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Am 08.11.2017 Auktion 259 'Russian Art & Icons'

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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© Galerie Neher - Essen


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Leda mit dem Schwan / Eduard Veith

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Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

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AktuellAktuell:Auktionen

Sotheby’s schreibt mit der Hirst-Auktion Geschichte

Das Goldene Zeitalter des Damien Hirst


Oliver Barker versteigert Hirsts Kunst

Bei der Auktion „Beautiful Inside My Head Forever“ ist alles glatt gelaufen, das Soll übererfüllt – und das trotz der Finanzkrise mit dem Zusammenbruch mehrer Geldinstitute in den USA und resultierend daraus der weltweit schwächelnden Börsen. Da kann man nur gratulieren und sich seine Anmerkungen über den Warencharakter der Kunst und ihre immer ausgefeiltere Vermarktung verkneifen. Damien Hirst und Sotheby’s haben vorgemacht, wie’s geht, und werden damit sicherlich in die Annalen der Auktionsgeschichte eingehen. Die nackten Zahlen sprechen für sich: Am 15. und 16. September bot Hirst in London 223 Werke direkt aus seinem Atelier an, davon wurden 218 verkauft und spülten 111,5 Millionen Pfund in die Kassen von Sotheby’s. Erwartet waren höchstens 100 Millionen Pfund. Mit der nur einem Künstler gewidmeten Versteigerung schlägt Damien Hirst auch Pablo Picasso. Denn als 1993 die Sammlung Stanley J. Seeger mit 88 Werken des Klassikers veräußert wurde, kamen umgerechnet nur 21 Millionen Pfund zusammen. ...mehr

Damien Hirst verkauft seine Werke bei Sotheby’s

Wozu braucht ein Künstler noch einen Galeristen


Damien Hirst vor seinem „Goldenen Kalb“

Das „Goldene Kalb“ ist wohl das beste Sinnbild für diese Auktion. Denn Damien Hirst ist für Grenzüberschreitungen immer gut. Der 1965 in Bristol geborene Skandalkünstler provoziert etwa mit Schmetterlingen, die er zu bunt schillernden Kunstwerken komponiert, mit echten Tieren wie Haien, Kühen oder Schafen, die er in Formaldehyd einlegt und ausstellen lässt, und zuletzt mit dem Vanitassymbol „For the love of God“, einem über und über mit Diamanten besetzten Totenschädel. Nun übertritt einer der bestbezahlten lebenden Künstler ein ungeschriebenes Gesetz des Kunstmarktes: Hirst übergeht seine Galeristen und versteigert neue Werke direkt aus seinem Atelier bei Sotheby’s. Das Londoner Auktionshaus spricht daher von einer „noch nie in dieser Form dargebotenen Auktion“ und vom „historischem Rang“ der Veranstaltung. ...mehr

Kunst und Antiquitäten bei Neumeister

Königliche Tränen


Carl Friedrich Heinzmann, Blick von der Spitzingalm auf den Schliersee, 1826

Nach Neumeisters großer Jubiläumsauktion im Juli geht es beim Münchner Versteigerer nun wieder etwas ruhiger zu. Unter den rund 750 Losen mit Kunst und Antiquitäten am 17. September finden sich kaum Anwärter auf große Preise, die mit Aussichten auf Fünfstelligkeit lassen sich fast an einer Hand abzählen. Als Höhepunkt dürfte eine kleine Holzplatte Carl Friedrich Heinzmanns gelten, eines zwischen Romantik, Biedermeier und Realismus stehenden Süddeutschen, 1795 in Stuttgart geboren, 1846 in München gestorben, der 1826 einen Blick von der sanft daliegenden, grünenden Spitzingalm auf den in der Ferne glänzenden Schliersee riskierte. Das Ölgemälde interessiert nicht nur wegen seines idyllischen Ausflugsmotivs und der feinen Malweise. Zur selben Auktion ist auch eine Bouillontasse samt Untertasse der 1830er oder 1840er Jahre eingeliefert, die das gleiche Motiv als Porzellanbild zeigt. 1822 hatte Heinzmann in der Nymphenburger Porzellanmanufaktur eine Anstellung als Maler für das Landschaftsfach erhalten. Die Übereinstimmung findet also ihre Erklärung. Im Archiv der Firma hat sich sogar die aquarellierte Vorlage Heinzmanns erhalten. Das Gemälde soll 30.000 Euro kosten, die Tasse gibt es vielleicht schon für 500 Euro. ...mehr

Bei Zezschwitz leuchtet’s

Münchens Lampenladen


Gio Ponti, Deckenlampe, 1950

Lampen – was andere Häuser in ihren Design- oder Variaauktionen so mitführen, stellt der Münchner Spezialist von Zezschwitz zu einer eigenen Sonderveranstaltung mit fast 300 Losnummern zusammen, die am 19. September auf interessierte Käufer warten. Das Angebot aus den letzten 200 Jahren reicht von einem Krokodil, das einen Reisenden mit Bädeker verschlingt – in Wahrheit ein echt wienerisch-humoristischer Kerzenleuchter um 1900 für 450 Euro –, bis hin zum Abguss eines Tierschädels. Auch hier trügt der Schein, Bernhard Lehner hat vor einem Jahr dieses ästhetische Kleinod aus einer Bogensäge, einem alten, handgeschmiedeten Lampenständer und anderen Fundstücken zu einer etwas okkultistischen Designerlampe zusammengeschmiedet, als wäre er Jean Tinguely (Taxe 3.900 EUR). Dazwischen liegen echte Knüller mit preislich zum Teil hohen Ansprüchen im gehobenen fünfstelligen Bereich. Eine mit stilisierten Libellen geschmückte Deckenlampe der Kunstgewerbeschule Wien, entworfen in der Klasse Koloman Mosers und produziert bei Lötz Witwe in Klostermühle, verlangt zum Beispiel 25.000 Euro, zwei ebenfalls um 1901 von Eduard Hueck in Lüdenscheid hergestellte Kerzenleuchter Joseph Maria Olbrichs mit Volutendekor sind mit 10.000 Euro bewertet. ...mehr

Möbel, Kunsthandwerk und Asiatika zum 50sten bei Koller

Reigen der großen und kleinen Ebenisten fürs Jubiläum


Botteghe Granducali, Kabinett mit Wappen Maximilian II. Emanuel, Florenz um 1720

Koller feiert. Das Zürcher Auktionshaus, gegründet 1958 von Pierre Koller und als kleine Galerie zunächst spezialisiert auf Pferdestiche, hat sich inzwischen zu einem der, wenn nicht dem bedeutendsten Einrichtungshaus auf dem deutschsprachigen Kunstmarkt entwickelt und beweist dies auch mit den Möbeln und Einrichtungsgegenständen am 18. September. Unter den rund 450 Losen ist wieder eine Reihe hochkarätiger Stücke jenseits der 100.000er-Marke mit einigen dramaturgisch gewohnt effektvoll platzierten Kommoden, Uhren, Schreibtischen oder Sekretären gegen Mitte der Auktion. Zunächst geht es los mit einigen Stücken des 17ten und frühen 18ten Jahrhunderts, allen voran einem Kabinett mit Pietra Dura-Platten, das eindrucksvoll die weitgespannten Ambitionen des Bayernfürsten Maximilian II. Emanuel illustriert. Dieser, der sich im Spanischen Erbfolgekrieg verspekuliert hatte und dennoch zu den großen Kunstförderern seiner Zeit gehörte, musste nicht nur die Schlösser in Nymphenburg und Schleißheim ausstatten. Vorliegendes Exemplar, das sich bisher in einer römischen Privatsammlung befand, mag besonders die zeittypische Lust am Fremdartigen befriedigt haben. Entstanden ist das Kabinett um 1720 in der Botteghe Granducali in Florenz (Taxe 140.000 bis 180.000 SFR). ...mehr

Afrikanische Kunst, Murano-Glas und Design bei Quittenbaum

Keine afrikanischen Verhältnisse


Gio Ponti, Vase „Jungla“, um 1923

Gewohnt geschäftsmäßig ging am 2. September Quittenbaums Designauktion über die Bühne. Nur selten bäumten sich die überschaubare Zahl der Saalbieter in München und einige Telefone gegen die moderaten Schätzpreise auf, große Überraschungen blieben aus. Auch mit einem Gesamtergebnis von rund 35 Prozent wurden keine Erwartungen übererfüllt. Gute Ergebnisse erzielte der italienische Designer Gio Ponti mit zwei frühen Vasen der 1920er Jahre: Von 5.000 auf 12.000 Euro und damit den Höchstpreis der Auktion steigerte sich gleich zu Beginn „Jungla“ von etwa 1923 mit naiven Darstellungen von Tieren der afrikanischen Steppe zwischen stilisierten Büschen. Sie ist nun in einem amerikanischen Museum zu bewundern. Eine weitere Vase von etwa 1927 mit einer Violinistin wurde bei 6.500 Euro ausgezeichnet honoriert (Taxe 3.000 EUR). ...mehr

Art & Auktionen enttäuschen bei der zweiten Ausgabe

Abgespeckt


Carl Spitzweg, Im Hochgebirge – Sennerin und Kind auf dem Pfad

Nach der recht erfolgreichen ersten Versteigerung des neu gegründeten Münchner Auktionshauses Art & Auktionen im Juni scheint bereits jetzt die Luft raus zu sein. Was die Scheublein KG am 19. September präsentiert, reicht nicht über das Niveau eines mittleren Hauses hinaus, wie es in zahlreichen deutschen Städten steht, und erreicht auf keinen Fall den Rang von Neumeister, als dessen bessere Fortsetzung sich die Abspaltung wohl verstanden haben wird. Besonders die Stärken der ersten Auktion, die Gemälde des 19ten Jahrhunderts, enttäuschen. Die Kunden scheinen sich hier doch wieder zum erfahreneren Haus an der Barer Straße gewandt zu haben. Die Gemälde Carl Spitzwegs haben sich auf eines reduziert, und ob die Sennerin auf einem Pfad im Hochgebirge aus der Zeit um 1870/75 wirklich 70.000 Euro wert ist, erscheint doch eher fraglich. ...mehr

Kollers Gemäldeauktionen zum 50sten Firmenjubiläum

Melancholie und Wahnsinn


Ambrosius Bosschaert d.Ä., Blumenstillleben mit Schmetterlingen und Muschel, um 1608

Das 50jährige Firmenjubiläum feiert der Züricher Versteigerer Koller gewohnt opulent, mit insgesamt neun Katalogen und einem besonders starken Angebot in der Gemäldesparte. Ganz passend vielleicht, dass in dieser Mischung aus Rückblick und Vorschau bei den Alten Meistern am 19. September die Stillleben und lustige niederländische Bauernszenen die Höhepunkte bilden – so Pieter Breughels d.J. „Hochzeitstanz im Freien“, ein typisches Bild des um 1564 geborenen „Höllenbrueghel“ mit halb karikiertem, halb liebevollem bäuerlichem Leben inmitten eines idyllischen Dorfplatzes. 600.000 bis 800.000 Franken werden hier verlangt. Es muss nicht immer so arg zugehen wie bei Breughels „Bauernstreit beim Kartenspiel“ von 1620, das Koller etwas höher für 700.000 bis 900.000 Franken anbietet. Auf der anderen Seite aber steht eine Reihe von memento mori-Bildern, allen voran – nicht preislich zwar, aber vielleicht in der Intensität des Todesgedankens – ein kleines Portraitdiptychon des Kölner Meisters Bartholomäus Bruyn d.Ä. aus der Zeit um 1534. Das bürgerliche Ehepaar posiert in vornehmer Garderobe auf den Innenseiten der rundbogigen Tafeln, doch außen prangt frontal und unausweichlich ein grausiger Totenschädel in der Nische. 150.000 bis 200.000 Franken honorieren nicht nur eine ausgezeichnete malerische Qualität. ...mehr

Design, eine Murano- und zwei Afrika-Sammlungen bei Quittenbaum in München

Herbstauftakt in seltener Mischung


Reliquiarfigur „mbulu“, Kota, Gabun

Quittenbaum macht den Anfang. Gegen Ende der Sommerpause läutet der Münchner Auktionator, im vergangenen April zehn Jahre alt geworden, mit seiner Designauktion die neue Saison ein – und das mit der Auktionsnummer 75! Zusätzlich zu den fast 440 Möbeln, Lampen, Vasen und sonstigen Einrichtungsgegenständen der vergangenen hundert Jahre geben sich am 2. September noch eine italienische Privatsammlung ausschließlich mit Muranoglas im Gesamtschätzwert von mehr als 230.000 Euro sowie zwei süddeutsche Privatsammlungen mit afrikanischer Kunst die Ehre. Während der Einlieferer von ersterer anonym bleibt, sind mit Otto Jordan und seiner Tochter Mechthild Habiger sowie dem Ehepaar Wolfgang und Vera Nerlich zwei renommierte Sammlernamen angesprochen, die bereits seit den 1960er Jahren den Auf- und Ausbau ihrer umfassenden Kollektionen mit Ethnografika betrieben. Das schlägt sich auch in den Schätzpreisen nieder: Circa 450.000 Euro beträgt die Gesamttaxe der Sammlung Jordan/Habiger, etwa 210.000 Euro sollen die rund neunzig Preziosen des Ehepaares Nerlich einspielen. ...mehr

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