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AktuellAktuell:Auktionen

Ergebnisse: Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich

Man bleibt besser daheim


Ein reduziertes Programm bescherte der Schweizer Dependance von Sotheby’s in Zürich am 8. Juni zumindest keine schweren Einbußen. Fast zwei Drittel der knapp 115 Losnummern spülten brutto etwa 4,25 Millionen Franken in die Kasse des Auktionshauses – etwa ein Viertel des Erlöses vom vergangenen Sommer. Sogar einen Millionenwert gab es: Augusto Giacomettis 1913 entstandenes, gespachteltes „Bergdorf (Haus und Garten in Stampa)“ übertraf seine Schätzung von 600.000 bis 800.000 Franken deutlich und landete schließlich mit 1,15 Millionen Franken bei einem Schweizer Privatsammler. Auch sonst konnten sich die Einlieferer über manche Wertsteigerung freuen. Caspar Wolfs frühromantische Landschaft mit einer Brücke über die Muota in der Nähe von Schwyz verdoppelte ihren Preis auf 120.000 Franken. Sie war das einzige Bild in der Top Ten-Liste, das nicht in Schweizer Privatbesitz überging, sondern an einen Sammler aus dem Ausland wanderte. Gleich darauf zog es Albert Ankers Großvater mit schlafender Enkelin in Kohle auf Papier von 100.000 bis 150.000 Franken auf 180.000 Franken hinauf. ...mehr

Rückblick: Zeitgenössische Kunst bei Lempertz

Heiß umkämpfte Nägel


Alte Kunst gilt als solide, das Gegenwärtige, Aktuelle in vielerlei Hinsicht als unbeständig und unkalkulierbar. Bei Lempertz in Köln wurde in diesem Frühjahr um die zeitgenössische Kunst heftig gerungen, aber auch bei ebenso vielen Angeboten abgewunken. Das spiegelte schon die losbezogene Zuschlagsquote von gut 50 Prozent wider. Trends lassen sich nur schwer feststellen. Erstrangiges zu angemessenen Preisen ist immer gefragt, und die Künstler der ersten Garnitur werden besonders hofiert. Joseph Beuys etwa erfreut sich immer großer Beliebtheit, nicht nur wenn es sich um seine provokanten Objekte der späteren Jahre handelt wie die mit Kräutertee gefüllte Cola-Flasche im Holzkasten „Bruno Corà-Tee“ von 1975, die ein Amerikaner von 5.000 bis 7.000 Euro auf 26.000 Euro steigerte. Auch sein berühmtes „Sonnenkreuz“, 1947/48 noch unter dem Einfluss Ewald Matarés entstanden und vielleicht eines der schönsten Frühwerke des Meisters, zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Erst bei 240.000 Euro setzte sich deutscher Handel durch (Taxe 150.000 bis 170.000 EUR). ...mehr

Eine hochkarätige Privatsammlung ergänzt die Alten Meister bei Sotheby’s

Anleitung zum Leiden


Baccio Bandinelli, Büste eines antiken Helden, um 1550

Ein originaler Baccio Bandinelli ist ein seltener Gast auf internationalen Auktionen, zumal wenn es sich um eine weiße Marmorskulptur des großen Florentiners handelt. Der verbissene Konkurrent Michelangelos, den er um jeden Preis zu übertreffen suchte, dabei aber manch groteskes Werk zuwege brachte, worüber schon die Zeitgenossen ihren Spott ausgossen, konnte gelegentlich auch unprätentiös und unaufdringlich arbeiten. Seine knapp sechzig Zentimeter hohe Marmorbüste eines antiken Helden besticht durch ihren gedankenvollen Gesichtsausdruck und die feine Bearbeitung von Physiognomie und Haartracht. Nun soll das Werk 500.000 bis 800.000 Pfund kosten. Eingeliefert wird es von der aus Polen stammenden Kunsthistorikerin Barbara Piasecka Johnson, deren Sammlung, in zwei Sektionen aufgeteilt, die Londoner Altmeisterauktionen von Sotheby’s am 8. und 9. Juli um knapp zweihundert Werk bereichert. Ihr Gesamtwert wird mit etwa 5 Millionen Pfund angegeben. ...mehr

Alte Meister bei Christie’s in London

Klammeraffen bei der Predigt


Fra Bartolommeo, Madonna mit Kind, heiliger Elisabeth und dem Johannesknaben in einer Landschaft

Christie’s macht am 7. Juli den Anfang der großen Londoner Altmeister-Auktionen. Die 66 Losnummern sollen einen Gesamterlös von rund 15 Millionen Pfund einspielen. Im vergangenen Sommer hatte das Unternehmen mit 48 Losen circa 24 Millionen Pfund registriert – der Rückgang ist also deutlich weniger heftig als bei den Modernen und Zeitgenossen. Die Hauptlose stellen zwei Italiener, zunächst Baccio della Porta, genannt Fra Bartolommeo, ein Zeitgenosse Raffaels, der sich von dessen lieblichen Madonnendarstellungen für seine eigene Maria mit der heiligen Elisabeth und den spielenden Kindern Christus und Johannes sichtlich beeinflussen ließ. Die schöne Holztafel, mit fast anderthalb Metern Höhe ein kapitales Werk des Florentiners, ist auf das Jahr 1516 datiert (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Michele Marieschis zeigt uns eine eher seltene und ungewöhnliche Venedig-Vedute: den Innenhof des Dogenpalastes, belebt durch zahlreiche Honoratioren, die in kleinen Grüppchen beieinander wandeln und über die neuesten politischen Geschäfte Austausch pflegen. Im Hintergrund ragen die Kuppeln des Markuskirche hervor. 1976 hatte das Gemälde bei Christie’s noch 55.000 Pfund gekostet, zehn Jahre später wurde es bereits für 1,4 Millionen Pfund zugeschlagen. Nun kommt es bereits zum dritten Mal bei Christie’s zum Aufruf, versehen ebenfalls mit einer Schätzung von 2 bis 3 Millionen Pfund. ...mehr

Alte Meister bei Sotheby’s in London

Ein Duellmörder für 2 Millionen


Pieter Breughel d.J., Flämisches Dorf im Winter mit dem Kindermord zu Bethlehem

Weiterhin recht krisensicher präsentieren sich die Alten Meister am 8. Juli bei Sotheby’s in London. Auch diesmal haben sich unter die knapp fünfzig Werke der Abendauktion einige Millionenwerte geschlichen. In Pieter Breughel d.J. haben die Niederländer den besten Erzähler – und den grausamsten: Schonungslos verlegt er die Ermordung der Kinder von Bethlehem durch Herodes’ Soldaten in die eigene Heimat eines winterlich idyllischen Dorfes mit Bauernhäusern und einer Kirche im Hintergrund. Das großformatige, figurenreiche Gemälde, das 1973 einmal 90.000 Pfund gekostet hatte, steht jetzt mit 2,5 bis 3,5 Millionen Pfund in der Preisliste ganz oben. Sein Neffe Jan Breughel d.J. schickt einen prächtigen Blumenstrauß in einer Delfter Vase. Wesentliche Anregung empfing er dafür allerdings von einem Blumenbild seines Vaters Jan Brueghel d.Ä., das sich heute im Kunsthistorischen Museum Wien befindet (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). ...mehr

Ergebnisse: Klassische Moderne, zeitgenössische Kunst und Jugendstil im Kinsky

Noch besser


Egon Schiele, Stehendes Mädchen, 1914

Der Einstieg war phänomenal: Egon Schieles 1914 datierte Kreidezeichnung „Stehendes Mädchen“, im Wiener Kinsky am 23. Juni auf 70.000 bis 120.000 Euro, ging erst bei 320.000 Euro über die Bühne. Und mit 260.000 Euro wurde die Losnummer zwei gleich anschließend honoriert, ein aufreizender Akt mit schwarzen Strümpfen, dominaartig von unten betrachtet. Die Gouache- und Bleistiftzeichnung aus dem Jahr 1912 war mit 100.000 bis 140.000 Euro ebenfalls zurückhaltend taxiert. Später rückte Schieles großer Vorläufer Gustav Klimt in den Mittelpunkt und belegte bei 170.000 Euro Platz drei der Auktion. Objekt der Begierde war sein stehender Frauenakt im Profil nach links, den er 1902 als schwarze Kreideskizze für eine der Gorgonen im Beethovenfries aufs Papier warf (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR). Rund 1,9 Millionen Euro spielten die 114 Gemälde moderner Kunst ein. Die Zuschlagsquote nach Losnummern lag lediglich bei 43 Prozent, rechnet man die Vorbehalte heraus, sogar nur bei 28 Prozent, das Umsatzergebnis aber wurde nach Angaben des Hauses zu 86 Prozent erfüllt. Zusammen mit den Zeitgenossen, die fast 1,4 Millionen generierten, wurden am ersten Tag der 74. Auktion mehr als 3,3 Millionen Euro eingespielt. Trotz Krisenstimmung und einiger Vorbehaltszuschläge konnte Kinsky damit das Rekordergebnis des ersten Halbjahres 2008 noch übertreffen. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Ketterer laufen bestens

Guter Einstand ins neue Domizil


Ernst Ludwig Kirchner, Sitzender Akt, um 1909

Mit viel Optimismus feierte das Münchner Auktionshaus Ketterer Mitte Juni sein neues Firmengebäude – und mit vielen guten Ergebnissen waren die ebenso spannenden wie hochkarätig besetzten Abendauktionen mit moderner und zeitgenössische Kunst am 19. Juni und 20. Juni über die Bühne gegangen. Über 6 Millionen Euro spielten die beiden Veranstaltungen zusammen mit der in Kooperation mit Quittenbaum ausgerichteten Bauhaus-Auktion ein. Die Zuschlagsquote der klassischen Moderne nach Losen lag bei guten 67 Prozent, die der Gegenwartskunst bei knapp 64 Prozent. „Einen besseren Start in dieses Jahr hätte man sich kaum wünschen können“, kommentierte Inhaber und Auktionator Robert Ketterer die Ergebnisse des ersten Halbjahres. Trotz derzeitiger Schwierigkeiten, Erstklassiges in die Auktion zu ziehen, gelang eine der herausragenden Versteigerungen auf dem deutschsprachigen Markt in diesem Frühjahr. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Jeschke & Van Vliet

Es darf ein bisschen weniger sein


Nicolas Tarkhoff, Sonnenblumen

Die eher mageren Ergebnisse einiger vergangener Auktionen und die Schwierigkeiten, Kunstbesitzer zur Einlieferung ihrer Werke zu bewegen, sind am kleinen Berliner Auktionshaus Jeschke & Van Vliet nicht spurlos vorübergegangen. Wie bei vielen anderen Häusern auch ist für den 2. Juli ein sichtlicher Rückgang an hochkarätigen Offerten zu verzeichnen. Nur zwei Losnummern mit höheren Schätzpreisen haben sich eingeschlichen: eine von Piero Manzonis schwarzen Teerarbeiten, gemischt mit braunen Ölfarben, aus dem Jahr 1956 für 50.000 Euro und ein kraftvolles Sonnenblumenbild Nicolas Tarkhoffs in Van Goghscher Manier für 30.000 Euro. Bei 20.000 Euro an dritter Stelle rangiert eine bunte surreale Malerei Léopold Survages, in deren Mittelpunkt eine Art Kopffüßler steht. Sie entstand 1963 fünf Jahre vor dem Tod des gebürtigen Finnen. ...mehr

Ergebnisse: Moderne und zeitgenössische sowie Schweizer Kunst bei Koller in Zürich

Volkswagen kann teuer sein


Kunst des 19ten und 20sten Jahrhunderts aus der Schweiz oder anderen europäischen Ländern – mit beidem konnte sich das Zürcher Auktionshaus Koller am 19. Juni wieder beachtlich positionieren. Wenngleich die Zuschlagsquoten unterschiedlich ausfielen – rund zwei Drittel bei den Schweizern, knapp die Hälfte bei den anderen –, hielten sich bei einem Gesamtumsatz von 6,2 Millionen Franken die Ergebnisse in etwa die Waage. Zumal die Schweizer Auktion vor allem von den jüngsten Künstlern, die aber zugleich die günstigsten sind, profitierte: Die expressiven Szenen André Wilhelms, die teils geschmäcklerischen, teils provozierenden Menschenbilder Mario Comensolis und die mehr oder weniger abstrakten Arbeiten Leo Leuppis und Hans Ernis wurden zwar großteils zugeschlagen, mehr als 9.000 Franken kamen dabei aber nicht heraus. Da mussten schon bedeutendere Geschütze aufgefahren werden, die wie so häufig vor allem aus zwei Richtungen kamen: Aus der symbolistischen Kunst Hodlers und aus der reichen Landschafts- und Genremalerei der Künstlerfamilie Giacometti. Beide waren stark vertreten, mit eher mehr als weniger Erfolg. ...mehr

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