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AktuellAktuell:Auktionen

Kunst, Antiquitäten und eine erlesene Skulpturensammlung bei Neumeister

Skulpturen zu Spottpreisen


Carl Spitzweg, Schulkinder unter den Oberammergauer Kofel

Das Münchner Auktionshaus Neumeister legt sich immer mehr auf seine ganz besonderen Meister des 19ten Jahrhunderts fest. Sie heißen Andreas Achenbach, Karl Raupp oder Hugo Kauffmann, studierten an den großen deutschen Akademien in München, Düsseldorf oder Karlsruhe und spezialisierten sich später meist in bestimmten Sujets: Genre, Landschaften oder Portraits. Und immer wieder gibt es ein paar erstklassige Meister, die dafür sorgen, dass das Haus nicht im Alltagsgeschäft untergeht. So einer ist Carl Spitzweg, der auch diesmal wieder ein paar kleine Landschaften einschickt. Darunter als Hauptstück seine Schulkinder, die sich über einen steinigen Weg unterm Oberammergauer Kofel wohl nach Hause begeben. Die Leinwand wird in die mittlere Schaffensphase um 1850 datiert und soll 120.000 Euro kosten. Schon bei den Zeichnungen ragen eine neunteilige Portraitserie, die Friedrich Olivier 1846 von seiner Familie anfertigte (Taxe 40.000 EUR), sowie eine Kartoffelernte aus Ferdinand Georg Waldmüllers letzten Lebensjahren 1862 heraus (Taxe 12.000 EUR). Passend zur Jahreszeit offeriert Friedrich Perlberg seinen „Christbaum-Markt“ in Nürnberg um 1900 als Aquarell für 1.500 Euro. ...mehr

Mit der Modernen Kunst eröffnet Ketterer sein neues Domizil in München

Das schöne Weib des Georg Scholz


Der Bogen spannt sich vom frühen 20sten Jahrhundert bis hin in die 1960er Jahre, als Künstler wie Pablo Picasso oder Karl Schmidt-Rottluff ihre großen Spätwerke schufen. Ausgesuchte Spitzenwerke bergen die rund 130 Losnummern der Moderne-Auktion von Ketterer in München. Mit der Vorbesichtung eröffnet Robert Ketterer am 29. November sein neues „Haus für Kunst“. Dafür ist er aus der renommierten Innenstadtlage in die Nähe der Messe nach Riem gezogen. Der Neubau mit 3.500 Quadratmetern Nutzfläche auf drei Etagen beherbergt einen moderner Auktionssaal, eine großzügige Ausstellungsfläche, eine Art-Lounge mit Lesebereich und eine Kaffeebar. Mit der räumlichen Veränderung geht auch eine interne Umstrukturierung einher. So sollen ab 2009 alle Kunstauktionen am Stammsitz in München abgehalten werden, einige Hamburger Mitarbeiter und die dortige Bibliothek nach Bayern umsiedeln. Für die Hansestadt bleiben die zweimal jährlich stattfindenden Auktionen mit Büchern, Handschriften und Autografen erhalten. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Jugendstil im Kinsky Wien

Noch ein Jubiläum


Die Jubiläumsauktion zum 15jährigen Bestehen des Wiener Auktionshauses „im Kinsky“ begleitet eine etwas gedrückte Stimmung. Die Weltfinanzkrise hat dem Haus an der Freyung erst in diesem Oktober zum Teil magere Ergebnisse eingebrockt. Es bedeutet daher ein gewisses Risiko, zwei Monate später erneut mit einem derart anspruchsvollen, nicht immer nur den konventionellen Geschmack bedienenden Programm an den Start zu gehen, wie es jetzt am 2. und 3. Dezember mit moderner und zeitgenössischer Kunst sowie Kunsthandwerk des Jugendstil geschieht. Gerade im ersten Teil verlegt sich das Auktionshaus mit traditionell fast ausschließlichem Schwerpunkt bei der österreichischen Kunst auf einige bemerkenswerte Außenseiterpositionen, eine Strategie, die vielleicht nicht immer zum Erfolg führt, dauerhaft gesehen aber schon so manchem Vergessenen aus der Versenkung verholfen hat, was sich notwendigerweise auch in Form steigender Preise auswirkt. Bleibt also die Hoffnung, dass sich mit Blick auf den einen oder anderen Künstler das Engagement für Ausgefallenes lohnt, damit nicht immer nur jene Gustav Klimts und Egon Schieles ihre Trophäen absahnen, die sie ohnehin überall sicher haben und mit Schätzungen bis zu 150.000 Euro auch im Kinsky erwarten können. ...mehr

Reiches Angebot an moderner Kunst bei Bassenge in Berlin

Kleinschmidts köstliche Kuchen


Bassenge rüstet auf. Selten hat das Berliner Auktionshaus, eigentlich spezialisiert auf Druckgrafik und Handzeichnungen des 15ten bis 19ten Jahrhunderts, auch in der modernen Kunst ein so starkes Angebot auf die Beine gestellt wie für die diesjährigen Herbstauktionen. Rund 150 ausgewählte Werke finden sich in einem eigenen Katalog zu „Moderne Kunst Teil I“, mit der die dreitägige Auktion am Samstagnachmittag ihren Abschluss findet. Im Mittelpunkt steht eine sechsteilige Offerte des Berliner Expressionisten Paul Kleinschmidt aus der Sammlung des Musical-Unternehmers Rolf Deyhle, die dieser in der Galerie Schlichtenmaier in Grafenau erworben hatte. Die Gemälde sind charakteristisch für Kleinschmidt: Sie zeigen seine Vorliebe für die durch Weiß aufgehellte, fast buttrige Farbe Blau und eine unmittelbare Heranführung des Betrachters an seine eng ins Bild gedrängten Sujets. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1924 und stellt ein Stillleben mit Wecker und einem beim wohlgenährten Kleinschmidt fast obligatorischen Kuchenstück dar (20.000 EUR). In einer nordfranzösischen Konditorei ließ es sich der Maler auch 1940 gutgehen (Taxe 40.000 EUR). Für den in eine Theaterfamilie hineingeborenen Künstler lagen auch eine sich die Schuhe zubindende Balletteuse 1940 (Taxe 45.000 EUR) und zwei Tänzerinnen bei der „Garderobe“ nahe, letzteres 1948 ein Jahr vor seinem Tod entstanden (Taxe 40.000 EUR). ...mehr

Resultate: Moderne und Zeitgenössische Kunst bei Andreas Sturies

Emil Nolde bleibt spitze


Der Hype verlässt den Kunstmarkt. Unverkennbar bleibt, dass die sinkende Wirtschaftskraft die Qualität in der Kunst deutlich stärker gewichtet. So erklärt sich auch ein Abklingen in der 20ten Auktion bei Andreas Sturies. Die Jubiläumsveranstaltung erbrachte eine Quote von lediglich 56 Prozent, hinter der sich 110 Verkäufe – vier davon unter Vorbehalt – von insgesamt 195 Offerten verbergen. Noch auf der diesjährigen Frühjahresauktion des Hauses lag die Zuschlagsrate bei stolzen 83 Prozent! Dennoch steht Andreas Sturies mit seinem aktuellen Wert besser dar, als viele seiner deutschen Auktionatorenkollegen. Die Sammler scheinen verstärkt auf Probates zu setzen, das zudem nun vermeintlich günstiger zu erstehen ist, im Grunde jedoch auf die angemessene Spanne zurückgeführt wird. Einen Emil Nolde zu besitzen, war wegen der durchgehend exzellenten wie ausdrucksvollen Beschaffenheit schon immer etwas Besonderes. Die angesetzten 40.000 Euro für sein strahlendes, wenn auch erdfarben abgetöntes Topfblumenaquarell aus den Jahren um 1930/35, dessen Reiz neben dem heftigen Komplementärkontrast aus Türkies- und Orangetönen in der findigen Einbeziehung unbearbeiteter Partien liegt, waren gerechtfertigt. Nun kann das Spitzenstück der Auktion ein Liebhaber für 30.000 Euro sein Eigen nennen. ...mehr

Gemälde und Zeichnungen der Alten Kunst bei Bassenge in Berlin

Die Größe der Söhne


Osias Beert d.Ä. Schule, Blumenstillleben mit Tulpen, Akelei und Rosen in einem Römerglas

Einen Tag nach der Druckgrafik stehen im Berliner Auktionshaus Bassenge die Gemälde und Zeichnungen der alten Künstlergarde auf dem umfangreichen Herbstprogramm. Bei den Werken Alter Meister ist fast niemand namentlich bekannt. Aus der Schule Osias Beerts d.Ä. stammt ein schöner, fein entwickelter Blumenstrauß auf einer Holztafel für günstige 4.500 Euro, ein Nachfolger des Jacopo Bassano soll Christus im Haus von Maria und Martha gemalt haben (Taxe 6.000 EUR), August Querfurt zeigt 1758 einige Kavalleristen bei der Rast (Taxe 3.500 EUR) und ein Maler aus dem Umkreis Christian Georg Schütz’ d.Ä. wird für eine pittoreske ideale Rheinlandschaft verantwortlich gemacht, deren Wert von 1.500 Euro Potential zur Steigerung birgt. Gesichert ist die Hand von Christian Wilhelm Ernst Dietrich bei einer Naturschilderung aus Italien mit brausendem Wasserfall, die der sächsische Hofmaler mit zwei Eremiten anreicherte (Taxe 2.400 EUR). ...mehr

Kunst von 1821 bis heute bei Grisebach in Berlin

Platz für die zweite Reihe


Paul Baum, Allee mit Blick auf St. Anna Termoiden in der Ferne, 1905

Der zweite Teil von Grisebachs großen Herbstauktionen lädt immer auf Entdeckungsreise ein, die großen Künstler ein wenig zu vergessen und sich denen zuzuwenden, die in ihrem Schatten wirkten, viel ausgestellt waren und doch ein wenig in Vergessenheit gerieten, obwohl ihre Werke zumindest gelegentliche Erinnerungen verdienten. Emil Noldes starkfarbiges Aquarell von Mann und Frau um 1938/45 oder Christos Verpackungsanleitungen „Running Fence“ von 1975 und „The Gates“ von 2004, Lyonel Feiningers zartes Segelschiff „Jolly Offshore II“ von 1942 oder Emil Schumachers „Nanga II“ von 1959 werden schon irgendwie – wenn nicht jetzt, dann nach der Auktion – ihre mittleren fünfstelligen Preise erzielen. Oder auch die Pastelle Lesser Urys, von denen am 29. November zugegebenermaßen wirklich eine so atemberaubend schöne und reiche Auswahl gegeben ist, dass man sie beim besten Willen nicht unterschlagen kann: Die wunderbar leicht hingetupften „Weiden am See“ um 1895 und die golden is braun schimmernde „Herbstallee“ von 1892, der leuchtende Mond über einer versilberten Havellandschaft aus derselben Zeit, die verstaubte London Bridge im Sommer 1926 und die noch winterlich kahle „Straße im Tiergarten (Berlin)“ von etwa 1925 mit vorbeirtuckernden Autos, Bussen und Straßenbahnen – all dies darf nach der großen Abendauktion, in der diese Namen ohnehin glänzen, ein wenig in den Hintergrund treten, um denen Platz zu machen, die sonst bisweilen etwas zu kurz kommen. ...mehr

Design im Dorotheum

Der neueste Schrei


William Sawaya, Sitzobjekt „Darwish“, 1999

Das Dorotheum wird übermütig – möchte man fast meinen angesichts des Design-Angebots, das die kommende Auktion am 27. November in Wien enthält. Nach immer besser und immer einträglicher verlaufenden Design-Versteigerungen, die das Wiener Auktionshaus binnen kurzem vom Mauerblümchen zu einem der führenden Häuser auf diesem stetig angewachsenen Markt im deutschsprachigen Raum etablierte, verlegt es sich jetzt zunehmend auf die allerneuesten Produkte aus den allerangesagtesten Werkstätten rund um den ganzen Globus. Die Folgen sind nicht nur eine mit dem Verlust der fehlenden Patina und dem Image eines exklusiven Neumöbellagers bezahlte Aktualität, sondern auch gepfefferte Preisvorstellungen, die das traditionelle Angebot zunehmend in den Schatten stellen. Indes ist Vorsicht geboten: Nicht immer konnte das Auktionshaus mit den neuesten Produkten Erfolge feiern, im letzten Frühjahr war es etwa Danny Lane, dessen Produkte Zeit reihenweise liegenblieben. Was nun Jakob + MacFarlane, Zaha Hadid, Dominique Perrault & Co. widerfährt, die alle für die Firma Sawaya & Moroni arbeiteten, wird sich zeigen müssen. ...mehr

Druckgrafik bei Bassenge in Berlin

Von Schmeichlern, Skeletten und bösen Knaben


René Boyvin, Der Sieg über die Unwissenheit oder Die Erleuchtung Franz I., König von Frankreich

So ein Trubel: Alles fuchtelt hilflos mit den Händen in der Luft herum, stakelt unsicher über einen unebenen Boden oder wälzt sich bereits in Verzweiflung auf eben diesem. Blind sind sie gemacht durch Binden, die sich über ihre Augen winden. Nur einer schreitet munter voran in den Tempel der Weisheit, der mit „Ostium Iovis“ überschrieben ist: Es ist Franz I., König von Frankreich, der gleichsam Erleuchtete, der über die Unwissenheit triumphiert und im Tempel der ewigen Götter seinen wohlverdienten Platz einnimmt. Franz I., als Politiker durchaus zweifelhaft, gilt den Schöngeistern heute immerhin als einer der wichtigsten Kunstförderer seiner Zeit. Er zog Künstler aus aller Herren Länder an seinen glänzenden Hof, so auch den Florentiner Maler Rosso Fiorentino, der für den König das gleichartige Fresko in Fontainebleau ausführen durfte. Die Kraft dieses manieristischen Meisterwerkes hat René Boyvin in einem Kupferstich festgehalten, den das Berliner Auktionshaus Bassenge auf seiner kommenden Grafikauktion am 27. November für 6.000 Euro offeriert. ...mehr

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