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Ruinen des Parthenon, 1877 / Carl Friedrich Heinrich Werner

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AktuellAktuell:Auktionen

Kunst und Kunsthandwerk in Schloss Ahlden

Kaffeehahn


Johann Joachim Kändler und Jean-Claude Duplessis zugeschrieben, Pendule, um 1745

Nach der Sommerpause erwacht der Auktionsmarkt allmählich wieder zum Leben, krisenbeeindruckt, aber nicht -geschüttelt und mit der gehörigen Portion Optimismus in die Herbstsaison schauend. Einen der ersten Kataloge hat das niedersächsische Auktionshaus Schloss Ahlden vorgelegt, zweidaumendick wie immer und mit einem Angebot von mehr als zweitausend Losnummern bestückt. Wieder liegt der Schwerpunkt auf dem Kunsthandwerk, und wieder finden sich die kapitalen Stücke im Meißner Porzellan. Wer an der prächtigen Bronzependule für 68.000 Euro allerdings den künstlerischen Vorrang hat, ist schwer zu entscheiden: die wahrscheinlich von dem französischen Hofgoldschmied Jean-Claude Duplessis entworfene Bronzemontierung mit dem Putto obenauf oder eben doch die kleine Zweiergruppe, die sich verliebt zwischen den Blattranken und Porzellanblüten herzen. ...mehr

Rückblick: Fotografie bei Bassenge in Berlin

Geschäftstüchtige Barbiere


Wie bekommt man Kunden in seinen Friseursalon, vor allem männliche? Naja, ganz jugendfrei ist die Sache nicht, die sich ein New Yorker Friseur in den 1960er Jahren hat einfallen lassen. Er rahmte die Spiegel, die bieder auf einer Blumentapete hingen, einfach mit Pin-up-Girls aus Illustrierten. So hat er jedenfalls zwei Männer auf seinen chromledernen Sessel sitzen, die eigentlich gar nicht so viel Haarpflege benötigen. So hat es Diane Arbus 1963 gesehen, die ja gerade mit ihren Fotografien des Absonderlichen und Exzentrischen für Aufmerksamkeit sorgte. Ihren „Barber Shop, N.Y.C.“, der posthum 1980 noch einmal in 75 Exemplaren aufgelegt wurde, hatte das Berliner Auktionshaus Bassenge in Angebot. Angesetzt mit 6.000 Euro, waren 5.000 Euro die Grenze dessen, was die Bieter dafür ausgeben wollten. Damit war auch schon fast das Ende der Fahnenstange erreicht. Lediglich Floris Michael Neusüss’ lebensgroßes schattenhaftes Nudogramm einer schwangeren Frau von 1967 schloss mit 7.500 Euro besser ab. Aber auch hier fehlten 500 Euro, um den Schätzpreis zu erreichen. ...mehr

Ergebnisse: Kunst und Antiquitäten bei Fischer in Luzern

Teurer Einstein


Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Heiliger Hieronymus in der Einöde

1,2 Millionen Franken sind ein stolzer Preis für eine rund 35 mal 25 Zentimeter Lindenholztafel Lucas Cranachs d.Ä. und seiner Werkstatt. Doch die miniaturhafte, außerordentlich feine Darstellung von Hieronymus in der Einöde erzielte diesen Zuschlag in der letzten Versteigerungsrunde bei Fischer in Luzern. Nur wenig lässt sich dem an die Seite stellen: 500.000 Pfund etwa erreichte im vergangenen Sommer eine 26,5 mal 17,5 Zentimeter große Darstellung mit Herkules im Kampf gegen Antaeus bei Sotheby’s. Schon vor drei Jahren hatte Fischer mit einem Cranach Erfolg. Damals erzielte eine Madonna mit der Traube von 1534 gute 1,1 Millionen Franken, bei einer Taxe von 800.000 bis 1 Million Franken. Diesmal hatten für den Hieronymus allerdings nur 150.000 bis 180.000 Franken auf dem Etikett gestanden. ...mehr

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst der zweiten Reihe in der Villa Grisebach

Viele kleine Knoebels


Max Liebermann, Junge mit zwei Reiteseln am Meer, um 1900

Wichtiger Bestandteil der Versteigerungsrunde mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Grisebach ist immer das breit gefächerte Angebot am Tag nach der Abendauktion mit den „Ausgewählten Werken“. So spielten auch die rund 250 Werke am 6. Juni in Berlin noch über 3,8 Millionen Euro ein bei einer Zuschlagsquote nach Losen von stattlichen 84 Prozent, die sich mit dem Nachverkauf noch auf 90 Prozent erhöhen ließ. Und einige großartige Einzelergebnisse konnten auch noch verbucht werden. Das beste erzielte ziemlich zu Beginn ein Schweizer Künstler, Adolf Dietrich, einer der vielleicht prägnantesten Vertreter des „Stils der Wahrheit“, der als unmittelbarer Vorläufer einer neusachlichen Kunst seinen besonderen Platz in der Kunstgeschichte einnimmt. Auf 40.000 bis 60.000 Euro waren seine beiden Bildnisse von Vater und Mutter aus dem Jahr 1905 angesetzt. Mit einem Zuschlagspreis von 128.000 Euro konnte diese Schätzung mehr als verdoppelt werden. ...mehr

Rückblick: Impressionisten und Moderne bei Sotheby’s in London

Kann das eine Frau sein?


Nur vier der 27 Angebote blieben am 24. Juni bei Sotheby’s in London ohne Zuschlag. Die Künstler aus Impressionismus und klassischer Moderne hielten also im Wesentlichen die bescheidenen Versprechungen. Auch der Bruttogesamtzuschlag von rund 33,5 Millionen Pfund entsprach den Erwartungen und zeigte, dass sich auch auf Sparflamme gute Ergebnisse erzielen lassen. Als Hauptlos war Pablo Picassos farbenreicher „Homme à l’épée“ aus dem Jahr 1969 angetreten, ein exemplarisches Spätwerk des manisch malenden Meisters. 6,2 Millionen Pfund im unteren Schätzpreisbereich bewilligte ein ungenannter Privatsammler (Taxe 6 bis 8 Millionen GBP). Auch Platz zwei besetzte der gebürtige Spanier und Wahlfranzose. Sein im Dezember 1968 entstandenes Hochformat „Nu debout“ in Graugelb erreichte 3,8 Millionen Pfund (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP). Erst auf Platz drei landete ein Impressionist: Claude Monets „Route de Giverny en hiver“ aus dem Jahr 1885, die der Einlieferer vor zwanzig Jahren im selben Haus für 1,8 Millionen Pfund erworben hatte, stieß er jetzt um 3,4 Millionen Pfund wieder ab (Taxe 3 bis 4 Millionen GBP). ...mehr

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller: An der Spitze noch immer gut, doch das Mittelfeld bricht ein wenig weg

Zeitmessung auf Reisen


Reise-Trommeluhr mit Wecker, Augsburg, 16. Jahrhundert

Wie die führenden Auktionshäuser im Bereich der bildenden Kunst muss auch Koller in Zürich manche hohen Erwartungen auf dem Gebiet antiker Luxuseinrichtung etwas zurückfahren. Man hatte sich schon darauf eingestellt und für die Möbel und Einrichtungsgegenstände am 18. Juni einige erstklassige Objekte günstiger angesetzt, als vielleicht vor einem Jahr geschehen. Auf der anderen Seite verzichten die Besitzer exzeptioneller Preziosen keineswegs auf ihre Einlieferungen. Beides zahlte sich aus, doch beides musste auch Rückschläge hinnehmen. Die Zuschlagsquote von 44 Prozent sank gegenüber dem Durchschnittsergebnis im Vorjahr um rund 10 Prozentpunkte. Doch kamen auch Resultate zustande, die an beste Zeiten erinnern. Das wichtigste Stück war hier eine prunkvolle „commode en bureau“, die dem 1732 gestorbenen André-Charles Boulle und seinen Söhnen zugeschrieben wird und die Meisterschaft dieser Pariser Hofschreinerei auf ihrer absoluten Spitze dokumentiert. Für den im besten Falle angestrebten Millionenbetrag reichte es nicht, doch kamen immer noch hervorragende 820.000 Franken aus der Hand eines Briten heraus. Die Schätzung hatte bei 700.000 bis 1,2 Millionen Franken gelegen. ...mehr

Viele Bronzen und ein teures „Spanierchen“: Beachtliches Ergebnis der Piasecka Johnson Collection bei Sotheby’s in London

Herakles ist überall


Jusepe de Ribera, Prometheus

Das war nun doch nicht zu erwarten gewesen: Teuer sollte es ja schon werden mit dem armen Prometheus, den Chefgott Zeus an den kaukasischen Felsen gebunden hatte, weil er so frech gewesen war, bis Herakles kam und ihn befreite. Jusepe de Ribera, geboren 1591 in Valencia, aber gestorben 1652 in Neapel und dort als „Lo Spagnoletto“ nicht nur belächelt, sondern auch verehrt, hatte das entsetzliche Leid des nackten Helden durch die dumpfe Strafe, dass ihm ein Adler die stets nachwachsende Leber fraß, mit geradezu expressivem Ausdruck auf Leinwand gebannt, der auch vor einem eher ungeschminkt mäßigen Schönheitsbild des nicht mehr ganz jungen Mannes nicht zurückschreckte. Zuletzt hing das große Gemälde in der Sammlung der Kunsthistorikerin Barbara Piasecka Johnson, die ihre Kunstwerke vor allem in den 1980er Jahren zusammengetragen hat. Diese hochkarätige Sammlung kam nun am 8. Juli bei Sotheby’s als Ergänzung zur Altmeisterauktion zur Versteigerung. Und die Überraschung war perfekt: Auf 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund angesetzt, setzte sich ein hartnäckiger neapolitanischer Sammler erst bei 3,4 Millionen gegen seine Konkurrenten durch – Auktionsrekord für den „kleinen Spanier“, einziger Millionenpreis der Auktion und überdies sogar zweitteuerster Altmeister in diesem Juli in London. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber

Den Kitsch wird er nicht los


Alles war dabei: Ein guter Zuschlag bei 145.000 Euro für Gabriele Münters „Schnee im Herbst“ aus mittlerer Schaffensperiode von 1932 (Taxe 120.000 bis 140.000 EUR), eher mäßige 18.000 Euro für Erich Heckels Aquarell „Boote auf dem Wasser“ von circa 1911 (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR) und der Rückgang vor allem der weniger spektakulären und daher auch weniger hoch gehandelten Arbeiten, wodurch sich die Zuschlagsquote mit knapp 48 Prozent auf eher durchschnittlichem Niveau bewegte. Dennoch konnte das Münchner Auktionshaus Karl & Faber mit seiner Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst am 29. Mai zufrieden sein. Denn im Nachverkauf ließ sich noch Einiges unter die Leute bringen, was die Quote auf gut 52 Prozent hob. Zudem ließen sich vor allem die Expressionisten nicht lumpen. Adolf Erbslöhs Parklandschaft „Im Frühling“ von etwa 1919 mit betont grüner Farbskala auf den Katalogtitel zu stellen hat sich gelohnt: 32.000 Euro lautete schließlich das stattliche Ergebnis (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Sein Blick aufs Kranzhorn aus dem Jahr 1911 musste sich aber mit 15.000 Euro nach der Auktion zufrieden geben (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). ...mehr

Resultate: Alte und Neuere Meister bei Christie’s in London

Musik ist teuer


Willem Claesz Heda, Stillleben mit Brombeerkuchen, Salzgefäß, Nautiluspokal, Zinnkanne, Römer und Haselnüssen

Mit einem Angebot von 63 Werken hatte Christie’s für den 7. Juli eine umfangreichere Abendauktion zusammengestellt als Sotheby’s. Doch trotz der ebenfalls höheren Zuschlagsquote von 76 Prozent und einiger beachtlicher Steigerungen belief sich der Umsatz in London lediglich auf rund 20,5 Millionen Pfund und lag damit rund 6 Millionen Pfund unter dem des Erzrivalen, aber innerhalb der eigenen gesteckten Erwartungen von mindestens 15 Millionen Pfund. Weniger an der Spitze als vielmehr in die Breite entwickelt, bewegten sich die Zuschlagspreise überwiegend im unteren sechsstelligen Bereich. Anders als bei Sotheby’s war allerdings das Publikum weitaus internationaler. Allein in der Top Ten-Liste finden sich vier Käufer aus den Vereinigten Staaten. Nur vier Werke schafften es jenseits der Millionengrenze, darunter aber immerhin ein Überraschungsgast: Heftig wurde um Willem Claesz Hedas Stillleben mit Brombeerkuchen, Nüssen und zahlreichem Silbergeschirr gerungen, bis ein unbekannter Telefonbieter schließlich erst bei 1,2 Millionen Pfund den Sieg davontrug – neuer Rekord für den Stilllebenexperten. Erwartet waren lediglich 300.000 bis 500.000 Pfund. Jeweils 100.000 Pfund unter den Schätzungen blieben jedoch eine Madonna mit dem Johannesknaben und Elisabeth von Baccio della Porta, genannt Fra Bartolommeo, aus dem Jahr 1516 und Michele Marieschis Blick in den Innenhof des Dogenpalastes in Venedig, die bei jeweils 1,9 Millionen gemeinsam den ersten Platz besetzten. Für Fra Bartolommeo war das dennoch ein neuer Spitzenpreis im Auktionshandel. ...mehr

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