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Am 12.12.2017 Auktion 67: Alte Meister - Moderne

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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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AktuellAktuell:Auktionen

Vor allem Zeichnungen und ein wenig Druckgrafik im Wiener Dorotheum

Feuerwerk der italienischen Zeichenkunst


Stefano della Bella, I principii del Disegno, vor 1641

Es ist ein Fest der italienischen Zeichnungen, welches das Wiener Dorotheum am 27. Oktober in seiner Grafikauktion feiert. Dabei können nur wenige der Meister Anspruch auf Berühmtheit stellen, manche wird die Vergessenheit wohl nie mehr preisgeben. Hier eine Auswahl: Der 1610 geborener Florentiner mit dem schönen Namen Stefano della Bella brachte 1641 durch Pierre-Jean Mariette in Paris die Radierungsserie „I principii del Disegno“ heraus. Darin findet sich unter anderem ein geflügelter Putto, der sich als Portraitist der römischen Ruinen betätigt. Die hierzu vorliegende Vorzeichnung in brauner Tusche soll jetzt 5.000 bis 6.000 Euro kosten. Annibale Carracci, einer der Gründer des italienischen Barock, scheint eine schöne Gebirgslandschaft mit einem strohgedeckten Bauernhaus im Vordergrund angeregt zu haben (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Cesare Gennari, früh verstorbener Schüler des großen Guido Reni, machte vor einigen Jahren mit einem in London versteigerten Gemälde „Loth und seine Töchter“ auf sich Aufmerksam. Dazu scheint jetzt eine Vorzeichnung aufgetaucht zu sein, die wie das Ölbild stark an den Stil des Meisters denken lässt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). ...mehr

Christie’s bringt immerhin die Miniabendauktion mit zeitgenössischer Kunst gut über die Bühne

Die große Welle


Was für ein Unterschied! Im vergangenen Herbst, als die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bereits deutlich zu spüren war, hatte Christie’s in seiner abendlichen Londoner Zeitgenossenauktion rund um die Kunstmesse Frieze immer noch fast fünfzig Werke anbieten und 26 davon im Gesamtwert von 32 Millionen Pfund versteigern können. Im laufenden Jahr, am 16. Oktober, waren es nur noch 25 Offerten für gerade einmal geschätzte 6,8 bis 9,5 Millionen Pfund. Es wird offensichtlich, dass, was für viele Teile der Kulturbranche gilt, jetzt auch der Kunstmarkt deutlich zu spüren bekommt: Die Krise schlägt erst mit einer Verspätung voll durch und damit zu einem Zeitpunkt, da die Wirtschaft bereits wieder von aufklarendem Himmel spricht. Die Leidtragenden der Entwicklung sind die Auktionshäuser, die sich allerdings nicht über mangelnde Kundschaft beklagen können – von den 25 Losnummern blieb nur „Universal recipient 2“ des Inders Jitish Kallat für 50.000 bis 70.000 Pfund ohne ausreichendes Gebot –, sondern vielmehr über die mangelnde Bereitschaft der Kunstbesitzer, ihre Werke im schlechten wirtschaftlichen Umfeld risikoreich zur Disposition zu stellen. ...mehr

Kunst bei Ketterer in München

Wilde Moderne, brave Zeitgenossen


Die Alten Meister sind nicht die Stars bei Ketterers „kleiner“ Herbstauktion am 23. und 24. Oktober in München. 4.000 bis 6.000 Euro für eine niederländische Flusslandschaft mit Dorf aus dem Umkreis Claes Molenaers, 3.500 bis 4.000 Euro für eine Pinselzeichnung des Berliner Klassizisten Christian Bernhard Rode mit Ariadne und Bacchus auf Naxos und ein Jagdstillleben des aus einer Tiroler Barockmalerfamilie stammenden Johann Georg Waxschlunger für 2.000 bis 3.000 Euro – das sind die Höhepunkte der rund 65 Losnummern umfassenden Offerte. Dazu einige hübsche Kleinigkeiten wie vier Hirtenszenen in Feder und Pinsel von Johann Georg Wagner aus den 1760er Jahren für 1.000 bis 1.200 Euro und die von unbekannter Hand sicher gezeichnete Kopie eines mythologischen Gemäldes Parmigianinos aus dem 16ten Jahrhundert für 1.500 bis 2.000 Euro. ...mehr

Ergebnisse: Antiquitäten im Wiener Dorotheum

Möbel schwimmen oben


Josef Ulrich Danhauser, Paar Kandelaber, Wien um 1805/15

Ausgerechnet die sonst so schwergängige Möbelbranche erwies sich in Dorotheums Antiquitätenauktion am 7. und 8. Oktober in Wien als eine der erfolgreichsten Sparten. Die Zuschlagsquote lag hier rund 10 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt von 54,7 Prozent. Allerdings wurden auch viele Möbel unterhalt der Schätzungen abgegeben. Nicht dazu gehörte ein kleiner Kabinettschrank des 17ten Jahrhunderts mit feinen Elfenbeineinlagen in Form von Jagdszenen. Der Preis für das Spätrenaissancemöbelchen verdoppelte sich auf 16.000 Euro. Zwei barocke Kommoden, eine aus Bayreuth um 1750/60 und eine aus Italien Anfang des 18ten Jahrhunderts mit dichter Marketerie, brachten es auf jeweils 17.000 Euro (Taxen zwischen 12.000 und 16.000 EUR). Mit 30.000 Euro etwas unterhalb der Taxe lag dagegen ein barocker Hallenschrank aus Österreich um 1720 mit Zinneinlagen (Taxe 36.000 bis 50.000 EUR), ebenso wie ein weiteres Exemplar ähnlicher Herkunft mit reichen Holzintarsien im Stil des frühen Rokoko für 26.000 Euro (Taxe 28.000 bis 32.000 EUR). ...mehr

Jugendstil und Art Déco bei Zezschwitz

Entschlackte Formen


Patriz Huber, Armlehnstuhl, um 1901

Nicht nur die Kataloge, sondern auch die Versteigerungen sind beim Auktionshaus von Zezschwitz etwas handlicher geworden. Die ganz dicken Fische gingen dem Münchner Experten für Kunsthandwerk aus Jugendstil und Art Déco diesmal nicht ins Netz. Durchschnittlich etwas höher liegen die Schätzpreise am 22. Oktober bei den Möbeln. Patriz Huber, der erst im vergangenen April mit einem Zuschlag von 53.000 Euro für einen Vitrinenschrank zum Star bei Zezschwitz avancierte, beliefert die Herbstsaison noch einmal mit einem seiner Armlehnstühle, die als Teil der von der Hofmöbelfabrik Julius Glückert gefertigten Innenausstattung 1901 auf der Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie gezeigt wurde. Der Prototyp gehörte zur Ausstattung des Speisezimmers im Kleinen Haus Glückert. Patriz Huber verwendete den Stuhl, der sich durch schlichte Formen und edle Verarbeitung des Nussholzes auszeichnet, dann auch im seinem Atelier und seiner Wohnung im Ernst Ludwig-Haus (Taxe 8.000 EUR). Dem Art Déco gehören ein kantiger, in den Umrissen würfelförmiger Tisch vermutlich von Erich Mendelsohn um 1925 (Taxe 4.800 EUR) und ein aus Aufsatzbüffet und Sideboard bestehendes Ensemble des Innenarchitekten Curt Wasse um 1930 an (Taxe 3.800 EUR). ...mehr

Jugendstil und Art Déco von hoher Qualität bei Quittenbaum

Ein nobler Gast


François-Emile Décorchemont, Deckelvase, 1933

Ein ungewöhnlicher Name taucht zwischen all den erlesenen französischen Glasproduzenten des Jugendstil und Art Déco auf, den man eher selten liest: François-Emile Décorchemont, ein im nordfranzösischen Conches-en-Ouche ansässiger Glaskünstler. Es ist nur eine Handvoll Produkte, die das Münchner Auktionshaus Quittenbaum ziemlich zu Beginn seiner kommenden Versteigerung am 20. Oktober aus dieser Fertigungsstätte präsentiert, doch auch hier werden stattliche Preise verlangt. 19.000 Euro soll eine in unterschiedlichen Grüntönen marmorierte Deckelvase kosten, die Décorchemont 1933 auf den Markt brachte. Das kantig strenge Objekt mit unverwechselbarer Formensprache des späten Art Déco gehörte übrigens ehemals zur Sammlung Barlach Heuer in Paris und war zeitweise im Kunstmuseum Düsseldorf ausgestellt. Dieselbe Sammlung kommt am 17. Oktober auch beim Glasexperten Fischer in Heilbronn mit einigen ausgefallenen Liebhaberstücken unter den Hammer. ...mehr

Resultate: Die Alte Meister übten sich im Wiener Dorotheum in vornehmer Zurückhaltung

Immer diese Italiener


Peter Paul Rubens Werkstatt, Das Urteil des Paris

Die Erwartungen waren nicht gewaltig, trotzdem wurden sie nicht ganz erfüllt. Mit einem Bruttoergebnis von gut 4,2 Millionen Euro für die Altmeisterauktionen I und II – sonst waren es meist zwei getrennte Veranstaltungen an zwei verschiedenen Tagen – lag das Wiener Dorotheum am 6. Oktober unter seinen bisherigen Werten. Auch die Zuschlagsquote von durchschnittlich 43 Prozent für die knapp dreihundert Lose zeigt eine gewisse Zurückhaltung gegenüber einem Programm an, dass Hochkarätiges zu bieten hatte, aber nur wenige wirkliche Spitzenwerke. So kamen schließlich auch nur vier sechsstellige Nettobeträge heraus, ein rundes Dutzend hätte es sein sollen. Vor allem die traditionell stark vertretenen Italiener erwiesen sich als ziemliche Ladenhüter: Martino Piazza da Lodis 1518 datierte Anbetung der Hirten (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), Giovanni Battista Caracciolo dramatisch beleuchteter Johannes der Täufer in der Wildnis (Taxe 135.000 bis 160.000 EUR), Mattia Pretis Christus am Ölberg (Taxe 160.000 bis 200.000 EUR), die beiden ebenso statischen wie spartanischen Stillleben Jacopo Ligozzis für jeweils 100.000 bis 150.000 Euro oder Francesco Zuccarellis Gebirgslandschaft mit einer Brücke und Figurenstaffage im Stil des Rokoko (Taxe 200.000 bis 230.000 EUR) – bei all diesen mehr oder weniger bekannten Malern herrschte durchweg Fehlanzeige. ...mehr

Ergebnisse: Schweizer Kunst bei Christie’s

Die Macht erhabener Berge


Ferdinand Hodler, Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus, 1910

Ferdinand Hodler hat es wieder einmal geschafft. Mit seinen stilisierten Landschaftsrhythmen hat er sich fest im Herz der Eidgenossen verankert und bezaubert auch manchen Sammler aus dem Ausland. Das konnte er in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Christie’s wieder einmal unter Beweis stellen. Hodler trat dort mit der 1910 gemalten Sicht auf „Eiger, Mönch und Jungfrau von Beatenberg aus“ in Erscheinung. Ohne dass er dem Menschen oder seinen Kulturäußerungen einen Beitrag zugestehen würde, lässt er die Dreiheit der Berggipfel majestätisch in den Himmel aufragen. Monumental schichten sich die Farben auf dem größten Gemälde einer Serie von fünf Bergwelten, die Hodler 1910 von Beatenberg aus festhielt. Lukas Gloor, Direktor der Züricher Sammlung Bührle, sieht gerade in solchen Alpenlandschaften den Grund dafür, dass „Hodler noch heute unbestrittenermassen als der Schweizer Maler von nationaler Bedeutung gilt“. So war ihm denn auch der erste Platz in der Versteigerung beschieden. Zwar kamen mit dem Zuschlag von 3,5 Millionen Franken die Erwartungen von 4 bis 6 Millionen Franken nicht ganz zusammen, doch gehört das Bild immer noch zu den teuersten Werken Hodlers und notiert so hoch wie zu besseren Zeiten auf dem Kunstmarkt. ...mehr

Ergebnisse: Neuere Meister im Wiener Dorotheum

Die Jungen können’s besser


Ferdinand Georg Waldmüller, Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten, 1854

Erst die Neueren Meister bewiesen dem Wiener Dorotheum am 7. Oktober, was wirklich noch drin ist in einem krisengeschüttelten Kunstmarkt. Hatten sich die Alten Meister am Vortag als eher träge erwiesen, so lag die Zuschlagsquote ihrer jüngeren Kollegen mit gut 61 Prozent in einem hervorragenden Bereich. Fünf Werke, eins mehr als den bei den Alten, kletterten über die 100.000-Marke, so dass auch die Einzelergebnisse kaum etwas zu wünschen übrig ließen. Insbesondere das Hauptlos bestätigte eindrucksvoll seine Erwartungen. Ferdinand Georg Waldmüllers Holztafel „Kinder schmücken den Hut eines Konskribenten“ aus dem Jahr 1854 ist ein exemplarisches Werk des Meisters: aus dem Leben gegriffen und mit den Mitteln der Wirklichkeitswiedergabe gemalt, ein heiteres Bild aus der Kinderwelt, das freilich nicht auf kunstvolle Beleuchtung und haptische Stofflichkeit verzichtet. Soviel Qualität und Beispielhaftigkeit wurden fürstlich entlohnt: Auf 420.000 Euro stritten sich die Bieter hinauf, noch über die ambitionierte Schätzung von 300.000 bis 400.000 Euro hinaus. Auch Waldmüllers anmutiges Kinderbildnis der Antonia Seemann vor einer Berglandschaft übertraf mit einem Zuschlag von 85.000 Euro weit die Erwartungen von 30.000 bis 40.000 Euro. ...mehr

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