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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Auktionen

Rückblick: Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Großer Kleinmeister


Rogier van der Weyden Nachfolge, Triptychon mit der Geburt Christi

Verdient war er, der große Triumph des kleinen Triptychons, das ein niederländischer Meister irgendwann im 15ten Jahrhundert mit seiner wunderbaren Kleinmalerei veredelte. Die Geburt Mariens in der Mitte, die Stifter und die Heiligen auf den Flügeln sind mit einer solch herrlichen Detailfreude und zugleich anrührenden Innerlichkeit gemalt, dass man leicht an den großen Rogier van der Weyden selbst denken möchte, dessen Nachfolge diese kaum fünfzig Zentimeter breite Dreiertafel zugewiesen wird. Das Luzerner Auktionshaus Fischer offerierte sie am 12. November für 100.000 bis 150.000 Franken, was kein Schnäppchen, aber offenbar auch keine horrende Überteuerung war. Doch zu ahnen war trotz allem nur schwerlich, dass ein Liebhaber der niederländischen Malerei der Spätgotik schließlich stolze 360.000 Franken investierte, um die hartnäckige Konkurrenz um diese Preziose aus dem Feld zu schlagen. ...mehr

Die alte und neuere Grafik läuft bei Bassenge in Berlin recht gut

Niederländer, Italiener und Manieristen ganz oben


Carl Wilhelm Kolbe, Phantastische Eiche in einem Gehölz

Reiche Ernte konnte Bassenge auf seiner Versteigerung von Grafik des 15ten bis 19ten Jahrhunderts am 27. November halten. Allein die Zuschlagsquote von knapp 60 Prozent bewegt sich auf dem konstant hohen Niveau, mit dem das Berliner Auktionshaus schon seit geraumer Zeit seine Stellung als eine der ersten Adressen für alte Kunst in Deutschland hält. Als nicht minder erfolgreich erwiesen sich die Werke im Einzelnen. Gefragt waren vor allem die kraftvollen Darstellungen des niederländischen und italienischen Manierismus, daneben aber auch Gemäldewiedergaben großer Maler. So setzte sich die vollständige Folge von 48 Kupferstichen mit Darstellungen von Jagd und Fischfang nach Hans Bol erst bei 16.000 Euro ab (Taxe 7.500 EUR). Rubens’ trunkner Silen, der von Satyr und Faun gerade fortgeleitet wird, in einer Wiedergabe von Christoffel Jegher machte sich zur verdoppelten Taxe bei 6.000 Euro davon, 7.000 Euro waren es sogar für die Krönung Mariens im selben Teamwork. Esaias van de Velde I. machte sich nicht nur als Maler einen Namen, sondern erweist sich in seiner 7.500 Euro teuren Darstellung von Ruderbooten vor den Befestigungsanlagen einer kleinen Stadt auch als versierter Radierer (Taxe 1.500 EUR). ...mehr

Weiterhin begehrte Sammlerstücke: Historische Trinkgefäße bei Johannes Vogt

Alles in Maßen


Medaillenkrug, Altenburg, um 1689

Kuriosa, Seltenes und Ausgefallenes sind nach wie vor besonders begehrte Sammelgebiete, wie auch der Münchner Spezialist für historische Trinkgefäße, Johannes Vogt, auf seiner Herbstauktion am 22. November freudvoll erfahren durfte. Zahlreiche der Sahnehäubchen, die dort angeboten wurden, fanden Interessenten aus aller Welt, nicht weniger als ein halbes Dutzend fünfstellige Zuschlagspreise konnte der Auktionator verbuchen. Die Stimmung konnte auch die Zuschlagsquote von 33,5 Prozent nicht trüben, die für eine derartig spezielle, nicht die breite Masse ansprechende Veranstaltung ohnehin mit nicht mehr als einem gleichgültigen Achselzucken zur Kenntnis genommen werden muss. Im vergangenen Juni waren es ebenfalls lediglich 39 Prozent. ...mehr

So lala: Moderne Kunst im Dorotheum Wien

Pech für Noldes Frau, Rekord für Mosers Mann


Koloman Moser, Frühling, um 1900

Zunächst die gute Nachricht: Karl Hofers Akt mit erhobenen Armen, eine im Fitnessstudio gestählte Frau, der man ungern etwas Böses sagen möchte, ist endlich unter der Haube. Des 1954 datierten Ölbildes, das schon vor drei Jahren für 45.000 bis 65.000 Euro im Dorotheum angeboten wurde und zwischenzeitlich schon mehrere Versuche unternommen hatte, endlich einen Abnehmer zu finden, hat sich jetzt ein Bieter unter Einsatz von 26.000 Euro erbarmt. Damit ist es hoffentlich fürs erste vom Auktionsmarkt verschwunden. Dann die schlechte Nachricht: Emil Noldes stehender Frauenakt im Profil mit nach vorne, das heißt hier nach links vorgestreckten Armen, ist schon wieder nicht angekommen. Was aber wiederum auch eine gute Nachricht sein kann, denn das hießt ja, dass das 1912 datierte Aquarell, das offen gestanden wirklich nicht zu den besten Leistungen des Meistern gehört, noch zu haben ist. Denn sie kommt mit Sicherheit wieder, die gute Frau, die ebenfalls schon seit Jahren hartnäckig gegen ihren permanenten Preisverfall anzukämpfen scheint. Dann wird sie vermutlich noch unter die jetzt anvisierten 25.000 bis 35.000 Euro rutschen. ...mehr

Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Frau bewacht Jüngling


Da wankt die Erde, wackeln die Kirchtürme, erglühen die Dächer, erblitzt der Himmel von Gewitterblau zu Feuergelb – und vorne ein Menschenpaar, eng einander geschmiegt, die Frau mehr den Mann schützend als umgekehrt, und doch in einer Ruhe, als könne auch der Weltuntergang, der sich hinter ihnen und vor uns abspielt, sie nicht berühren. Conrad Felixmüller, der Schöpfer dieses apokalyptischen Gemäldes, traf vielleicht den Nerv seiner Zeit, als er, kaum zwanzig Jahre alt, es unter dem Titel „Klotzsche. Spät-Sommer-Bild“ 1918 erstmals in Düsseldorf ausstellte. Bereits zwei Jahre zuvor war dieselbe Leinwand in der Berliner Galerie Sturm ausgestellt, denn auf der Rückseite befindet sich sein Portrait des Dresdner Malers und Grafikers Arthur Rudolf. Der junge Künstler schlug sich schnell auf die richtige, auf die „moderne“ Seite, und wenngleich sein Name heute keinen Weltruhm genießt, so gehört er doch zu den festen Größen in der Malerei des deutschen Expressionismus zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg. Dieses Doppelgemälde führt am 6. Dezember immerhin die Moderne-Auktion des Kölner Versteigerers Lempertz an, versehen mit einer Taxe von 180.000 bis 220.000 Euro. ...mehr

Grisebach trotzt mit den „Ausgewählten Werken“ dem Abwärtstrend im Kunstmarkt

Kokotten zum Spitzenpreis


Dass die weltweite Finanzkrise auch den Kunsthandel und damit die großen Auktionshäuser in London und New York in Mitleidenschaft gezogen hat, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Auf dem deutschsprachigen Auktionsmarkt aber sieht das anders aus. Erfolgreiche Versteigerungen Alter und Neuer Kunst etwa bei Van Ham in Köln, Bassenge in Berlin oder auch bei Hassfurther in Wien ließen ahnen, dass im mittleren Preissektor, das heißt da, wo Gemälde und Skulpturen noch im greifbaren Bereich bei fünf- oder sechsstelligen Preisen rangieren, die Käuferschaft keineswegs weggebrochen ist. Zudem kann man im guten alten Europa auf den klassischen Sammler zählen, der nicht wegen schneller Wertsteigerungen sondern aus Freude und Leidenschaft Kunst kauft. So durfte sich auch das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach jetzt einer Versteigerung „Ausgewählter Werke“ erfreuen, die im Ergebnis nur wenige Wünsche offenließ: Ein Zuschlagsergebnis nach Losen von knapp 75 Prozent – das ist wohl nicht vergleichbar mit den Sensationsevents von vor einem oder vor einem halben Jahr. Aber das ist das Niveau von 2006, als noch nicht Alles vom „Hype“ sprach und die Stimmung noch nicht aufgeheizt war zu den Riesenblasen eines wahren Kunstschaumbads. Es säuselt einem dann leise das Wort im Ohr, dass es vielleicht ganz gut tut, wenn der Kunstmarkt sich unter den derzeit gegebenen Bedingungen gesundschrumpft. Und auch, dass jetzt eben – in durchaus erträglichem Maße – eingetreten ist, was eigentlich Jeder vorausgesehen hat: Immer so weiter wie bis zum vergangenen Sommer hätte es ohnehin nicht weitergehen können. ...mehr

Zeitgenössische Kunst bei Lempertz

Anleitung zum Kunstmachen


Andreu Alfaro, Nadó (Recién Nacido), 1978

Man nehme einige schmale Vierkantstäbe zu je zwei Metern Länge, hefte sie an jeweils der gleichen Stelle aneinander und breite sie fächerartig aus – fertig ist das Kunstwerk. Und wertvoll obendrein. 60.000 bis 80.000 Euro kann so ein Ding heutzutage kosten, das der 1929 geborene Spanier Andreu Alfaro 1978 schuf. Es bildet die erste Losnummer der Zeitgenossenauktion, mit der das Kölner Auktionshaus Lempertz am 5. Dezember den zweiten Teil seiner umfangreichen Herbstauktionen einläutet. Fast 550 Positionen listet der starke Katalog, deckt wie üblich ein breites internationales Spektrum von Kunst aus der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ab und lässt mit Preisen zwischen 1.000 und 100.000 Euro und auch darüber keine Wünsche offen. Eingestreut sind auch die zeitgenössischen Fotografien, während die Fotokunst des 19ten und frühen 20sten Jahrhunderts eine eigene Veranstaltung am Abend bestreitet. ...mehr

Noch eine Herbstauktion im Schloss Ahlden

Wir Kinder aus Russland


Johann Friedrich Eberlein, Chinesenpaar als Räuchergefäß, um 1735

Das niedersächsische Schloss Ahlden kann es sich leisten, nur anderthalb Monate nach einer recht erfolgreichen Herbstauktion schon wieder eine Versteigerung auszurichten, die der ersten an Anspruch kaum nachsteht. Höhepunkt der 2300 Losnummern aus Kunst und Kunsthandwerk am 5. und 6. Dezember ist wieder einmal das Meißner Porzellan. 85.000 Euro verlangt ein Chinesenpaar samt Papagei und Affe der Zeit um 1735, die vorderhand lediglich dekorativen Zwecken dienen, sich aber bei näherem Hinsehen als Räuchergefäße entpuppen. Entworfen hat sie Johann Friedrich Eberlein. Johann Joachim Kändler ist also diesmal auf den zweiten Platz verwiesen, von ihm stammen drei Tierensembles aus der Mitte des 18ten Jahrhunderts: Rothirsch und Hirschkuh (Taxe 18.500 EUR), ein Schwanenpaar mit zwei Jungen (Taxe 24.000 EUR) sowie eine Ziege mit Ziegenbock für 14.500 Euro. Außerdem kreierte der Meißner Chefdesigner um 1745 eine feine Zierpendule, in deren feinem Bronzegerüst ein edler Kavalier seiner Dame eine Blüte überreicht (Taxe 14.500 EUR). ...mehr

Gegenwartskunst bei Hauswedell & Nolte

Die Kugel am Schloss


Einen wichtigen Teil seines Angebots an zeitgenössischer Kunst hat das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte wie jeden Herbst bereits in seine ausgewählten Werke am 5. Dezember verpackt. Dennoch lohnt auch ein Blick in Katalog Nummer 414, der einen Tag später rund 360 weitere Werke von Künstlern nach 1945 meist im drei- oder vierstelligen Schätzpreisbereich präsentiert. Hier sind Entdeckungen möglich von guten Künstlern, die es in der Flut an Neuem während der vergangenen Jahrzehnte einfach nicht geschafft haben, unter der Handvoll Stars in der ersten Liga mitzuspielen. Oder günstigere Arbeiten von jenen, die man zwar schätzt, sich aber in der Regel nicht leisten kann. Joseph Beuys beispielsweise wollte alle an seiner Kunst teilhaben lassen und hat daher eine ganze Menge auch preiswerter Ware auf den Markt geworfen, angefangen von Serigrafien wie der „3-Tonnen-Edition“ von 1973/85 (Taxe 1.200 EUR) über Multiples wie eine „Holzpostkarte“ 1968 (Taxe 600 EUR) bis hin zu seiner Filmrolle „Transsibirische Bahn“ von 1980, die sich für 3.000 Euro abspulen lässt. Oder das Hamburger Urgestein Horst Janssen, dessen Farbholzschnitt „Rote Reiter“ von 1957 lediglich 6.000 Euro verlangt. ...mehr

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