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Tänzerin / Franz von  Stuck

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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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AktuellAktuell:Auktionen

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Hauswedell & Nolte in Hamburg

Berliner Straßen und Münchner Föhn


Lesser Ury, Unter den Linden mit Blick auf die Universität, 1920er Jahre

In diesem Herbst könnte es etwas schwerer für das Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte werden, sein Angebot an moderner und zeitgenössischer Kunst an den Mann zu bringen. Keines der rund 85 für den 4. Dezember reservierten „Ausgewählten Werke“ ragt wirklich hervor, wenngleich es manche hohen Preise gibt. Doch Lesser Urys Ölbild „Unter den Linden mit Blick auf die Universität“ aus den 1920er Jahren (Taxe 100.000 EUR) oder Gabriele Münters „Skizze Föhn“ von 1954 (Taxe 50.000 EUR) sind auf dem Markt eher gängige Stücke. Viel Grafik bei den norddeutschen Expressionisten wie Emil Noldes Holzschnitt „Prophet“ von 1912 (Taxe 35.000 EUR) stehen lediglich Ernst Ludwig Kirchners „Anprobe“ von circa 1910 als farbige Kreidezeichnung (Taxe 80.000 EUR) und „Tanzgruppe“ im Schablonenstil von 1926 als aquarellierte Bleistiftskizze gegenüber (Taxe 28.000 EUR). Kirchners Kaltnadelradierung „Leuchtturm in Grünen“ von 1913 verlangt 24.000 Euro. Insgesamt erscheint die Offerte bisweilen etwas überbewertet. ...mehr

Moderne Kunst bei Lempertz in Köln

Gelegentlich den Meißel in der Hand


Die Kunstgeschichte kennt Künstler, die gleichermaßen in der Malerei und in der Plastik zu Hause waren und es auf beiden Gebieten zu Höchstleistungen brachten: Michelangelo etwa, Edgar Degas oder, aus unserer Zeit, Jörg Immendorff. Die Meisten aber waren auf eine Gattung festgelegt, und ihre Ausflüge aus anderen Fächern blieben Experimente. Gustav Klimt etwa zerschlug seine bildhauerischen Werke mit dem lapidaren Kommentar: „Es wird ja doch nichts“. Umgekehrt kennt man von Auguste Rodin allenfalls rasche Aktzeichnungen, Arbeiten also, die ohnehin zum Vorbereiten bildhauerischer Werke gehören. Der deutsche Expressionismus äußerte sich bekanntlich mehr in der Malerei als in der Skulptur. Einige der malenden Revoluzzer versuchten sich gelegentlich aber auch als Bildhauer. Hermann Max Pechstein etwa schuf vermutlich im Jahr 1913 einen Bildniskopf seines Freundes und Förderers Eduard Plietzsch. Immerhin dürfte diese eindrückliche, tief modellierte Büste 1913 im Berliner Kunstsalon Fritz Gurlitt zusammen mit acht weiteren Bronzen des Meisters ausgestellt gewesen sein. Beim Brand von Pechsteins Atelier 1945 wurde das Werk vernichtet und galt seither als verschollen. Erst seit den späten 1990er Jahren ist es in einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung nachweisbar. So jedenfalls verzeichnet es die Provenienzliste des Kölner Auktionshauses Lempertz, das den Kopf im Rahmen seiner Moderne-Auktion am 5. Dezember zur Versteigerung ausruft, versehen mit einer Schätzung von 100.000 bis 130.000 Euro. ...mehr

Alte und Neuere Meister bei Karl & Faber

Denk doch daran, was der Arzt gesagt hat!


Lucas Cranach d.Ä., Die Buße des heiligen Chrysostomus, 1509

Am 4. und 5. Dezember beteiligt sich auch das Münchner Auktionshaus Karl & Faber an dem anstrengenden Reigen der kurz vor Jahresende in dichter Folge stattfindenden Auktionen. Bei den Alten Meistern dominieren wie gewohnt die Arbeiten auf Papier. Ein recht bekanntes Blatt ist Lucas Cranachs Kupferstich „Die Buße des heiligen Chrysostomus“ aus dem Jahr 1509. Ganz im Hintergrund einer wilden Landschaft kriecht der spätere heilige Kirchenvater nackt auf dem Boden umher, während im Vordergrund ebenfalls ganz entblößt die arme Königstochter mit ihrem Kind lagert, die der Erzbischof von Konstantinopel verführt haben soll (Taxe 5.500 bis 6.000 EUR). Albrecht Dürer, auf dessen gut zehn Jahre älteren gleichnamigen Grafik Cranachs Darstellung basiert, ist selbst mit dem Holzschnitt „Die Verlobung Mariens“ aus der Folge „Das Marienleben“ von circa 1504 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder dem jugendlichen „Fahnenschwinger“, einem Kupferstich um 1501, für 3.000 bis 3.500 Euro vertreten. Rembrandt kommt mit dem nicht so häufig radierten Blatt „Das Lob der Schifffahrt“ von 1633 zum Zuge (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR), der große sächsisch-venezianische Vedutenmaler Bernardo Bellotto mit seiner berühmten Radierung des Alten Marktes in Dresden aus dem Jahr 1752 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). ...mehr

Malerei und Skulpturen des 19ten Jahrhunderts bei Sotheby’s in London

Kein Grund, Trübsal zu blasen


Anselm Feuerbach, Medea an der Urne, 1873

Einen neuen Auktionsrekord für den deutschen Neoklassizisten, Präsymbolisten und vor allem tragischen Malerhelden des 19ten Jahrhunderts Anselm Feuerbach vermeldet das Londoner Auktionshaus Sotheby’s von seiner Malereiauktion am 24. November. Objekt der Begierde war das Ölbild „Medea an der Urne“ aus dem Jahr 1873. Nun ist Feuerbach kein Dauergast im internationalen Marktgeschehen, da sich der überwiegende Teil der bedeutenden Arbeiten seines nicht allzu breiten Œuvres in Museumsbesitz befindet. Auch das vorliegende Gemälde, mit fast zwei Metern Höhe ein echtes Monumentalwerk und auch qualitativ etwa mit seiner berühmten „Iphigenie“ vergleichbar, befand sich zwischen 1939 und 2009 in der Österreichischen Galerie im Belvedere Wien, wurde jedoch kürzlich den Erben des jüdischen Bankierssohns Wilhelm Freund zurückgegeben. Über den geradezu lächerlichen Schätzpreis von 15.000 bis 25.000 Pfund durfte man sich sehr wundern. Jedenfalls führte er zum Erfolg: 380.000 Pfund zahlte ein anonymer Sammler für die Trübsal blasende Frauengestalt der Antike. ...mehr

Möbel und Einrichtungsgegenstände bei Koller in Zürich

Schreibschrank, höhenverstellbar


Franz Xaver Messerschmidt, Geruch, der zum Niesen reizt, um 1760

Kunst oder Dekoration? Bei Franz Xaver Messerschmidts 52 merkwürdigen Charakterköpfen, von ihm nur „Köpfe“ genannt, mögen die Meinungen auseinandergehen. Koller in Zürich hat zwei aus einer Wiener Privatsammlung stammenden Gips- und Alabasterbüsten am 3. Dezember in seine Auktion „Möbel, Pendulen, Bronzen, Spiegel, Tapisserien und Dekorative Kunst“ einsortiert. Doch gilt Messerschmidt als einer der wichtigsten, nicht zuletzt interessantesten Bildhauer der Aufklärungszeit. Mit Hilfe von Selbstportraits gelang es ihm, verschiedenste menschliche Regungen und Charaktere anschaulich zu machen, von der Bosheit bis zum Edelmut, von der Trauer bis zur Entzückung. Die beiden angebotenen Büsten, hergestellt als Abgüsse aus der Sammlung des Fürsten Liechtenstein im südmährischen Feldsberg, beziehen sich aufeinander: zunächst ein „starker Geruch“, der mit skeptischem Blick zur Kenntnis genommen wird, dann ein „Geruch, der zum Niesen reizt“ und den Augenblick kurz vor der Explosion festhält. Jede Büste soll 240.000 bis 360.000 Franken wert sein. Vor vier Jahren wurde ein Exemplar aus Alabaster bei Sotheby’s in London für 930.000 Pfund zugeschlagen, kurz davor zwei weitere bei Sotheby’s in New York für 4,3 und 2,2 Millionen Dollar. Von wann die jetzigen Abgüsse stammen, ist nicht genannt. ...mehr

Kunstgewerbe bei Lempertz

Der Schrank geht


Edouard Lièvre, Prunkschrank, um 1877

„Auftrag ausgeführt“, konnte das Kölner Auktionshaus Lempertz seinem besten Kunden nach der letzten Versteigerung von Kunstgewerbe erleichtert melden. Der imposante, feierliche Jugendstilschrank, den der unbekannte Einlieferer erst vor fünf Jahren bei Sotheby’s ersteigert hatte, wechselte gegen Ende der Veranstaltung am 20. November für 440.000 Euro innerhalb der Schätzung in ausländischen Handel. Geschaffen hat das schwarz ebonisierte und mit vergoldeten Bronzen dekorierte Stück in leicht fernöstlich inspirierten Formen der Pariser Meister Edouard Lièvre bereits um 1877. Über den Verlauf der Auktion konnte sich Lempertz auch sonst wenig beklagen, wenngleich es natürlich manche schmerzhaften Rückgänge gab. Schon die losbezogene Zuschlagsquote von 53 Prozent hört sich ganz gut an. Beboten wurden etwa alle Sparten etwa gleichmäßig, wobei sich ausgerechnet beim sonst so berechenbaren Schmuck noch ein Spitzenwert herauskristallisierte: 110.000 Euro kostete einen deutschen Händler eine mit 45 Diamanten besetzte Art Déco-Brosche mit Naturperltropfen aus den 1920er Jahren. Veranschlagt war sie lediglich mit 12.000 bis 15.000 Euro. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Van Ham

Eine dicke Schokofrau


Ferdinand Hodler, Berner Mädchen (Bildnis einer Base des Künstlers), um 1898

Im Laufe der letzten Jahre ist das Kölner Auktionshaus Van Ham dem großen Konkurrenten Lempertz immer dichter auf die Fersen gerückt. Fast scheint es, als wollten sich die beiden Platzhirsche bald ein ähnliches Duell liefern wie Sotheby’s und Christie’s in London und New York. Zwar bringt Van Ham seine moderne und zeitgenössische Kunst noch immer in einer Auktion unter – bei Lempertz sind es zwei an aufeinanderfolgenden Tagen –, doch inhaltlich wird er Abstand immer geringer. Gleich mehrere herausragende Werke der älteren Meister dringen in die Sechsstelligkeit vor. So Ferdinand Hodlers „Berner Mädchen“ von circa 1898, in dem der Schweizer Symbolist in kräftigen, konturgebundenen Linien eine Cousine verewigte. 135.000 bis 160.000 Euro soll dieser charaktervoll gearbeitete, unverwechselbare „Hodler“ kosten. Sogar mit 170.000 bis 220.000 Euro ist Karl Schmidt-Rottluffs „Philodendron und Clivia“ aus dem Jahr 1947 bewertet. In der Tat stellt das zwischen schwarzen Schatten und bunten Blumen changierende Stillleben einen kostbaren Beleg für das Wiedererstarken der künstlerischen Kraft des Meisters nach dem Zweiten Weltkrieg dar. Im selben Jahr hatte er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin angenommen. Ölbilder von Schmidt-Rottluff aus den späten Jahren sind zudem nicht besonders häufig. ...mehr

Alte Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Immer noch unergründlich


Ludwig Thiersch, Unergründlich, 1874

Für den Weihnachtseinkauf hat das Münchner Auktionshaus Neumeister am 2. Dezember wieder eine etwas kleinere und günstigere Auswahl vorbereitet. Die Altmeisterabteilung ist relativ kurz und listet nur ein Werk mit sechsstelligem Schätzpreis. Allerdings war Marten van Valckenborchs I. Flusslandschaft mit Schafherde und einer winzigen Darstellung der Flucht nach Ägypten, entstanden 1610 als eines der letzten Werke des zwei Jahre später in Frankfurt gestorbenen Flamen, bereits im vergangenen Juni zugegen, scheiterte da an 150.000 Euro und ist nun auf 120.000 Euro etwas herabgesetzt. Eine eher schwache Landschaft Jan Breughels d.J., von einem mäßig begabten Maler aus dem Umkreis Hieronymus Franckens III. mit einer weiblichen Allegorie des Geschmacks versehen, bietet das Haus für 20.000 Euro an. Ein möglicherweise in Venedig angefertigtes Portrait des Kaufmanns Bartholomäus Viatis, einst dem berühmten Jacopo Negretti zugeschrieben, steht bei 15.000 Euro. ...mehr

Moderne und zeitgenössische Kunst sowie Kunsthandwerk des Jugendstil im Wiener Kinsky

Ladies first


Albert von Keller, Die Hexenverbrennung, um 1891

Geheimnisvolle Frauen marschieren in der Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst des Wiener Auktionshauses Kinsky am 1. Dezember auf. Schon das erste Los präsentiert sie uns in Form eines weiblichen Halbaktes, der nun aber leider bereits in wenigen Augenblicken verschwinden wird. Denn eine Hexenverbrennung malte Albert von Keller um 1891 auf einem rund anderthalb Meter breiten Gemälde, jener Münchner Maler also, der als Hauptthema seines Schaffens im Grunde nur die Damenwelt mit ihren Verführungen, ihrer Eleganz und Rätselhaftigkeit kannte. Das Gemälde, in seiner Drastik, aber auch in der unkonventionellen Komposition keine leichte Kost, stellt mittig wie bei alten Kreuzigungsdarstellungen den Körper der jungen Frau plastisch heraus, während seitlich im Hintergrund collageartig Kinderköpfe erscheinen, die die Böse vielleicht auf dem Gewissen hat. 22.000 bis 35.000 Euro möchte das Kinsky dafür sehen. ...mehr

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Nachbericht zur Sommerauktion 2017
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