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Am 13.05.2017 Kunstauktion 94 bei Winterberg|Kunst in Heidelberg

© Winterberg|Kunst

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Tänzerin / Franz von  Stuck

Tänzerin / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel

Zwei Figuren vorm Meer / Erich Heckel
© Galerie Weick


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AktuellAktuell:Auktionen

Rückblick: Moderne und Zeitgenössische Grafik bei Venator & Hanstein

Nippel und Schmollmund


Da hat Tom Wesselmann wieder einmal weibliche Reize zur Genüge ausgespielt. Eine liegende Nackte schneidet er einfach unterhalb der Brüste und oberhalb des Mundes ab und betont Nippel und Schmollmund, dazu noch übergroß hervorgehoben und mit Färbung in tiefem Orange. Von einer individuellen Frau bleibt da wenig übrig, das Weibliche ist lediglich auf ein Sexualobjekt reduziert. Da er das Ganze 1966 dann noch in bedrucktem Plexiglas ausführen ließ, gleicht das Kunstobjekt beinahe schon einem Sexspielzeug. Man möchte ja fast an die vorstehenden Brustwarzen greifen, den dicken Mund küssen. Sex sells – den Spruch kannte wohl nicht nur Tom Wesselmann, der mit seiner Kunst die aufkeimende Sexualisierung der Gesellschaft in den USA seit den 1960er Jahren thematisierte, auch das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein konnte dessen Bestätigung wieder einmal erfahren. Trotz der hohen Auflage von über 100 Stück und kleinerer Erhaltungsmängel waren die Bieter von der nur 750 Euro billigen „Little nude“ geradezu begeistert und spendierten schließlich 7.000 Euro, um sich gleich darauf auf die ebenso plakative Farbserigrafie „Great American Brown Nude“ von 1971 mit 3.000 Euro zu stürzen (Taxe 1.200 EUR). ...mehr

Antiquitäten im Dorotheum Wien

Diesmal Giovanni della Robbia


Giovanni della Robbia, Heilge Clara und heilger Franziskus, um 1510

Giovanni della Robbia heißt diesmal der italienische Künstler, dem das Wiener Dorotheum zwei Doppelseiten im großen Antiquitätenkatalog und mit 220.000 bis 240.000 Euro den höchsten Schätzpreis in der Auktion am 16. Oktober widmet. Ob es diesem Florentiner Meister der Michelangelo-Zeit gehen wird wie seinen beiden Vorgängern Benedetto da Maiano und Andrea Riccio. Beide Künstler hatten in den vergangenen Versteigerungen mit der Einsendung ihrer Hauptlose kein Glück und blieben unterhalb der Schätzpreise hängen. Wie dort handelt es sich auch bei Giovanni della Robbia, Sohn des Andrea della Robbia, um einen versierten Plastiker, der auch in Terrakotta arbeiten konnte. Dargestellt sind hier die beiden Heiligen Franziskus von Assisi und seine gelehrsamste Schülerin Clara, Gründerin des zweiten franziskanischen Ordens. Sie messen jeweils 125 Zentimeter in der Höhe und waren möglicherweise Teil eines Altars, in dessen Seitennischen sie standen. Fertigungsgrad und Erhaltungszustand sind gut, dennoch haftet ihnen eine fast noch mittelalterliche Steifheit an, die im zweiten Jahrzehnt des 16ten Jahrhunderts eigentlich schon überwunden war. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Irene Lehr in Berlin

Diesmal Pechstein


Wieder einmal ist es der quirligen Berliner Auktionatorin Irene Lehr gelungen, einige hochkarätige Expressionisten in ihre Herbstauktion zu integrieren. War es vor einem Jahr die Wiederentdeckung eines frühen Max Beckmann für 270.000 Euro und im Frühjahr Ernst Ludwig Kirchners Farblithografie „Unterhaltung von drei Frauen“ für 130.000 Euro, so glänzt am 25. Oktober dieses Jahres Hermann Max Pechstein durch sein Stillleben mit Blumen, Flasche und Spiegelei in einem grün tapezierten Interieur. Charakteristisch für Pechstein sind die kontrastreich kombinierten, an sich jedoch durchaus gedeckten Farben, die alles in allem für eine recht melancholische Note sorgen. Auch die perspektivische Verzerrung des Raumes ist weniger weit getrieben als bei seinen expressionistischen Kollegen etwa der „Brücke“. Das Gemälde, datiert 1918, wurde vom Vorbesitzer direkt beim Künstler erworben. Irene Lehr erwartet mit 150.000 Euro einen durchaus realistischen Preis. ...mehr

Die 89ste Auktion des Kölner Kunsthandels Klefisch

Netsuke wohin das Auge sah


Netsuke Große Orange, Japan, 19. Jahrhundert

Sie ist die Spezialistin auf dem umfangreichen Gebiet der Netsuke. Vielleicht ist das der Grund, weshalb viele bedeutende Sammler nach Köln kommen und sich und ihre Sammlung der Kunsthändlerin Trudel Klefisch anvertrauen. So gelangten in der 89ste Auktion am 27. September drei Sammlungen zum Aufruf, wobei mit der von Karl Schwarz schon die dritte Tranche mit rund 120 Objekten auf dem Programm stand. Der Schwerpunkt der Auktion lag bei den kleinen Netsuke, deren feine Schnitzereien bei einer Größe von 3 bis 5 Zentimeter oft nicht mit bloßem Auge sichtbar und aus den ungewöhnlichen Materialien entstanden sind. Bestes Beispiel dafür war die niederländische Sammlung van der Heijden. ...mehr

Kunst und Antiquitäten im Kinsky

Carracci oder nicht


Annibale Carracci zugeschrieben, Porträt mit Kind

Die Malerei der frühen Neuzeit war nie der Schwerpunkt des Wiener Auktionshauses Kinsky, dennoch hat sich in die gut 60 Objekte umfassende Offerte am 14. Oktober das Portrait eines Mannes mit Kind verirrt, das bis 1994 als originaler Annibale Carracci im Nationalmuseum Krakau hing und den Maler selbst mit seinem Sohn darstellen sollte. Heute ist man vorsichtiger, nimmt eine unbekannte Person und Carracci lediglich als möglichen Schöpfer an. 80.000 bis 150.000 Euro sollen es dennoch werden. Nicht minder hochkarätig ist die Provenienz einer Schieferplatte von Carraccis Zeitgenossen Pietro Mera mit der Geburt Christi im Modello-Format von 60 Zentimetern Höhe. 1820 wurde die Tafel beim Wiener Kunsthändler Goldmann für die Galerie Liechtenstein in Wien erworben, 1925 allerdings wieder an den Wiener Sammler Friedrich Otto Schmidt verkauft. Einlieferer ist heute ein deutscher Privatsammler (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Lorenzo Tiepolo, dem Sohn des berühmten Giovanni Battista, zugewiesen wird das Breitformat einer venezianischen Karnevalsgesellschaft, die gerade aus einer Parklandschaft mit Barockummauerung in eine Gondel schreitet (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Die niederländische Kunst vertreten Landschaften des Utrechters Joost Cornelisz Droochsloot für bis zu 80.000 Euro sowie ein etwas kühles Stillleben mit Früchten, Austern, Silberbecher und venezianischem Glas aus dem Umkreis Jan Davidsz de Heems (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). ...mehr

Bei den Gemälden des 19ten Jahrhunderts wartet das Dorotheum in Wien mit Amerlings restituiertem Meisterwerk, aber auch mit einer Spitzentaxe auf

Hühner ärgern


Friedrich von Amerling, Mädchen mit Strohhut, 1835

Das Bild durchlebte eine typische deutsche Geschichte der jüngeren Vergangenheit: 1840 vom österreichischen Offizier Fritz Liechtenstein erworben, gehörte Friedrich von Amerlings „Mädchen mit Strohhut“ später dem jüdischen Architekten Ernst von Gotthilf. Der musste seine Flucht vor den Nationalsozialisten 1938/39 mit dem Verkauf seiner umfangreichen Kunstsammlung bezahlen. Über das Wiener Auktionshaus Weinmüller erwarb die Österreichische Galerie im Belvedere das Gemälde, wo es bis zum vergangenen Jahr in der ständigen Sammlung präsent war. Nun wurde es den Erben Gotthilfs wiedergegeben – und auch das ist typisch: Es landet nun direkt auf dem Auktionsmarkt und wird vom Dorotheum am 15. Oktober im Rahmen seiner Versteigerung von Gemälden des 19ten Jahrhunderts angeboten. Auf sechs Katalogseiten listet das Haus die umfangreiche Geschichte des Bildes und seine Entstehungsumstände im österreichischen Biedermeier des Jahres 1835, zugleich ein Höhepunkt im Schaffen Amerlings. Mit einem Betrag wird von 250.000 bis 350.000 Euro wird gerechnet – kein leichtes Unterfangen angesichts der niedrigen, oft nur vierstelligen Preise, die der für seinen Bekanntheitsgrad und seine Qualität im Grunde völlig unterbezahlte Amerling immer noch erhält. Das Dorotheum selbst wird zum Demonstrator dieses Missverhältnisses: Nur 7.000 bis 9.000 Euro soll Amerlings Selbstportrait en face aus dem Jahr 1846 kosten. ...mehr

Rückblick: Jugendstil, Art Déco und Design bei Herr

Antike Kraft


Franz von Stuck, Athlet

Er muss schon einiges stemmen, der muskulöse Athlet, den Franz von Stuck in den 1890er Jahren entwarf und als Statuette in dunkel patinierter Bronze ausführen ließ. Im Kampf mit der scheinbar übermächtigen Kugel könnte er fast unterliegen und von ihr erdrückt werden. Dennoch zwingt er sie mit angespanntem Körper und hebt sie gegen die Schwerkraft in die Höhe. Das Faszinierende an dieser Statue wird für Franz von Stuck wohl der athletische, nackte Körper nach antikem Vorbild gewesen sein, der trotz der fast klassischen Schrittstellung durch die Kraftanstrengung eine um 1900 neuartige bewegte Haltung einnimmt. Die Sinnlichkeit der Darstellung mit ihrem geschickten Lichtspiel auf der glänzenden bronzenen Oberfläche gefiel auch den Käufer bei der Auktion des Kölner Versteigerers Herr, die dafür 9.500 Euro spendierten (Taxe 9.900 EUR). Vor gut zwei Jahren konnte der Jugendstil- und Art Déco-Spezialist noch 21.000 Euro für ein Exemplar dieser Figur losschlagen, allerdings war es auch in einem besseren Zustand. ...mehr

Venator & Hanstein haben Erfolg mit Büchern und der vielfältigen Welt der alten Grafik

Konzentration auf große Namen


Giovanni Battista Piranesi, Veduta di Piazza Navona sopra le rovine del Circo Agonale, 1773

Prominet hatte sich Giovanni Battista Piranesi bei der Grafikauktion von Venator & Hanstein in Köln am vergangenen Freitag in Szene gesetzt. Er allein bot 135 Blätter aus seinen „Carceri“ und „Vedute di Roma“ auf, die fast lückenlos ihre Abnehmer fanden. 122 Lose oder gut 90 Prozent gingen weg, das häufig zu Werten über den Schätzpreisen und kamen damit im marktgänigen Preisbereich zu liegen: „Die Zugbrücke“ etwa bei 2.800 Euro (Taxe 1.800 EUR), das Frontispiz aus den Veduten mit der Minvera-Statue inmitten von Ruinen für 1.000 Euro (Taxe 600 EUR), die Pizza del Popolo für 1.600 Euro (Taxe 1.500 EUR), die „Veduta di Campo Vaccino“ für 2.600 Euro (Taxe 1.500 EUR), die Ansicht vom Konstantinsbogen mit dem Kolosseum im Hintergrund bei 2.100 Euro (Taxe 1.200 EUR), die Spanische Treppe gar für 3.100 Euro (Taxe 1.500 EUR), die „Veduta del Porto di Ripa Grande“ für 1.600 Euro (Taxe 1.200 EUR), das Kolosseum in Groß bei 2.900 Euro (Taxe 1.800 EUR), der Petersplatz mit prächtigen Kutschen für 2.300 Euro (Taxe 1.800 EUR), die Piazza Navona für 3.700 Euro (Taxe 2.400 EUR), die Tiberinsel für 3.000 Euro (Taxe 1.200 EUR), der Blick ins Kolosseum aus der Vogelperspektive für 4.000 Euro (Taxe 2.400 EUR) und zum Schluss als Höhepunkt der Plan der Hadriansvilla mit Titel und großer Widmungskartusche von 1781 für 5.700 Euro (Taxe 3.000 EUR). ...mehr

Alte Meister im Dorotheum

Italienische Dominanz


Willem Kalf, Stillleben mit Ingwertopf und Porzellanschälchen

Wäre da nicht das Hauptlos, würde man die Niederländer in der herausragenden Offerte Alter Meister im Wiener Dorotheum kaum wahrnehmen. So aber rettet Willem Kalf in der Abendauktion am 14. Oktober die Ehre seines kleinen Landes. Bereits im vergangenen Jahr durfte sein Stillleben mit Ingwertopf und Porzellanschälchen die Beschauer verzaubern – in der schönen Ausstellung „Gemaltes Licht“, die den Maler in Rotterdam und Aachen einer größeren Öffentlichkeit ins Gedächtnis rief. Charakteristisch für den 1619 geborenen Kalf sind außer der Thematik sein ausgesprochen wässriger, fast impressionistischer Pinselduktus und die starken Kontraste in der Lichtführung zwischen tief verschatteten Hintergrundpartien und hell daraus hervorblitzenden Kostbarkeiten und Leckereien. Datiert wird das Bild in die Zeit um 1660. 1980 bei Sotheby’s von einem norddeutschen Privatsammler für gerade einmal 10.000 Pfund erworben, war das Gemälde als Dauerleihgabe seit 1982 Teil der Gemäldegalerie Kassel und seit 1999 des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover. Nun wird es versteigert, den Schätzpreis gibt das Haus nur auf Anfrage mit 400.000 Euro an. Teuerster Kalf ist bislang ein 1660 datiertes Stillleben, das vor acht Jahren, nicht gerade in einer Hochphase des Kunstmarkts, bei Sotheby’s in London für 320.000 Pfund über den Tresen rutschte. Der Preis im Dorotheum ist also gerechtfertigt. ...mehr

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