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Am 07.12.2017 Auktionswoche A183: Schmuck, Uhren, Art Déco & Art Nouveau, Design, Schweizer Kunst, Impressionismus & Klassische Moderne, Grafik & Multiples, PostWar & Contemporary, Photographie

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Drei neue Weltrekorde für die zeitgenössische Kunst im Wiener Dorotheum

Blau, blau, blau ist alles, was ich habe


Durch die Bildhauerei seines Vaters war Lucio Fontana zur Kunst gekommen, studierte an der Accademia di Brera in Mailand auch dieses Fach und arbeitete zunächst in eher konventionellen Bahnen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg initiierte er 1946 das „Manifesto bianco“, das die Gedanken des Futurismus aufnahm und eine Synthese von Malerei, Bildhauerei, Musik und Dichtung vorschlug. Zudem forderte er eine Abkehr von den herkömmlichen Materialien. So gelangte Fontana Ende der 1940er Jahre schließlich zu seiner Werkserie der „Concetti Spaziali“, monochromen Bilder mit Einschnitten, die die ebene Bildfläche für die dritte Dimension öffnen und damit in den kosmischen Raum vordringen. Eine strahlend blaue Leinwand mit einem vertikalen Riss in der Mitte forderte den Höchstpreis der Auktion „Zeitgenössische Kunst“ im Dorotheum. Fontanas „Concetto Speziale, Attesa“ von 1967/68 erreichte die untere Schätzung von 600.000 Euro. ...mehr

Auch Sotheby’s in London hat bei seiner Auktion „Contemporary Art“ mit der Schwäche des Markts zu kämpfen

Bruegel im roten Fisch


Dass ein deutscher Künstler an der Spitze einer Zeitgenossen-Auktion in London steht und nicht Gerhard Richter heißt, kommt selten vor. Diesmal stellt aber sein alter Malerfreund Sigmar Polke das Hauptlos bei Sotheby’s. 1992 schuf er seine wandfüllende Malerei „Roter Fisch“, ein charakteristisches Werk für seinen genialen Eklektizismus, das zwischen Abstraktion, geometrischen Formen und Figuration oszilliert. Dafür nutzte Polke einen grün-schwarz karierten Stoff, setzte einen dunkelblauen Balken an den oberen Rand und ließ weiße Farbinseln darüber laufen. In einige Abschnitte dieser Inseln malte er in Punktrastertechnik mit roter und blauer Farbe einen Ausschnitt aus Pieter Bruegels d.Ä. moralisierenden Kupferstich „Invividia“ aus seiner Folge der „Sieben Todsünden“ von 1557/58. Aus diesem betörenden Amalgam zwischen Kunstgeschichte, Farbenlehre, malerischen Grundlagen und neuer Kunst schält sich dann wie zufällig die Form eines Fisches heraus, die Polke zur Titelvergabe veranlasste. Der Sammler Frieder Burda kaufte das Werk direkt beim Künstler, trennte sich aber später von ihm. Zuletzt war es bis Januar 2015 bei der New Yorker Galerie Nahmad Contemporary in der Ausstellung „Threads of Metamorphosis: Fabric Pictures by Sigmar Polke“ zu sehen. Nun steht es bei Sotheby’s für 3,5 bis 4,5 Millionen Pfund zum Verkauf. ...mehr

Trotz des schwierigen Umfelds begeht Christie’s in London seinen 250. Geburtstag vorab mit einer Hommage an die Heimat

Feiern mit Briten und anderen


John Constable, View on the Stour near Dedham, full-scale sketch, um 1821/22

Ideale Zeiten sind es gerade nicht für eine große Feier im internationalen Handel mit bedeutender Kunst. Nach den Rekordauktionen der vergangenen Jahre hat sich das Klima derzeit erheblich abgekühlt, und mancher Experte raunt von einer strukturellen, längerfristigen Krise – anders als in den Jahren 2009/10 nach der weltweiten Finanzkrise. Auch Christie’s bekommt das zu spüren, wenngleich das Unternehmen im Besitz des französischen Milliardärs und Kunstsammlers François Pinault noch immer zu den Hauptakteuren auf dieser großen Bühne gehört. Und den 250. Geburtstag lässt man sich am Hauptsitz in London trotz drohenden Brexit auch nicht vermiesen: Im Dezember des Jahres 1766 fand unter der Leitung von Namensgeber James Christie die erste Versteigerung in der Geschichte des Hauses statt. Das wird am 30. Juni gebührend gefeiert, und zwar mit einer erlesenen Suite von 33 in dem opulenten Katalog „Defining British Art“ vorgestellten sowie vor und nach der Auktion insgesamt vier Wochen lang öffentlich gezeigten Werken britischer Künstler des 18. bis 20. Jahrhunderts – sozusagen als Hommage an die Heimat. ...mehr

Mit guten, aber nicht überschwänglichen Ergebnissen schloss Grisebach in Berlin seine Auktion mit ausgewählten Objekten des Kunsthandwerks, Designs und der Alte Kunst ab

Der Ruf der Circe


Ron Arad, Cone chair (Studio piece), 1986

Manchmal fällt es schwer, in Worte zu fassen, weshalb eine Person besonders anziehend ist oder was sie vor allen anderen auszeichnet. Etwas Besonderes im Aussehen oder der Hintergrundgeschichte wiesen auch die Posten in der Auktion „Ausgewählte Objekte“ bei Grisebach auf. Ein geeignetes Exempel wäre Ron Arads „Cone Chair“ von 1986. Die Zick-Zack-Form der konischen Metalllehne und die gläserne Sitzfläche lassen das Möbel nicht sofort als Sitzgelegenheit erkennen. Genau darin liegt der besondere Charme, denn so entpuppt sich die anfangs wohl als moderne Plastik verstandene Arbeit des in Tel Aviv geborenen Designers als ein Stuhl. Auch wenn er nicht Jedermanns ästhetischen Nerv treffen mag, so besitzt er dennoch das Besondere. Das Eigensinnige des Objekts war wohl auch der Grund, weshalb es an der unteren Grenze des angesetzten Preises festhielt und für 15.000 Euro in neue Hände wechselte. ...mehr

Bassenge verbuchte guten Erfolg mit der Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts und heimste mit einigen Werken unerwartet hohe Gewinne ein

Überraschung aus der Tiefe


Fries mit einer gespiegelten Darstellung von Meerwesen, Deutschland, 16. Jahrhundert

Der Holzschnitt trat recht bescheiden an. Verzeichnet war er im Katalog zur Druckgrafikauktion bei Bassenge in Berlin nur mit „Deutsch“ und „16. Jahrhundert“ sowie einem Schätzpreis von 750 Euro. Doch die beiden männlichen Meereswesen, die sich mit menschlichem Ober- und drachenartigem Unterkörper gegenüber stehen und jeweils ein Bündel mit zwei Fischen in ihrer Hand halten, ließen die Bieter nicht zur Ruhe kommen. Umgeben von üppigem Ornament und oben sowie unten begrenzt durch Zierleisten, hoben sie die gespiegelte Darstellung des Renaissance-Frieses entschlossen auf stolze 18.000 Euro. Auch insgesamt verlief die Auktion mit einer Zuschlagsquote von guten 53,5 Prozent erfreulich. Den absoluten Spitzenwert erzielte eine Mappe von Ferdinand Olivier. Die Folge der „Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden. Geordnet nach den sieben Tagen der Woche“ von 1823 ist sein grafisches Hauptwerk und zugleich der bedeutendste Zyklus, den die deutsche Romantik hervorgebracht hat. Die idyllischen Blätter verbinden eine naturalistische Landschaftsschilderung mit der allegorischen Wiedergabe des christlichen Lebens. Für sage und schreibe 80.000 Euro fand diese Mappe mit acht Blättern und den originalen Deckeln einen neuen Liebhaber in Amerika. Bewertet war sie nur mit 50.000 Euro. ...mehr

Die Schwäche des Kunstmarkts zeigt sich auch in der Alten Kunst: Bei Lempertz in Köln waren die Kunden extrem wählerisch. Das 19. Jahrhundert konnte bessere Ergebnisse verbuchen

Hochzeit mit Nachspiel


Pieter Breughel d.J., Das Hochzeitsmahl im Freien, nach 1616

Es hätte eigentlich ein schöner Sieg mit Millionenergebnis werden sollen. Doch der Favorit der „Alten Kunst“ bei Lempertz in Köln steht symptomatisch für den gesamten Verlauf der Auktion: „Das Hochzeitsmahl im Freien“ von Pieter Breughel d.J., eine vielfigurige derbe Bauernszene nach einer Komposition seines Vaters Pieter Bruegel d.Ä., brachte es im Auktionsverlauf nur auf 900.000 Euro. Das nach 1616 in Öl auf Holz gemalte Werk sollte aber mindestens 1 Million Euro erwirtschaften. Daher steht es noch immer mit einem Vorbehalt auf der Zuschlagsliste, und Lempertz hat im Nachgang zwischen Einlieferer und Kaufinteressent vermitteln müssen, bis die qualitätvolle Tafelmalerei zu diesem Wert endgültig in neue Hände überging. Die Bilanz sah für den Kölner Versteigerer demzufolge recht mager aus. Er selbst sprach von „Enttäuschungen“ und einer „internationalen Zurückhaltung“, die sich in einer losbezogenen Zuschlagsquote mit Nachverkäufen von nicht einmal 40 Prozent für die Alten Meister niederschlugen. ...mehr

Mit dem umstrittenen Verkauf von Werken des WDR hat Sotheby’s in London seine Auktion mit impressionistischer und moderner Kunst bestückt

Verschlanktes Angebot


Amedeo Modigliani, Jeanne Hébuterne (au foulard), 1919

Auffallend schmal ist die Offerte der Abendversteigerung impressionistischer und klassisch-moderner Kunst bei Sotheby’s in London – unverkennbares Zeichen einer deutlichen Abkühlung auf dem im vergangenen Jahr noch so aufgeheizten Kunstmarkt. Nur 27 Losnummern listet der Katalog, preislich fast ausschließlich im sechs- oder niedrigen siebenstelligen Bereich. Immerhin ein paar kapitale Stücke sind aber doch dabei. Um die Spitzenplätze streiten sich Pablo Picasso und Amedeo Modigliani. Von dem gebürtigen Italiener gibt es ein schönes, ausdrucksvolles Portrait seiner Geliebten Jeanne Hébuterne mit rotem Halstuch, entstanden 1919 kurz vor dem Tod der beiden: Modigliani erlag im Januar 1920 einem Tuberkuloseleiden, seine verzweifelte Freundin stürzte sich daraufhin einen Tag später aus dem fünften Stock in den Tod. Das Halbportrait befindet sich seit dreißig Jahren in Privatbesitz und war seither weder auf Auktionen noch in Ausstellungen zugegen. Jetzt steht es für um die 28 Millionen Pfund zur Disposition. ...mehr

An zwei Auktionstagen stehen beim Züricher Versteigerer Koller moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst auf dem Programm

Werbewirksames Panorama


Giovanni Giacometti, Panorama von Flims, 1904

Ein Arrangement aus unzähligen Pünktchen und Strichlein in vielen leuchtenden Farben ergibt das prächtige „Panorama von Flims“, einer kleinen Gemeinde im Schweizer Kanton Graubünden. Als Auftrag des dortigen Waldhaus-Hotels fertigte Giovanni Giacometti ein großformatiges Triptychon, dessen Mittelteil den lichten Panoramablick von einer Anhöhe oberhalb des Dorfes auf die Hotelbauten topografisch korrekt und detailreich freigibt, sie in eine sattgrüne Landschaft einbettet und von weitläufigen Gebirgsformationen umgibt. Auf dem linken Seitenteil präsentiert uns Giacometti den kleinen Caumasee bei Flims mit dem Kurhaus-Komplex Waldhaus und Bellavista, auf dem rechten Bild die dort 1880 erbaute Badeanstalt. Im Jahr 1904 als werbewirksame Reklame für das groß angelegte Parkhotel gedacht, wurde Giacomettis Triptychon schnell wieder angehängt und geriet in Vergessenheit, bis es 1986 vom damaligen Direktor Josef Müller im Fundus des Waldhauses wiederentdeckt wurde und bis Anfang des Jahres das Hotel schmückte. Nun hat die amerikanische Investmentgruppe Z Capital Partners das Waldhaus Flims erworben und sieht für Giacomettis „Panorama von Flims“ keinen Platz mehr – ein Glück für Freunde Schweizer Bergwelten und Giovanni Giacomettis. Denn das Triptychon ist nun das Highlight der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Koller in Zürich und geht mit 3 bis 4 Millionen Franken an den Start. ...mehr

Ob Gemälde oder Zeichnung: Grisebach bewies ein gutes Gespür bei der Kunst des 19. Jahrhunderts und veräußerte einen Großteil seiner Lose – etliche davon mit unerwartetem Gewinn

Höchstpreis für eine rote Bluse


Adolph von Menzel, Emilie in roter Bluse, um 1850

Mit ihrer Auswahl von Gemälden und Zeichnungen für die Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ durften die Experten bei Grisebach zufrieden sein. Denn bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von über 80 Prozent haben sie den Geschmack der Kunden in diesem nicht allzu leicht verkäuflichen Marktsegment gut getroffen. Zudem setzte der Berliner Versteigerer mit brutto rund 3,1 Millionen Euro fast doppelte mittlere Schätzpreissumme um. Einen Höhepunkt markiert das Pastell „Emilie in roter Bluse“ um 1850. Nachdem die Stiftung Oskar Reinhart in Winterthur die skizzenhafte Zeichnung Adolph von Menzels im vergangenen Jahr an die Erben von Rudolf Mosse restituiert hat, boten diese das Blatt nun bei Grisebach für 300.000 bis 400.000 Euro an. Am Ende berappte ein Schweizer Privatsammler 850.000 Euro für die ohne schmückendes Beiwerk fokussierte Menzel-Schwester, verdreifachte ihren Schätzwert damit nahezu und positionierte sie auf Platz 1 der Zuschlagsliste. ...mehr

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