der französischen Glasproduktion aus den beiden ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Neben Gabriel Argy-Rousseau, dessen Vase „Sureau“ von 1919 gute 3.400 Euro einspielte (Taxe 2.700 EUR), fand vor allem die Firma Daum Frères in Nancy viele Freunde. Höhepunkt wurde mit 22.000 Euro noch 4.000 über der Schätzung eine pilzförmige Tischlampe aus der Zeit um 1905, deren schlanker Schaft und elegant geschwungener Schirm mit Kirschzweigen in voller Blüte geschmückt sind. An zweiter Stelle behauptete sich bei regelgerechten 12.000 Euro eine schöne Federschale mit sitzendem Chamäleon am Beckenrand, ein Entwurf von Amalric Walter. Auch eine glockenförmig ausschwingende Schale mit Champignons auf der Wandung von 1907 schloss mit 6.500 Euro durchaus erfreulich ab (Taxe 7.500 EUR). ...mehr

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