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AktuellAktuell:Auktionen

Resultate: Zeitgenössische Kunst bei Christie’s in New York

Unaufgeregtere Zeiten


Einige starke Zuschläge, Vieles unterhalb der Erwartungen, manche Überraschungen und Manches, wofür sich kein einziger Bieter fand – das ist das Gesamtbild der New Yorker Zeitgenossen-Auktion von Christie’s am 12. November. Von den 75 Losen blieben 24 ohne Abnehmer, und dass die Gesamtsumme von brutto 113,6 Millionen Dollar nicht einmal die Hälfte der unteren Gesamttaxe einspielte, war angesichts der Weltwirtschaftslage und der vorherigen Ergebnisse bei den Impressionisten und Modernen schon fast zu erwarten. Schmerzlich und verlustreich waren vor allem jene Werke, für die das Haus den Einlieferern eine Garantiesumme zugesagt hatte: Gerhard Richters abstraktes Bild Nummer 597 von 1986 unter dem Titel „Ozu“, gehandelt bei 10 bis 15 Millionen Dollar, Brice Mardens Linienspiel Nummer 5 aus der Reihe „Attendant“ von 1996/99 zur gleichen Schätzung, David Smiths 1959 gegossene Stahlskulptur „Circles and Angles“ (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und Peter Doigs „Pine House (Rooms for Rent)“ aus dem Jahr 1994 (Taxe 4,5 bis 6,5 Millionen USD). Sie alle fanden keinen Abnehmer. ...mehr

30 Jahre Hassfurther

Alle Gratulanten sind schon da


Albin Egger-Lienz, Der Mittagstisch

Zum Jubiläum gratulieren Johann Nestroy und Johann Wolfgang von Goethe, Adele Harms und Gerhart Frankl, eine ganze Kompanie Soldaten auf dem Weg zum Kampf und ein tragischer Fischer, ein freundlich lächelndes Dirndl und ein Weib aus Narvis, der Mensch an sich und der Sensenmann im Besonderen, ja sogar Ritter, Tod und Teufel sowie schließlich eine ganze Reihe Unbekannter, darunter drei Figuren im Relief, eine kleine Liegende, eine kleine Stehende mit erhobenen Armen und schließlich – als Einleitung, Höhepunkt und Zugabe eines großen Festes zugleich – ein weiblicher Akt aus grauem Marmor. Denn Hassfurther, das Kleinste der Großen in Wien, das Auktionshaus des Einmannbetriebs mit dem quirligen und geschmackssicheren Wolfdietrich als Gründer und Chef, feiert dreißig Jahre Bestehen. Dreißig Jahre mit Auktionen, in denen weiß Gott nicht jeder x-beliebige Kram unters Volk geworfen wurde, sondern Erlesenes aus erster Reihe und Sehenswertes von Künstlern, die sonst keiner mehr nennt und kaum einer kennt. Dreißig Jahre, in denen es – erst in diesem Jahr – reichte für zahlreiche sechsstellige Zuschlagspreise und Rekorde für Alfons Walde, Angelika Kauffmann und Oskar Kokoschka, die so schnell keiner toppen wird – vor allem jetzt, wo es sich ausdünnt in der internationalen Käuferschar. ...mehr

Ausgewählte Werke bei Grisebach

Schad gegen Molzahn


Max Liebermann, Strandleben, 1916

Internationales Flair umhaucht die Fasanenstraße im edlen Berliner Westen am 28. November: Mit Grisebachs „Ausgewählten Werken“ erreicht die lange Reihe der deutschen Herbstauktionen wieder ihren Höhepunkt. Freilich hält die Villa ihren dauernden Lieblingen stets die Treue: Die Veranstaltung gerät erneut zu einer Paradevorstellung der deutschen Kunst des späten 19ten und 20sten Jahrhunderts, insbesondere der Expressionisten und der Zeitgenossen. Nur eine Handvoll Künstler aus anderen Ländern hat sich in die 86 Losnummern verirrt, und zwischen den 1930er und den 1960er Jahren ist eine auffallende Lücke zu konstatieren. Was die Preise betrifft, so scheinen die endlosen Litaneien von Krise und Wegbruch der Käuferschicht wenig Eindruck zu machen. Zum Teil sehr moderat im Mittelfeld, stellt man vor allem an Spitzenwerke von Spitzenkünstlern hohe Anforderungen und gibt einigen Außenseitern eine Chance, hebt Besonderes hervor und lässt Gängiges, Durchschnittliches im Rahmen dessen, was der Markt bisher vorgegeben hat. ...mehr

Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich

Kaufen, nicht quatschen


Angelika Kauffmann, Teresa Bandettini-Landucci von Lucca

Traditionell mit Spannung erwartet wird in Zürich jeden Herbst die Auktion Schweizer Kunst von Sotheby’s. Der Schwerpunkt der Veranstaltung am 26. November in Zürich liegt da, wo die Schweiz auch ihre bedeutendsten und jedenfalls bekanntesten Beiträge zur europäischen Kunstgeschichte geliefert hat: Im 19ten und frühen 20sten Jahrhundert. Damals scheuten sich die Künstler nicht, in ihrer Heimat zu bleiben und von da aus das internationale Kunstleben mitzubestimmen, ihre Werke in die ganze Welt hinauszuschicken. Bestes Beispiel ist Angelika Kauffmann, nicht nur die bedeutendste Malerin ihrer Zeit, sondern auch eine der wichtigsten und maßgeblichen Künstler überhaupt. Unter anderem von Goethe hochgeschätzt, lebte sie lange in London und schließlich bis zu ihrem Tod 1807 in Rom. Im Süden entstand ihr Bildnis der Teresa Bandettini-Landucci von Lucca, einer etwas exaltierten Persönlichkeit, die sich auch auf dem 1795 in Auftrag gegebenen Gemälde gerade in eine dramatische Pose wirft und zu einem hehren Monolog anzuheben scheint. Also schnell kaufen und 100.000 bis 140.000 Franken zahlen, bevor sie loslegt und nimmer aufhört. ...mehr

Resultate: Zeitgenossen bei Sotheby’s in New York

Zurück auf das Niveau von 2006


Sie hatten viel zu lachen, die beiden hübschen jungen Frauen auf John Currins Gemälde aus dem Jahr 1999. „Nice ’N Easy“ sind sie schon dem Titel nach, freuen dürfen sie sich aber auch, dass der Künstler sie mit soviel altmeisterlicher Hingabe und gutem Geschmack auf die für heutige Verhältnisse gar nicht mal übermäßig große Leinwand gepinselt hat. Sogar nicht ganz ohne Anspielung auf alte Traditionen dürften sie sein: In der linken Dame, die der anderen sanft auf den leicht gewölbten Bauch tätschelt, könnte man Maria sehen, die der schwangeren Elisabeth ihren Besuch abstatte und damit nach altem Brauch die Bildsujet der „Mariä Heimsuchung“ ermöglichte. Und schließlich freuen sie sich natürlich über ihren Wert: 4,8 Millionen Dollar bezahlte ein anonymer Käufer am 11. November auf der Zeitgenossenauktion von Sotheby’s in New York. Mit diesem Ergebnis, das das alte Spitzenergebnis mit Leichtigkeit in die Tasche steckte, waren sie auf dieser Veranstaltung aber auch fast die einzigen, die was zu lachen hatten. ...mehr

Klassische Moderne im Dorotheum Wien

Frauen für die Kunst


Gustav Klimt, Bildnis eines Mädchens mit entblößter Brust, um 1916

Lüstern, schmachtend, lasziv, flott, sportlich, sinnlich, anrüchig, selbstbewusst – so oder so ähnlich schauen oder schauen auch gelegentlich nicht, bewegen, sitzen, stehen und vor allem sind ihrem Wesen nach die Frauen der Moderne-Auktion im Wiener Dorotheum am 25. November. Und von denen gibt es einige. Gustav Klimt schickt gleich drei entsprechende Zeichnungen ins Rennen, darunter eine Frau mit zurückgeneigtem Kopf und geschlossenen Augen von etwa 1913 für sein Gemälde „Die Jungfrau“ (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und sein den Betrachter geradeaus, fast fordernd anblickendes Mädchen mit entblößter Brust, einer Maria lactans gleich, um 1916 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Fast ein wenig schnippisch wendet sich Kees van Dongens „Femme blonde“ vom Betrachter ab, derweil der lose aufgelegte Schleier ihre ganze Vorderfront entblößt (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Wildes Durcheinander herrscht bei Fernand Léger. Seine „Étude pour ‚Les Plongeurs’“ von 1941 mit mehreren ineinander verschlungenen Menschenleibern verrät sofort, dass es dem französischen Künstler vorrangig um ein formal-kompositorisches Problem zu tun ist (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). ...mehr

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer in Hamburg

Rekord für Kolle


Helmut Kolle, Grande Nature Morte, nach 1926

Rasch und weitgehend unspektakulär gingen die Versteigerungen moderner und zeitgenössischer Kunst in der Hamburger Dependance von Robert Ketterer am 24. und 25. Oktober über die Bühne. Ein Stilllebenaquarell von Julius Bissier vom 25. Februar 1961 für 7.300 Euro, eine stattliche Anzahl von farbigen Grafiken Marc Chagalls für bis zu 9.500 Euro, Emile Othon Friesz’ expressives Musikerbildnis „La Présentation de Kubelick“ um 1910 für 10.000 Euro, 9.000 Euro für Karl Hagemeisters flotte Wiedergabe eines Ufers in der märkischen Landschaft von etwa 1892 und auch die 16.000 Euro für eine in Tusche gezeichnete Charakterstudie des Berliner Zynikers George Grosz von 1926 hielten sich allesamt streng an die Vorgaben der Schätzpreise. Bis der erste Höhepunkt kam, musste man über zweihundert Lose warten, dann aber ging es zur Sache. Gegenstand der Auseinandersetzungen zwischen zahlreichen Telefonen, Saalbietern und Auftragsbuch des Auktionators war ein „Grande Nature Morte“ von Helmut Kolle, der sich Helmut vom Hügel nannte, aus der Zeit nach 1926 im Stil der Fauvisten. Es wurde schließlich erst bei 67.000 Euro einem persönlich anwesenden Sammler aus Norddeutschland zugeschlagen. Auch ein neuer Auktionsrekord für diesen weithin unbekannten Künstler aus Berlin konnte damit aufgestellt werden, der bisherige lag bei gerade einmal 21.000 Euro. ...mehr

Historische Trinkgefäße bei Vogt in München

Können wie ein Hahn


Humpen, Waldenburg, um 1580

Mehrere biblische Darstellungen prangen auf diesem Stück, das einer der zahllosen namenlosen Steinzeugfabrikanten um 1580 im sächsischen Waldenburg hergestellt hat. Zu sehen ist unter anderem die Kreuzigung Christi, angesichts der Kleinheit und der schwierigen Materialbehandlung notgedrungen in etwas derben Formen, die das Trinkgefäß aber doch als ein Renaissancekind seiner Zeit verraten. 25.000 bis 40.000 Euro soll der Humpen wert sein. Der Münchner Versteigerer Johannes Vogt listet ihn in seiner Internetauktion am 22. November, für die er einmal mehr ein schönes Programm mit historischen Trinkgefäßen aller Art auf die Beine gestellt hat. Rund 550 Objekte warten darauf, Freunden des guten Geschmacks, des Skurrilen, des Lehrreichen oder einfach des Schönen Freude zu bereiten. Auch Freunde des nicht zu prall gefüllten Geldbeutels sollten auf ihre Kosten kommen. ...mehr

Alte und Neuere Meister bei Lempertz in Köln

Entfesselte Pferde


Anton Mozart, Kampf um Troja, 1614

Es ist wieder einmal eine wahre Freude, der kommenden Lempertz-Auktion von Kunst Alter und Neuerer Meister entgegenzusehen. Ein derart erlesenes Programm insbesondere an Werken des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit ist auf dem deutschen Auktionsmarkt selten, zumal nicht nur einige Namen der ersten Reihe glänzen, sondern sich auch zahlreiche Künstler eingefunden haben, die trotz ihrer geringeren Reputation mit einigen höchst beachtlichen Arbeiten vertreten sind. So glänzt immer und überall auf der ganzen Welt der Name Mozart, und in der Tat kommt Anton Mozart aus Augsburg, woher auch die Familie seines berühmten Namensvetters Wolfgang Amadeus stammt. Ein tolles Gemetzel mit zerberstenden Wachtürmen, brennenden Häusern und Palästen, die wie Flak-Scheinwerfer in den Himmel leuchten, und dem Alles auslösenden hölzernen Pferd inmitten einer von dunkler Nacht umhüllten Schlachtenszene ist sein Kampf um Troja, geschildert 1614 auf einer gerade einmal 36 mal 47 Zentimeter kleinen Holztafel. Dennoch hat er untergebracht, was zum Verständnis der Darstellung nötig ist. Für 15.000 Euro sollte das Gemälde trotz aller Krisenstimmung doch einen Liebhaber finden – und wenn es nur der Anreiz ist, einen originalen Mozart bei sich zu Hause hängen zu haben. ...mehr

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